Studium Runde 2: Master/MBA - wer macht, wer hat, wer wird?

AW: Studium Runde 2: Master/MAB - wer macht, wer hat, wer wird?

^^ Du willst uns was damit sagen? Gehts ein bisschen konkretet mit deinen Aussagen?
 
Ich meine, dass die Inhalte von MBA, MA, MSc etc. sich nicht dadurch definieren, welchen Titel man am Ende erhält. Es gibt durchaus MBA-Studiengänge mit bestimmten Fachschwerpunkten (Human Resurces etc.) und MSc in General Management. Die Vor- und Nachteile solcher Programme zu diskutieren ist ja sinnvoll - diese am Abschlusstitel festzumachen hingegen nicht.

Meiner Erfahrung nach ist der Master im angelsächsischen Bereich ohnehin nicht so wichtig, keine Ahnung, wieso wir deutschen immer so Abschlussgläubig sind. Da reicht in aller Regel ein Fachspezifischer Hochschulabschluss und eine der gängigen Zertifizierungen (CPA für US-Finanzer usw.) - mit denen kommt man in der Regel weiter als mit Master aber ohne die. Das ergibt sich zumindest aus den Stellenprofilen für Führungskräfte und den Lebensläufen von Führungskräften, die ich biser so gesehen habe. Und da war durchaus schon der eine oder andere CEO, CFO und CTO dabei.
 
FidelZastro schrieb:
Ich meine, dass die Inhalte von MBA, MA, MSc etc. sich nicht dadurch definieren, welchen Titel man am Ende erhält. ...

Eigentlich schon: der MBA definiert durch den Titel die Inhalte, zumindest war das ursprünglich der Fall und wird auch fast immer so gesehen. Ein MBA-Programm ist als generalistisches Managementstudium angelegt, das alle wesentlichen Managementfunktionen abdecken soll. (wiki) Und so sieht es auch meine FH, dementsprechend ist der Inhalt festgesetzt.

Es gibt einige wenige Schulen, die den MBA abwandeln, die MA oder MS sind oftmals stärker abgewandelt, der MBA seltener.

FidelZastro schrieb:
I...Meiner Erfahrung nach ist der Master im angelsächsischen Bereich ohnehin nicht so wichtig, keine Ahnung, wieso wir deutschen immer so Abschlussgläubig sind. ...

Sehe ich anders, warum sonst sind im angelsächsischen Raum die Studiengebühren so extrem hoch und trotzdem versucht jeder in die Schulen zu kommen? Denen wird ja praktisch die Tür eingerannt, eben weil sie die Titel anbieten und diese in der Wirtschaft so angesehen sind. Wer ins Management oder in den höheren Staatsdienst will ist gut beraten den MBA oder einen MA/MS zu machen.
 
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Naja, für den höheren Staatsdienst "reicht" auch ein MA/MS. Ich bin halt nächstes Jahr mit meinem Master durch aber würde mir überlegen, ob ich den MBA im Fernstudium nebenbei mache. Habe zwar mit meinem ersten Bachelor(fern)studium eher schlechte Erfahrungen gemacht aber bin zuversichtlich und stehe dann ja auch nicht mehr unter Zugzwang. Ob das dann ein Jahr länger dauert..... :)

Ich mache meinen Master, weil ich neben Informatik noch mehr in Eingebettete Systeme einsteigen wollte. Bessere Berufschancen sind da eher ein schöner Nebeneffekt. Beim MBA wär es dann glaube ich eher Lust auf noch mehr Wissen :)
 
Fu Manchu schrieb:
Sehe ich anders, warum sonst sind im angelsächsischen Raum die Studiengebühren so extrem hoch und trotzdem versucht jeder in die Schulen zu kommen? Denen wird ja praktisch die Tür eingerannt, eben weil sie die Titel anbieten und diese in der Wirtschaft so angesehen sind. Wer ins Management oder in den höheren Staatsdienst will ist gut beraten den MBA oder einen MA/MS zu machen.

Der Zusammenhang zwischen Studiengebühren und Erfolg in der Wirtschaft erschliesst sich mir nicht. Ich behaupte ja gar nicht, dass meine Eindrücke repräsentativ sind, aber sie kommen immerhin direkt aus dem Wirtschaftsleben. Ich habe z.B. eine ganze Reihe Finanzer-Lebensläufe bekommen, bis hoch zum CFO eines NYSE-notierten Unternehmens mit über 1 Mrd $ Umsatz im Jahr. Master waren sehr selten, MBA erst recht. Ähnliches gilt, für operative Managementrollen wie Werksleiter, Bereichsleiter usw. in der Industrie - das waren fast nur Ingenieure, aber die wenigsten von denen hatten nen MBA oder ähnliches.

Wie gesagt - repräsentativ ist das sicher nicht. Es zeigt aber zumindest, dass auch andere Wege nach Rom führen. Unterm Strich bleibt wohl die Erkenntnis, dass ein Titel per se gar nichts bringt, wenn die Leistung nicht stimmt. Wenn die Leistung aber stimmt, kann man anscheinend gerade im angelsächsischen Raum vielerorts auch ohne Titel alles erreichen.
 
FidelZastro schrieb:
Der Zusammenhang zwischen Studiengebühren und Erfolg in der Wirtschaft erschliesst sich mir nicht. ....

Da sehe ich auch keinen, aber diese Studiengänge sind trotz der hohen Gebühren voll und die Unis/FHs können sich ihre Studenten aussuchen. Aber einen Zusammenhang von Studiengebühren und späteren Erfolg sehe ich auch nicht.

FidelZastro schrieb:
...Wie gesagt - repräsentativ ist das sicher nicht. Es zeigt aber zumindest, dass auch andere Wege nach Rom führen. Unterm Strich bleibt wohl die Erkenntnis, dass ein Titel per se gar nichts bringt, wenn die Leistung nicht stimmt. Wenn die Leistung aber stimmt, kann man anscheinend gerade im angelsächsischen Raum vielerorts auch ohne Titel alles erreichen.

Das sind doch Binsenweisheiten :D. Klar gibt es viele Wege (wurde auch nicht anders behauptet) zum Erfolg und klar ist ein Titel kein Garant (wurde auch nicht gesagt) und klar kann gute Leistung einen weiter bringen, aber ein Titel kann unterstützen und Wege ebnen, mehr nicht. Und es ist gut für einen selbst. ;)
 
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Das steht außer Frage, ein Studium nur nach monetären Aspekten zu beurteilen, ist unsinnig. Dennoch stimmt es mich nachdenklich, dass unter den Führungskräften, deren Vita ich gelesen habe (und das sind schon einige) die Master-Absolventen deutlich in der Unterzahl waren, selbst bei den Technik-Absolventen (oder dem einen katholischen Theologen, der als Teamleiter in einer Personalabteilung auf über 200.000€ kam - das ist aber wohl wirklich eine Ausnahme).
 
^^
Das heißt dann ja vielleicht im Umkehrschluss, das die Führungskräfte die du gesehen hast (und das sind viele), fast alle durch eigene Leistung und Können an ihre Managementposition gekommen sind, ohne große Titel und damit ohne Netzwerke aus dem Studium, sondern durch eigenes Talent, Fleiss und Leistung.

Ein ermutigender Gedanke wie ich finde, wo doch sonst hier in CB jedes mal über Manager geschimpft wird, das die nur durch Klüngel, gekaufte Titel, Betrug und Netzwerke nach oben kommen und die guten Leute unten bleiben.
 
@FidelZastro
Eh.. Logik? Es gibt nunmal sehr wenige Master und MBA Absolventen im Vergleich zur Masse der Diplomabsolventen da draußen. Bei den Ingenieuren sowieso.

Wenn man es andersrum betrachtet. 100 MBAler und 100 Diplomer.. wo ist der Anteil der Führungskräfte höher? Da würde ich doch glatt behaupten bei den MBA Absolventen um einiges höher.. Mir ist allerdings auch klar, dass der Vergleich hinkt, da der MBA oftmals erst gemacht wird, wenn eine Führungsposition damit in Aussicht ist.



Und ein MBA fällt also unter große Titel, also etwas negativ besetztes? O_o Man erwirbt sich den MBA nicht durch Fleiss und Leistung?
 
Jace, meine Erfahrungen beziehen sich vorwiegend auf den Angelsächsischen Raum - ich behaupte mal, dass die Diplomer da deutlich seltener sind als MBAs. Und wieso du mir unterstellst, ich würde im Titel negatives sehen, verstehe ich nicht. Ich will lediglich sagen, dass ein Titel allein kaum Aussagen über die Tauglichkeit des Trägers, einen bestimmten Beruf erfolgreich auszuüben, erlaubt.
 
Ok. Sorry. Mein Fehler. Schön blöd wenn man offensichtliche Indizien wie $ und NYSE übersieht. :/
Wobei ich mich dann ernsthaft frage. Master und MBA Absolventen sind in Führungspositionen selten. Ok.. klar sind die USA offener was die Karriereleiter angeht als der europäische Raum. Man kann sich eher hocharbeiten. Aber wie soll ich das verstehen? Es gibt mehr Bachelorabsolventen in den Etagen mittleres Management bis ganz oben als Masterabsolventen?



Das mit dem Titel bezieht sich auf Fu Manchus Post.
Das heißt dann ja vielleicht im Umkehrschluss, das die Führungskräfte die du gesehen hast (und das sind viele), fast alle durch eigene Leistung und Können an ihre Managementposition gekommen sind, ohne große Titel und damit ohne Netzwerke aus dem Studium, sondern durch eigenes Talent, Fleiss und Leistung.

Wobei ich jetzt auch hier mal direkt frage: Ein höherer Titel sagt deiner Meinung nach gar nichts aus?
 
Wie gesagt, ich habe bestimmte Erfahrungen gemacht - die sind sicher nicht allgemeingültig, aber immerhin aus erster Hand, da sich solche Leute bei mir beworben haben. Ob das allgemein zutrifft, kann ich dir also nicht sagen. Unter den Profilen, die ich gesehen habe (Manager-/Director- bis C-Level, waren die Masterabsolventen aber in der Unterzahl.

Ein höherer Titel sagt aus, dass der Inhaber alle Fähigkeiten mitbringt, die es braucht, um diesen Titel zu erlangen. Gerade in der Wissenschaft ist das auch ganz gut auf die Eignung für bestimmte Berufe übertragbar. In der Technik mag das auch noch bedingt zutreffen - da kann ich nur spekulieren, da ich kein Techniker bin und kaum welche näher kenne. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es einen Titel gibt, den man nur erlangen kann, wenn man das Zeug zur Führungskraft hat. Weshalb sollte ich also ebenjenes aus dem Titel ableiten?

Letztlich braucht es für Erfolg in der Wirtschaft - neben bestimmten Grundlagen - eben hauptsächlich Kenntnisse, die man nicht unbedingt im Hörsaal lernt - analytisches Denken, soziale Kompetenzen, Organisationstalent (wenn du wüsstest, wie unorganisiert ich meinen Abschluss gemacht habe xD) etc. Sicher haben viele erfolgreiche Menschen einen Master. Es haben auch viele Leute einen Master, ohne damit in leitende Positionen aufzurücken (ob sie das denn wollen, sei mal dahin gestellt). Einen ursächlichen Zusammenhang sehe ich nach wie vor nicht. Wobei natürlich immer noch gilt, dass man den Wert eines Studiums nicht nur am Einfluss auf den beruflichen Erfolg messen kann.
 
Mir ist klar, dass das nur Erfahrungen von dir sind. Ich will ja auch mehr hören.
Ich frag einfach direkt. Die Master waren in der Unterzahl. Was für Abschlüsse hatten denn die meisten Leute?? Oder etwa gar keinen Collegeabschluss? O_o
 
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Naja, wie ich schon schrieb, groesstenteils B.Sc. - engineering, accounting etc. Bei finanzern, personalern und so dann oft noch Zertifizierungen wie cpa oder sphr.

Ich war viel im Automotive-Bereich unterwegs (heute ists IT), dort war fast jede Fuehrungskraft mit operativer Verantwortung ein Ingenieur. Selbst fuer den President North America, den ich fuer einen Kunden gesucht habe, kamen nach deren Wunsch ausschliesslich Ingenieure in Frage. Ein MBA war da auch egal - entweder sie hatten schon mal Leitungsverantwortung fuer mindestens ein Werk, oder eben nicht.
 
FidelZastro schrieb:
Meiner Erfahrung nach ist der Master im angelsächsischen Bereich ohnehin nicht so wichtig

Das liegt daran, dass sich das Studiensystem im angelsächsischen Raum grundsätzlich von unserem unterscheidet - auch wenn man die Titel angepasst hat.

Die Trennung zwischen Industrie- und Forscherkarriere findet dort nach dem Bachelor statt. Wer einen Master macht, will dann auch den PhD und irgendwann mal die Professur.
Bei uns gibt es diese Entscheidung letztendlich erst nach der Promotion. In die Industrie geht es bei uns klassischerweise mit dem Diplom oder dem Doktor.
 
bastis schrieb:
Die Trennung zwischen Industrie- und Forscherkarriere findet dort nach dem Bachelor statt. Wer einen Master macht, will dann auch den PhD und irgendwann mal die Professur.

Eines vorweg, ich kann nur für Physik/Mathematik und das auch nicht aus direkter Erfahrung sprechen. In den USA dauert der undergraduate course vier anstelle von drei Jahren wie in Kontinentaleuropa üblich. Allerdings doktoriert man - falls gewollt - direkt, den Master macht kaum jemand (falls überhaupt angeboten).
 
Hier in Großbritannien enthalten die vierjährigen Kurse ein einjähriges Praktikum, man lernt davon also auch nur drei Jahre Theorie. Weisst du, wie es da in den USA ausschaut?

@Bastis: Ist das jetzt Hörensagen oder hast du da eigene Erfahrungen? Ein Großteil der meinen stammen wie gesagt aus dem Angelsächsischen Raum, aber ich habe auch in Deutschland für Kunden aus der Konsumgüter-, Automotive- und Pharmaindustrie gearbeitet (wenn auch nicht so intensiv) - zumindest für verwaltende Positionen war wichtig, dass man irgend einen Hochschulabschluss und eben relevante Berufserfahrung hatte.

Intuitiv würde ich das als Personalchef genauso machen - ich will ja den bestmöglichen Mitarbeiter zur richtigen Zeit auf der richtigen Stelle, wenn der beste Kandidat nicht studiert hat, so what? Da ich kein Personalchef bin, bringt uns das natürlich nicht weiter.
 
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