Wertstabilität von Foto-Sachen

Lord Extra

Commander
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Auf der Suche nach gebrauchten Foto-Sachen bin ich darüber aufmerksam geworden, dass die Leute teilweise versuchen, Dinge fast zum Neupreis anzubieten. Gebrauchte Bodies und Objektive sind teilweise kaum mit einem attraktiven Abschlag zu erwerben, zumindest nicht, wenn man ohne zu handeln als erstes die Preisvorstellungen der Anbieter sieht. Diese liegen teils über dem Niveau, das in "Pöppings-Liste" angegeben ist. Woran liegt das eigentlich? Im Technik-Bereich ist das doch sonst nicht der Fall und der Wertverlust greift (oft) zu schnell um sich.

Gruß LE
 
Angebot und Nachfrage denk ich mal.

Gerade der Ersatzteilmarkt ist teuer. Habe mal bei so einer Firma gearbeitet (Kamerareparatur), die dann irgendwann dicht gemacht wurde. Die Ersatzteile gingen zum Doppelten Preis nach England, da sie in England für das 3-fache verkauft werden konnten.
 
Im Fotografiebereich tut sich halt nicht so viel - gerade bei Objektiven. Da kannst du auch nach mehrere Jahren bei guten Objektiven fast den Neupreis bekommen.

Bei Bodys dürfte etwas mehr drin sein, da gibt's neue CMOS-Chips usw. oder hier und da ein paar neue Funktionen, aber so große Änderungen wie bspw. bei PC-Hardware sind nicht drin.
 
Wo hast du denn nach Preisen gesucht? Gerade auf eBay und eBay Kleinanzeigen ist das Preisniveau oft deutlich höher aufgrund der eBay-Gebühren und des Verkaufs als Auktion oder dem Informationsstand der Anbieter. Gerade bei Kleinanzeigen findet man immer wieder Scherzkekse, die für 2 Jahre Nutzung gerade mal 100€ vom Kaufpreis abziehen. Und was auch oft eine Rolle spielen könnte: Feilscher und Preisdrücker, die nur dann kaufen, wenn sie den Preis um 50€ runterhandeln konnten. Für die werden oft gewisse Spielräume eingeplant.
 
In einschlägigen Foto-Foren kriegst du die Sachen immer unter Neupreis, abhängig vom Alter auch gerne mal nen großes Stück drunter. Generell können Verkäufer natürlich auch nahe dem Neupreis anbieten, ob sie jemanden finden steht auf einem anderen Blatt. Hast du denn ein konkretes Beispiel?
 
Also bei Objektiven sehe ich bei "neuwertigen" Zustand meistens einen Abschlag zwischen 15-30%.
Bei 15% ist es mir das Risiko jedoch meistens nicht Wert eine Kaufabwicklung über ein Forum oder eBay Kleinanzeigen per Vorkasse zu betreiben.

Kamera-Body so um die 40% ...
 
Die Nikon D5100 sollte laut Pöppings-Liste nur noch ca. 280 Euro Wert haben. Trotzdem findet man immer weder Spaßvögel, die den Body für deutlich mehr in Foren und oder Kleinanzeigen setzen. Das gleiche ist der Fall beim 35mm und 50mm 1:1.8 G Objektiv. Da werden auch Preise von oftmals ca. 140/150 Euro aufgerufen. Das 50 er kostet doch nur 180 Euro als Neuware. weshalb sollte man tatsächlich bei 40,- Euro unter Neupreis eine "Scherbe" kaufen, die 2 oder mehr Jahre alt ist und keine Garantie mehr hat?
 
Wenn Objektive immer noch im neuwertigen Zustand sind, warum sollte man dann mehr als 20-30% vom Neupreis runtergehn? Die Gebraucht Preisliste wird anhand von eBay Auktionen und co erstellt, natürlich gibt es Ausreißer nach oben und unten, die Liste ist nur ein Mittelwert. Und eine DSLR, die vielleicht gerade mal 5000 Auslösungen hat ist ja gerade mal "eingeschossen", dadurch ist sie nicht gleich weniger als die Hälfte wert! Außerdem zwingt einen ja niemand die gebrauchten Kameras und Objektive zu kaufen, jeder bestimmt selbst wieviel es einem wert ist. Wenn dir die Gebrauchtpreise nicht günstig genug sind, dann Kauf neu :-)
Großer Unterschied beim Gebrauchtkauf von Kameras und co ist, dass sie oft auch noch nach vielen Jahren die Anforderungen des Nutzers erfüllen, das ist nicht wie bei PCs wo dann zB die neusten Spiele nicht mehr mit der alten CPU/Graka laufen.
 
Das einzige was ich bizarr finde ist dass die Objektive zum größten Teil gebraucht über einen Preis verkauft werden, für den ich die Objektive neuwertige aus dem Ausland (über seriöse Anbieter versteht sich) importieren könnte ;)
Meistens spare ich dabei nämlich zwischen 20-40% im Vergleich zum DE-Preis.

Hat für mich den Vorteil dass ich mir Objektive risikofrei kaufen kann, und wenn sie mir nach 1 Jahr nicht mehr gefallen / ich sie zu selten nutze meistens sogar noch mit Gewinn wieder loswerde. Und bei den niedrigen Zinsen ist es ja egal ob das Geld 1 Jahr auf dem Konto oder Schlechtenfalls in meinem Schrank in Form eines Objektivs lag :D
 
Importieren aus dem EU-Ausland oder nicht EU? Bei letzterem kann es dann auch beim Zoll landen und die 20-30% Ersparnis sind fix weg ;-)
 
Ich kaufe 99% meines Zeugs bei Ebay - man muss ein bisschen Geduld haben und damit rechnen, dass man bei einer Auktion nicht jedes Mal gewinnen kann. Dennoch sind fast alle meine Käufe - und das sind ziemlich viele - Schnäppchen gewesen.

Und es kommt ja auch darauf an, was man kauft. Leica ist sehr wertstabil, Chinon erstaunlich unterbewertet. ;)
 
Für Canon-Objektive und Bodys kann man auf http://www.lensmonitor.de/ die aktuellen Gebrauchtpreis auf eBay zu Rate ziehen. Vergleicht man die Werte von dort mit den Wertvorstellungen einer Fotoversicherung, dann fallen doch gewisse Schwankungen auf. Meistens setzt der Versicherer einen etwas höheren Betrag an als bei eBay herauskommt. Andererseits tauchen bei eBay ab und zu Teile mit Schönheitsfehlern auf und die gehen auch mit in den Durchschnittspreis bei Lensmonitor ein.
 
Ich frag mich wo das Problem des TE ist.

Preise bestimmen sich immer aus Angebot und Nachfrage. Wer etwas zu einem Fantasiepreis anbietet wird entweder drauf sitzen bleiben, einen Dummen finden oder irgendwann von diesem Preis abrücken.

Das die Preisabschläge für gebrauchtes Foto-Equipment nicht in den Bereichen von PC Teilen oder Autos liegen hat auch gute Gründe; die Entwicklung ist wesentlich langsamer und gerade Objektive wurden schon vor geraumer Zeit in exzellenter Qualität gebaut und unterliegen bei sachgemäßer Verwendung und Aufbewahrung letztlich keinem Verschleiß.

Ich habe fast alle Teile meiner Fotoausrüstung gebraucht gekauft. Wenn man echte Schnäppchen machen will braucht man Geduld, Glück und einen ausreichenden finanziellen Spielraum um dann kaufen zu können wenn das Angebot gut ist ohne das es weh tut.
 
Ich habe damit eigentlich überhaupt gar kein Problem. Der Punkt ist der, dass gebrauchte Sachen nun einmal gebrauchte Sachen sind. Die haben im Regelfall keine Garantie mehr und sind eben nicht mehr ladenneu. Dass ein fototechnisches Gerät bei sachgemäßem Umgang in der Praxis kaum altert, bedeutet ja nicht gleichzeitig, dass es selbst nach Gebrauch immer noch vollkommen neu ist. Nahezu alles hat einen gewissen Wertverlust. Nur hier scheint es von der Regel eine Ausnahme zu geben. Das ist das, was mich einfach gewundert hat. Für mich persönlich ist der Gebrauchtmarkt eigentlich uninteressant, wenn für ein 50mm f/1:1.8 G-Objektiv 150,- Euro aufgerufen werden, wenn das Objektiv aktuell für ca. 175,- Euro zu bekommen ist. Ich für meinen Teil kaufe da lieber neu. Aber es mag halt sein, dass jeden Tag ein Dummer aufsteht und ein Verkäufer genau darauf spekuliert. Schön zu sehen, wie lange manch Zeitgenosse seine Anzeige online hat und teils immer wieder pusht, weil keiner ein "so attraktives" Angebot interessant findet. :D
 
Das 50mm 1.8G geht öfter mal fur 130€ über die Theke, auch mit restgarantie, so ist das nicht. Zudem darf man die angegebenen Preise nicht so ernst nehmen, mit Geschick kann man die erfolgreich noch Drücken.

Deine Logik mag auf Gegenstande, die verschleißen (Autos, Kleidung, kamerabodys..) anzuwenden sein, auf objektive passt sie allerdings wie angesprochen nicht.

Wieso sollte ein Objektiv, dass meinetwegen zwei Jahre alt ist, weniger als 70% des aktuellen neupreis kosten sollen, wenn es eben nahezu keinen verschleiß bei objektiven gibt und der einzige unterschied zu neuware der ist, dass niemand zuvor sie in der Hand hatte?
Das Objektiv ist dann zwar gebraucht, aber immernoch so wie das ladenneue.

Zumal sprichst du hier ein objektiv an, dass schon Ladenneu mit seinenn175€ wirklich günstig ist. Was soll da noch groß am Preis passieren, ohne dass man das gute Stück verschenkt?
Schau dir die teuren teile an, das 24-70 2.8 kostet neu an die 1600€ und geht gebraucht mit restgarantie fur 500-600€ weniger weg. Da hast du deinen preisverfall ;)
 
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Mir ist aufgefallen, dass es einige spezielle Tamron-Objektive gibt, die häufiger mit einem Defekt ausfallen. So ist das einfache 70-300mm und das 18-200er, beide ohne Stabi davon häufig betroffen. Ähnlich sieht es bei dem Canon USM 17-85mm aus. Da gibt es ebenfalls Probleme mit der Blendensteuerung. So problemlos sind Objektive auch nicht (immer). Aber im Kern habe ich dich schon verstanden.
 
Woran machst du das fest, dass die genannten Objektive öfter ausfallen? Und was ist oft bei dir? 1 von 1000, 10000, 100000?
 
Das Einfach-Tamron 70-300mm habe ich selbst. Das hat diese genannten Probleme, dann habe ich ähnliche Probleme an dem Objektiv von meinem Kumpel bemerkt und bei ebay-Kleinanzeigen sind auch immer mal welche drin. Es handelt sich dabei wohl um ein Problem mit dem Flachbandkabel für die Blendensteuerung.

Das äußert sich so, dass man genau ein Bild machen kann. Dann meldet die (Canon-)DSLR einen Error99 oder Error01 im Display.
Nun muss man die Kamera ausschalten und den Akku kurz heraus ziehen. Danach kann man wieder ein neues Bild machen.
Das Problem tritt immer dann auf, wenn man den Bildausschnitt verändert und am Zoom-Ring dreht. Durch die Änderung der Tubus-Länge scheint das fragliche Kabel im Objektiv Ärger zu machen.

Bei meiner Recherche im Netz bin ich auch darüber aufmerksam geworden, dass das genannte Canon-Objektiv ähnliche Probleme hat. Es gibt sogar schon Firmen, die extra Reparatur-Kits für dieses Problem anbieten. Wenn die sich schon darauf spezialisieren, muss da ja schon was dran sein. Bei mir war die Quote bisher eher suboptimal (2 von 2).
 
Das Tamron 70-300 (ohne USD) ist nun mal ein billig produziertes Objektiv, insofern verwundert es nicht weiter wenn es da durchaus Probleme geben kann. Allerdings ist die Frage wieviele Tamron von den Teilen tatsächlich verkauft und wieviele davon Probleme machen, aber das können wir hier schlecht orakeln ;-)
Das es 17-85 USM mit Problemen gibt... ganz ehrlich, geschenkt! Das Ding wird in so hohen Stückzahlen produziert und verkauft, da ist es klar das auch mal schlechte Exemplare oder Exemplare, die nach einer bestimmt Zeit Probleme machen, auftauchen. Abgesehn davon ist es auch eine erheblich kompliziertere Konstruktion als z.B. eine 50mm Festbrennweite!

Als Beispiel:
Canon EF 50mm f/1.8 II:
6 Elemente in 5 Gruppen

Canon EF-S 17-85mm f/4-5.6 USM IS:
17 Elemente in 12 Gruppen

Welches da in der Theorie anfälliger ist, sollte klar sein oder?
 
Sicher, da hast du wahrscheinlich Recht. Allerdings geht es hier wohl meistens um das Problem mit der Blendensteuerung und die ist wohl prinzipiell bei nahezu allen System-Objektiven zumindest aus Gründen der Kompatibilität sehr ähnlich. Dass durch einen beweglichen Tubus bedingt immer Längsbewegungen auf ein internes Flachbandkabel einwirken, ist natürlich bei einer Festbrennweite wohl eher nicht gegeben.
Da dürften dann tatsächlich Festbrennweiten im Vorteil sein. Und ob es sich hierbei um ein billiges Objektiv handelt oder nicht, dürfte nur eine untergeordnete Rolle spielen. Schließlich bekommt es Sigma ja auch hin ein Low-Budget 70-300er zu bauen, dass diese Zicken nicht macht. ;) Zumindest stößt man nicht auf Gebraucht-Angebote, in denen defekte Sigmas angeboten werden, die einen entsprechend ähnlichen Defekt haben.

Wohl dem, der die 5-Jahres Garantie bei Tamron gewährt bekommt. Danach kann man es nämlich wegschmeißen, falls der Fehler auftritt. Eine Reparatur ist bei dem Neupreis einfach unrentabel. ;)
 
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