SMIC, CXMT und YMTC: US-Behörde will Einsatz chinesischer Hardware in PCs verhindern

Volker Rißka
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SMIC, CXMT und YMTC: US-Behörde will Einsatz chinesischer Hardware in PCs verhindern
Bild: SMIC

Vor kurzem in Medien als Hoffnungsschimmer dargestellt, könnte es nun doch ganz anders laufen: US-Behörden planen das Verbot von SMIC, CXMT und YMTC und daraus gefertigten Endprodukten. In erster Linie wären davon PCs betroffen, die bei Behörden im Einsatz sind, es könnte jedoch schnell weiter gefasst werden.

Hoffnungen in Chinas Chip-Hersteller ..

Anfang Februar hieß es, dass Dell und HP aber auch Asus, Acer und andere große OEMs sich in China beispielsweise bei CXMT und YMTC nach DRAM und NAND umsehen, um die Nachfrage decken zu können und eventuell auch etwas weniger zahlen zu müssen. Da sich vor allem HP und Dell aber auch andere in vielfältigen Geschäften mit Regierungsstellen und Behörden befinden, dürfte dieses Vorhaben nun weitaus geringer ausfallen oder könnte sogar komplett ins Wasser fallen. Für eine lokale Lösungen nur für den chinesischen Markt würde es ein Einzelfällen aber vermutlich weiterhin funktionieren.

Die Gerüchte wurden Mitte Februar durch ein Schreiben aus dem Verteidigungsministerium der USA zusätzlich befeuert, die den Einsatz von Speicher aus China zu einem Teil wieder erlauben wollten. Dieses Dokument war nach wenigen Stunden aber direkt wieder offline – es passte schlicht auch nicht ins Bild des zuvor gesagten.

Die Gerüchte gingen danach aber weiter, nun wurde vermittelt, dass sich Apple erneut in China bei CXMT und YMTC umsieht, um dort günstigen Speicher zu kaufen. Damit ist Apple aber schon einmal gescheitert, bereits vor Inkrafttreten der ersten US-Sanktionen gegen China hieß es einmal, Apple würde gern in China Speicher beziehen. Apples Beziehungen nach China sind geprägt durch massive Lobbyarbeit, nur dadurch darf das Unternehmen hier iPhones und mehr in großem Stil verkaufen.

.. werden von US-Regulierungen eingeholt

Stets schwebt über den Firmen und Verträgen mit chinesischen Halbleiterherstellern somit ein Damoklesschwert, das durch neue Bestrebungen wie die nun anvisierte der US-Regierung herunter fallen könnte. Im Federal Register ist das neue Schreiben mit Datum vom 17. Februar hinterlegt, bis 20. April können daran noch Anpassungen vorgenommen werden. Darin wird explizit vom Verbot der drei Firmen und jeglichem Bezug zu Produkten aus ihrem Bereich gesprochen.

Prohibition on Certain Semiconductor Products and Services (DATE)

(1) A semiconductor, a semiconductor product, a product that incorporates a semiconductor product, or a service that utilizes such a product, that is designed, produced, or provided by Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) (or any subsidiary, affiliate, or successor of such entity);

(2) A semiconductor, a semiconductor product, a product that incorporates a semiconductor product, or a service that utilizes such a product, that is designed, produced, or provided by ChangXin Memory Technologies (CXMT) or Yangtze Memory Technologies Corp (YMTC) (or any subsidiary, affiliate, or successor of such entities)

The Office of the Federal Register

Unterm Strich werden es sich Dell, HP und andere nun kaum leisten können, Produkte von den drei genannten Firmen zu beziehen. Auch wenn die erst einmal nur auf Behörden beschränkt sind, bleibt stets die Gefahr, dass dies ausgeweitet wird. Auf PCs sitzen zu bleiben, nur weil sie für einige US-Dollar günstiger mit chinesischem Speicher bestückt wurden – wirklich günstig sind diese nach letzten Analysen nämlich auch nicht mehr – ist ein vermutlich zu riskantes Spiel. Ausnahmen könnten aber die Regel untermauern, etwa bei explizit nur für den Markt in China bestimmten Produkten, die mittlerweile fast jeder Hersteller im Portfolio hat.

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