Überziehungszins Girokonto Valuta vs. Buchungsdatum

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BellaCiao

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Hallo zusammen,

in der Hoffnung hier jemanden zu finden der Ahnung hat stelle ich mal meine Frage.

Mal angenommen ihr habt am 20.01. 100 Euro auf eurem Konto.
Am 21.01. zahlt ihr weitere 100 Euro ein.
Am 21.01. werden gleichzeitig 150 Euro abgebucht - aber mit Valuta 20.01.

Nach Buchungsdatum war das Konto zu jedem Zeitpunkt positiv.
Nach Valuta war das Konto aber einen Tag im Minus.


Frage:
Darf die Bank in diesem Fall tatsächlich Überziehungszins berechnen, obwohl erst später gebucht wurde?

Ich meine - wenn man nicht weiß dass etwas in der Vergangenheit abgebucht wurde kann man auch keinen negativen Saldo ausgleichen.
 
2 Minuten googeln ergibt, dass du schlechte Karten hast, aber den Strafzins solltest du überleben :)

Wird zum Beispiel auf einem Girokonto per 13.4. eine Gutschrift mit Wertstellungsdatum 14.4. gebucht, dann steht das Geld auch erst am 14.04. zur Verfügung – auch wenn der Betrag schon auf dem Kontoauszug oder im Online-Banking zu sehen ist. Valuta- und Buchungsdatum können also voneinander abweichen. Das Buchungsdatum gibt lediglich an, wann ein Zahlungsvorgang bearbeitet wird. Das Wertstellungsdatum dagegen, wann das Geld tatsächlich zur Verfügung steht.

Es legt daher auch den Zeitpunkt fest, ab beziehungsweise bis zu dem Zinsen für den jeweiligen Betrag berechnet werden.

Du hast 700 Euro auf dem Konto. Du reichst einen Reisescheck im Wert von 1500 Euro ein, und am Abend desselben Tages heben sie 1500 Euro ab. Schon kann es passieren, dass Dir Überziehungsgebühren berechnet werden, weil Dein Konto einige oder mehrere Tage mit 800 Euro im Minus war. Der Kontostand wirkt dann größer, als er eigentlich ist. Auch umgekehrt kann es natürlich zu Missverständnissen kommen. In dem Fall hast Du aufgrund von einer Bareinzahlung o.ä. mehr Geld auf dem Konto, als es zunächst scheint. Schaue deshalb auf die Valuta, wenn Du Dein Konto belastest; der Fachbegriff hierfür heißt valutarischer Saldo.
 
Den valutarischen Saldo kann man als Verbraucher aber nicht kennen, da die Beträge ja erst dann sichtbar werden wenn sie gebucht sind.

Und das Zahlenbeispiel oben galt nur zur Vereinfachung.

Es geht hier eher ums Prinzip.
Hätte ich gewusst dass mein Konto einen negativen Saldo aufweist hätte ich diesen natürlich gleich ausgeglichen.

Aber im vorliegenden Fall konnte ich das eben nicht wissen, weil das Valuta nur der Bank bekannt ist und ich die Buchung erst sehe wenn das Buchungsdatum angezeigt wird.
 
Ohne Ahnung finde ich es aber auch seltsam, das rückwirkend etwas gebucht wird.
 
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Auch wenn du als Kontoinhaber das Valuta erst mit Buchung siehst, musst du sicherstellen, dass ausreichend Deckung auf dem Konto ist. Du gehst ja die Zahlungspflichten ein, und weißt was du bezahlt hast bzw. Lastschriften abgebucht werden. Auf letzterem steht ja meist "das der Kontoinhaber für ausreichend Deckung sorgt".
Was ist denn das für eine Belastung gewesen? Eine normale Lastschrift oder etwas internes?

Soll eine Lastschrift am 02.01.2021 abgebucht werden (laut Mandat) kann dies vom System erst am 03.01.2021 abgebildet werden da es ein Sonntag war. Valuta kann dann auch der 02.01.2021 sein (nicht immer).
Gleiches ist bei einer Echtzeitüberweisung an Wochenenden.
 
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Keine Ahnung wie das bei dir ist, aber ich kann online Buchungen sehen, die demnächst fällig werden. Darunter fällt so ziemlich alles, was vom Konto abgeht, aber noch nicht gebucht wurde.

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Es war die halbjährliche Abbuchung der KFZ Versicherung.
Ich wusste dass sie kommt, aber ich wusste vorher nicht den exakten Tag an dem gebucht wird.

Generell ist ja auch immer genügend Geld auf dem Konto - ich hatte deshalb extra die Einzahlung gemacht.
Dass das Valuta aber mehrere Tage vorher liegt konnte ich nicht wissen.

Und meine Bank / App zeigt keine anstehenden Buchungen.
 
Du musst von der Versicherung einen Tag mitgeteilt bekommen haben, wann die Lastschrift gezogen wird. Entweder direkt bei Unterzeichnung oder bei Mitteilung über die Fälligkeit. Diese Mitteilung ist Pflicht des Begünstigen der Lastschrift.
Bei mir zB steht direkt unter der Beitragsrechnung das Datum, wann die Lastschrift gezogen wird.

@--//-- nein, das ist wenn überhaupt nur taggleich.
Eine Lastschrift hat ein fest eingegebenes Datum, wann sie gezogen wird. Und die Bank ist verpflichtet diese an genau diesem Tag einzulösen.
 
Mag sein, dass in den Unterlagen das Datum stand. Aber ich finde es trotzdem nicht richtig dass die Bank Überziehungszins für eine „Überziehung“ zieht die ich als Kunde nicht sehe.
 
Du hast aber die Ermächtigung für den Einzug erteilt. Musst also auch für Deckung sorgen. Was würdest du sagen, wenn dein AG den "ersten" vergisst?

PCGamer007 schrieb:
@--//-- nein, das ist wenn überhaupt nur taggleich.

Nein. Siehe Screen.
 
@BellaCiao DU musst wissen welche Verpflichtungen du eingehst und wann sie fällig sind.

@--//-- Das ist die Commerzbank oder? Man sieht dort nur angekündigte Lastschriften und Dauer-/ oder Terminüberweisungen. Das hat nichts mit jonglieren zutun und ist nur eine Vorankündigung.
 
@BellaCiao

Die Bank ist im Recht. Du wusstest ja auch von der Zahlung die fällig wird, somit gibt es ja nichts zu bestreiten.

Was wäre die Alternative: die Bank führt die Lastschrift nicht aus, somit ist deine KfZ Versicherung nicht bezahlt. Dann bekommst du eine Mahnung + Mahngebühr und ggfs. Kosten für den erfolglosen Lastschrifteinzug = in Summe deutlich mehr, als der 1 Zinstag.
 
@ killy die Alternative wäre dass die Bank Valuta und Buchungstag gefälligst auf den gleichen Tag legt.

Nur weil Banken in 1980 hängengeblieben sind und am Wochenende nicht buchen sollte das nicht zu meinen Lasten fallen.

Außerdem weiß man nicht immer wann genau abgebucht wird. Meine American Express Kreditkarte bucht mal am 2. des Monats ab, mal auch erst am 10. und das steht nicht in der Abrechnung.
 
@BellaCiao
Das ist nicht korrekt. Bei der Amex steht "Abbuchung innerhalb 5 Tagen nach Erstellung der Abrechnung" - ich habe selbst eine Amex.

Und nochmal das hat nix mit hängenbleiben zutun. Es ist dein Konto und deine Verpflichtungen für die du für Deckung sorgen musst.
Selbst wenn Valuta und Buchungstag gleich wären, würde dir das nix bringen. Denn dann würde die Bank die Lastschrift mangels Deckung einfach nicht einlösen und zurückgeben.

@--//-- diese Funktion ist aber leider noch nicht flächendeckend. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken stellen diese Funktion zB erst seit kurzem mit dem Rollout des neuen Onlinebankings zur Verfügung - besser spät als nie :D .
Wollte damit auch nur sagen, dass es nichts mit "Finanz-Jonglieren" der Bank zutun hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Keine Ahnung, ich hab diese Vorschau seit mindestens 5 Jahren.
 
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BellaCiao schrieb:
@ killy die Alternative wäre dass die Bank Valuta und Buchungstag gefälligst auf den gleichen Tag legt.

Das Valuta Datum gibt doch aber nicht deine Hausbank vor, sondern die Bank, die die Lastschrift einreicht - somit die Bank deiner KfZ Versicherung.

Das deine Hausbank dies dann ein Tag später bucht mit Valuta Vortag ist m.E. völlig legitim.

Wenn du wirklich volle Kontrolle über dein Kontostand haben möchtest, dann würde ich an deiner Stelle keine Lastschriftvereinbarungen mehr eingehen, sondern alles per Dauerauftrag bezahlen. Somit kannst du dann das Valuta-Datum bestimmen und nicht deine Vertragspartner. Ok?
 
Es nächste jahr weist du es, frag mich, wo hier das problem ist, reden wir hier von einem 14% Jährlichen Überziehungszins. Wovon du anteilsmäßig einen Tag angerechnet bekommst, mit einer Summe von 50 oder 100 €. Die Summe über die wir sprechen, ist die Zeit des Beitrages nicht wert.
 
@Hassel nochmal... das war ein Zahlenbeispiel. Der Versicherungsbeirtrag war 4 stellig und es waren mehrere Tage bei 13%.

Es geht hier aber mehr ums Prinzip.
 
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