Nervöse Halbleiterhersteller: Kein LNG für Taiwan und kein Helium für alle aus Katar & Co

Volker Rißka
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Nervöse Halbleiterhersteller: Kein LNG für Taiwan und kein Helium für alle aus Katar & Co
Bild: QatarEnergy LNG

Wie sehr die Welt verzahnt ist, zeigen die Auswirkungen des aktuellen Iran-Konflikts. Nicht nur Öl und damit Benzin an heimischen Tankstellen wird teuer, auch LNG und Helium wird knapp. Katar als einer der größten Exporteure hat seine Ausfuhren komplett eingestellt, asiatische Börsen sind hochnervös.

Für Samsung und SK Hynix ging es am Montagmorgen in Südkorea zweistellig ins Minus, berichtet unter anderem Hankyung direkt aus dem Land. Allmählich wird klarer, wie weit die Auswirkungen des Iran-Konflikts reichen. Denn Katar direkt in der Mitte ist ständiger Bedrohung ausgesetzt, und hat deshalb nicht nur die Luftfahrt, sondern auch die Schifffahrt de facto komplett eingestellt. Katar ist aber einer der weltweit größten Helium-Exporteure – genau dies brauchen alle Halbleiterhersteller.

Déjà vu!? Aufmerksamen Lesern werden dabei natürlich sofort Erinnerungen an den Ukraine-Krieg wach. Nach dem Ausbruch dort sorgte sich die Industrie unter anderem um die stabile Versorgung mit Neon-Gas. Nach der anfänglichen Aufregung war das Thema aber schnell vom Tisch, bei Helium dürfte es vermutlich ähnlich verlaufen. Denn neben Katar gibt es hier viele weitere Länder, die exportieren und auch Reserven besitzen, oft ist der Import aus dem Mittleren Osten nur das günstigste Produkt. Das ausgerechnet in Südkorea die Panik an der Börse ausbricht, liegt daran, dass sie 65 Prozent ihres Heliums aus Katar beziehen.

LNG nach Taiwan im Fokus

In Taiwan wiederum macht man sich eher um die LNG-Versorgung Gedanken. Ein Drittel der gelieferten Mengen stammen aus Katar, die Reserve reicht in der Regel nur für elf Tage. Taiwan setzt aber zum Großteil auf die Versorgung aus LNG, und mit TSMC als Großabnehmer, die als Unternehmen bereits seit Jahren so viel Strom nutzen wie manches Land, ist auch hier der Iran-Konflikt ein Thema.

TSMC gibt sich aber noch ruhig, denn LNG nutzt TSMC anteilig bisher eher wenig, schreibt die Commercial Times aus Taiwan. Auch die Regierung versucht Ruhe auszustrahlen, erklärt das 20 Schiffe mit LNG für März und April geplant sein, zwei zusätzliche bereitstehen würden, schreibt TaiwanNews. Bis Ende April sei damit die Versorgung gesichert.