Zersplittert langsam die Linux-Gemeinde?

moonwalker99

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Ich weiß nicht, ob der Thread hier richtig aufgehoben ist. Im Sonstiges-Bereich gibt's kein Unterforum für Technik-Talk.

Ich habe auf meinem Laptop Linux Mint in der Debian Edition laufen und bin damit recht zufrieden. Besonders der Mate-Desktop gefällt mir wegen des bekannten Gnome2-Aussehens.

Mark Shuttleworth hat vor kurzem den Ubuntu Bug #1 geschlossen, weil Microsoft angeblich keine beherrschende Stellung mehr hätte. Das kann man natürlich anders sehen. Schade finde ich, dass ich von Ubuntu zu einer anderen Distribution wechseln musste, weil ich weder mit Unity noch mit Gnome3 etwas anfangen konnte. Viele, die mit Gnome2 zurecht kamen, sind zu Linux Mint gewechselt.

Vor einigen Jahren hätte man einem DAU Ubuntu für den Desktop empfohlen. Das war ja die Desktop-Distri schlechthin, mit einem sehr guten deutschsprachigen Wiki. Mittlerweile würde ich Ubuntu nicht mehr empfehlen. Wäre es nicht sinnvoller, die Desktops, die mit Mint ausgeliefert werden, auch in Ubuntu zu integrieren? Wäre es nicht sinnvoller, wenn verschiedene Distributionen zusammenarbeiten würden, anstatt die ganze Gemeinde noch weiter aufzusplittern?
 
Und was genau fragmentiert jetzt die Linux Gemeinde?

Diskussionen über den richtigen Desktopmamager sind so alt, wie Linux selbst. Schau mal in 20 Jahre alte Newsgruppen Postings hinein.

Was man heute sagen kann. Heute findet jeder User seine passende Distribution. Das würde ich nicht Zersplitterung nennen. Sondern ein großes Angebot mit individuellen Lösungsmöglichkeiten.
 
Es bringt doch eine gewisse Artenvielfalt in das ganze Sytem rein. Es macht es natürlich auch unübersichtlich und schwer durchschaubar für Personen, die in Linux einsteigen wollen.
Ich finde das dieses Aufgesplittere gehört zu Open Source dazu.
 
Dass Nutzer von Ubuntu zu anderen Distris abwandern ist für mich kein Zeichen von Zersplitterung sondern von sinkender Beliebtheit von Ubuntu. Die Ubuntu-Gemeinde zersplittert, ja, genauer gesagt sie wird kleiner (wobei das Kleinerwerden möglicherweise durch Zufluss von neuen Nutzern kompensiert oder sogar überkompensiert wird). Aber die Linux-Gemeinde ist genauso zersplittert oder nicht zersplittert wie vor einigen Jahren.
 
Ubuntu setzt nunmal auf Unity, weil sie eine einheitliche Oberfläche für Smartphones, Tablets, Net-&Notebooks sowie PCs bieten wollen. Das kann man mögen oder nicht. Zweifellos polarisiert es. Ich konnte dem auch nichts abgewinnen und nutze inzwischen hier auch gerade Mint.

Dennoch kannst du Mate auch in Ubuntu über die Paketverwaltung installieren! Das gleiche gilt für die anderen großen. Debian, Arch, Fedora..
Das ist doch das schöne bei Linux, hier hast du bei der Desktopumgebung eine riesige Auswahl :-)

Ich denke auch nicht, dass es mehr zersplittert ist als früher.. Eher war es ungewöhnlich wie groß der Anteil der Ubuntunutzer war.
 
Photon schrieb:
Dass Nutzer von Ubuntu zu anderen Distris abwandern ist für mich kein Zeichen von Zersplitterung sondern von sinkender Beliebtheit von Ubuntu.
Der Großteil der User wandert ja nicht wirklich ab. Wirkliche Abwanderung wäre, wenn sie zu Gentoo, Arch oder Suse gehen würden. Nö, viele nehmen nur eben ein Ubuntu-Derivat wie Mint. Das Höchste der Gefühle ist da wohl noch LMDE, das viel näher an Debian als an Ubuntu ist.
Eine Zersplitterung sehe ich hier nicht. Die meisten Distributionen sind eh austauschbar.

Ob man Unity jetzt mag oder nicht, dass soll jeder für sich entscheiden. Ich mochte Gnome2 wirklich, aber statt die Distribution z.B. zu Mint zu wechseln bin ich einfach auf Gnome3 umgestiegen und find es auch gut.... eben anders gut. Unity hat auch seine Stärken, begeistert mich nur auf nem 24" einfach nicht von der Raumaufteilung her. Auf nem 14" und kleiner hingegen...
 
Diese Fragmentierung finde ich nur natürlich und sinnvoll, würde man sich auf wenige Projekte konzentrieren gäbe es weniger Experimente und Innovationen. Außerdem findet so jeder das richtige für sich und man hat stets Alternativen zur Hand.
 
Ich bin von Ubuntu zu Arch Linux abgewandert.
Warum? Weil Ubuntu jeden möglichen Quatsch installiert den man mit Sicherheit nicht braucht.
Dazu zählen die Amazon Ergebnisse in der "Systemsuche".
 
also ich bin von Ubuntu zu Debian gewechselt. Find das überladene Ubuntu sowas von hässlich. Debian ist eine Distribution die nicht abstürzt und trotzdem alles kann was man unter Ubuntu auch kann. Ubuntu basiert ja auf Debian. Benutzeroberfläche brauch ich sehr selten und lass ich manuell starten. Sprich wenn ich was grafisches brauche gib ich xstart ein. Meistens brauch ich ja eh nur die Shell.
 
Debian ist in erster Linie eine hochgradig stabile Server/Workstation - Distribution. Das sieht man daran, wie viele Jahre zwischen Debian 6 und 7 lagen und wie "alt" der Kernel von Debian 7 ist.
Ubuntu ist eine Home-Distri (von LTS abgesehen, die ist toll für Server, nutz ich selbst auf einem Firmenserver), die eine gute Balance zwischen Stabilität und Aktualität sucht.
Arch (oder LMDE) sind dann das absolute Extrem: Stabilität wird zu Gunsten von Bleeding Edge geopfert.

Man kann diese Konzepte keinesfalls vergleichen. Ich setz im Büro sowie auf einem unserer Server auf Ubuntu 12.04 LTS, ein anderer Server ist (noch) Debian 6. Zuhause mag ichs aktueller: Ubuntu 13.04 mit einigen Daily-Repos. Ich will es aber nicht so experimentell wie das eben die Rolling Releases handhaben.

Man kann übrigens auch ein Ubuntu dazu erziehen, dass es den X-Server resp. LightDM nicht automatisch startet. Aber warum sollte man, wenn man das Ding als Arbeitsplatz verwendet? Oder anders gefragt: Warum sollte man auf einem Server X überhaupt installieren? Ich installiere nur noch per Mini-Iso genau das, was ich für den jeweiligen PC will.
 
moonwalker99 schrieb:
Mark Shuttleworth hat vor kurzem den Ubuntu Bug #1 geschlossen, weil Microsoft angeblich keine beherrschende Stellung mehr hätte. Das kann man natürlich anders sehen.
Naja, in gewisser Weise hat er schon Recht, Windows verliert mehr und mehr an Bedeutung. Android hingegen gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich in Zukunft auch Ubuntu seinen Platz finden wird(Vorallem die Smartphone Dockingstation -> Vollwertiger PC Sache finde ich total geil).

moonwalker99 schrieb:
Schade finde ich, dass ich von Ubuntu zu einer anderen Distribution wechseln musste, weil ich weder mit Unity noch mit Gnome3 etwas anfangen konnte. Viele, die mit Gnome2 zurecht kamen, sind zu Linux Mint gewechselt.
Naja wechseln muss man da nicht, man kann sich ja jede beliebige Oberfläche unter Ubuntu installieren.

moonwalker99 schrieb:
Vor einigen Jahren hätte man einem DAU Ubuntu für den Desktop empfohlen. Das war ja die Desktop-Distri schlechthin, mit einem sehr guten deutschsprachigen Wiki. Mittlerweile würde ich Ubuntu nicht mehr empfehlen.
Also ich werde Ubuntu weiterhin empfehlen.

moonwalker99 schrieb:
Wäre es nicht sinnvoller, die Desktops, die mit Mint ausgeliefert werden, auch in Ubuntu zu integrieren? Wäre es nicht sinnvoller, wenn verschiedene Distributionen zusammenarbeiten würden, anstatt die ganze Gemeinde noch weiter aufzusplittern?
Wie gesagt, man kann Cinnamon auch unter Ubuntu sehr leicht nachinstallieren!
Ist sogar in den Standard Repos.
Die Zersplitterung ist, wie schon erwähnt, wichtig, da so Innovation erst möglich wird.

Photon schrieb:
Dass Nutzer von Ubuntu zu anderen Distris abwandern ist für mich kein Zeichen von Zersplitterung sondern von sinkender Beliebtheit von Ubuntu. [...] oder sogar überkompensiert wird)
Ubuntu wird sicher nicht unbeliebter. Mint z.B. wird halt auch beliebter, aber das ist ziemlich unabhängig voneinander.
Ich z.B. benutze weiterhin Ubuntu, und daran wird sich nichts ändern, solange es OpenSource bleibt.
 
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