Was ist das für eine Straftat? Vorauszahlungen trotz wissentlicher Insolvenz fordern?

JamesFunk

Commodore
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Hi,

ich diskutiere gerade mit einem Freund über Vorauszahlungen bei Teldafax (das ist ein Stromanbieter, der pleite gegangen ist).

Irgendwann waren die ja an einem Punkt, an dem die wussten, dass sie den Laden dicht machen müssen.
Trotzdem haben die nochmal ihre Angeboe vergünsitgt und es nochmal 4 Monate geschafft. Von den Kunden, die in der Zeit einen Vertrag abgechlossen haben, haben diejenigen mit Vorkasse ihr Geld verloren.

Was ist das dann für eine Straftat? Ich kenne mich da nicht aus.

Betrug?
Insolvenzverschleppung?

Ich wäre um eine Expertenmeinung dankbar. Es geht nicht um den Sachverhalt, sondern nur um die Straftat.

Und fragt nicht, wie wir drauf gekommen sind. Von uns hat das keiner gemacht.
 
Das ist erstmal keine Straftat; die Insolvenz bedeutet nicht, dass die Firma nicht mehr wirtschaften darf. Sie kann nach wie vor Geschäfte tätigen, allerdings steht sie unter Aufischt eines Insolvenzverwalters.
Die Insolvenz ist öffentlich bekanntzumachen, so dass Kunden sich genau überlegen können ob sie dort weiterhin eine Geschäftsbeziehung aufrechthalten.

Grundregel sollte dabei immer sein: niemals Vorkasse leisten, für nicht erbrachte Leistungen. Falls doch, bleibt die Forderung natürlich erstmal bestehen. Allerdings werden alle Forderungen in eine Rangfolge gebracht. Und der Otto-Normalkunde ist da erst an hinterer Stelle dran.

Ich muss dazu sagen dass ich den genauen TelDaFax-Hintergrund nicht kenne, aber so wie Du es schilderst muss es noch nicht zwingend eine Straftat sein.
 
Das hilft mir nicht weiter.

Angenommen ich hab eine Firma und weiß, dass ich morgen Insolvenz anmelden muss und alles schliesse, dnan wird es doch nicht legal sein, wenn ich mir von einem Kunden noch eine Anzahlung geben lasse und weiß, dass ich ihm dafür keine Leistung erbringe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, das wäre Eingangsbetrug, wenn Du es nachweisen kannst. Dazu muss der Insolvenzverwalter in seinem Gutachten genau aufschlüsseln, wann die Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist.
Wenn Du also Geld zahlst, während das Unternehmen insolvent ist aber noch keine Kenntniss darüber erhalten hattest (z.B. weil der Insolvenzantrag verspätet abgegeben wird) ist es ein Betrug.

Allerdings ändert das nichts daran, dass die Forderung meist schwer zu erfüllen ist. Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen
 
Danke, Eingangsbetrug (Eingehungsbetrug laut Wikipedia) hört sich ziemlich passend an.

Es sit schon klar, dass man im Insolvenzfall nur schwerlich a das Geld kommt. Wir wollten das nur hypothetisch wissen.
 
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