BunkerFunker schrieb:
Leider bietet VPN nur im Moment noch Schutz, denn angeblich wird alles protokolliert und wird irgendwann geknackt werden. Da es bereits die ersten serienreifen Quantencomputer für Miltitär, Forschung und Regierungen gibt, ist es auch kein Problem mehr die Daten zu knacken.
Das ist doch, gelinde gesagt, totaler Schwachsinn.
Erstens gibt es eben noch keine serienreifen Quantencomputer, es gibt noch nicht einmal wirklich leistungsfähige Prototypen. Das, was es gibt, hat NOCH nicht mehr Power als konventionelle Systeme. Die Leistung eines Quantencomputers hängt direkt von der Menge der verschränkbaren QBits ab, und die ist aktuell noch niedrig zweistellig.
So... und jetzt gehen wir doch mal davon aus, die NSA hätte einen Zauberrechner oder -algorithmus, der 1000x so effektiv ist wie reguläres Brute-Force auf dem stärksten aktuellen nicht-militärischem Supercomputer.... 1000x wär schon ne Hausnummer, die absolut unrealistisch ist.... So. Normalerweise brauchst du für EIN verschlüsseltes Dokument einige Millionen Jahre. Dein Zaubercomputer macht daraus also einige Tausend Jahre. Schön. Machen wir doch n Mega-Zaubercomputer draus, 1Mio-fache Leistung: dein Code braucht "nur" ein paar Dutzend Jahre um geknackt zu werden.
So, und nun denk mal über MENGEN nach. Unser Mega-Zaubercomputer spuckt also alle 10-20 Jahre ein entschlüsseltes Dokument aus. Tagtäglich wird die Datenbank aber mit einigen Hunderttausend verschlüsselten Dokumenten gefüttert. Problem erkannt?
Tatsache ist: Wenn ein Algorithmus erst dann geknackt werden kann, dass die Sache um die es geht, schon längst vom Tisch ist, dann ist der Algorithmus sicher. Soll die NSA doch meine Kommunikation 100 Jahre nach meinem Ableben entschlüsseln. Was kratzts mich? Was nutzt der NSA ein entschlüsselter Terrorplan für einen Anschlag, der letzte Woche statt fand?
r34ln00b schrieb:
Ich glaube, die USA kommen zur Zeit überall rein, wo sie wollen. Sie hatten immerhin schon ein Atomkraftwerk infiziert und deren Generatoren kontrolliert. Sie kontrollieren große Menge des Internets. Warum sollten sie nicht noch weitere Teile des Internets überwachen können?
Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.
Um in ein Computersystem wie z.B. einem AKW einzudringen benötigst du einen Angriffsvektor, eine Sicherheitslücke. Das kann ein vom Hersteller gewollter Backdoor sein, eine Zero-Day - Lücke, eine alte, aber ungepatchte Lücke oder eine Form von Social Engineering.
Um verschlüsselte Kommunikation abzuhören brauchst du entweder eine Lücke im Verschlüsselungsalgorithmus (wie bei WEP), einige Jahrmillionen für einen Brute-Force-Angriff oder den Schlüssel. Den SChlüssel kannst du natürlich evtl. über eine der oben genannten Möglichkeiten erlangen. Das kannst du aber nicht auf Verdacht bei der breiten Masse machen, das machst du bei hochwertigen Zielen, sonst steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen.
mTeden schrieb:
Prinzipiell kann man sagen, dass jede Verschlüsselung die man nicht selbst geschaffen hat, eine unsichere ist. Klingt zwar mehr als nur theoretisch, aber für jedes Schloss gibt es nunmal einen Schlüssel. Wie der jenige an den Schlüssel kommt, ist ja eine ganz andere Frage.
Falsch. Tatsächlich wäre das mit Abstand Dümmste, was du tun kannst, eine eigene Verschlüsselung zu entwerfen. Wenn du nicht gerade ein Mathe-Genie bsit wird das Ergebnis hochgradig unsicher sein.
Und was soll das Gesabbel über "Schloss und Schlüssel"? Auch wenn du jetzt extrem brilliant bist und eine neue Form der Verschlüsselung schaffst, die absolut sicher ist (also: Brute-Force dauert länger, als das Universum noch existieren wird), dann brauchst du auch DA wieder einen SChlüssel zum Entschlüsseln der Nachricht. Wenn es den nicht gibt, dann kannst du an deine Botschaften auch gleich ein Feuerzeug halten. Dann sind sie geheim..