Google und Back Market: ChromeOS Flex statt Elektroschrott für Notebooks
Back Market und Google nutzen den MWC in Barcelona, um eine Debatte über die Lebensdauer von Hardware anzustoßen. Dazu starten die Unternehmen ein Pilotprogramm, mit dem kompatible, bereits vorhandene Notebooks ein neues Leben mit ChromeOS erhalten sollen.
ChromeOS auf alten Notebooks per USB-Stick
Mithilfe von ChromeOS-Flex-USB-Sticks sollen ältere Windows- und Mac-Geräte zu cloudbasierten Geräten werden. Über den USB-Stick lässt sich ChromeOS Flex installieren. Das Pilotprogramm richtet sich zunächst an Händler und Kunden auf der Plattform sowie an Schulen und kleine Unternehmen. Back Market ist ein Marktplatz für professionell erneuerte Elektrogeräte. Ziel der Kooperation ist es, dass kompatible ältere Notebooks mit ChromeOS Flex noch mehrere Jahre lang genutzt werden können, während sie sonst häufig ein Fall für den Elektroschrott wären. Denn die Hardware ist häufig für alltägliche Aufgaben wie Surfen, Streaming, Dokumentenerstellung und webbasiertes Arbeiten nicht das Problem, sondern die inzwischen nicht mehr erhältlichen Software-Updates oder Upgrades etwa in Form von Windows 11. Mit dem webbasierten Ansatz von ChromeOS Flex lässt sich diese Problematik insofern umgehen, da Updates und Sicherheit von der Cloud abhängen, nicht vom Gerät selbst. Auf diese Weise kann auch alte Hardware länger eine geschützte Umgebung bieten.
Zunächst als Pilotprojekt ausgelegt
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit bietet Back Market Händlern, Kunden, Schulen und kleinen Unternehmen USB-Keys mit ChromeOS Flex an. Mit diesen lässt sich das cloudbasierte Betriebssystem von Google auf den Geräten nutzen. In der Pilotphase soll die Aktion zunächst in begrenztem Umfang starten, um zu lernen, wie der Zugang barrierefreier gestalten werden kann.
Mit dem Ende von Windows 10 stehen Millionen funktionsfähige Notebooks vor dem Aus, da sie kein Upgrade auf Windows 11 erhalten. Gleichzeitig werden immer mehr Aufgaben auch am Notebook in der Cloud durchgeführt.
Laut UN-Angaben (UNITAR) fielen 2022 weltweit über 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Ein Volumen, das fünfmal schneller wächst als die Recycling-Kapazitäten.
Google und Back Market nutzen das „Slow Tech Uprising“-Event parallel zum Mobile World Congress in Barcelona, um ihre Kooperation bekannt zu geben. Im Fokus des Events steht die Frage, wie der Einsatz von KI den Wert von Hardware neu definiert. Dabei geht es auch um die Frage: Wie lange sollte ein Gerät im Zeitalter der Cloud eigentlich halten?
Unterschiede zwischen ChromeOS Flex und ChromeOS
ChromeOS und ChromeOS Flex haben die gleiche zugrunde liegende Technologie und die gleichen Verwaltungstools. ChromeOS-Geräte enthalten jedoch einen Google-Sicherheitschip, über den geprüft wird, ob Hardware und Betriebssystem vertrauenswürdig sind. Da ChromeOS-Flex-Geräte keinen Google-Sicherheitschip enthalten, ist der verifizierte Bootvorgang von ChromeOS auf diesen Geräten nicht verfügbar. Zudem kann das BIOS und die UEFI-Firmware auf ChromeOS-Flex-Geräten nicht automatisch aktualisiert werden. Da ChromeOS-Flex-Geräte nicht zwingend ein Trusted Platform Module (TPM) besitzen, kann es zudem unter Umständen nicht über einen Verschlüsselungsschlüssel auf Hardwareebene geschützt werden.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Back Market unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.