StaxRip: Deinterlacer-Problematik

EXOiR

Cadet 4th Year
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Hallo,


ich habe schon seit Längerem Probleme damit, meine vom Camcorder aufgenommenen Videos zu deinterlacen bzw. zu komprimieren.

Mein Camcorder: Panasonic HDC-SD66 AVCHD 1920x1080i 25fps bzw. 50Hz

Für die Konvertierung mit x264 verwende ich StaxRip, da sich dieses als ergiebig erwies. Die mitgelieferten Deinterlacer liefern nicht immer die beste Qualität (z.B. TomsMoComp, Yadif).

In diversen Foren habe ich dann von "intelligenten" Deinterlacern gelesen, welche auch mit MBAFF umgehen können.

Da seien genannt: MVBob, MCBob, TDeint, IBob, QTGMC!

Welche davon sind brauchbar bzw. "intelligent", um auch mit MBAFF klarkommen zu können.

Des Weiteren finde ich keine Hilfe, wenn es darum geht, wie man diese in StaxRip einbindet und wo man diese beziehen kann. Dafür kenne ich mich viel zu wenig mit AviSynth aus.


Ich bitte, um Rat erfahrener User.
 
Soweit ich weiss sind TDeint und QTGMC Deinterlacer ausschliesslich für Avisynth. Kann mich natürlich irren..

QTGMC ist sehr gut.

MBAFF ist ein Feature von h264, das hat Auswirkung auf wie interlaced Videos kodiert werden. Aber beim deinterlacen von Videos hat es keine Auswirkung. Wie auch?
 
EXOiR schrieb:
In diversen Foren habe ich dann von "intelligenten" Deinterlacern gelesen, welche auch mit MBAFF umgehen können.
Sorry... aber wie "Zhalom" schon schreibt, ist das Unsinn! MBAFF (Macroblock-adaptive frame-field) ist ein besonderes Feature von H.264 für das optimierte Komprimieren von jeglichem(!) interlaced Videomaterial. Siehe hier (Seite 71) oder auch hier (Seite 46). Es sorgt NUR dafür, dass sich interlaced Video besser komprimieren lässt - NICHTS WEITER! Es muss allerdings vom Encoder und auch Decoder unterstützt werden.

Ein Deinterlacer selbst hat mit MBAFF rein gar nichts am Hut. Der Deinterlacer bekommt nämlich grundsätzlich das decodierte (= unkomprimierte) Video geliefert - und da spielt MBAFF (als reines Encoding-Feature) überhaupt keine Rolle mehr.


Ansonsten ist bei der Frage nach dem besten Deinterlacer immer auch wichtig, wie das interlaced Video erzeugt wurde. Ein einfacher Phase Shift benötigt z.B. gar keinen Deinterlacer, sondern "nur" eine Neusortierung der Halbbilder. Hat man hingegen ein interlaced Video mit echten(!) 50 Halbbildern je Sekunde, und will diese auf z.B. 50 Vollbilder je Sekunde deinterlacen, dann bietet sich QTGMC als qualitativ beste Lösung an. Bei einer Normwandlung mit Blendings wäre wiederum SRestore zu empfehlen, um das ursprüngliche, progressive Quellmaterial halbwegs gut zu rekonstruieren!

Wie man diese komplexeren Deinterlacer in StaxRip einbindet, kann ich aber leider nicht sagen. Da StaxRip ja auch "nur" AviSynth benutzt, gibt's ja eventuell irgendwo eine Möglichkeit das AviSynth-Script manuell zu ergänzen!?!?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist schon sehr aufschlussreich. Wo bekomme ich denn QTGMC her und wie binde ich es in StaxRip ein? Bin da ein waschechter Leihe...

Verstehe ich das jetzt aber richtig, dass Quellen, in welchen "MBAFF" angegeben ist, deinterlaced werden "müssen" bzw. interlaced vorliegen oder kann ich diese wie progressive verwenden. Benutze MediaInfo, um solche Daten zu erfahren.

Denn bei einigen Videos, die ich so rumfliegen habe, steht in der Beschreibung MBAFF, allerdings sehe ich keinen Unterschied in der konvertierten Datei. Lediglich die Größe des Ausgabedatei scheint sich deutlich zu unterscheiden (bis ~45%).

Würdet ihr ein Resize von 1080i auf 720p empfehlen?


Danke schonmal im Voraus.
 
EXOiR schrieb:
Das ist schon sehr aufschlussreich. Wo bekomme ich denn QTGMC her und wie binde ich es in StaxRip ein?
QTGMC bekommst du auf der in meinem letzten Beitrag verlinkten Wiki-Seite. Allerdings ist QTGMC selbst auch "nur" ein Script, das diverse AviSynth-Plugins benutzt (und daher auch zusätzlich benötigt):
Core plugins:
  • MVTools2 (2.5.11.2 or above)
  • MaskTools v2 (recommend 2.0a45 or above. Must use the 2.5 version with YUY2)
  • NNEDI3 (recommend 0.9.2 or above)
  • RemoveGrain + Repair

Additional plugins:
  • NNEDI2, NNEDI, EEDI3, EEDI2, TDeInt - if selected directly or via a source-match preset
  • Yadif - for Preset="Ultra Fast" or if selected directly (cannot be autoloaded, must be loaded in the calling script)
  • VerticalCleaner - for SVThin or Lossless modes
  • FFT3DFilter - if selected for noise processing
  • dfttest - if selected for noise processing
    • For FFT3DFilter & ddftest you also need the FFTW3 library (FFTW.org). On Windows the file needed for both is libfftw3f-3.dll. However, for FFT3DFilter the file needs to be called FFTW3.dll, so you will need two copies and rename one. On Windows put the files in your System32 or SysWow64 folder
  • AddGrainC - if NoiseDeint="Generate" selected for noise bypass
Die Plugins sind ebenfalls (als Gesamtpaket und auch einzeln) auf der selben Wiki-Page verlinkt.

Eine englischsprachigen Anleitung liegt QTGMC in Form einer HTML-Datei bei. Tipps zur Benutzung finden und Fragen stellen kann man im englischsprachigen Entwicklerforum auf Doom9:

http://forum.doom9.org/showthread.php?t=156028


Wie man QTGMC in StaxRip einbindet weiß ich (wie gesagt) leider nicht. Da wird aber bestimmt jemand anderes weiterhelfen können...


EXOiR schrieb:
Verstehe ich das jetzt aber richtig, dass Quellen, in welchen "MBAFF" angegeben ist, deinterlaced werden "müssen" bzw. interlaced vorliegen oder kann ich diese wie progressive verwenden.
Jain. MBAFF sagt grundsätzlich erstmal NICHTS darüber aus, ob ein Video WIRKLICH interlaced ist. Auch ein progressives Video kann mit MBAFF als Scantype encodet worden sein. Häufig macht das durchaus Sinn (z.B. wenn "Mischmaterial" vorliegt, welches teilweise progressive und teilweise interlaced ist - z.B. bei DVB-Ausstrahlungen in HD)... manchmal hat aber eventuell auch der für's Encoding Verantwortliche Mist gebaut.

In solchen Fällen wird MediaInfo zwar behaupten, dass das Video interlaced ist (da es beim Encoding wie interlaced Video behandelt wurde) - trotzdem kann ein genauer Blick darauf zeigen, dass es in Wirklichkeit progressive ist. Im Zweifel ist daher die Grundregel: besser mit eigenen Augen nachprüfen, statt blind einer oberflächlichen Analyse zu vertrauen!



EXOiR schrieb:
Würdet ihr ein Resize von 1080i auf 720p empfehlen?
Das hängt von einigen Faktoren ab. Zum Beispiel: wie groß ist das Anzeigegerät? Liegen bei den 1080i tatsächlich 50 Halbbilder/Sekunde mit unterschiedlichen Bewegungszuständen vor(?) oder wurde da nur progressives Quellmaterial "künstlich" zu interlaced verwurstet?

Sofern es sich im eine DVB-Aufzeichnung handelt: wenn es da um eine Sportübertragung in 1080i geht, würde sich (falls man WIRKLICH UNBEDINGT auf 720p runterskalieren will) 720p/50 eher anbieten, als bei einer Talkshow o.ä. Denn in den 1080i ist (durch die 50 Halbbilder/Sekunde) eine höhere "Bewegungsauflösung" vorhanden, die man durch ein Deinterlacing auf 25 Vollbilder/Sekunde zerstören würde - 50 Vollbilder/Sekunde wäre da idealer (eben gerade bei Sport-Sendungen, wo es um viele & schnelle Bewegungen auf dem Bildschirm geht, die man ja üblicherweise erhalten möchte).
 
@Tom Keller: Danke Dir vielmals. Das hilft mir enorm. Meist probiere ich eine "unsichere" Quelle, indem ich irgendeinen Player nehme und dort "automatisches Deinterlacing" deaktiviere. Sehe ich dann einen Kamm-Effekt, weiß ich, dass es sich tatsächlich um interlacetes Material handelt.
 
Der Kamm Effekt kann auch bei progressiv kodierten Videos auftreten, nämlich dann wenn ein schlechter Deinterlacer zum Einsatz kam.
Auf der anderen Seite gibt es auch interlaced kodierte Videos bei denen kein Kamm Effekt auftritt, nämlich dann wenn 2 zusammengehörigen Halbbilder aus demselben Vollbild erzeugt wurden.

Ich würde mich auf die die direkte Angabe des Scantyps verlassen. Ist nicht nur einfacher, sondern auch korrekt.
 
5 Sekunden googlen zum Thema Avisynth + StaxRip haben mir diesen Link gebracht, ist allerdings schon was älter.

hab selbst kein staxrip, kannst es dir ja mal anschauen.
 
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