Im Test vor 15 Jahren: Apples MacBook Air in der zweiten Generation

Robert McHardy
13 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Apples MacBook Air in der zweiten Generation

Bei dem ersten MacBook Air ging Apple nach dem Motto „weniger ist mehr“ vor und strich viele von anderen Notebooks gewohnten Features. Mit der zweiten Revision des MacBook Air (Test) beharrte der Hersteller auf dieser Strategie und machte den Laptop noch leichter und dünner.

Leicht und kompakt mit alter Hardware

Der Fokus bei dem MacBook Air lag nicht auf der neuesten Hardware oder der höchsten Leistung, sondern auf langer Akkulaufzeit und Portabilität. Daher war die Hardware des MacBook Air in Form eines Intel Core 2 Duo SL9400 und einer GeForce 320M nicht sonderlich aktuell. Die Dual-Core-CPU war zum Erscheinungszeitpunkt über zwei Jahre alt, während die GPU nur knapp eineinhalb Jahre auf dem Buckel hatte. Abseits davon verfügte das MacBook Air über vier GByte DDR3-Arbeitsspeicher. Die GPU konnte zusätzlich zu ihrem 256 MByte großen DDR3-Speicher bis zu 1,5 GByte des RAMs verwenden. Als Massenspeicher kam eine 256 GByte große SSD zum Einsatz, die über ein S-ATA-2-Interface angebunden war. Aus heutiger Sicht untypisch für Apple: Die SSD ließ sich – als einzige Komponente – von Anwendern austauschen, da sie nicht fest verlötet war.

Mit einem Gewicht von lediglich 1,3 kg war klar, dass das MacBook Air auf Portabilität getrimmt war. Auch die Dicke von lediglich 17 mm war für damalige Verhältnisse extrem dünn. In das dünne Gehäuse verpackte Apple einen 50 Wh fassenden Akku, der für eine gute Laufzeit sorgen sollte. Das 13,3-Zoll-Display war mit 1.440 × 900 Pixel ebenfalls relativ hochauflösend. In puncto Konnektivität sah es bei dem MacBook Air eher mau aus. Gegenüber der ersten Generation spendierte Apple dem Notebook einen zweiten USB-2.0-Anschluss, abseits davon gab es einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, einmal Mini-DisplayPort sowie einen SD-Kartenleser und den MagSafe-Anschluss für das Ladegerät. Die getestete Konfiguration des MacBook Air kostete etwa 1.600 Euro, das kleinste Modell mit 11-Zoll-Display, langsamerer CPU, zwei GByte Arbeitsspeicher und einer 64-GByte-SSD startete ab 1.000 Euro.

Apple MacBook Air (MBA 3.2 MC504D/A-4GB)
Prozessor Intel Core 2 Duo SL9400 (1.860 MHz, 6 MByte Cache)
Chipsatz Nvidia MCP89
Display 13,3" (33,8 cm), 1.440 × 900 Pixel (16:10, 128 ppi), LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Grafik Nvidia GeForce 320M (GPU-Takt 450 MHz, Shader-Takt 950 MHz), 256 MByte DDR3, zusätzlich bis zu 1,5 GByte Shared Memory
Arbeitsspeicher 4 GByte (DDR3-1067, fest verlötet, zwei Module)
Speichermedien Apple SSD TS256C (SSD, 256 GByte, S-ATA 2)
Kommunikation WLAN (802.11 b/g/n), Bluetooth 2.1
Anschlüsse 2 × USB 2.0, Mini-DisplayPort, Audio-Eingang (3,5-mm-Klinke)
Weitere Ausstattung Kamera (0,3 MP, Fix-Fokus), SD-Card-Reader
Akku Lithium-Polymer-Akku (50 Wh)
Abmessungen
B × H × T [mm]
325 × 17 × 227
Gewicht (inkl. Akku) 1,3 kg

Typisch Apple

Das MacBook Air folgte dem typischen Apple-Design mit einem silbernen Aluminiumgehäuse ohne viel Farbe. Das Design war schlicht, aber elegant und die Verarbeitung hervorragend. Spitze Kanten oder ein Knirschen des Gehäuses suchte man vergeblich. Ebenso „typisch Apple“ war die Chiclet-Tastatur, die insgesamt einen guten Eindruck hinterließ, einen klaren und gleichmäßigen Druckpunkt aufwies. Wie auch heute noch gehörte das große Touchpad zu den besten seiner Art und war über alle Zweifel erhaben.

Bei dem Display konnte Apple ebenfalls Pluspunkte verbuchen. Die Auflösung war für damalige Verhältnisse hoch, die Blickwinkelstabilität gut und die Helligkeit hoch. Der Kontrast war mit 577:1 sehr gut, was doppelt so hoch wie bei den meisten anderen Geräten ist. Etwas Kritik gab es für die ungleichmäßige Helligkeitsverteilung.

Diagramme
Cinebench R10
  • 1-CPU:
    • Asus N53SV (Core i7-2720QM, Geforce 540M, HDD)
      5.072
    • Schenker XMG A701 (Core i7-2630QM, Geforce 540M, HDD)
      4.461
    • Acer Aspire Timeline X 5820TG (Core i5-480M, HD6550M, HDD)
      3.560
    • Apple MacBook Air (C2D SL9400, Geforce 320M, SSD)
      2.021
  • X-CPU:
    • Asus N53SV (Core i7-2720QM, Geforce 540M, HDD)
      17.945
    • Schenker XMG A701 (Core i7-2630QM, Geforce 540M, HDD)
      16.153
    • Acer Aspire Timeline X 5820TG (Core i5-480M, HD6550M, HDD)
      8.083
    • Apple MacBook Air (C2D SL9400, Geforce 320M, SSD)
      4.006
  • OpenGL:
    • Asus N53SV (Core i7-2720QM, Geforce 540M, HDD)
      5.793
    • Asus N53SV (Core i7-2720QM, Intel HD 3000, HDD)
      5.628
    • Schenker XMG A701 (Core i7-2630QM, Geforce 540M, HDD)
      5.072
    • Acer Aspire Timeline X 5820TG (Core i5-480M, HD6550M, HDD)
      4.728
    • Apple MacBook Air (C2D SL9400, Geforce 320M, SSD)
      3.992
Einheit: Punkte

Wie erwartet war die Leistung in den verschiedenen Benchmarks eher gering. Andererseits konnte das MacBook Air bei der Akkulaufzeit überzeugen und erreichte nahezu acht Stunden in einem Praxistest. Überzeugend war auch die Lautstärke des Lüfters, der im Leerlauf unhörbar und unter Last zwar wahrnehmbar, aber nicht zwangsläufig störend war. Die erreichten Temperaturen und die Temperaturverteilung über das Gehäuse hinweg fielen gut aus, an der Unterseite des Laptops wurden 28 °C im Leerlauf und 36 °C unter Last nicht überschritten.

Diagramme
Akku
  • Praxistest:
    • Asus N53SV (Core i7-2720QM, Geforce 540M, HDD)
      3:15
    • Schenker XMG A701 (Core i7-2630QM, Geforce 540M, HDD)
      3:37
    • Acer Aspire Timeline X 5820TG (Core i5-480M, HD6550M, HDD)
      6:33
    • Apple MacBook Air (C2D SL9400, Geforce 320M, SSD)
      7:24
Einheit: Stunden, Minuten

Fazit

Das MacBook Air war nicht das perfekte Notebook für jedermann. Die Hardware war alt und der Preis hoch. Wer eine mobile Workstation suchte, der war bei anderen Herstellern deutlich besser und preiswerter aufgehoben. Wem kompakte Abmessungen, ein geringes Gewicht und lange Akkulaufzeit zusammen mit einem schicken Design, einem sehr guten Trackpad und Bildschirm wichtig waren, der war mit dem MacBook Air gut beraten. Wie immer spaltete jedoch auch dieses Apple-Produkt die Geister.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

Noch mehr Inhalte dieser Art und viele weitere Berichte und Anekdoten finden sich in der Retro-Ecke im Forum von ComputerBase.