Würde es für AMD Sinn machen bei Zen2 die Preise deutlich anzuheben?

SimonK91

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Hallo Forum,

endlich ist wieder mal etwas Schwung drin bei den CPU-Entwicklungen. Ich würde mit euch gerne ein kurzes Gedankenspiel durchgehen... Ist also eher ein Glaskugelperformance-Vergleich-Thread hier, aber die These interessiert mich ziemlich.

Wir sehen ja aktuell bei Nvidias Preisgestaltung, dass ein Hersteller gerne mal eine ganz neue Preisregion erfindet (und zwar eine sehr hohe), solange die direkte Konkurenz keinen Konter liefern kann. Gemeint ist die RTX Generation, bei der man auf einmal vierstellige Preise für Consumer Grafikkarten zu zahlen hat. Auch wenn man die RTX Serie ein Stück weit eher als Ergänzung nach oben hin zu der GTX Serie sehen kann - Consumer Karten die sich an Gamer richten bleiben es trotzdem...

Nun hat Intel zur Zeit, und vor allem auch auf die nächsten 6-12 Monate gesehen absehbare Schwierigkeiten, AMDs Zen2 zu kontern, sofern es ca Q1-Q2 2019 in 7nm auf den Markt kommt. Ich habe gelesen dass Intel voraussichtlich erst zum Ende 2019 hin Ihre 10nm CPUs in den Markt bringen kann, von denen nichtmal gesagt ist dass sie besser werden als Zen2.

Würde es dann für AMD wirtschaftlich gesehen nicht auch Sinn machen, bei Zen2 die Preise vorerst richtig hoch anzusetzen, und zum Beispiel einen fiktiven AMD R7 3800X mit 8C/16 Threads Zen2 7nm nicht für ca 300€ auf den Markt zu spülen (wie man sich Stand heute erhoffen könnte), sondern dafür einfach mal flockige 550€ zu verlangen? Oder ist aus unternehmerische Sicht vielleicht ein weiterhin niedriger Preis aufgrund Marktanteile wertvoller? (indirekte Werbewirkung usw.)

Ich frage vor allem deshalb, weil ich mich in der Vergangenheit immer geärgert habe dass man günstige Phasen von bestimmten Hardware Komponenten nicht so richtig wahrgenommen hat und es dann später wieder teurer wurde (z.b. die Zeit wo es 16GB DDR4 für 50€ gab...). Vielleicht leckt man sich Mitte 2019 die Finger nach einem heutigen R7 2700X für 300€ und man ärgert sich, dass man heute ein R5 1600 zur Überbrückung auf Zen2 verbaut (weil man sich einen Zen2 8 Kerner für 300€ erhofft), anstatt direkt heute einen R7 2700X zu holen...)

Bin auf eure Gedanken dazu gespannt!
 
die 4 stelligen rpeise gabs auch bei der GTX 1080 ti. je nachdem wo du sie halt kaufst und Mondpreise sind normal zu beginn. amd ist nicht in der Position hohe preise zu verlangen. wirtschatllicher Misserfolg und fehlentwicklungen der vergangenen jahre haben amd halt dann doch einiges gekostet, nicht nur Geld;)
 
Du/Wir hast/haben leider nur ein Minimum an Informationen.

Für sowas wird AMD eine Menge hochbezahlten Spezialisten haben. Genaue Zahlen hat auch hier nur AMD.

Ich vermute aber die Preise bleiben niedrig da AMD erstmal einen großen Marktanteil will.
 
Ich denke AMD wird und muss die Preise weiterhin niedrig halten, um (vorallem im Servermarkt) Marktanteile zu gewinnen!
Erst wenn man wieder Boden gefasst hat, kann man sich sowas wieder langsam erlauben, siehe Intel
 
Ich erwarte für den Ryzen 3700X ähnliche Preise wie bei dem Ryzen 2700X. Für einen Ryzen 3800X mit 10 Kernen erwarte ca. 370 bis 400€, bei 12 Kernen 430-450€.
 
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Zen2 Preise:
Ich versuche mir wirtschaftliche, marktpolitischen und sonstige relevante Randbedingungen klarzumachen, wenn ich auf zukünftige Entwicklungen spekulieren will.
1. AMD, INTEL, NVIDIA sind AGs und damit ist Profitmaximierung Triebfeder Nummer 1.
2. Unter Berücksichtigung von 1. möchten Sie Ihre Marktpositionen (Anteile, Preis, Erträge) ausbauen.
3. AMDs Zen2 Preise werden zu einem Zeitpunkt abhängig von der dann aktuellen Situation der Mitbewerber in Hinblick auf 1. und 2. gestaltet.

Ich schließe: Je höher die Leistung von Zen2 zu ähnlichen dann aktuellen Produkten von INTEL ist, je höher wird der Preis sein.

Hardware Preise:
Der mittel- und langfristige Preistrend bei Halbleiterprodukten ist offensichtlich abwärts gerichtet. Kurzfristige Angebots und Nachfrageschwankungen (oder Mining Hypes) wirken sich auch sporadisch umgekehrt aus.
Darum habe beim HW-Kauf eigentlich immer darauf spekuliert, dass ich in eine HW günstiger kaufen könnte.
Das stimmte sogar bei RX Vega 56 / 64. Nur dass mir Vega 64 mit 459 EUR eigentlich immer noch zu viel ist in Relation zu meiner Sapphire Fury Tri-X
 
homerpower schrieb:
Ich vermute aber die Preise bleiben niedrig da AMD erstmal einen großen Marktanteil will.

Davon würde ich auch ausgehen, solange die Ausbeute stimmt. Das Topmodel wird bei entsprechender Dominanz (die ja absolut noch nicht in Stein gemeisselt ist) auch bei AMD relativ weit oben angesiedelt sein. Aber im Midrange Bereich wird AMD, solange der Marktanteil nicht der max. Produktionskapazität entspricht, immer versuchen Marktanteile dazu zu gewinnen.

Nivea würde auch keine sehr hohen Preise abrufen wenn sie aktuell einen Marktanteil von 20% hätten.

Meine Meinung...

Das Prob ist, AMD bräuchte vermutlich 15 Jahre dominierende Produkte um in den Köpfen die gleiche Reputation zu haben die Intel hat. Das ist aber relatib unwahrscheinlich, denn Intels hauptproblem ist nicht die Architektur sondern die Fertigung. Die letzten 10 Jahre war es genau andersherum.
 
Der große Unterschied zwischen AMD und Nvidia ist das Image.
Selbst bei vergleichbarer Leistung zu (deutlich) günstigeren Preisen tut sich AMD schwer gerade im OEM Markt Fuß zu fassen. Von daher glaub ich kaum das sich AMD auf einmal deutlich höhere Preise leisten kann.

Davon abgesehen, wie hier auch schon geschrieben, will/muss AMD erst einmal Marktanteile zurückgewinnen und das geht nunmal am besten über eine agressive Preispolitik ;)
 
LencoX2 schrieb:
Ich schließe: Je höher die Leistung von Zen2 zu ähnlichen dann aktuellen Produkten von INTEL ist, je höher wird der Preis sein.

So sehe ich das auch.
Allerdings mit der Einschränkung, dass AMD in Hinblick auf den möglichst deutlichen Ausbau des Marktanteils trotzdem weiterhin keine Intel Preise aufrufen wird, auch wenn die Zen2 CPUs entsprechend performant sein sollten.
 
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Selbst wenn Zen2 schneller als Intels Konkurrenzprodukt ist, wird AMD die CPUs billiger als der Konkurrenz anbieten.
Zwei Gründe dafür: Erstens AMD kann aufgrund der Modularen Bauweise günstiger produzieren.
Zweitens AMD muss Marktanteile gewinnen um für die Zukunft genug Kapital für konkurrenzfähige Produkte erwirtschaften zu können. Wenn sie die Produkte teurer anbieten, fahren sie kurzfristig höhere Gewinne ein, aber nur bis Intel die preise Senkt, oder ein konkurrenzfähiges Produkt hat. Nur durch den dauerhaften Gewinn von Marktanteilen, kann AMD in Zukunft genug Einnahmen generieren um auch zukünftig Konkurrenzfähige Produkte zu produzieren.
 
LencoX2 schrieb:
. AMD, INTEL, NVIDIA sind AGs und damit ist Profitmaximierung Triebfeder Nummer 1.
2.

Und bei der Profitmaximierung braucht man Stückzahl Stückzahl und nochmal Stückzahl... Das darf man nie vergessen. Egal ob Verpackung, Miete, Forschungkosten und Produktionskosten..
 
Schauen wir erst mal ob AMD mit Zen 2 überhaupt an die IPC, den Takt und der Speicherkompabilität von Intel heran kommen kann. AMD ist für viele weiterhin ein rotes Tuch, weil man seit Bulldozer bis Zen nichts konkurrenzfähiges hatte. AMD muss jetzt erst mal den 9900K knacken, der offenbar dank Verlötung 5.5Ghz OC schafft. Erst wenn AMD Hochfrequenzprozessoren für uns Hochfrequenzspieler am Markt hat und das Vertrauen der Käufer zurück erlangt hat, kann man Mondpreise verlangen. So lange ist man halt der Underdog mit nem guten P/L Verhältnis, der aber dennoch in Games zumindest noch nicht so ganz mithalten kann.

Für mich ist Zen+ bisher uninteressant, ob Zen2 interessant wird entscheidet die Leistung in den Benchmarks und der Preis. Bisher hat man sich bei AMD durch den geringen Preis von Zen Marktanteile zurück erobern können, aber sobald man wieder in der oberen Liga mitspielt könnte das wieder kippen.
 
Zuletzt bearbeitet:
AMD wird noch länger nicht in der Position sein, ähnliche Preise wie die Konkurrenz abzurufen, dafür fehlt einfach der Marktanteil und der allgemeine Ruf bei der potenziellen Käuferschicht. Einzige Ausnahme ist ein Topmodell, wenn es dem der Konkurrenz ebenbürtig ist.
Aber darin steckt immer noch sehr viel Glaskugel. Man sieht ja schon hier im Forum, wie schnell die Stimmung Pro/Contra Intel/AMD/Nvidia kippen kann.
 
Es gibt bei deiner Fragestellung aus dem Thread-Titel nur zwei-einhalb Dinge, die beachtet werden müssen:

1.) Wie ist die in dem Moment aktuelle Stellung am Markt? Hält man viele Prozentpunkte bzw. hat man viele im Gegensatz zur jüngeren Vergangenheit dazu gewonnen?

2.) Ist vielleicht sogar der wichtigere Punkt. Was macht der direkte Mitbewerber? Hat er ein vergleichbares Produkt schon raus gebracht oder länger am Markt bzw. hat er einen genauen Release Termin für sein neues Produkt genannt?

2.5) Wenn die Fragestellungen bei Punkt 2 eher offen sind, ist das absolute Konjunktiv gesetzt: könnte der Mitbewerber auf der Fertigungsstraße was liegen haben, was er noch nicht genannt hat, aber mit einem "bang" erscheinen könnte?

AMD würde aber in meinen Augen gut daran tun, nicht zu sehr an der Preisschraube nach oben zu drehen. Man hat endlich wieder einen Prozessor, der nach der FX-Zeit gegenüber Intel in Schlagdistanz ist. Dieses Argument sollte man nicht mit hohen Preisen zerstören...

...dann geht nämlich das Erbsenzählen los, sprich wer hat wo das dünne Haar Vorsprung.
 
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