Trotz neuer „Super“-Kerne: M5 Max nur 14 % schneller als der Vorgänger im Geekbench

Dennis Krause
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Trotz neuer „Super“-Kerne: M5 Max nur 14 % schneller als der Vorgänger im Geekbench
Bild: Apple

Noch warten die neuen MacBook Pro mit M5 Max auf ihre Auslieferung, doch schon jetzt tauchen im Geekbench 6 erste Benchmark-Ergebnisse auf. Die erzielten Werte stellen zwar neue Rekorde für Macs auf, doch kann sich der M5 Max mit 14 Prozent höheren Ergebnissen unter Volllast nicht mit viel Fortschritt rühmen. Wie kann das sein?

Nur 14 Prozent mehr Leistung bei der CPU

Die Ergebnisse sind nicht überraschend, denn Apple hat sie am Rande der Vorstellung bereits in der Pressemitteilung erwähnt. Es stellt sich dennoch die Frage, weshalb der Fortschritt im Multi-Core trotz gesteigerter Anzahl an Kernen (16 → 18) und neun Prozent mehr Leistung in den stärksten Kernen nur bei 14 Prozent liegt.

Geekbench 6 CPU MC (Alle Kerne) CPU SC (stärkster Kern)
M1 Max 12.255 2.374
M2 Max 14.740 2.749
M3 Max 20.960 3.128
M4 Max 25.702 3.915
M5 Max 29.233 4.268
M5 Pro ? ?

Geringster Anstieg in fünf Generationen

Der interaktive Vergleich zeigt zudem: Bei den Max-Chips macht die M5-Generation bisher den kleinsten Sprung seit dem Umstieg auf Apple Silicon. Sowohl die Leistung aller Kerne, als auch die Leistung des stärksten sind zwischen zwei Generationen noch nie so gering angestiegen.

Diagramme
Geekbench 6 MC (Alle Kerne)
    • M5 Max
      29.233
    • M4 Max
      25.702
    • M3 Max
      20.960
    • M2 Max
      14.740
    • M1 Max
      12.255
Einheit: Punkte

Der M5 Max setzt weiterhin auf die aktuellste 3-nm-Fertigung von TSMC und nutzt wohl dieselbe CPU-, GPU- und NPU-Architektur, die bereits im A19 Pro des iPhone 17 Pro Max verwendet wird. Erstmals nutzt Apple auch unterhalb der Ultra-Modelle Dual-Die-SoCs und verbindet zwei Dies zu einem über TSMCs SoIC-Prozess. Gleichzeitig nennt Apple die stärksten Kerne nun „Super“-Kerne und verbaut im Gegenzug neue Performance-Kerne, die die bisherigen kleinen Effizienz-Kerne ersetzen. Unter der Haube hat sich also dennoch viel getan.

Die neue Kernaufteilung

Ganz neu ist auch die Aufteilung der Kerne: Erstmals hat Apple die Anzahl der leistungsstärksten Kerne (jetzt „Super“-Kerne) reduziert und im Gegenzug die schwächeren Kerne drastisch erhöht. Der M5 Max kann damit nur noch auf sechs Kerne mit höchster Leistung zurückgreifen, dafür aber auch auf zwölf neue, verbesserte Effizienz-Kerne, die Apple aber „Performance-Kerne“ nennt.

Bei den jüngsten Vorgängern verbaute Apple nur vier Effizienz-Kerne, dafür bis zu zwölf Performance-Kerne. Möglicherweise führt diese neue Aufteilung zu verschenktem Potenzial, da es schlicht weniger Kerne mit Spitzenleistung gibt, um die Leistung unter Volllast gegenüber dem Vorgänger zu erhöhen. Immerhin: Verschlechtert hat sich die Leistung durch die Umstellung wohl nicht.

CPU-Kerne* Kerne Gesamt „Super“/Performance-Kerne Neue Performance-Kerne Bisherige Effizienz-Kerne Geekbench MC**
M1 Max 10 8 - 2 12.200
M2 Max 12 8 - 4 14.700
M3 Max 16 12 - 4 21.000
M4 Max 16 12 - 4 25.700
M5 Max 18 6 12 29.200
M5 Pro ?
* Alle Werte entsprechen dem Vollausbau der jeweiligen Modelle, jeweils in einem MacBook Pro
** gerundet auf volle Hunderter

Super-Core im M5 Max nicht schneller als im M5

Eine weitere Erkenntnis aus den Daten ergibt sich, wenn die Ergebnisse mit den M5-Benchmark-Werten verglichen werden: Die neuen Super-Kerne im M5 Max sind nicht schneller als die im M5. Das „Super“-Branding ist daher wie von Apple bereits angekündigt wirklich nur eine reine Umbenennung der bestehenden Performance-Kerne gewesen.

Geekbench 6 SC (stärkster Kern)
M5 4.228
M5 Max 4.268

Ist „Super“ gar nicht so super?

Festhalten lässt sich daher: „Super“ hat nicht mehr Leistung als „Performance“, die neuen Performance-Kerne aber mehr Leistung als die bisherigen Effizienz-Kerne. Anders kann nicht erklärt werden, dass trotz Reduktion der bisherigen Performance-Kerne die gesamte Multi-Kern-Leistung steigt. Wie die neuen Performance-Kerne das erreichen, bleibt heute noch offen. Zur spannendsten Neuerung des M5 Pro und Max, den neuen P-Kernen, verliert der Konzern bisher kein Wort.

Apple könnte die bisherigen P-Kerne mit weniger Takt betreiben und so eine höhere Effizienz erreichen, um mehr von ihnen verbauen zu können, oder aber Apple hat die bisherigen E-Kerne übertaktet und mehr Leistung aus ihnen herausgekitzelt, dabei logischerweise die Effizienz reduziert und nennt sie daher jetzt „Performance-Kerne“. Alternativ könnte der Konzern auch einen komplett neuen Kern designt haben. Alle drei Varianten bleiben heute noch spekulativ.

M5 Pro mit ähnlichen Werten erwartet

Aufgrund der neuen Dual-Die-Fertigung wird der Pro-Chip des M5 – zumindest im Vollausbau – auf dieselbe CPU wie der M5 Max setzen. Das letzte Mal, als sich Max und Pro denselben CPU-Ausbau geteilt haben, war übrigens beim M2 der Fall. Beim M3 Max hatte Apple dann erstmals auch die CPU zum Unterscheidungsfaktor zwischen Max und Pro erklärt. Dieser Marketingstrategie kehrt Apple nun wieder den Rücken: Nur noch der GPU-Ausbau unterscheidet Max und Pro in der M5-Generation.