Was bedeutet knackscharf durch abblenden?

murdock2001

Ensign
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Ich frage mich gerade was o. g. Frage genau bedeutet. Bedeutet es, dass dadurch nur das fokussierte Objekt schärfer abbgebildet wird, oder ist damit gemeint, das das komplette Bild bis hin zum Randbereich schärfer wird? Die Frage ist für mich wichtig, weil ich hauptsächlich Porträtfotos mache, bei denen das Objekt meistens in der Mitte des Bildes positioniert ist. Dann ist es für mich natürlich nicht wichtig, dass die Randbereiche des Bildes unscharf abgebildet werden, weil sie eh unscharf sein sollen.
Ich verwende das Objektiv Nikon 50 mm 1,8 AF-D Festbrennweite und nehme gerne die Blende 1,8 bis 2,2. Aufgrund des Bokehs möchte ich ungern abblenden.
 
Je nach Objektiv verändert sich die Bildschärfe recht deutlich über die Blende, gerade günstige Objektive sind ganz offen gerne ziemlich unscharf. Natürlich verringert sich durchs Abblenden auch der Bokeh-Effekt, klar.

http://www.dpreview.com/lensreviews...izontal&&config=LensReviewConfiguration.xml?2
Das Nikon 50mm AF 1.8D (ich geh davon du meinst dieses, ein AF-D habe ich nicht gefunden) ist wohl erst ab Blende 3.3 so richtig scharf. So auf den ersten Blick würde ich das Objektiv um F5.0 herum betreiben, dann sind auch die CA's vertretbar...

mfg
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber ja, meistens ist es so das bei geschlossenerer Blende die Schärfe im Randbereich stärker zunimmt als im Zentrum ;) Mach doch einfach mal ein paar Probeschüsse, das sollte eigentlich alle Fragen beantworten.
 
Man kann von dem Objektiv nicht viel erwarten, also an sich ganz gut und für den Preis auch, aber für Porträtfotografie eher ungeignet. Wenn du gerne Porträts machst, kauf dir lieber eins mit einer grosseren Brennweite. Mit dem 50mm 1.8 würdest du 1.8 + Schärfe + Bokeh kaum hinkriegen.

LG Jens
 
Wenn der Autofokus durch das Abblenden nicht genauer fokussiert und das Motiv dadurch natürlich nicht schärfer abgebildet wird, lediglich das Bokeh um das Objekt herum stärker erscheint, dann brauche ich für meine Porträtabsichten nicht vom Nikon 50 mm 1,8 AF-D auf das AF-S G umsteigen. Denn das AF-S soll insgesamt schärfer sein bei offenener Blende. Oder?
 
Danke für deinen Link. Nur leider wird in der Begriffsklärung mit keinem Satz konkret meine Kernfrage beantwortet.
 
Die Schärfe eines Objektiv hat nur indirekt etwas mit dem Fokussieren zu tun. Falsch fokussiert ist natürlich immer unscharf. Das sollte klar sein.
Jedes Objektiv hat seinen eigenen Sweetspot. Das hat auch wenig mit dem Bokeh oder dem fokussieren zu tun.

Meistens sind objektive weit offen nicht am schärfsten. Schon garnicht am Rand. Um so weiter man abblendet um so besser wird die Abbildungsleistung des objektives. In der Mitte und am Rand. Bis zu einem Punkt, an dem die Schärfe dann wieder abnimmt.
Am besten kann man das mit Backstein wänden kontrollieren. Oder ähnliches, muss nur viele Details haben und gerade sein.

E:/ zu deiner Frage: durch das abblenden wird das Objektiv insgesamt schärfer. Du bekommst aber auch mehr Tiefenschärfe.
 
Hallo,

du musst zwei Dinge unterscheiden:
1. Die Schärfentiefe. Diese nimmt durch Abblenden zu, also mehr Teile des Bildes sind scharf. Bei Portraits ist dies aber gerade nicht gewünscht.

2. Die Schärfe des Objektivs, d. h. wie gut sind Auflösung und Microkontrast in dem Bereich der scharf gestellt wird. Hier ist grundsätzlich erstmal mehr besser. Früher war es so, dass die Objektive bei Offenblende recht unscharf waren und erst durch Abblenden scharf wurden. Heute stimmt das so aber nicht mehr immer! Die Schärfe in den Randbereichen nimmt durch leichtes Abblenden meist noch zu, es gibt aber inzwischen Objektive die in der Bildmitte bei Offenblende am schärfsten sind. (Z.B. das Sigma 60mm 2.8 für Sony Nex und Micro Four Thirds.) Wenn zu stark abgeblendet wird, nimmt die Schärfe übrigens drastisch ab. Bei Blende 22 z. B. sind viele Objektive recht unscharf. (Dafür ist die Schärfentiefe sehr hoch.)
Wenn du Wissen willst, wie genau sich dein Nikon 50 mm 1,8 AF-D kannst du das z. B. hier nachlesen. Es ist am schärfsten bei Blende 5.6 und bei 1.8 und 2.0 noch sehr unscharf. Bei anderen Objektiven kann dies aber wieder ganz anders sein.


Aber keine Sorge, du kannst es für Portraits nach wie vor bei Blende 1,8 benutzen, denn Porträits sind ein Sonderfall: Wenn das Bild wirklich scharf ist, siehst du jede Hautpore und jede Hautunreinheit. Deswegen wurden früher sogar Weichzeichner-Filter benutzt und heute wird im Bildbearbeitungsprogramm weichgezeichnet. Gerade bei Portraits kann es daher sinnvoll sein, bewusst ein Objektiv zu nehmen, welches nicht alzu scharf ist.
 
mhhh. liege ich jetzt falsch, oder ist die unschärfe bei offener blende, auch wegem streulicht im objektiv höher und bei geschlossener blende wird das streulicht weniger, deshalb schärfer? oder habe ich da irgendwas falsches im kopp?
 
chrigu schrieb:
mhhh. liege ich jetzt falsch, oder ist die unschärfe bei offener blende, auch wegem streulicht im objektiv höher und bei geschlossener blende wird das streulicht weniger, deshalb schärfer? oder habe ich da irgendwas falsches im kopp?

Jein, grundsätzlich ja, deswegen nehmen auch Effekte wie Überstrahlung durch Abblenden ab.
Dass die Randschärfe besser wird, liegt aber eher daran, dass mehr die Mitte des Glases genutzt wird, welches die besseren optischen Eigenschaften hat.
 
@murdock2001

Ich meinte nicht das AF-S G. Es wird dir bei Porträts nicht weiterhelfen können. Das 85mm 1.4 ist eigentlich sehr beliebt und das nicht ohne Grund. Das 1.8er kostet weniger, hat aber kein so schönes Bokeh.
 
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