Hallo!
Erstmal muss ich dir sagen, dass ich es klasse finde, dass du jetzt an später denkst und alles planen / dir Informationen holen willst.
Das ist sehr löblich!
In meinen Umfeld kenne ich viele in deinem Alter, die sich gar keine Gedanken machen um die Zukunft und lieber ständig nur rumhängen, sich kein bisschen informieren und in den Tag hinein leben.
Schule wird dann gerne vernachlässigt und wenn die Schule dann (mit zumeist eher schlechten - mittelprächtigen) Abschluss vorbei ist stehen sie dann da, jammern vielleicht rum und müssen vom Staat leben, oder weiterhin Mama und Papa auf den Taschen liegen.
Da finde ich solche Personen wie dich viel besser, du machst dir Gedanken, holst dir Informationen usw. planst schon mal...
Ich will jetzt nicht sagen, dass man sich in seiner Jugend NUR um die Zukunft kümmern soll und kein bisschen mehr leben, Spaß haben usw. haben soll.
Man ist nur einmal jung, das stimmt, und wenn man jetzt zu ernst an alles ran geht kann man das später nicht mehr nachholen.
Aber man sollte sich eben auch um seine Zukunft kümmern.
Denn - und ich glaube, da wird keiner nein zu sagen - Heutzutage ist es wichtig, zu wissen, was man will, und früh zu planen wie man das umsetzen kann.
Und Schulabschlüsse sind heutzutage umso wichtiger.
Wer "nur" mit einem Hauptschulabschluss von der Schule geht oder mit gar keinen Abschluss wird direkt von möglichen Arbeitgebern in einen Topf geworfen, in dem man nicht so einfach wieder raus kommt.
Eine Ausbildung zu finden grenzt dann an ein Wunder.
Das der Abstieg in das soziale Abseits meistens bei diesen Personen vorprogrammiert ist, muss man nicht erwähnen.
Du hast nur eine Jugend, vergiß das nicht. Wenn du schon mit 15 nur daran denken solltest, was du werden willst, was ich aber nicht weiß, dann endest du womöglich wie einer von vielen Leuten die ich oft in der Uni sehe. Die haben von nix ne Ahnung, nie gelebt, aber Regeln befolgen und den Dozenten Kunststücke vorführen, das können sie perfekt.
Theorie ist tatsächlich nicht das komplette Leben, da stimme ich dir zu, aber gerade heutzutage ist es eben wichtig sich früh Gedanken zu machen und zu planen.
Aber man darf das Leben an sich nicht vergessen, da muss ich dir auch zustimmen.
Personen, die sich früher NUR auf Schule und co. konzentriert haben werden später gerne frustriert und das ist auch nicht gut.
Das kenne ich ja von mir selbst: Ich habe mich in meiner Jugend fast ausschließlich mit Schule und co. befasst.
Deswegen habe ich wohl auch einige Erfahrungen im menschlichen Bereich verpasst, die wichtig gewesen wären.
Zwar hatte ich Erfolg, wie von mir gewünscht bin ich nach der 10.Klasse als Stufenbeste aufs Gymnasium gewechselt.
Aber das total ernste und auf die Zukunft fixierte hat auch seinen Preis, das merke ich heute noch (Im Moment Ausbildung zweite Lehrjahr, danach Studium im IT-Bereich), besonders um menschlichem Bereich.
Inwzischen fällt es mir zwar nicht mehr sehr schwer, Kontakt zu anderen zu finden,aber es war zeitweise fast unmöglich für mich, einfach locker (z.B. an einer neuen Schule) auf neue Personen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen.
Mag sein, dass ich so oder so nicht sehr leicht Kontakte zu anderen knüpfe wegen meines eher schüchternen und zurückhaltenden Charakters, aber die fehlenden Erfahrungen aus der Jugend haben wohl gemeinsam mit meinem Charakter eine Blockade aufgebaut, die sehr schwierig zu durchbrechen war.
Und heute?
Noch heute wird mir gesagt, dass ich alles mal ein wenig lockerer leben soll und auch noch ein wenig meine junge Erwachsenenzeit geniessen soll.
Die meisten finden es zwar gut, dass ich so sehr nach Vernunft gehe, aber sie sagen mir auch, dass insbesonder mit mir selbst nicht so hart umgehen soll (z.B. im Bezug auf Schulnoten: Eine 3 ist für mich schon bitterschlecht).
Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich in meiner Jugend nicht so extrem verbissen hätte sein sollen.
Dadurch habe ich wohl ein paar Sachen verpasst und bin teilweise frustriert.
Wenn ich z.B. sehe, wie anderen teilweise ihr Leben leben und es geniessen, die Arbeit nach Feierabend Arbeit sein lassen dann kommst schon die Frage hoch und der Neid, wie sie so locker sein können.
Zusammenfassend will ich sagen, dass Planung, sich Gedanken machen usw. schon sehr wichtig ist, aber man sollte trotzdem das Leben nicht vergessen, das gilt besonders für die Jugend.
Es ist aber schwer, das Mittelmaß zu finden, ich habe es nicht geschafft und schaffe es teilweise heute noch nicht.
Und zu deiner eigentlichen Frage:
Wenn dir Lernen Spaß macht, du lernfreudig bist usw. dann mache am besten das Abitur.
Das kann niemals schaden.
Nach dem Abitur kannst du ja immer noch eine Ausbildung machen wenn du magst.
Ein Abitur generell schadet aber nicht.