Welchen technischen Weg nimmt das Signal im Internet

Hans-Uwe

Lieutenant
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Dez. 2009
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Ich habe mal im Internet etwas nach dem technischen Aufbau der normalen Internetverbindung gesucht. Ich würde allerdings nicht wirklich fündig und wollte daher fragen:

Welchen Weg genau nimmt mein Signal wenn ich z. B. eine Seite aufrufe und über welche Vermittlungsstellen läuft es (gehen wir davon aus man wohnt in einem Mehrfamilienhaus). Und welche Vermittlerstelle wird von der T-COM als Amt bezeichnet?

DSL-Modem
Wanddose
Hausverteiler
DSLAM
Hauptvermittlungsstelle
Backbone (DSL-AC)

Ist das so richtig oder ist noch mehr dazwischen?

Gibt es eine Art maximale Anzahl von Anschlussteilnehmern beim Hausverteiler?

Und warum hat man mit Internet über den Kabelanschluss teilweise höhere Verbindungsgeschwindigkeiten als beim normalen Telefonanschluss? Weil der Kabelanschluss jeweils einzeln herausgeführt wird bis zum Verteiler (DSLAM-Äquivalent) und das Telefonkabel aus einer Faser pro Haus und Multiplextechnik funktioniert?

Und dementsprechend bei manchen Kabelkunden das Internet zu Spitzenzeiten etwas in der Geschwindigkeit einsackt? Ist das Überlastung der Vermittlerstellen oder absichtliche Drosselung?
 
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DSL-Modem
(möglicherweise Splitter)
Wanddose
Hausverteiler
(möglicherweise noch Verstärker und oder Kabelverzweiger)
(Outdoor)DSLAM (kann entfallen)
Hauptvermittlungsstelle (falls klassischer DSLAM entfällt mir DSLAM gleichzusetzen)
(möglicherweise weitere Routingzwischenstellen)
Backbone (DSL-AC)
Danach wird es schwierig.

Maximale Anzahl: Die gibt es durchaus, ist aber abhängig von den Geräten und den Kabeln.
Stell Dir den DSLAM voller Router vor. Wenn alle Anschlüsse belegt sind, war es das.
Dementsprechend gilt auch, wieviel Prozessorpower haben diese Router , um jeden Anschlußteilnehmer maximale Geschwindigkeit zukommen zu lassen und wie ist der Router an das Backbone angeschlossen. Früher waren die DSLAMS nur über rund 4 Gbit/s zur Hauptvermittlungsstelle angeschlossen. Soetwas kann sehr schnell limitieren.
Zurück zum Hausanschluß. Wenn hier schon nicht der DSLAM limitiert, dann die Kupferleitungen zum DSLAM. Hier kommt es darauf an, mit wieviel Adern dein Haus an den nächsten Kabelverzweiger angeschlossen ist. Ich kann hier keine konkreten Angaben machen, was die T-Kom als sinnvoll erachtet und wie aktuelle Beschaltugspläne am Hausverteiler aussehen.

Kabelanschluß vs. DSL.
Dies hängt primär von den Leitungskapazitäten und der Router (DSLAM) bzw. CMTS Power ab.
Dazu gibt es beim Kabelanschluß noch einen gravierenden Unterschied
http://de.wikipedia.org/wiki/Data_Over_Cable_Service_Interface_Specification
Mittlerweile gibt es schon Docsis 3 mit Kanalbündelung.

Da haben wir dann auch schon ein schwieriges Thema angeschnitten. Modulation und Frequenzbandbreite von Kupferkabeln. Docsis und DSL gehen unterschiedliche Möglichkeiten an, um aus einem Kupferkabel über weite Entfernungen noch eine möglichst hohe Signalfestigkeit und Datenstromdichte zu erhalten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vermittlungsstelle.
Siehe dort (Wähl-)Amt. Hat im Prinzip eigentlich nicht mit Internet sondern nur mit Telefonie zu tun.
Heute wird alles von Ortsvermittlungsstellen (siehe im Wiki digitale Vermittlungsstellen) koordiniert.

dementsprechend bei manchen Kabelkunden das Internet zu Spitzenzeiten etwas in der Geschwindigkeit einsackt? Ist das Überlastung der Vermittlerstellen oder absichtliche Drosselung?
Kein Kommentar, sieh der aktuelle Youtube Thread hier auf CB.
 
Danke für die ausführliche und hilfreiche Antwort. Man lernt nie aus :)

Link zum Youtube Thema?
 
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