Intel Xeon 6+: 288 schnellere & effizientere Kerne für den Mobilfunk-Einsatz
Zum MWC hat Intel die neuen Xeon mit bis zu 288 E-Cores alias „Clearwater Forest“ mitgebracht und demonstriert zusammen mit Ericsson deren Vorteile für Mobilfunk. Die neue Plattform sei im letzten halben Jahr deutlich gereift und steht nun kurz vor dem Marktstart, der noch im ersten Halbjahr 2026 erfolgen wird.
Von der Theorie in die Mobil-Praxis
ComputerBase konnte bereits in der vergangenen Woche mit Kira Boyko sprechen, sie ist als High Density Xeon Product Director bei Intel für die Xeon-E-Serie zuständig. Mit ihr hatte die Redaktion bereits im September 2025 das Vergnügen, als Clearwater Forest im Rahmen des großen Panther-Lake-Workshops einen kleinen Nebenschauplatz bot. Kurz vor der Einführung des Produkts wird nun der MWC 2026 in Barcelona von Kira Boyko und ihrem Team zusammen mit Partnern als Schauplatz für Neuheiten genutzt.
Die technischen Details zu Clearwater Forest sind bereits bekannt. Schwer blieb bisher jedoch stets die Einordnung, da es einerseits der Vorgänger Intel Sierra Forest fast ausschließlich als SP-Version mit 144 Kernen zu den Kunden geschafft hat, Intel Clearwater Forest aber nur als AP-Version mit 288 Kernen angeboten wird. Das sorgt natürlich für ein Ungleichgewicht in den von Intel präsentierten Vergleichswerten einschließlich Speicherinterface und natürlich TDP-Spielraum.
SP? AP? Böhmische Dörfer!? Mehr zu den technischen Details liefert der ComputerBase-Bericht:
Real-Life-Performance bei Ericsson im Fokus
Zum MWC 2026 rückt Profi-Equipment deutlich mehr in den Vordergrund als zur CES 2026 zu Beginn des Jahres. Denn Telekommunikationsausrüster setzen auf modernste Hardware in vielfältiger Form, auch Intels Xeon mit E-Kernen kommen hier bereits zum Einsatz. Genaue diese Kundschaft ist es deshalb auch, die mit seriennahen Nachfolger-Chips schon Tests absolvieren kann und nun erste Ergebnisse präsentiert.
Verbaut sind die Chips in einem Dell-System. Dieses ist zwar ein Dual-Sockel-Board, jedoch wird nur einer davon mit dem neuen Clearwater-Forest-Chip bestückt.
Die von Ericsson dargelegten Testergebnisse zeigen gleiche mehrere Dinge. Der augenscheinlich wohl größte Neuling der Serie Intel Clearwater Forest alias Xeon 6990E+ wird auch bei gleicher Anzahl an Kernen wie zwei Xeon 6780E schneller, 30 Prozent sind hier gesetzt.
Viel wichtiger aber jedoch ist der Effizienzgewinn, der bei über 60 Prozent liegt. Daraus resultiert auch eine deutliche Platz-Einsparung, die vor allem gegenüber aktuell noch überall im Einsatz genutzten Systemen, die ganz links dargestellt sind und aus der Generation Cascade Lake stammen, extrem ausfallen: 9 neue Server ersetzen 41 alte Server, der Energieverbrauch sinkt von 16,4 auf 6,3 Kilowatt.
Clearwater Forest wird aber nicht nur ein Produkt in einer Konfiguration, es wird Abwandlungen davon geben. Wie genau diese aussehen und was sie können, darf heute aber noch nicht verraten werden und steht noch unter NDA. Das Gesamtpaket macht hier und heute aber nun einen etwas runderen Eindruck als noch vor einem halben Jahr.
Der Start erfolgt wie geplant im ersten Halbjahr, versicherte Kira Boyko gegenüber ComputerBase ebenfalls. Dass es bei Telko-Lösungen dann aber durchaus noch Monate dauern kann, bis diese real und breit im Feld anzutreffen sind, steht auf einem ganz anderen Papier: Ericsson will diese neuen E-Core-Xeons ab 2027 einsetzen. Aber auch das ist Normalität, Telko- und 5G-Kunden setzen neue Produkte in der Regel erst 12 bis 18 Monate nach dem Start wirklich ein.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Intel unter NDA im Vorfeld der Messe in Barcelona erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.