Das sind wirklich nur Bastellösungen.
@
azereus:
Ein Retroadapter/Umkehrring ist absolut keine Bastellösung, sondern KANN eine kostengünstige Lösung darstellen, Extremmakro-Aufnahmen zu erstellen.
Schau Dir mal den Link an, wenn Du möchtest:
http://www.traumflieger.de/desktop/retroadapter/retroadapter.php
Da wird Dir vorweg gleich etwas auffallen, oder auch nicht. Der Käfer hat "Wassertropfen" auf den Facettenaugen. Dabei handelt es sich nicht um Angstschweiß, sondern um die Folgeerscheinung, dass der Käfer zuvor im Gefrierschrank (Extrem-Tierquäler) oder im Kühlschrank (immer noch Tierquäler) eingesperrt worden ist, damit er bewegungsunfähig wird.
Anders bekommst Du ihn nämlich nicht dazu, so still da zu stehen. Genau das muss er oder jedes andere Objekt, das Du fotografieren möchtest, aber tun, sonst kannst mit der Retroadaper-Geschichte nämlich bildlich gesprochen Brausen gehen.
Mit solchen Umkehrringen/Retroadaptern kannst Du - und das ist das Interessante dabei - auf einfache Art und Weise extreme Abbildungsmaßstäbe von bis zu 3:1 erzielen, wenn Du zum Beispiel ein extremes Weitwinkel einsetzt.
Mit meinem 20er/2,8 konnte ich in Retrostellung derartige Maßstäbe erreichen.
Bei einem "herkömmlichen, klassischen" Makroobjektiv ist ohne Balgengerät (das mit ein paar Hundert Euro zu Buche schlägt) bei 1:1 Schluss. (Mit Vorsatz-Nahlinse geht noch ein bisschen mehr, aber eben keine 3:1 und eine hochwertige Nahlinse kostet mehr, als ein Umkehrring).
Noch extremer wird die Kombination Balgengerät+Umkehrring. Dann kommen aber Probleme bezgl. Beleuchtung hinzu und ohne Blitz geht gar nichts mehr.
Bei der Aufnahme selbst ist auch alles nicht so einfach, wie es scheinen mag.
Ein stabiles Stativ (Freihandfotografieren kannst vergessen) ist Mindestvoraussetzung.
Nützliches Zubehör ist ein Einstellschlitten, mittels dem Du die Kamera/Objektiv-Kombination mm-weise vor- oder zurück bewegen kannst, um die Schärfe auf den gewünschten Punkt zu legen.
Ohne einen solchen Einstellschlitten, wird's fummelig, bis Du das Stativ so hin bekommst, wie Du's haben willst.
"Freiluftfotografie" mit Umkehrring setzt absolute Windstille voraus. Insektenfotografie kannst Du damit nur im Studio betreiben.
Einfache Faustregel:
Je kürzer die Brennweite, die in Retroposition eingesetzt wird, desto größer der Abbildungsmaßstab, desto geringer die Distanz Front(in dem Fall Rück-)-Linse zum Motiv.
Bei einem 20er-Objektiv in Retrostellung bleiben Dir gerade mal knappe 4 cm Abstand zum Motiv. Kein Insekt in freier Natur, bleibt Dir da sitzen, bzw. ruhig.
Fazit: Wenn Du ernsthaft Makrofotografie betreiben möchtest, bist Du mit der Anschaffung eines "richtigen" Makroobjektivs besser beraten.
Abbildungsmaßstab von 1:1, Freihandfotografie möglich, flexibler, als mit Umkehrring und teures Zubehör extrem nützlich, aber für den Anfang nicht unbedingt nötig.
Für gute Ergebnisse mit einem Umkehrring braucht es eine Menge Zubehör (Stativ, Einstellschlitten, Makroblitz), das ins Geld geht und zudem nur beschränkt einsetzbar ist (weil Außenfotografie damit eher ausscheidet).
Allerdings sind unter den genannten Voraussetzungen beeindruckende Ergebnisse möglich.
Ein kostengünstiger Ersatz für ein Makroobjektiv - für Fotografen, die Makros machen wollen, aber sich die Anschaffung eines Makroobjektivs sparen wollen - ist ein Umkehrring jedenfalls nicht.