AMD Ryzen AI (Pro) 400: „Refresh“ bringt mal mehr Takt, mal Zen 5c statt Zen 5
Der nächste Refresh ist da: AMD Ryzen AI 400 ist Ryzen AI 300 2.0 für Notebooks des Jahrgangs 2026. Sieben Modelle bietet AMD in der regulären Familie auf, sechs weitere als Pro Version. Bei vielen Modellen gibt es mehr Takt, alle unterstützen DDR5-8533 – manchmal wird aber auch Zen 5 durch Zen 5c „ersetzt“.
Neue Serie ohne Überraschung
Bereits im März 2025 war eine Präsentation zu Gorgon Point durchgesickert und heute, knapp zehn Monate später, wird klar, wie korrekt die darauf genannten Informationen schon waren.
Aus 10 werden 13 Modelle
Gorgon Point ist der Refresh der aktuellen Ryzen-AI-300-Familie und vereint dabei AMD Strix Point und AMD Krackan Point unter einem Codenamen und baut das Portfolio weiter aus. Denn bis dato gab es zehn Ryzen AI (Pro) 300 auf Basis von Strix Point und Krackan Point, in Zukunft sind es dreizehn – wobei einige 1:1 überführt wurden, sich also nur der Name geändert hat.
Etwas mehr Takt, DDR5-8533 und manchmal kleinere Kerne
Oftmals gibt es minimal mehr Takt und an der Spitze 5 Watt mehr TDP. Und Gorgon Point unterstützt DDR5-8533 statt DDR5-8000.
Dabei wird es aber auch nicht überall „besser“, dies verrät die L2+L3-Cache-Bestückung einiger Ryzen 3 und Ryzen 5, die von zuvor 22 MByte auf 14 MByte absinkt. Dies konnte eigentlich nur bedeuten, dass AMD in dem Fall große Zen-5-Kerne gegen Zen 5c getauscht hat, was AMD auf Rückfrage dann auch bestätigte. In diesen Modellen gibt es fortan nur noch zwei große Zen-5-Kerne, vier weitere nutzen Zen 5c. Zuvor gab es hier den Aufbau 3+3.
Technische Daten im Überblick
| Modell | Architektur | Kerne/ Threads |
Takt (Basis/Turbo) |
Grafik | L2+L3-Cache (MB) |
TDP (Watt) |
NPU (TOPS) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AMD Ryzen AI 400 (Gorgon Point) | |||||||
| Ryzen AI 9 HX (Pro) 475 | 4×Z5 + 8×Z5c | 12/24 | 2,0-5,2 GHz | Radeon 890M RDNA 3.5, 16 CUs, 3,1 GHz |
36 | 15-54 | 60 |
| Ryzen AI 9 HX (Pro) 470 | 4×Z5 + 8×Z5c | 12/24 | 2,0-5,2 GHz | Radeon 890M RDNA 3.5, 16 CUs, 3,1 GHz |
36 | 15-54 | 55 |
| Ryzen AI 9 (Pro) 465 | 4×Z5 + 6×Z5c | 10/20 | 2,0-5,0 GHz | Radeon 890M RDNA 3.5, 12 CUs, 2,9 GHz |
34 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 7 (Pro) 450 | 4×Z5 + 4×Z5c | 8/16 | 2,0-5,1 GHz | Radeon 860M RDNA 3.5, 8 CUs, 3,1 GHz |
24 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 5 445 | 2×Z5 + 4×Z5c | 6/12 | 2,0-4,6 GHz | Radeon 840M RDNA 3.5, 4 CUs, 2,9 GHz |
14 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 5 Pro 440 | 3×Z5 + 3×Z5c (?) | 6/12 | 2,0-4,8 GHz | Radeon 840M RDNA 3.5, 4 CUs, 2,9 GHz |
22 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 5 (Pro) 435 | 2×Z5 + 4×Z5c | 6/12 | 2,0-4,5 GHz | Radeon 840M RDNA 3.5, 4 CUs, 2,8 GHz |
14 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 5 430 | 1×Z5 + 3×Z5c | 4/8 | 2,0-4,5 GHz | Radeon 820M RDNA 3.5, 4 CUs, 2,8 GHz |
12 | 15-28 | 50 |
| AMD Ryzen AI 9 300 (Strix Point) | |||||||
| Ryzen AI 9 HX (Pro) 375 | 4×Z5 + 8×Z5c | 12/24 | 2,0-5,1 GHz | Radeon 890M RDNA 3.5, 16 CUs, 2,9 GHz |
36 | 15-54 | 55 |
| Ryzen AI 9 HX (Pro) 370 | 4×Z5 + 8×Z5c | 12/24 | 2,0-5,1 GHz | Radeon 890M RDNA 3.5, 16 CUs, 2,9 GHz |
36 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 9 HX 365 | 4×Z5 + 6×Z5c | 10/20 | 2,0-5,0 GHz | Radeon 880M RDNA 3.5, 12 CUs, 2,9 GHz |
34 | 15-54 | 50 |
| AMD Ryzen AI 7 & 5 300 (Krackan Point) | |||||||
| Ryzen AI 7 (Pro) 350 | 4×Z5 + 4×Z5c | 8/16 | 2,0-5,0 GHz | Radeon 860M RDNA 3.5, 8 CUs, 3,0 GHz |
24 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 5 (Pro) 340 | 3×Z5 + 3×Z5c | 6/12 | 2,0-4,8 GHz | Radeon 840M RDNA 3.5, 4 CUs, 2,9 GHz |
22 | 15-54 | 50 |
| Ryzen AI 5 330 | 1×Z5 + 3×Z5c | 4/8 | 2,0-4,5 GHz | Radeon 820M RDNA 3.5, 2 CUs, 2,8 GHz |
12 | 15-28 | 50 |
Noch Refresh oder schon Rebrand?
Ist ein Mini-Update für ein Produkt eine komplett neue Bezeichnung wert, die noch mehr suggeriert? Diese Frage steht mit der Vorstellung der Gorgon Point-Lösungen von AMD einmal mehr im Raum.
Ja, es gibt Konstellationen wie AMD Ryzen AI 9 HX 370 und Ryzen AI 9 HX 475, die immerhin 100 oder 200 MHz mehr Takt für CPU und GPU sowie einige zusätzliche TOPS der NPU (durch Anhebung des Taktes realisiert) sowie LPDDR5X-8533 als Neuerung aufweisen. Bei kleineren Modellen wie Ryzen 5 AI verschwimmt das Bild jedoch noch mehr, denn hier sind Vorgänger und Nachfolger beinahe identisch oder bezüglich genutzter Kerne sogar eigentlich schlechter aufgestellt – wobei AMD dann immerhin einen ganz neue Modellnummer nutzt, die „niedriger“ liegt (340 vs. 435).
Im Kern ist und bleibt die ganze Serie aber Zen 5 mit RDNA 3.5, also genau das, was eigentlich schon im Sommer 2024 vorgestellt wurde und de facto 18 Monate alt ist.
Wie üblich ist die Antwort auf die Frage am Ende vielschichtig. Der Hersteller schiebt die Antwort gern zu den OEMs, denn „neue“ CPUs verkaufen sich für die Partner einfach besser als alte. Und 18 Monate alte Produkte mit mehr Takt mit einer Bezeichnung wie „Ryzen AI 9 HX 372“ oder „377“ zu verkaufen, ist auch unglücklich.
Genau das macht AMD allerdings bei dem ein Jahr alten Strix Halo mit den Modellen 392 und 388 parallel. Refresh oder Rebrand: Es ist und bleibt eine komplexe Thematik.
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Ja, das kann man schon Refresh nennen
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Nein, das ist für mich ein Rebrand
Immerhin sorgt diese gleiche Architektur dafür, dass Notebooks bereits in diesem Monat auf den Markt kommen sollen. Da die Partner ihre Designs und Platinen nicht (groß) verändern müssen, geht diese Umstellung auf das neue Produkt entsprechend schnell. Über 120 Designs erwartet AMD so bereits in diesem Jahr.
Herstellerbenchmarks mit übergroßen Balken
Dass es bei einem kleinen Update dann auch bei Benchmarks schwierig wird Unterschiede herauszustellen, beweist AMD heute ebenfalls. Die Darstellung im Procyon-Test, wo Ryzen angeblich Intel Lunar Lake „massiv abhängt“, bedeutet am Ende aber letztlich nur einen Vorsprung von 100 Punkten oder nicht einmal sechs Prozent. In anderen Tests, allen voran Multi-Core-Anwendungen, sieht es für Gorgon Point natürlich viel besser aus, schließlich bringt er stärkere Kerne und mehr Threads bei höherer TDP an den Start. Der echte Herausforderer ist letztlich aber ohnehin ein anderer: Intel Panther Lake, die heute ebenfalls vorgestellt und ab Ende Januar verfügbar werden sollen.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von AMD vor dem eigentlichen Messestart unter NDA erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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