Hm... ich versuche mal meine Gedanken hier zu ordnen.
Ich denke, wir sind gerade im wortwörtlichen Wilden Westen angekommen. Ob das hier ein Marketing-Gag ist oder nicht, spielt keine Rolle. Spätestens in ein oder zwei Jahren wird das Wirklichkeit sein.
Und dann werden KI-Agenten, von privaten wie von staatlichen Akteuren, aktiv versuchen, Schadcode, Backdoors, und andere Zugangsmöglichkeiten in Projekte einzubauen.
Das kann sogar soweit gehen, dass ein KI-Agent jahrelang als vermeintlich menschlicher Mitarbeiter in einem Open Source Projekt sich einen zuverlässigen Ruf aufbaut, um später irgendwann eine Lücke zu "öffnen", welche über eine komplexe, von mir aus hundertstufige Exploitkette, im Code ausgenutzt werden kann (eventuell übergreifend noch durch andere Softwareprojekte, an denen mitgearbeitet wurde, so dass es noch weniger nachvollziehbar ist, wie die Exploitkette funktioniert).
Das betrifft sowohl closed wie open source Software.
Ich sehe da keinen Weg, wie sich das verhindern lässt. Die Katze ist aus dem Sack.
Bildlich vielleicht so: irgendwann waren Waffen in den USA für jeden erlaubt. Heute könnte man die beileibe, selbst wenn man ernsthaft wollte, nicht mehr alle aus dem Verkehr ziehen. Ich denke den Punkt haben wir überschritten, jeder darf bzw. kann Waffen (KI) haben.
Unsere gesamte weltweite IT ist in einem erbärmlichen Zustand, was Sicherheit angeht. Anwendungsprogramme und Betriebssysteme mal außen vor gelassen, in jedem Microchip läuft ja auch Software. Die zu patchen ist teilweise unmöglich.
Exploits für UEFI, Intel Management Engine, AMD Platform Security Processor, Microsoft Pluton... das nur am PC "ganz tief unten" und dann gibt es ja auch in jedem Handy noch Subsysteme und Chips, welche unabhängig von Android laufen.
Heute sehr komplex und nur sehr wenige Menschen kennen sich damit aus, morgen nur ein paar Prompts vom über das Internet wurmbare Exploits entfernt.
Von zielgerichteten Attacken auf Individuen und einzelne Geräte ganz zu schweigen.
Was kann man tun? Meiner Meinung nach nichts. Warten bis alles abgebrannt ist und dann auf der grünen (verkohlten ^^) IT-Wiese neue, von grundauf sichere Hardware entwickeln und einsetzen.
Software muss mit völlig neuen Paradigmen neu entwickelt werden, weil alles verseucht sein kann.
Bis dahin hilft vielleicht(!) so viel wie möglich nur noch offline mit möglichst wenig Schnittstellen nach außen zu betreiben. Aber auch da hab ich meine Zweifel, dass das ausreicht.
Es reicht, wenn EIN(!) EINZIGER(!) bösartiger Akteur auf der Welt dies tut und wir haben den Salat.