Richtfunk Verbindung

verdichter

Ensign
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Hallo Leute

Gibt es hier jemanden der Erfahrung mit Richtfunkverbindungen hat?
Um mein Problem etwas genauer zu beschreiben ich habe vor Umzuziehen der DSL Anschluss (VDSL25)soll allerdings in der alten Wohnung verbleiben.
Die Entfernung beträgt ca. 300m und es besteht direkter Sichtkontakt ohne Störende Bäume usw...
Habe mir bereits ein paar Geräte angeschaut z.b. MikroTik RouterBoard SXT Lite2, RBSXT2nDr2
Eine Sache macht mich dabei Unsicher zum einen sollte die Verbindung wirklich stabil sein da darüber dann auch Entertain läuft, zum anderen setzt Entertain auch auf Multicast.

Denkt ihr mit den Geräten geht das? Oder hat jemand andere Erfahrungen / Tips dazu?

mfg
 
Ich will ja nicht dein Grundkonstrukt zerstören, aber kannst du auch den Grund dazu nennen? Richtfunk, vorallem störungsfrei braucht hochwertige Hardware und die kostet auch sauber. Das heißt dann aber auch nur, dass die recht gut funktioniert, aber nicht wirklich störungsfrei, zumindest nicht immer
 
Leider ist in der anderen Wohnung kein guter Anschluss verfügbar (DSL2000)
 
Da ich in dem Bereich arbeite habe ich natürlich mal nachgeschaut und dabei ist rausgekommen das die erste Wohnung vom neuen Outdoor-MSAN versorgt wird, die 2te aber über den 4km entfernten Indoor-DSLAM..... wurde wohl beim Ausbau vergessen.
 
da ist halt die Frage: Vergessen oder nur noch nicht ausgebaut?
Ich bin selber innerhalb einer Großstadt umgezogen und musste von 50Mbit auf 6Mbit runter. War natürlich keine Alternative und hab mir dann was anderes besorgt und 2 Monate später will ich gerade in der Arbeit fahren und stell fest, dass da ohne Ankündigung Telekomiker den Gehsteig aufreissen. Nach meiner Nachfrage, was die denn jetzt da konkret vorhaben, sagen die, dass sie jetzt grad Glasfaser verlegen -.- Die Hotline wusste selbst während des Ausbaus nichts davon.
War dann im T-Punkt (oder wie die Dinger grad heißen, ändert sich ja ständig :D) und hab da nachgefragt und die meinten, denen wäre das schon bekannt, dass da VDSL ausgebaut wird.

Würd dir deshalb raten: Frag direkt nach. Hier im Forum gibts sogar nen Telekom Support (Telekom hilft heißt das glaub ich). Wäre wohl unterm Strich die bessere Lösung bevor man viel Geld und Arbeit in Hardware steckst die sowieso nur mittelmäßig funktioniert und ne Lebensdauer von 2-5 Jahren hat
 
Ich meine auch im Hinterkopf zu haben das Richtfunk nur auf dem eigenen Grundstück erlaubt ist.
Mit einer Einzelgenehmigung der zuständigen BNetzA-Außenstelle ist nach erfolgter Frequenzkoordinierung der Betrieb über Grundstücke Dritter oder über öffentlichen Grund hinweg möglich.
Würde wenn das wirklich zustande kommt auch nach den rechtlichen Grundlagen schauen.
 
Das rechtliche ist mir durchaus bewusst und dazu hab ich mich bereits informiert. Hier sollte es erstmal rein um die technische Realisierbarkeit gehen.
 
Einer meiner Nachbarn hat sowas am laufen über ca. 250m mit einzelnen Bäumen dazwischen. Funktioniert, ist allerdings allenfalls wenige Mb schnell. Wird auch nur zum Surfen und Mailen genutzt. Richtantennen auf dem Dach am Schornstein. Die Verbindung wurde vor Jahren gebaut, da es dort kein DSL gab. Beim Nachbarn waren damals auch nur 1300kb/s verfügbar heute ist es schneller. Die WLAN Strecke war damals nicht langsamer. Für 25Mb nicht zu empfehlen, allerdings könnte man es versuchen. Den Preisvorteil hätte man immerhin. Man muss nicht 2 x zahlen nur einmal investieren.
LTE falls verfügbar ist in jedem Fall schneller.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe einige solche Verbindungen im Einsatz.
Bei der Hardware verwenden wir Ubiquiti Nanostation loco . Die sind ziemlich preiswert, robust und laufen einfach.
Von der Geschwindigkeit geht da effektiv knapp 100 Mbit/s durch. Allerdings bei freier Strecke. Bei uns oft auf Sportanlagen, an Flutlichtmasten, Tribünendächern etc.
Natürlich ist eine dedizierte Leitung immer besser ;) Aber damit kann man schon gut was machen.
 
Das klingt ja schon mal viel versprechend. Über die Bandbreite mache ich mir im Moment weniger sorgen sind ja nur grob 300meter mit komplett freier Sicht und erhöht ist die Position auf beiden Seiten auch.
Viel mehr sorgen macht mir die Qualität da ich ja auch das IPTV darüber nutzen möchte. Aber ich denke da wird nur ein test helfen.
Die Mikrotik Geräte sollen wohl wirklich was drauf haben und ich werde mir mal welche besorgen und das ganze probieren.
Falls noch wer Erfahrungen beitragen möchte immer her damit :)
 
Ich schließe mich lakekeman an.
Die Nanostations loco decken dein Vorhaben voll und ganz ab. Und haben noch mehr als genügend Ressourcen für größere Distanzen (Schaffen problemlos bei freier sicht 5km auf 2,4 Ghz oder 10-15km auf 5Ghz.

Würdest eben 2 von den Geräten benötigen

https://www.ubnt.com/airmax/nanostationm/ diese unterstützen u.A. auch QoS aber bei 100mbit reserve spielt das keine Rolle.

Wie bereits geschrieben.
Die Qualität der Nanostation ist bis 15Km bei freier Sicht hervorragend. Latenzschwankungen wirst du wie bei normalem Cat 5e Kabel nicht merken. Schon garnicht auf 300m.

Ich persönlich hatte so ein Setup bereits aktiv mit einer Nanostation M5 (keine loco). Hatte 2011/2012 meine Internetverbindung inklusive Telefonie über Richtfunk von einer 7km entfernten Sendestelle damit empfangen.
Dazumal hatte der Anbieter noch 100 Mbit symetrisch auf Anfrage angeboten. Diese kamen im Jahresmittel zu 99% auch an.
(http://www.alphacron.de/?page_id=11 Nutzer+Nanostation M5 <--> Gegenstelle(alphacron) <--> Provider-Corerouter(alphacron) <--> EUnetworks/ehem. Lambdanet(IP-Transitcarrier) mit Latenzen von 5ms zu google in FRA)

Dazu muss ich sagen, dass ich noch ein paar Bäume dazwischen hatte, welche nicht gestört haben.
Auch Wetterbedingt egal ob Schneefall, Regen/Sturm und Nebel _keine_ Einschränkungen auf der Distanz.

300 Meter bekommst du mit 2 Handelsüblichen TP-Link WDNR4300 und selbstgebauten Antennen aus ner Pringlesdose sogar hin. Ist nicht chick, macht dir mehr Aufwand und ist nicht für Outdoor mit PoE und wasserdichtem Gehäuse konzipert wie die Nanostation.

Daher mein uneingeschränkter Tipp -> "go for it.." -> Nanostation.

Die brauchst du nur konfigurieren in Station bzw. AP Modus ein klein wenig Routing mit RIPv2 über das Webinterface zusammenklicken, Antennen außen aufeinander bei einem super Öffnungswinkel kinderleicht ausrichten und laufen lassen ;-)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (DP aufgrund Warteschlange)
"Freie Sicht" ist bei Funk so eine Sache. Das Funksignal ist keine simple Gerade und wenn nix dazwischen ist, ist alles gut. Zwischen den Stationen entsteht ein Funkbereich, der wie ein Football aussieht. Das ist die sogenannte Fresnelzone. Wenn man also über ein anderes Haus, o.ä. drüberfunkt, kann es durchaus das Signal beeinträchtigen obwohl es nicht direkt in der Sichtlinie liegt, dafür aber indirekt in die Fresnelzone hineinragt.

Es bleibt aber dabei: Das muss man testen. Ob IPTV zuverlässig läuft, kann man schlecht sagen.
 
Hab mich nun doch für die Nanostations entschieden im 2,4ghz Band. Bieten für mich die besseren Funktionen und kann man wenn sich die Situation mal ändert auch direkt als AP nutzen. Bin ich gespannt sollten kommende Woche ankommen :)
 
Mal ein kurzes Update ich habe die Nanostations nun schon mal ausprobiert und Testweise auch mal 2km überbrückt :) auch dort sind noch stabile 100mbit bei rausgekommen. Zum Test mit dem IPTV bin ich noch nicht gekommen nur kurz mal geschaut und Multicast läuft auch :)
 
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