perfekt!57
Commodore
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wer schon mal ein bißchen was gelesen hat aus der großen weiten welt der aufgeschriebenen buchstaben und schicksale wird sich einmal mehr freuen darüber, dass wir u.u. literarisch so kenntnisreiche journalisten haben - auch und gerade bei der faz (wir wussten das schon, aber...) - und diese ihre bildung nweuerdings an der richtigen stelle und auf die richtigen gegenstände anzuwenden wissen, parallelen finden (immer öfter sogar - und aussprechen), wo auch welche sind:
"Wir haben große Beschreibungen von Paris, Weimar, Wien, Dublin, New York, Prag, Berlin und London. Soziologische, philosophische, vor allem literarische. In Weimar hat man ein ganzes Bildungsreich gefunden, in Paris ein ganzes Zeitalter, in Wien den Weltuntergang um 1900. Exemplarische Figuren, repräsentative Milieus, Allegorien der Moderne. ...
Was wir nicht haben, ist ein Roman über Wolfsburg. Dabei ist Wolfsburg ein ganzer Romanzyklus, ein politischer Krimi, eine Familiensaga, ein Heimat- und ein Wirtschaftsroman, also phantastische Literatur. ...
„Der Bauch von Paris“ - was wären die Beschreibungen Émile Zolas gegen „Die Hallen von Wolfsburg“, wenn wir diesen Roman doch nur hätten? Und was Balzacs „Bankhaus Nucingen“ gegen „Das Autohaus Piëch“?
Wo also ist der Karl Marx, der Honoré de Balzac, der Zola oder Tom Wolfe von Wolfsburg? Heute könnte er mit dem Band „Im Paradies der Nutten“ beginnen, oder mit einem mehr juristischen Arbeitstitel: „Glanz und Elend des Geschlechtsverkehrs auf Firmenkosten“. Denn heute beginnt im Landgericht Braunschweig - und endet dort, allen Erwartungen nach, wohl schon nach dem zweiten Verhandlungstag nächste Woche - der Prozeß gegen Peter Alwin Hartz. ...
In seinem Bildungsroman verdichten sich Motive und Personal des Epos Wolfsburg auf eine fast schon aufdringliche Weise: Der Aufstieg vom Sohn eines saarländischen Hüttenarbeiters über den Champion der Mitbestimmungswirtschaft in der Montanindustrie bis zum Arbeitsdirektor unter seiner Exzellenz Ferdinand Piëch. Die Sonderwirtschaftszone Wolfsburg, in der seit den Tagen der Kraft durch Freude gilt, der Betrieb sei eine Gemeinschaft, weshalb ... "
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE...139569C3C0E9F9B73E~ATpl~Ecommon~Scontent.html
vor allem: man versteht gar nicht (ich jedenfalls nicht), was die alle finden, an diesem "pseudo-männer-lebensstil": ich finde so ein "nutten & champagner-leben" etc. einfach nur widerlich und oberflächlich. füllt niemals nicht wirklich aus. niemals nicht so wie ein normalo-leben und in familie.
und was meint ihr?
(für die karriere ist das mittun meist nur anfänglich förderlich - so auch eine erfahrung)
u.u. evtl. hier abgleichen
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89mile_Zola
Die Bände des Zyklus der Rougon-Macquart
"Wir haben große Beschreibungen von Paris, Weimar, Wien, Dublin, New York, Prag, Berlin und London. Soziologische, philosophische, vor allem literarische. In Weimar hat man ein ganzes Bildungsreich gefunden, in Paris ein ganzes Zeitalter, in Wien den Weltuntergang um 1900. Exemplarische Figuren, repräsentative Milieus, Allegorien der Moderne. ...
Was wir nicht haben, ist ein Roman über Wolfsburg. Dabei ist Wolfsburg ein ganzer Romanzyklus, ein politischer Krimi, eine Familiensaga, ein Heimat- und ein Wirtschaftsroman, also phantastische Literatur. ...
„Der Bauch von Paris“ - was wären die Beschreibungen Émile Zolas gegen „Die Hallen von Wolfsburg“, wenn wir diesen Roman doch nur hätten? Und was Balzacs „Bankhaus Nucingen“ gegen „Das Autohaus Piëch“?
Wo also ist der Karl Marx, der Honoré de Balzac, der Zola oder Tom Wolfe von Wolfsburg? Heute könnte er mit dem Band „Im Paradies der Nutten“ beginnen, oder mit einem mehr juristischen Arbeitstitel: „Glanz und Elend des Geschlechtsverkehrs auf Firmenkosten“. Denn heute beginnt im Landgericht Braunschweig - und endet dort, allen Erwartungen nach, wohl schon nach dem zweiten Verhandlungstag nächste Woche - der Prozeß gegen Peter Alwin Hartz. ...
In seinem Bildungsroman verdichten sich Motive und Personal des Epos Wolfsburg auf eine fast schon aufdringliche Weise: Der Aufstieg vom Sohn eines saarländischen Hüttenarbeiters über den Champion der Mitbestimmungswirtschaft in der Montanindustrie bis zum Arbeitsdirektor unter seiner Exzellenz Ferdinand Piëch. Die Sonderwirtschaftszone Wolfsburg, in der seit den Tagen der Kraft durch Freude gilt, der Betrieb sei eine Gemeinschaft, weshalb ... "
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE...139569C3C0E9F9B73E~ATpl~Ecommon~Scontent.html
vor allem: man versteht gar nicht (ich jedenfalls nicht), was die alle finden, an diesem "pseudo-männer-lebensstil": ich finde so ein "nutten & champagner-leben" etc. einfach nur widerlich und oberflächlich. füllt niemals nicht wirklich aus. niemals nicht so wie ein normalo-leben und in familie.
und was meint ihr?
(für die karriere ist das mittun meist nur anfänglich förderlich - so auch eine erfahrung)
u.u. evtl. hier abgleichen
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89mile_Zola
Die Bände des Zyklus der Rougon-Macquart
- Das Glück der Familie Rougon (La fortune des Rougon 1871)
- Die Beute (La curée 1871)
- Der Bauch von Paris (Le ventre de Paris 1873)
- Die Eroberung von Plassans (La conquête de Plassans 1874)
- Die Sünde des Abbé Mouret (La faute de l'Abbé Mouret 1875)
- Seine Exzellenz Eugene Rougon (Son excellence Eugène Rougon 1876)
- Der Totschläger (L'Assomoir 1877)
- Ein Blatt Liebe (Une page d'amour 1878)
- Nana (Nana 1880)
- Ein feines Haus (Pot-Bouille 1882)
- Das Paradies der Damen (Au bonheur des dames 1883)
- Die Freude am Leben (La joie de vivre 1884)
- Germinal (Germinal 1885)
- Das Werk (L'ouevre 1886)
- Die Erde (La terre 1887)
- Der Traum (Le rêve 1888)
- Die Bestie im Menschen / Das Tier im Menschen (La bête humaine 1890)
- Das Geld (L'argent 1891)
- Der Zusammenbruch (La débâcle 1892)
- Doktor Pascal (Le docteur Pascal 1893)
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