Genau, lasst uns alle in Felle gekleidet in den Wald gehen und Wild jagen ... hurrhurrhurr ...
Nein, im Ernst. Sachverstand bemisst sich in der Tat u.a. an der Differenziertheit der Ausführungen. Wenn man ferner allerdings mit prahlerischen Fankurven-Schwadronierungen Sportler mit ernsthaften psychischen Krankheiten als "Sensibelchen" bezeichnet, dann zeugt das nicht nur von mangelndem Sachverstand, sondern auch von purer Ignoranz.
btt: Deisler ist seit seiner Zeit schon bei M'Gladbach als der größte Hoffnungsträger des deutschen Fussballs hochgejubelt worden (das war vor Ballack!). Bei Hertha wurde dieser Medienhype noch schlimmer. Der Gipfel kam vor der WM2002: Deisler verletzte sich im Vorbereitungsspiel gegen Österreich. Die Folge war, dass weite Teile der Medien das kommende Turnier als verloren abkanzelten, da ja "Basti Fantasti"nicht mehr daran teilnehmen konnte. Der Druck war somit ständig konstant hoch bzw. am Anschlag, wohingegen ein Ballack einige Jahre mehr Zeit hatte, im Schatten des Hoffnungsträgers zu wachsen. Die Konsequenzen kennt spätestens heute jeder ...
Seine Entscheidung war konsequent, denn wenn der Körper nicht mehr das hergibt, was erforderlich ist, nämlich das Allerletzte zu bringen, dann muss der Schlussstrich gezogen werden, unweigerlich. Dass die Medien letztlich am Fall Deisler ihren unseligen Anteil daran haben, erscheint mir zumindest unausweichlich, zusammen mit vielen anderen Faktoren, die sich aber unserer Kenntnis weitgehend entziehen. Eine individuelle Persönlichkeit ist eben kein "offenes Buch", auch wenn die betreffende Person im öffentlichen Licht steht.