Spyder4Pro liefert seltsame Resultate

stna1981

Commander
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März 2007
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Hallo zusammen,

habe ein Setup aus drei LG 22EA63 und habe mir ein Spyder4Pro angeschafft, um eine einheitliche Darstellung zu erreichen. Trotz mehrmaliger Anläufe ist dies scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit: der mittlere Bildschirm scheint grünstichtig, die beiden äußeren haben ein recht ähnliches Bild, aber mMn leicht ins rötliche.

Wie kann es sein, dass drei mit dem gleichen Gerät kalibrierte Monitore ein unterschiedlich kalibriertes Bild ergeben? Mache ich was verkehrt? Wie komme ich nun zu meiner homogenen Farbdarstellung? Oder ist das Spyder nicht in Ordnung? Kanns am Anschluss liegen (DVI, miniDP, HDMI) oder an der Firmware der Monitore?!

Bin ratlos...

Viele Grüße

Stefan
 
Kurzantwort: Vergiss es. Ich habe 2 Dell u2412m und beim Kauf extra auf die gleiche Charge geachtet. Nach der Kalibrierung
mit dem Spyder4 Pro die gleichen Symptome wie Du. Die Panel-Qualität ist einfach nicht konstant genug bzw. Glücksache.
Kleiner Tip, falls noch nicht geschehen: Werfe die Spyder-Software gleich in die Tonne und mach mit dispcalGUI eine richtige Kalibrierung,
dann hast Du zumindest das Maximum rausgeholt.
Super Tutorial: http://www.youtube.com/watch?v=9uDPEPQ8H2g

Gruß
 
Hm, offenbar fehlts mir hier am grundlegenden Verständnis, aber ist nicht genau DAS die Aufgabe des Colorimeters, die unterschedliche Darstellung der Panels ab Werk auszugleichen und auf eine bestimmte Norm zu bringen? Oder anders gesagt: ich kalibriere ja, um eine farbechte Darstellung zu bekommen. Wenn das Ergebnis nun bei 3 Monitoren dreimal ein anderes ist, dann kann 1. keiner wissen, welche davon die richtige ist und 2. ob das Kalibrierungsergebnis überhaupt was taugt, sprich farbecht ist? Was soll dann das Ganze?
 
Das macht nicht das Colorimeter, sondern Du (so kenne ich das jedenfalls).
Du klemmst es davor und regelst an den Farbreglern der Monitore bis das Colorimeter sagt: Gut.
Dann schmeisste den 2. Gang an, und das Colorimeter macht die Feinabstimmung, indem sie die LUT der Grafikkarte anpasst. Also das, was Du scheinbar jetzt öfter mal hast durchlaufen lassen.

Der 1. Gang ist dafür dass die Monitore alle gleich aussehen, der 2. Gang ist dafür, dass Software die mit den Sachen umgehen kann auch gleich aussieht. Das sind nämlich zwei unterschiedliche Sachen.


ABER .. ich bin auch nur Amateuer was das betrifft, und ich habe auch keinen Spyder, sondern einen Eye-One, weiß also nicht zu 100% was bei Dir abläuft.
 
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Ich verstehe es auch nicht. In der Spyder Elite Version gibt es zusätzlich einen Kalibrierungsgang, der Multimonitor-Setups abgleichen soll.
Da Frage ich mich dann aber auch, wenn ich einmal z.B. auf 6500K und Weiß- Schwarzwerte unabhängig kalibriert habe, wirft man ja mit einem Abgleich der Monitore diese Kalibrierung wieder über den Haufen. Es muss mit dem jeweiligen Monitor zu tun haben. Sonst müsste das Spyder zu starke Toleranzen haben und wäre demnach praktisch unbrauchbar. Vielleicht weis ein Profi mehr?
 
Was ich auch nicht verstehe: es heißt ja, dass die Kalibrierung nur was bei Programmen bringt, die mit ICC-Profilen arbeiten können. Wenn ich aber Windows starte, dann lädt die Spyder-Software ja automatisch das Profil und man sieht auch, wie sich der Desktop farblich verändert. Wenn die Anzeige dann stimmt, wieso müssen die Anwendungen das nochmal explizit unterstützen?
 
Das, was du beim Start des Betriebssystems siehst, sind nur die Linearisierungskorrekturen über die LUT der Grafikkarte. Sie werden in einem Tag (vcgt) des Profils gespeichert (fällt bei einer Hardwarekalibration in dieser Form weg, weil in der LUT des Bildschirms umgesetzt). Farbraumtransformationen werden aber erst mit Hilfe der im Profil erfassten Charakterisierungsdaten durchgeführt. Auf einen entsprechenden Farbrechner greift farbmanagementfähige Software zurück.

Der 1. Gang ist dafür dass die Monitore alle gleich aussehen, der 2. Gang ist dafür, dass Software die mit den Sachen umgehen
Beides ist direkt miteinander verknüpft. Die Voreinstellungen durch den Benutzer (nur bei einer Softwarekalibration notwendig) können allerdings Tonwertverluste reduzieren und den Kontrastumfang maximieren (Helligkeitsanpassung via Backlight). Das eigentliche Farbmanagement findet auf einer anderen Stufe statt und basiert (siehe erster Absatz) für die Transformation in Bildschirm-RGB auf der Charakterisierung durch das Bildschirmprofil. Die Daten fußen auf einer Messung, die nach der Kalibration (also mit angewendeten LUT-Korrekturen) durchgeführt wurde.
 
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Und was genau sind Linearisierungskorrekturen?

Ich formuliers mal anders: wenn ich die Bildschirme so einstelle (per Hand, OSD), dass das Bild mit bloßem Auge in etwa gleich aussieht, und dann die Spyder-Software drauf loslasse, dann wird für jeden Bildschirm ein Profil angelegt, und wenn die beim Start geladen werden, dann führen diese Linearisierungskorrekturen, dass weiße Flächen auf einem Screen grünlich und auf den anderen beiden rötlich aussehen.

Was genau stimmt da nun nicht? Wieso wird durch diese Linearisierungskorrekturen das Bild "schlechter"?
 
Und was genau sind Linearisierungskorrekturen?
Sicherstellung von gewünschtem Weißpunkt und Tonwertkurve inkl. möglichst guter Graubalance. Mehr kann eine 1D-LUT auch erstmal gar nicht leisten. Farbraumtransformationen werden dann, wie gesagt, anhand aller beteiligten Profile in farbmanagmentfähiger Software über einen geräteunabhängigen Verbindungsfarbraum realisiert.

Was genau stimmt da nun nicht? Wieso wird durch diese Linearisierungskorrekturen das Bild "schlechter"?
Mit unterschiedlichen Bildschirmen werden in einem solchen Parallelbetrieb schnell die Auswirkugen der Beobachtermetamerie deutlich. Auch bei völlig fehlerfreier Messung. Hier hatte ich das mal etwas ausführlicher beschrieben.

Dein Fall liegt etwas anders, aber auch hier können leichte Emissionsunterschiede durchaus zu visuellen Unterschieden führen, die aber nicht so dramatisch ausfallen sollten. Eine schnelle Lösung bestünde dennoch in einer Anpassung der Kalibrationsziels. Wie sieht denn der Weißpunkt messtechnisch nach der Kalibration für die unterschiedlichen Bildschirme aus? Die Spyder-Softwar wird ja eine Validierungsfunktion besitzen.

Vorab: Werden die korrekten Korrekturen für alle Bildschirme geladen, d.h. kann die Grafikkarte den Ausgängen überhaupt drei verschiedene LUTs zuordnen?
 
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