Hallo,
ich habe seit guten zwei Monaten den 55" B6D und um es kurz zu machen: Hammer! Unbedingt kaufen, solange er noch verfügbar ist.
Die ganzen Vor- und Nachteile von OLED wirst Du ja sicherlich kennen.
Den LG muss man insbesondere etwas weniger Grün und Rot mitgeben und die unteren Black Level etwas anheben aber dazu hat man wenigstens die Möglichkeiten ihn umfassend konfigurieren zu können. Out of the Box sind die Farben schon sehr "koreanisch".
Kleines Problem: Der "Bild-Entruckler" (True Motion) ist eine generelle Schwäche von LG. Das können die einfach nicht gut. Da ist der Sony A1 viel besser, was das angeht aber das ist leider auch das viel teurere Gesamtpaket. Es ist jedoch nicht so schlimm, dass man die ganze Zeit nur kotzen möchte. Es ist eher so, dass wenn man es weiß, man die Fehler, die dadurch produziert werden in wenigen speziellen Szenen wahrnimmt. Insgesamt aber nichts, wofür ich meinen 6 Jahre alten 55" (UE55D7090) Edge-Cloud-Samsung wieder aufhängen wollen würde. Zumal der auch so seine Probleme mit der Zwischenbildberechnung hatte... (Ruckler, die durch den Entruckler auftraten...)
Der Upscaler (FHD -> 4K) ist klasse, wenn man die richtigen Einstellungen trifft (Overscan aus und so).
Kein Geruckel.
Schwarz ist schwarz, Filme sind ein Traum, vor allem Weltraum-Sci-Fi.
Der eingebaute Netflix-Client funktioniert zuverlässig und gut, auch mit 4k und Dolby Vision HDR.
Der Software-Support ist gut, es gibt demnächst die Firmware, die Beta ist schon raus, die HLG HDR nachliefert, damit sind dann alle wichtigen Formate unterstützt.
Die originale Fernbedienung ist auch super. Obwohl ich eine Logitech Harmony habe nutze ich die vom LG auch gerne.
Der eingebaute Ton ist nicht der schlechteste für einen Fernseher, für normales TV und Serien reicht der völlig aus. Kein Übersteuern, kein Gehäuse-Knacksen. Ansonsten nutze ich den Audio-Rückkanal über Toslink zum AVR, wenn ich Netflix mit dem eingebauten Client schaue.
Fernsehen schaue ich über Entertain, deswegen kann ich zu den TV-Receivern nichts sagen.
3D wird vom B6 nicht unterstützt, hat aber auch den Vorteil, dass man die "lichtfressende" Polarisationsfolie nicht drauf hat.
Die Gesamthelligkeit reicht für Tageslichträume, jedoch nicht für direkte Sonneneinstrahlung. Der B7 ist heller und der automatische Limiter für die Helligkeit bei hohen Weiß-Leveln setzt erst später ein beim B7, im Vergleich zum B6. Aber auch das verkraftet man im Filmbetrieb, da merkt man davon nichts, das bekommt man nur mit, wenn man mal eine Desktop anzeigt und dann einen hellen Explorer oder Google öffnet.
Im Hifi-Forum (hüstel) sind auch schon viele Erfahrungsberichte von Leuten, die den TV seit über einen Jahr mit tausenden von Betriebsstunden benutzen und die OLEDs haben damit keine Probleme.
Thema "Einbrennen": Ja, es ist möglich! Helle Dauerlaufbänder wie bei N-TV sind über mehrere stunden hinweg problematisch. Halt ein Verhalten wie beim Plasma an den Tag legen, dann hat man lange etwas davon. Kleine "Nachleuchteffekte" bekommt man mit den sog. "großen Algorithmus" oder etwas Tricksereien (30 Minuten volle pulle Weiße Fläche usw.) wieder weg. Am besten ist es aber sich durch bewusst korrektes Verhalten erst nichts einzufangen. Wenn man das vorher weiß, hat man hinterher keine Probleme damit.
Abschließend ganz wichtig für alle "Stand by" Verweigerer: Dieser Fernseher braucht unbedingt eine dauerhafte Stromversorgung und darf nach dem Ausschalten nicht mit Master-Slave-Steckdosen oder Schaltsteckdosen vom Strom getrennt werden, da nach dem Betrieb die Software noch kurz (~15-30 Minuten) aktiv bleibt und die einzelnen OLEDs misst und einzeln auf eine insgesamt wieder homogene Leuchtkraft reguliert. Das ist der sogenannte Algorithmus und der MUSS laufen, ansonsten ruiniert man sich das Panel nachhaltig.
Der Stromverbrauch ist locker doppelt so hoch als der von Edge-LED-Fernsehern.
Grüße