Wie gut ist Marathon?: Bungie liefert und muss trotzdem bangen
Marathon (Technik-Test) ist ein Schicksalsspiel. Mit dem Shooter ist fest die Frage verknüpft, wie es mit Bungie weitergeht. Das Studio braucht einen Hit um sein Überleben zu sichern. Und es scheint so, als habe Bungie die Hausaufgaben gemacht. Aber am Ende entscheiden Gamer weltweit.
Der Kontakt zu einer verlorenen Kolonie der Menschheit wird wiederhergestellt und mir nichts dir nichts fangen Söldner in künstlichen Körpern an sie auszuplündern. Das Setting von Marathon passt perfekt zu einem Extraction-Shooter. Und den baut Bungie sogar mutig, wenn man den ersten Eindrücken glauben darf. Mehr als die gibt es aber noch nicht, finale Berichte sollen nach Willen des Publishers erst erscheinen, wenn das Endgame von Marathon Ende des Monats freigeschaltet wird.
Ein erstes Bild
Ein paar Tage nach dem offiziellen Start lässt sich allerdings ein recht klares Bild gewinnen. Einhellig wird ein Shooter beschrieben, dessen Gunplay schlicht exzellent ist. Zudem hält der Shooter, bestätigen Rezensionen auf Steam, eine Menge zu Entdecken bereit.
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1 (sehr gut)
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6 (mangelhaft)
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Ich spiele Marathon nicht
Das kommt zum Tragen, weil Bungie sich traut, Marathon knallhart zu gestalten. Man stirbt schnell, schildern Tester. Ausrüstung zu verlieren ist dabei wertvoller als anderswo, ergänzt Push Square, weil sie Builds beeinflusse. Sterben tut also wirklich weh, ob durch andere Spieler, die Umwelt oder die KI. Marathon spielt sich laut GamePro deshalb „intensiv“ und ergänzt: „grundsätzlich ist Marathon kein angenehmes oder gar Wohlfühl-Spiel“. Knallhart sei es, sagen andere Tester.
Erst leiden, dann Spaß haben
Dazu, in Marathon „viel entdecken“ zu können, muss man aber erst einmal kommen. Auch das ist mutig oder ungeschickt: In jedem Test werden die gleiche Dinge kritisiert. Die hohe Einstiegshürden etwa, man muss Karten kennen und Basics freischalten, notiert GamePro, die Lernkurve ist steil. Dazu komme ein viel zu knappes Tutorial und ein überladenes, unübersichtliches Nutzerinterface, moniert Screen Rant.
Von Spielern kommt darüber hinaus die übliche Kritik an teuren Mikrotransaktionen, einem reizarmen Battle Pass sowie der Progression, Bungie hat hoch angesetzt. Warum das Studio nichts aus Destiny gelernt hat? Muss Geld verdienen. Die Entwickler haben mit ersten Patches immerhin zügig korrigiert, Feedback aus Beta bereits umgesetzt.
Technisch zeigt sich das Spiel in Benchmark-Tests solide: Die CPU wird mehr, die Grafikkarte weniger beansprucht, insgesamt sind Performance und Optik gelungen.
Fazit: Gut, aber reicht das?
Dem ersten Eindruck nach ist Marathon ein gutes Spiel mit packendem Gameplay, das zeigt, warum Extraction Shooter so fesselnd sind. Es ist also gut. Aber ob es das ist, was Bungie braucht, muss die Zeit zeigen. Denn Bungie braucht nicht nur ein richtig gutes Spiel, sondern eines, das extrem populär ist – und das sind zwei Paar Schuhe.
Insofern ist die Entscheidung von Bungie extrem mutig, denn ein schweres Spiel, das Einarbeitung erfordert, ist selten in der gigantischen Breite massentauglich, die ein Service-Spiel benötigt. Aktuell sind „nur" 62.000 Spieler in der Spitze gleichzeitig online gewesen. Ob die Wette aufgeht, wird die Zeit zeigen. Ein Hoffnungsschimmer gibt es, denn auf Steam sind von über 15.000 Bewertungen 90 Prozent positiv.
| Publikation | Wertung |
|---|---|
| PC Gamer | – |
| Push Square | – |
| Game Pro | 76-86/100 |
| Screen Rant | 7/10 |
| VGC | 4/5 |
| Metacritic | Presse: -/100 Nutzer: 5.5/10 |
Wow, was für ein Spiel! Schon in den ersten Sekunden hat mich Marathon beim Demo-Wochenende abgeholt. Coole Optik, spannendes Setting, geschmeidiges Gameplay, das sich einfach gut anfühlt – einfach der Hammer. Aber bitte nicht in einem weiteren Live-Service-Spiel mit Grind und FOMO-Mechaniken.
Das Paket hätte ich gerne als klassischen Singleplayer-Shooter mit toll choreografierter Geschichte, packenden Missionen und gerne optionalem Multiplayer. Warum denn, gerade bei dem Vorbild, nicht mit Deathmatch? Hach, wie schön wärs gewesen. So bin ich raus, nur einen weiteren, wenn auch guten, Online-Shooter braucht meine Welt nicht.