Wie lernt man große Softwareprojekte zu erstellen? Jobsuche nach Studium

mw98

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Hallo,

ich habe vor einigen Monaten meinen Bachelor Informatik gemacht.
Da mir der Unterrichtsstoff viel zu wenig Softwareanteil enthielt, habe ich mir nebenbei viel selbst beigebracht.
Durch Fachbücher, Video2Brain, Youtube usw.

Seit 4 Jahren lerne ich hauptsächlich Java, PHP & MySQL.
Habe auch schon viele Projekte für mich geschrieben und dachte, dass wäre gar nicht mal so schlecht.
Mit OOP habe ich auch keine Probleme.

Mein Problem ist, dass mir die Berufserfahrung fehlt und ich deshalb keinen Job bekomme.
In fast allen Stellenbeschreibungen kann man direkt oder indirekt herauslesen
"Wünschenswert sind mindestens 2 Jahre gesammelte Berufserfahrung aber bitte nicht bei uns".

Ich war bei einigen Vorstellungsgesprächen und habe dort Einstellungstests gemacht und auch eigene private Projekte vorgestellt.
Dort waren die Rückmeldungen aber alle ähnlich:
"Das sind alles gut durchdachte Lösungen, die auch gut und sicher funktionieren. Das ist 'Lehrbuchcode' die ein erfahrener Entwickler nie so im Betrieb schreiben würde. So könnte man das in unsere Projekte niemals implementieren."

Kann mir hier jemand Infomaterial empfehlen, durch das man lernt "realitätsnah" zu entwickeln.
Studium und die meisten Bücher scheinen ja nicht viel zu bringen.
 
mw98 schrieb:
ich habe vor einigen Monaten meinen Bachelor Informatik gemacht.
Da mir der Unterrichtsstoff viel zu wenig Softwareanteil enthielt, habe ich mir nebenbei viel selbst beigebracht.

Das hört sich nach einer der wenigen FHs mit hohem Theorieanteil oder TU/Uni an.


mw98 schrieb:
"Das sind alles gut durchdachte Lösungen, die auch gut und sicher funktionieren. Das ist 'Lehrbuchcode' die ein erfahrener Entwickler nie so im Betrieb schreiben würde. So könnte man das in unsere Projekte niemals implementieren."
(...)
Studium und die meisten Bücher scheinen ja nicht viel zu bringen.

Das hört sich an, als würdest du dich auf einen typischen Programmierjob bewerben.


Sofern die Annahmen zutreffen, bewirbst du dich auf Vakanzen, die nicht deinem Ausbildungsprofil entsprechen. Charakteristisch für "normale" Programmierprojekte in der Wirtschaft, besonders im Bereich Java (speziell EE usw.) und zu großen Teilen auch Webdesign, sind eher repetitive Aufgabenfelder, die i.d.R. ein hohes Maß an Erfahrung bedingen. D.h. etwa eine Ausbildung als FIAE + Berufserfahrung, sodass man die verwendeten Technologien in und auswendig kennt, wäre hier die optimale Vorerfahrung.

Im Studium sind komplexe Theorieinhalte sowie konkrete Spezialisierungen in einzelnen Themenbereichen Usus. Problemlösungsstrategien auf diesem Niveau gibt es aber kaum in "herkömmlicher" Applikationsentwicklung, weshalb deine im Studium gelernte Theorie für derartige Vakanzen größtenteils nicht anwendbar ist.
(das typische "braucht man später eh nicht mehr", welches vielfach eher "unzureichende Spezialisierung im Studium und später auf 'Nicht-Akademiker-Vakanz' beworben" heißen sollte)

Mit praktischer Ausrichtung an einer FH - oder noch spezialisierter mit einem dualen Studium - währest du optimal für eine Vielzahl an Programmiervakanzen geeignet.

Bei einem regulärem Studium, etwa an einer Uni, wirst du hingegen auf komplexe Probleme theoretischer Natur vorbereitet. Je nachdem worauf man sich selbst dann weiter im Studium spezialisiert, sind typische Einsatzgebiete von derartigen Akademikern unter anderem Consulting, Softwareingenieurswesen, Datenanalysten & generell Data Scientists (seltener auch Statistik), allgemein Signalverarbeitung, Verteilte Systeme & Cloud Computing, spezialisierte Tätigkeiten im Bereich BigData und IoT, Machine Learning & Artificial Intelligence, Parallele Algorithmen & Hochperformanzprogrammierung z.B. für Supercomputer, Algorithmik, Robotik, IT-Security, Simulationsentwickler im Bereich Physik, Biologie, Chemie, uvm.


Ohne weitere Details würde ich also einfach mal raten, dass dein aktuelles Problem aus einer Fuzzy-Teilmenge folgender Punkte besteht:
* BA-Thema uninteressant / zu einfach
* Noten
* an keiner guten Uni studiert
* keine / zu wenig bildungsintensive Beschäftigungen neben dem Curriculum
* unzureichende Spezialisierung im Studium
* keine / zu wenig sonstige Erfahrung
* auf die falschen Vakanzen beworben
 
Wie wärs, den Master dranzuhängen, und in der Zeit ne passende Werksstudententätigkeit auszuüben? Das bringt weitere Praxis und eventuell Chance auf Übernahme, wenn du dich gut anstellst.
 
Ansonsten wohl erstmal auf Juniorpositionen bewerben. Oder erstmal als Consultant irgendwo anfangen. Gewisse Consultingbuden setzen keine Berufserfahrung voraus.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nicht böse gemeint, aber ganz sicher, dass es an der fehlenden Berufserfahrung liegt und nicht an anderen Dingen? Klingt mir eher danach, dass du im Vorstellungsgespräch generell nicht überzeugst.

Im Augenblick haben wir in der Branche einen absoluten Bewerbermarkt und es herrscht Knappheit an Entwicklern und die PT-Preise steigen sukzessive. Daher stellt man auch immer öfters junge Entwickler mit wenig Berufserfahrung an, die dann on the Job lernen.
 
Was für Stellen suchst du dir den raus? Hast du uns ein Beispiel? Ich würde als Junior irgendwo anfangen. Dann kommt es drauf an, welche Projekt Methodik du an der Uni gelernt hast. Aktuell ist halt gerade agile alias scrum sehr gefragt. Was dann wiederum devops mit sich bringt
 
Arbeiten. Hast du nicht als Werkstudent gearbeitet waehrend des Studiums?
Wenn nein -> grosser Fehler.
Sonst: Open Source contributions in repos namhafter Orgs.
 
Hallo.
Start mit Junior-Entwickler, Erfahrung kann als Freelancer erhöht werden, es gibt eine große Anzahl von Aufgaben, nicht schwierig, aber für die Praxis von sehr notwendig. Wenn Sie einen guten Job machen, besteht die Chance, dass Sie in das Unternehmen gebracht werden, und es wird Erfahrung und Karrierewachstum geben.
 
Junior-Stellen oder Master + vernünftige Nebenjobs. Meiner Erfahrung nach sollte man Nebenjobs mit <=10h/Woche meiden, da kriegt man meist nur anspruchslose Aufgaben weil man halt kaum da ist. Lieber mal 15h+ / Woche, da ist man dann meist auch 2-3 Tage fast komplett da und kriegt viel mehr mit.
Musst auch etwas Glück bei der Wahl des Unternehmens haben. Manchmal arbeitet man etwas abgekapselt u. wirkt nicht unmittelbar am Projekt mit. Das variiert aber sehr stark.

Ich wurd damals als Werkstudent (16h/Woche) in ein, bereits knapp 2J laufendes Projekt, geworfen und sollte nach einer eigenständigen Einarbeitung erstmal die Aufgaben mit wenig Priorität bzw. geringem Aufwsnd umsetzen (Ergänzungen/ Änderungen am UI, kleine Bonus-Funktionen, ...). Man war auch geduldig mit mir und hatte Verständnis, dass Anfangs nicht alles rund lief. Spring. hibernate, Vaadin und co. ist hslt schon etwas viel für den Anfang, wenn man aus ner Uni mit eher theoretischem Fokus kommt und man nur kleinere Projekte selber entwickelt hat
Die restlichen Dev's wsren halt schon deutlich erfahrener & waren untereinander abgestimmt.
Ich wurde aber von Anfang an als festes Teil des Teams betrachtet, in Gesprächen zwischen Entwicklern & Projektleitung einbezogen, auf meine Ideen, Fragen usw. wurde eingegangen
Später durfte ich dann ganze größere Features / Komponenten entwickeln. Auf meinen Coding-Stil wurde nur wenig geachtet. Niemand hat von nem Studi erwartet, dass er sich 1:1 an alle nicht-dokumentierten Coding Voraben hält War nur ein halbes Jahr da, aber hab da sehr viel gelernt & das später in anderen Studentenjobs auch einsetzen können.
 
DirtyHarry91 schrieb:
Wie wärs, den Master dranzuhängen, und in der Zeit ne passende Werksstudententätigkeit auszuüben? Das bringt weitere Praxis und eventuell Chance auf Übernahme, wenn du dich gut anstellst.
This.

Werkstudententätigkeiten sind die besten Türöffner. Man muss halt etwas Energie in die Suche eines passenden Unternehmens investieren.
 
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