Total unglücklich mit der momentanen Lebenssituation

GamingChamp?

Lieutenant
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Feb. 2012
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Hallo Leute,

ich brauche jetzt einfach mal euren Rat und eure Meinungen.
Das ganze kann ein ziemlich langer Text geben.

Ich bin fast 17 Jahre alt und wir sind vor ca. 2 Jahren von meinem Vater weggezogen (Trennung meiner Mutter und wir hatten auch nur Ärger mit ihm, wir treffen ihn auch nicht mehr), weiter möchte ich darauf nicht eingehen.
Ich bin seit September von der Realschule auf das Wirtschaftsgymnasium gewechselt und bereue es total.
Ich merke jetzt schon das mich die komplette Lernsituation/Stundenanzahl überfordert. Wir schreiben tausend Arbeiten und Tests und ich komme einfach gar nicht mehr hinterher (11 Klasse), dazu kommt noch dass meine Klasse nicht gerade die beste Klasse ist und ich mich dort total unwohl fühle.
Seit ca. 1 Jahr fühle ich mich eigentlich nur noch dreckig. Meine Mutter muss meist den ganzen Tag arbeiten (von 7Uhr bis 18-22Uhr) und mein Bruder ist eigentlich auch kaum noch Zuhause, da er meist bei seiner Freundin übernachtet oder an der Uni ist d.h. man sieht sich eigentlich gar nicht mehr.

Ich mache Krafttraining und auch dort läuft es seit einem Jahr nicht mehr. Ich fühle mich total unwohl mit der momentanen Situation und würde am liebsten die Schule abbrechen und eine Ausbildung zu dem Fachinformatiker-Systemintegration machen, jedoch finde ich keine Ausbildungsplätze für dieses Jahr mehr (verständlich).
Wir wohnen auch ziemlich weit weg vom Bahnhof und meiner Schule und das ganze Leben hier gefällt mir nicht mehr. Am liebsten würde ich nach Berlin oder Köln ziehen und dort meine eigene Mietwohnung haben.
Naja, finanziell sieht es momentan auch nicht so prickelnd aus, da meist hohe Anwaltskosten anfallen (Trennung) und ich in meinen Klamotten jetzt auch schon über 1,5 Jahre rumrenne und sie ziemlich schlimm aussehen und zu klein werden, weil einfach das Geld fehlt.
Ich habe eigentlich zu nichts mehr einen Antrieb. Keine Lust mehr zu lernen, keine Lust mehr raus zu gehen, keine richtige Lust mehr ins Krafttraining zu gehen, da ich dort eher Rück- als Fortschritte seit der oben geschilderten Situationslage mache. Jede kleine Tätigkeit wird eigentlich zur Qual seit einem Jahr. Dazu kommt, dass meine Mutter einen neuen Freund hat und er nur an Wochenenden hier her kommt (Fernbeziehung) und dadurch die einzige Zeit, die man vielleicht mal als Familie nutzen könnte, auch verloren geht. Wir sehen uns kaum noch und am Essenstisch sitzen wir auch ganz selten zusammen. Wir wohnen auch aktuell mit meinen Großeltern in einem Haus (getrennte Etagen) und die regen mich eigentlich auch nur noch auf (sind kotzig und launisch).

Ich weiß aktuell echt nicht mehr wie es weiter gehen soll und ich weiß auch nicht, mit wem ich in meinem Bekanntenkreis darüber reden sollte oder könnte, deswegen schreib ich hier.

Schreibt mir einfach mal eure Meinungen oder euren Rat zu dem ganzen.

Wäre euch echt dankbar.
 
Machst du Abitur oder Fachabitur am Wirtschaftsgymnasium? Die Schule würde ich auf keinen Fall abbrechen, aber nach Stellen kannst du ruhig gucken und wenn man was gutes findet kann man da immernoch drüber nachdenken.
Der Wunschberuf wird ohne Abitur / Fachabitur jedoch schwer.
Dann würde ich mal mit deiner Mutter reden, dass du mehr Zeit als / mit Familie haben möchtest.
Nur weil Sie einen neuen Freund hat, heißt dass nicht, dass ihr nichts zusammen machen könnt.
Streng dich beim Sport mal wieder an, da kann man gut den Kopf frei bekommen.
Wie siehts denn mit Kumpels aus? Niemand da momentan der dich ablenken kann?
 
Ich würde nach der 13. Klasse mit allgemeiner Hochschulreife abgehen, also Abitur.
Ich hatte auch schon den Gedanke gefasst, eventuell auf ein Berufskolleg umzusteigen, da es viel weniger Stunden die Woche besitzt und weniger Lernstoff ist.
Nach Ausbildungsplätzen habe ich schon geguckt auf Jobbörsen - sind eigentlich ziemlich viele noch zu haben und werde mich dann dementsprechend auch bewerben, jedoch weiß ich nicht wie ich dem Unternehmen schlüssig erklären soll, wieso ich jetzt die Schule nicht weiter machen will.
Eigentlich wollte ich mit meiner Mutter darüber nicht reden, da sie ziemlich viel um die Ohren hat und ich ihr die Last nicht auch noch anhängen will.
Wie gesagt, wir sind ja umgezogen und außer Leute von meiner Schule kenne ich hier kaum Leute mit denen ich näher befreundet bin, so dass ich es ihnen anvertrauen könnte und sie mich dann ablenken..
 
Das kannste deiner Mutter ruhig zutrauen, so groß ist die Last ja nicht dich einfach in Unternehmungen mit ein zu beziehen.
Das mit dem Erklären, dass man die Schule eher beenden will geht schon, ging bei mir auch problemlos.
Dann freunde dich mit denen gut an, du musst dich ihnen ja nicht direkt anvertrauen, einfach was unternehmen um dich ab zu lenken.
 
Du musst zu einem Psychologen und zum Jugendamt. Alles andere sind wild stochernde Annahmen.
 
Tw!Nk schrieb:
wie wärs mit weniger computerspielen? "gamingchamp"

Ich spiele schon sehr lange keine Computerspiele mehr.


Smash32 schrieb:
Das kannste deiner Mutter ruhig zutrauen, so groß ist die Last ja nicht dich einfach in Unternehmungen mit ein zu beziehen.
Das mit dem Erklären, dass man die Schule eher beenden will geht schon, ging bei mir auch problemlos.
Dann freunde dich mit denen gut an, du musst dich ihnen ja nicht direkt anvertrauen, einfach was unternehmen um dich ab zu lenken.
Es geht ja nicht nur darum, dass ich ihr sagen würde dass wir mehr Zeit miteinander bräuchten, sondern eben das es mir schon seit 1 Jahr ziemlich schlecht geht.


Onkelhitman schrieb:
Du musst zu einem Psychologen und zum Jugendamt. Alles andere sind wild stochernde Annahmen.
Psychologe wäre eigentlich das letzte was ich wollte. Jugendamt kommt auf keinen Fall in Frage.
 
Das Letzte? Du bist noch sehr jung und ich muss dir sagen, dass ein Psychologe nicht für Geistesgestörte ist, sondern für Menschen die mir ihrer momentanen Situation nicht zurecht kommen.

Deine seelische Verfassung ist... angegriffen. Zu deinem Vater hast du keinen Kontakt mehr, deine Mutter hat ihren eigenen Kontakt und sie willst/kannst du nicht belasten. Zu deinen Großeltern ist das Verhältnis angespannt. Du hast keine Freunde und suchst Hilfe in einem Computerforum.

Den einzigen Rat, den man dir hier geben kann ist, dass du dir eine professionelle Hilfe suchen solltest. Das Jugendamt ist hinzu zu ziehen wenn du Fragen hast bzgl. Ausziehen und wegziehen, was du ja evtl. vor hast. Denn das kannst du nicht einfach so mit 17 Jahren machen, immerhin sind noch andere Personen für dich verantwortlich bis du volljährig bist.

Deiner Mutter etwas sagen können solltest du eigentlich immer, wie sie damit umgeht ist eine andere Sache. Sie und ihr Mann haben sich für ein Kind entschieden (oder es war reiner Zufall ;) ). Auf jeden Fall haben sie ihre Verantwortung akzeptiert und dich großgezogen. Ab und zu kommen ein paar Problemchen dazu. Damit muss man umgehen können. Sie sollte also nicht überlastet sein. Stell doch einfach fest ohne einen Anspruch zu erheben. Sage einfach, dass du dich seit einem Jahr schlecht fühlst, warum das so ist, und dass du eine Lösung finden möchtest.

Jedoch wirst du hier keine wirklich kompetente Beratung bekommen können. Auch mit der Arbeitsagentur wegen Arbeit und dem Lehrerkreis könnte man sprechen, aber das sind ansich alles Menschen die extern auf dein Leben eingreifen. Besser wäre es, eine völlig unbeteiligte Person zu suchen, die dafür ausgebildet und studiert ist. Und das wäre eben ein Psychologe. Da bekommst du keinen weißen Anzug und du kriegst auch keine Elektroschocktherapie ;) Der redet einfach nur. Um herauszufinden wo dein Problem liegt, und wie DU es für DICH lösen kannst. Denn andere Menschen kannst du sowieso nur sehr bedingt beeinflussen, der Hauptteil liegt in dir selbst.
 
Im Grunde hat onkelhitman hier Recht. Ein Psychologe ist natürlich eine gute Idee. Allerdings kostet dieser natürlich auch Geld.

Aber du bist erst 17 Jahre alt, dir steht also noch alles offen.
Wichtig ist das du selbst die Situation ändern möchtest.

Einen Schulabbruch zu begründen ist eigentlich recht einfach. Einmal dadurch, dass Schule zu theoretisch ist und man lieber etwas praktisches machen möchte. Oder damit das man während der Schulzeit festgestellt hat, das der gewählte Fachbereich doch nicht das richtige für einen ist.

Allerdings würde ich davon abraten einfach abzubrechen. Am besten wäre es das ganze durchzuziehen, was natürlich schwer ist wenn man sowieso schon hintendran hängt. Alternativ bewerben und falls man genommen wird, dann abzubrechen.
Dann gibt es auch keine Lücke im Lebenslauf.
 
Ein Psychologe kostet Geld? Aber nicht in Deutschland wenn er in einer gesetzlichen Krankenversicherung ist und wahrscheinlich sowieso über die Familienversicherung läuft. Entweder direkt hingehen oder über den Hausarzt.
 
Wie wäre es mal zum Anfang bei der Telefon-Seelsorge anzurufen:

Tel: 0800/1110111 oder 0800/1110222

Das ist kostenlos, anonym und dort sitzen Personen die Dir Ratschläge geben können und auch weitere Ansprechpartner in deiner Region.
 
Damit die GKV die Kosten für einen "Psychologen" (genauer wäre die Bezeichnung Psychotherapeut") übernimmt, müsste eine psychische Störung mit Krankheitswert vorliegen. Wenn man das so liest, klingt das natürlich sehr nach einer depressiven Stimmung, aber ob das eine Depression (=Krankheit) ist, naja, wer weiß! Ich halte den Gang zum Psychotherapeuten für den falschen Weg.

Die Idee mit dem Jugendamt war eigentlich schon genau richtig. Jugendämter betreiben in aller Regel eigene Beratungsstellen in denen man eine psychosoziale Beratung zu den vorgetragenen Problemlagen zum Nulltarif bekommen kann, die mit strengen Auflagen zur Schweigepflicht verknüpft sind. Oder sie können zumindest an die örtlich zuständigen Stellen vermitteln, falls derartige Beratungsangebote ausgegliedert sind.

Sonst gibt es natürlich auch noch vor Ort die regionalen Schulberatungsstellen. Die beraten dich kostenlos, persönlich, ebenfalls mit Schweigepflicht, und in aller Regel sitzen da auch Fachleute aus dem psychosozialen Spektrum (Psychologische Psychotherapeuten, Sozialarbeiter/-pädagogen, Pädagogen).

Es ist nicht schlimm, sich in einer solchen Lebenslage professionelle Hilfe zu holen. Wenn man sich erst mal traut den Schritt zu machen, profitiert man in aller Regel auch davon. Wenn du möchtest, suche ich dir die passenden Telefonnummern zur Kontkataufnahme heraus. Bei Interesse PN.
 
Für mich hört sich das an, wie ein typisch mauliger vollpubertierender Teenie, sorry.

Natürlich ist Gymnasium (deutlich) schwerer als Realschule
Selbstverständlich wäre es geiler, in einer Großstadt zu leben, als ein bisschen Fußweg entfernt vom Bahnhof.
Und logischerweise muss Deine Mutter den ganzen Tag arbeiten, wenn die Kohle vom Vater nicht mehr da ist.

Du könntest Dir überlegen, die Mutter zu entlasten (die Dich ja auch mit durch schleppt), indem Du Dir neben der Schule noch einen Job suchst, der Eurer - momentan kämpfenden - Familie ein wenig Geld zur Entlastung verschafft.

Deine Mutter arbeitet so lange, damit DU was zu beissen hast und nicht, weil sie keine Lust hat, sich um Dich zu kümmern.
Vielleicht solltest Du das mal aus dieser Sicht sehen und nicht darüber maulen, dass sie den ganzen Tag arbeitet.

Und wenn ein Mensch einen Lebensgefährten haben möchte, dann hat er alles Recht dieser Welt dazu.

Verhalte Dich nicht wie ein mauliges Kleinkind, sondern Deinem Alter entsprechend.
 
@hamju63
Wow nicht schlecht, sonst noch was?
Sorry, aber in dem Alter ist das einfach alles nicht so einfach. Du scheinst ja ein älteres Semester zu sein und hast wohl vergessen, wie es damals war. In dem Alter prallt noch das ganze Leben auf einen ein und der (Schutz)Filter funktioniert noch nicht ganz, da können einen solche Dinger aus der Bahn werfen. Gerade Scheidungen sind nicht leicht zu verdauen und erst recht, wenn die Eltern im schlechten auseinander gehen.

@OP
Das Wirtschaftsgymnasium ist als Realschüler definitiv machbar, macht mein Bruder auch und der ist auch auf einer Realschule gewesen. Ich würde dir in jedem Fall raten (auch wenn du das nicht hören willst), das Abi durchzuziehen, selbst wenn du ein mal sitzenbleiben solltest. Du wirst dich sonst hinterher nur darüber ärgern, das haben mir bisher alle gesagt, die es nicht durchgezogen haben.
Wenn es wirklich gar nichts für dich ist und die Klasse auch wirklich schlimm ist, dass es gar nicht geht, dann versuch für nächstes Jahr eine Ausbildung zu finden. Das Abi oder Fachabi könnte man nebenbei in der Abendschule nachholen, wenn du dann noch Ambitionen hegen solltest :)
 
Kopf hoch, du schaffst das! Die derzeitige Situation sollte doch Antrieb genug sein für eine große Zukunft zu kämpfen. Hol dir mal ein paar Motivationsbücher und dann überleg dir, wie du deine Zukunft gerne haben willst. Und dann was du dafür tun kannst. Und dann mach es! Es wird nicht leicht, aber du kannst das schaffen.
 
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