ViewSonic VP171b im Test: Sonne und Schatten trotz MVA-Panel

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Christoph Becker
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Alltagstest

OnScreen-Menüs

Für die Benutzerfreundlichkeit eines Monitors spielt unter anderem auch das OnScreen-Menü eine wichtige Rolle. Ist dieses nicht sauber gestaltet oder zu unübersichtlich, kann die Feinjustierung an den Monitoreinstellungen zur Qual werden. Ebenfalls wichtig ist das Zusammenspiel mit den Bedienungstasten am TFT-Monitor, da nur eine Koalition aus diesen beiden ein gutes Gesamtkonzept ergeben kann. ViewSonic meisterte diese Aufgabe jedoch mit Bravour und präsentiert mit dem OSM des VP171b das am schicksten designte Menü, welches wir bis jetzt zu Gesicht bekommen haben. Lediglich die Tasten hätten besser beschriftet werden können. Da es insgesamt jedoch nur fünf Tasten sind, soll dies aber nicht weiter schlimm sein, da man die Belegung schnell im Kopf hat.

Anders als beim NEC 1701, verwahren so gut wie alle Einstellungsmöglichkeiten in den Menüs des VP171b beim Betrieb am DVI-Eingang. Lediglich die Werte für die Bildparameter lassen sich nicht verändern - diese werden jedoch vom Monitor automatisch ermittelt und optimal eingestellt. Das digitale Signal macht dies möglich. Des Weiteren lassen sich verschiedene Farbtemperaturbereiche zwischen 5000 und 9300 Kelvin sowie ein benutzerdefinierter Wert einstellen. Der Spielraum für Einstellungen beim Kontrast und bei der Helligkeit ist als gut zu bezeichnen.

Alles in allen gelang den Designer von ViewSonic mit den OnScreen-Menüs des VP171b ein durchaus großer Wurf. Neben einer schicken Verpackung lassen sich diese ebenfalls sehr einfach und intuitiv bedienen. Beim EIZO FlexScan L557 war dies leider nicht der Fall, da die Einstellungsvielfalt normale Anwender schier zu erschlagen drohte. Auch die Zusammenarbeit zwischen Menüs und Tasten funktioniert einwandfrei und läuft nach einer kleinen Eingewöhnungszeit absolut reibungslos ab.

OnScreen-Menüs

Bildqualität und Interpolation

Ein ganz wichtiger Anhaltspunkt für den Kauf eines TFT-Monitors ist immer noch die gebotene Bildqualität. Leider war dies in der Vergangenheit oft noch ein klarer Nachteil der LC-Displays gegenüber den Röhren-Monitoren. In den vergangenen Monaten hat sich auf diesem Gebiet jedoch einiges getan, so dass selbst die mittlerweile günstigen TN+ Film-Panels eine recht gute Bildqualität liefern und zu einer echten Alternative werden.

Auch in unserem heutigen Testkandidaten, dem ViewSonic VP171b, ist ein solches Panel verbaut und überraschte uns durch eine gute Bildqualität. Verwöhnt vom FlexScan L557 und vom SyncMaster 172T, stufen wir die gebotene Qualität des Panels von AU Optronics im ViewSonic-Monitor als gut ein. An die beiden übermächtigen Konkurrenten kommt der TFT-Monitor erst nach einem gründlichen Finetuning heran, da die Standardeinstellungen uns nicht überzeugen konnten. Ein starker Blaustich und ein viel zu helles Display luden nicht gerade zu mehr ein, konnten jedoch nach besagtem Tuning nahezu beseitigt werden. ViewSonic holt viel aus dem TN+ Film-Panel heraus und scheitert nur knapp an unserer bisherigen Referenz in Sachen Bildqualität, dem EIZO FlexScan L557. Anderes kann man für einen Straßenpreis von knapp 560 Euro auch nicht erwarten.

Betrachtet man die gebotenen Einstellungen in Sachen Bildqualität, so bietet der EIZO-Monitor mehr Optionen. Der VP171b bietet jedoch genügend Möglichkeiten um das Optimum aus dem LC-Display herauszuholen. An die Vielfalt des L557 kommen sie jedoch nicht heran, während sie den NEC 1701 aber dennoch etwas übertrumpfen. Die Interpolation nicht nativer Auflösungen meisterte der VP171b mit Bravour und leistete sich keine Schwächen.