Smartwerte Funktionsweise

lordg2009

Lt. Commander
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Hallo,

da ich schon seit 2 Jahren wöchentlich meine Smartwerte auf debian kontrolliere (smartctl -a glaube ich, wird durch Skripte realisiert), aber noch ein paar fragen habe, suche ich hier nach antworten.

Man kann ja mit smartctl mehrere verschiedene Tests durchführen. Der Schalter -a gibt die Smart Informationen aus. Sind diese Informationen überhaupt sinnvoll ohne Tests?Sollte man den Test regelmäßig durchführen? Kann man mit smartctl regelmäßige Tests konfigurieren, oder muss man die mit Hilfe eines cron Scripts automatisieren? Welcher Zeitabstand ist sinnvoll?

Was ich bisher gemacht habe:
- Festplatte WD red
- Schalter -a kontrolliert auf reallocated sectors, Start stop count, usw.
- mit hdparm spind down nach 30min. Hintergrund:
Start Stop count niedrig halten. Festplatten sind 24/7 im Betrieb. Einige HDDs werde teilweise nur einmal pro Woche angesprochen.
- Ergebnisse von smartctl Health Test. Stand bisher immer PASSED da.

Was ich möchte:
Frühzeitig entscheiden können, ob eine Festplatte ausgetauscht werden muss.
 
Die Attribute die man mit smartctl -a (oder nur mit -A) auslesen kann, zeigen an was der Controller im laufenden Betrieb an Daten gesammelt hat, die sind im Prinzip die wichtigsten Informationen und sind keineswegs sinnlos. Die Test, genauer Selbsttests kann man auch regelmäßig ausführen, aber es ist auch ein gewisser Stress für die Platte und daher würde ich es nicht zu oft machen, eher einmal am Anfang und sonst wenn die S.M.A.R.T. Attribute Probleme anzeigen. Vorher sollte aber das Backup der wichtigen Daten aktualisiert worden sein, denn wenn die Platte Probleme hat, kann der Selbsttest auch das letzte sein, was sie im Leben noch macht.
 
lordg2009 schrieb:
Man kann ja mit smartctl mehrere verschiedene Tests durchführen. Der Schalter -a gibt die Smart Informationen aus.
Der Schalter -a ist übrigens veraltet, er wurde durch den Schalter -x ersetzt, welcher ausführlicher berichtet. Interessant ist hier vor allem der Fehlerlog, hier loggt die Festplatte aufgetretene Lese- und Schreibfehler mit genauen Informationen welcher Block betroffen ist.
Sind diese Informationen überhaupt sinnvoll ohne Tests?Sollte man den Test regelmäßig durchführen? Kann man mit smartctl regelmäßige Tests konfigurieren, oder muss man die mit Hilfe eines cron Scripts automatisieren? Welcher Zeitabstand ist sinnvoll?
Der Dienst smartd ist Bestandteil der smartmontools (zu denen auch smartctl gehört) und kann regelmäßige Selbsttests durchführen. Zum Beispiel einen täglichen Kurztest und einen ausführlichen Oberflächentest 1x monatlich. Das wird über die smartd.conf entsprechend eingestellt.
Frühzeitig entscheiden können, ob eine Festplatte ausgetauscht werden muss.
Eine Festplatte muß ausgetauscht werden, wenn ein Selbsttest fehlschlägt. Das Testergebnis kann man im Selbsttest-Log sehen.
Ergänzung ()

Holt schrieb:
Die Test, genauer Selbsttests kann man auch regelmäßig ausführen, aber es ist auch ein gewisser Stress für die Platte und daher würde ich es nicht zu oft machen
Eine Festplatte, die schon ihre eigenen Selbsttests nicht übersteht, ist sowieso defekt und gehört ersetzt.
 
jtsn, vergiss nicht das die billigen Consumer-HDDs i.d.R. nur ein Workload Rating von 55TB im Jahr haben und wenn man dann wöchentlich einen Selbsttest ausführen lässt der die ganze Kapazität liest, dann sind diese 55TB schon bei einer 1TB HDD fast ausgenutzt, bei größeren HDDs entsprechend überschritten.
 
Selbsttests zählen nicht zum Workload (dazu zählt nur, was offiziell im Attribut F1 u. ä. gezählt wird). Einige Festplatten (bspw. einige Seagate-Modelle) führen auch völlig autonom Selbsttests im Hintergrund durch (woraufhin sich die Kunden dann über Geräusche beschweren).

Davon ab ist es natürlich albern eine 6TB-Red wöchentlich komplett zu testen. Dafür gibt es selective self tests, die spezifizierte Teilbereiche abdecken. Man kann smartd bspw. so konfigurieren, daß er bei jedem planmäßigen Durchgang jeweils weitere 250 GB der Oberfläche testet.
 
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