Qualcomm × Arduino: Mit dem VentUNO Q will Mikrocontroller-Platinen-Fertiger höher hinaus
Zur embedded world 2026 bringt Arduino nach dem UNO Q den VentUNO Q mit. Dieser spielt in einer ganz anderen Liga, was sowohl die Größe der Platine, der verbauten Chips und die daraus resultierende Leistung als auch den Preis betrifft. Der liegt nämlich beim Sechsfachen des UNO Q.
Auch fünf Monate nach dem Kauf von Arduino durch Qualcomm müssen die Verantwortlichen des bis dahin für einfache Platinen bekannten Unternehmens Arduino Überzeugungsarbeit leisten, dass sich Qualcomm nicht zu sehr einmischt und man sie doch einfach das machen lässt, was sie gut können.
Und so betonten die Sprecher in einem Vorab-Briefing in der vergangenen Woche, dass natürlich auch die neuen Produkte voll auf Open Source setzen und für jedermann verfügbar und optimierbar sein werden. Und man hofft, dass Qualcomm doch mehr wie Arduino wird, und nicht umgekehrt. die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus dem Wunsch etwas geworden ist.
Und so verwies Arduino als Erstes auf den großen Erfolg der im November vorgestellten Plattform UNO Q. Dort spielen natürlich viele Faktoren mit hinein. Das einzigartige Design und die Möglichkeiten für unter 48 Euro – seit November unverändert – gehören dazu. Aber auch sonst hat das Unternehmen 2025 als Sprungbrett in weitere Bereiche genutzt.
VentUNO Q ist viel größer und vielfältiger einsetzbar
VentUNO Q ist der Name der neuesten „Open-Source- und Physical-AI-fähigen Dual-Brain-Entwicklungsplattform“ – so nennt es der Hersteller. Diese nutzt den Qualcomm Dragonwing IQ-8275 und wurde primär zur Unterstützung von KI- und Robotikanwendungen entwickelt. Dafür gibt es acht Kryo-CPU-Kerne und eine Adreno-GPU, aber auch einen Hexagon-Tensor-Prozessor – also so, wie man es von Qualcomm kennt. 40 TOPS AI-Leistung bietet das Paket so.
Nicht weniger wichtig ist der Controllerchip STM32H5F von STMicroelectronics, der primär für sichere IoT-Anwendungen, industrielle Steuerungen (SPS), Smart-Home-Geräte und medizinische Systeme gedacht ist. Erst das Komplettpaket befähigt Entwickler, intelligente Lösungen zu entwickeln, „die nicht nur ‚denken‘, sondern die physische Welt aktiv gestalten, indem sie die Barriere zwischen Hochleistungsrechnen und Echtzeit-Aktionismus durchbricht,“ erklärt der Hersteller. Zu den Hauptanwendungen gehören so AMRs (Autonome Mobile Roboter), Echtzeit-Sprachübersetzung, berührungslose Interaktionskioske, Edge-Verkehrsüberwachung und bildbasierte Bestandsüberwachung.
Die Platine ist so zwar deutlich größer geworden, bietet aber auch viele Anschlüsse onboard, aber auch für den Einsatz in einem Gehäuse nach außen. Zudem fasst sie direkt 16 GByte LPDDR5 und Massenspeicher über einen M.2-Steckplatz.
Am Ende ist das Paket dann allerdings günstig – wobei dies natürlich im Auge des Betrachters und Kunden liegt, was er damit machen möchte. Qualcomm und Arduino schwebt heute ein Preis von unter 300 US-Dollar vor, verfügbar soll die Lösung ab dem zweiten Quartal werden. Die Webseite hält bis dahin aktualisierte Informationen bereit.
Die Redaktion hat Informationen in diesem Artikel von Qualcomm/Arduino unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.