Also ich habe das so verstanden, man möge mich korrigieren falls ich falsch liege.
Quelle:
http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-16-4396_en.htm
Ab dem 15.07.2017. gelten die neuen Roaming Preise. Telefon und SMS gelten zu den gleichen Konditionen wie im Inland. Wer also eine Flatrate hat kann diese auch im EU Ausland genauso nutzen wie zuhause.
Bei Daten wird es jedoch komplizierter. Es gibt Preise für Daten, die für die nächsten sechs Jahre festgelegt wurden: 7,70€/GB (15.06.2017); 6,00€/GB (01.01.2018); 4,50€/GB (01.01.2019); 3,50€/GB (01.01.2020); 3,00€/GB (01.01.2021) und 2,50€/GB (01.01.2022). Wer einen Prepaid Tarif benutzt (also pro MB bezahlt) dem werden diese Kosten abgebucht (also im Jahr 2017 0,77 Cent/MB). Wer einen typischen Datentarif mit Inklusivvolumen nutzt bekommt maximal das doppelte Datenvolumen seines Tarifpreises.
Also als Beispiel. Jemand bezahlt 20,00€ für einen Tarif mit 6 GB. Ab dem 15.06.2017 kann er dann 2*(20,00/7,70) = 5,2 GB davon auch im Ausland nutzen. Ab dem 01.01.2018 wären es 2*(20,00/6,00) = 6,7 GB. Er kann also nun die vollen 6 GB seines Tarifes auch im Ausland verwenden.
Leider darf man aber trotzdem nicht einfach so Tarife aus dem Ausland kaufen und nur bei sich nutzen. Ein Mobilfunkanbieter darf einen Nachweis verlangen ob man auch wirklich in dem Land wohnt oder anderweitig an das Land gebunden ist (z.B. Arbeit, Studium, usw). Wenn Jemand seinen Tarif innerhalb von 4 Monaten mehr im Ausland als im Inland verwendet, darf ihm der Provider zusätzliche Roaming Gebühren in Rechnung stellen (maximal die oben genannten Kosten je GB, 3,2 Cent/Minute und 1 Cent/SMS).
Aus "alle Tarife in der EU überall Nutzen" wurde also nichts. Wer innerhalb der EU reist profitiert natürlich enorm von den neuen Regelungen. Wer sich jedoch erhofft hat, dass sich dadurch endlich das Mobilfunk Oligopol in Deutschland brechen lässt und wir dann auch Tarife zu "normalen" Preisen bekommen, hat sich leider getäuscht.