Steuerrecht: Pendlerkosten - Freibetrag?!

Svenbo

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Sers,

nach dem Ende meiner Ausbildung trete ich nun eine neue Stelle an.
Aufgrund des Ost-West Gefälles habe ich mich entschieden ein Angebot in Hessen (anstatt in Thüringen) anzunehmen.
Der Arbeitgeber ist 124km (von Tür zu Tür) entfernt.
Das macht also im Jahr 28.520km (einfache Strecke, bei 230 Arbeitstagen).
Bei 0,3€ je KM errechne ich damit einen Wert von 8556€

Wie genau kann ich diese Kosten nun nutzen um meine Steuern zu senken?

Die praktische Methode wäre wohl einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen zu lassen.
So erhalte ich jeden Monat mehr Netto vom Brutto und muss nicht erst ein Jahr warten bis meine Steuererklärung kalkuliert und ausgezahlt wurde.


Gehe ich richtig in der Annahme das es sich bei meinem 8556€ um den Steuerfreibetrag handelt, welcher dann hinterlegt wird auf meiner Lohnsteuerkarte?

Wenn ich mich richtig informiert habe wird dieser Wert dann (8556€ / 12 = 713€) monatlich von meiner Bruttoberechnung abgezogen. Stimmt das so?
Wenn ich bei www.nettolohn.de z.B. den Jährlichen Freibetrag von 8556 Eintrage so erhalte ich im Monat fast 200€ mehr Netto.

Kann das hinkommen? Das wäre ja super, oder sind das Traumvorstellungen?


Grüße,
XziTe
 
124km bis zur Arbeit? Lohnt es sich für dich echt jeden Tag 2h im Auto zu sitzen, nur um zur arbeit zu kommen?
Wie lukrativ muss da ein Job sein, um sowas langfristig auf sich nehmen zu wollen?
 
Und denke daran, dass du mit einer Eintragung in die Lohnsteuerkarte zur Abgabe einer jährlichen Steuererklärung verpflichtet bist, und zwar bis zum 31. Mai des Folgejahres.
 
Die 200 EUR würdest du ja in einer Woche allein an Benzin verfahren... Mit einer Wohnung nahe dem Arbeitsplatz hättest du wohl am Ende mehr Kohle übrig und am Tag 3 Stunden mehr Freizeit.
Warum so ne Strecke fahren?
 
Also....

Das ist zwar nicht die Frage ob ich jeden Tag pendeln soll/will, sondern eher was ich dafür für steuerliche Vorteile habe, aber nagut.


Ich wohne hier kostengünstig bei meinen Großeltern (ganze obere Etage für mich allein).
Meine Familie ist mir wichtig, ich werde im November Onkel.
Ein Auto und somit die "Freiheit" hat für mich einen hohen Stellenwert.

Würde ich jetzt eine Wohnung am Arbeitsort mieten, würde ich dort mit Warmmiete locker 400+€ bezahlen. (Das sind in etwa dann meine Benzinkosten die ich jetzt hätte).
Zu diesen Kosten kommt aber dann noch Verpflegung etc wo nochmal locker 200-300€ im Monat dafür draufgehen.
Hier bekomme ich das alles kostenlos / sehr kostengünstig. (Keine Miete, lediglich Nebenkosten von 150eu im Monat)

Im Großen und ganzen habe ich aber auch nicht vor die nächsten Jahre jeden Tag zu fahren.
Aber bevor ich mir eine Wohnung nehme werde ich aufjedenfall die Probezeit (6 Monate) abwarten und noch die Zeit mit der Familie genießen. (Ich habe jetzt eine 3 jährige Ausbildung hinter mir, wo ich auch meine eigene Wohnung hatte. Es ist nicht schön seine Fam nur jedes Wochenende zu sehen.)
Deswegen nehme ich die Fahrzeit auf mich, bin lieber etwas häufiger bei meiner Familie erstmal.
Wenn es mich später anstinkt und mich nervt kann ich mir ja immer noch eine Wohnung nehmen.


Und Nunja, der Gehaltsvorteil liegt während der Probezeit bei 450€ Brutto / Monat. Nach der Probezeit bei 600€ Brutto / Monat.

Und zum Thema Sprit:
Bei einem verbrauchsarmen Diesel (aktueller Golf 2.0 TDI 140ps) wo der Verbrauch auf der Autobahn bei 130 mit Tempomat bei vllt. 5,4l liegt kann man damit leben.
Gehen wir von einem Durchschnitt von 5,4l aus dann sind das im Monat vllt 400€ Dieselkosten
 
Zuletzt bearbeitet:
lass dich mal nicht vom geld blenden, 600 euro brutto klingt viel, keine frage.. aber was bleibt dir vom mehrverdienst netto in der tasche? das werden unterm strich auch so um die 400 euro sein. dann bezahlst du mindenstens 400 euro im monat an sprit, damit ist dein mehrverdienst schon wieder weg. zudem will die versicherung mehr geld, aufgrund der hohen laufleistung (mind. 60.000 km/jahr). zudem hast du mit viel höheren wartungskosten zu rechnen, häufiger ölwechsel, reifenverschleiß, enormer wertverlust des wagens. das sind alles faktoren, die du bedenken solltest. von der fehlenden freizeit und der wesentlich höheren unfallgefahr ganz abzusehen.
rein von den fakten würde ich dir vom jobwechsel abraten und mir lieber in der region was neues suchen..
mfg
 
Die alternativ Stelle ist ebenso 46km entfernt. Da würden also auch 200eu spritkosten anfallen monatlich. Außerdem hätte ich dort einen wesentlich kleineren Freibetrag. Man kann mit Freibetrag also davon ausgehen das allein in der Probezeit ein Plus von 300-350eu entsteht.

// Edit:

Ich muss dazu sagen:
Der Grund warum ich mich auf die 124km Stelle fixiere ist der, dass der Arbeitgeber mit 46km noch keine feste Zusage gegeben hat.
Dort wurde ich jetzt schon um die 5. Woche getröstet weil Chefs im Urlaub sind, jetzt heißt es es wird nochmal ein Gespräch mit dem obersten Chef geben etc. (Aussage von vor einer Woche, bisher aber noch keine Einladung zu diesem Termin).
Die Stelle mit 124km habe ich schon einseitig unterschrieben und der entgültige von beiden Seiten gegengezeichneter Vertrag sollte diese Tage bei mir eintrudeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin, eventuell sooltest du überlegen, dir ein kleine möbeliertes Zimmer dort zu suchen und nicht gleich eine Wohnung und dann je nach Arbeitsanfall und Lust mal pendeln oder halt mal eine Nacht dort verbringen. Je nach AG kann man ja auch Stunden Vorarbeiten und dafür Freitags frei machen usw. damit sich das lohnt.

Zur Steuer: 230 Arbeitstage bekommst du nicht angerechnet, wenn du nicht auch Samstags arbeitest. Du musst Urlaub, Krankheit usw. abziehen. Pauschal erkennt das FA 180 Tage an. Willst du mehr haben, musst du das nachweisen.
 
@XziTe
Von den 8.556 € musst du noch den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 € abziehen, da dir dieser so oder so gewährt und bei der Lohnabrechnung entsprechend berücksichtigt wird.

@Marvin_X
Sicher? Meines Wissens werden pauschal 230 Tage anerkannt. Macht ja auch Sinn (5*52-30=230).
 
Ja soweit ich gelesen habe werden auch Pauschal 230 verwendet.
Erst wenn man über diese Grenze hinweg beantragt muss man das nachweisen können.
 
Je nach dem in welchem Bundesland man arbeitet haben wir 2012 zwischen 249 und 255 Arbeitstagen.

http://www.schnelle-online.info/Arbeitstage-pro-Jahr.html

Ihr dürft die Feiertage nicht vergessen.

Abzüglich Urlaub und Krankheit ist man da ganz schnell unter 230. Das ganze kommt aber auf die Gutmütigkeit des FA's an, das macht jedes Fa anderes, sprich es gibt keine feste Regel. 180 sind auf jeden Fall aber sicher, denn die werden bei pauschalierten Fahrten mit Dienstwagen angesetzt. Wenn man mehr durchbekommt super, wenn es weniger sind, nicht beschweren ;-)
 
öhm
mal kurz rechnen:
124km einfache strecke
= 248 km pro arbeitstag
= 1240 km pro arbeitswoche
= 5270 km pro monat (bei 4,25 wochen/monat)
bei 5,4 liter diesel/100km à 1,40€
= 284,58 liter
= 398,41 €

600€ mehr brutto
= je nach steuerklasse (ich tippe mal auf I) und gehaltshöhe 350€ netto mehr
zzgl 200€ durch freibetrag
= 550€

550€ - 400€
= 150€ mehreinnahmen

davon abzuziehen sind noch monetäre kosten wie
häufigerer ölwechsel, höherer versicherungssatz durch erhöhte fahrleistung (als fahranfänger bzw. VN mit SF3 etc. und einem golf sind das schnell ein paar hunderter im jahr), höherer reifenverschleiß etc. (wurde ja schon angeführt)

rein finanziell machst du gegenüber einem job im umkreis von 10-20km ein dickes minus.

setzen wir nun den "anderen job" dagegen

spritkosten: 147,80€ pro Monat (46*2*5*4,25 bei 5,4l/100km)
freibetrag: ~5000€ niedriger als bei der 124km entfernten stelle -> 100€ pro Monat

die restlichen kosten (öl, reifen, wartung allgemein, versicherung) würden analog sinken.

unterm strich verdienst du nach (!) der probezeit beim hessischen arbeitgeber also nicht wirklich mehr als bei der vergleichsstelle, in der probezeit legst du drauf.

dazu gewinnst du mindestens eine stunde freizeit pro tag - die dir ja zugute kommt, da du wert auf deine familie legst.

willst du "+" machen, muss der vergleichsarbeitgeber in thüringen dir nur ~100-200€ im monat mehr zahlen - oder aber der hessische statt 450€/600€, ~600€/800€ mehr zahlen als der thüringische.

ein zimmer in hessen würde sich auch nur bedingt lohnen. die kosten dürften ~150€-200€ im monat nicht übersteigen und auch dann lohnt es sich nur, wenn du das steuerlich geltend machst.

fazit:
wirtschaftlich und familiär wäre es unsinnig, die stelle in hessen anzutreten.
 
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