Samsung Galaxy S III im Test Attacke auf das HTC One X

, Sasan Abdi und Mahir Kulalic

Dieser Tage dreht sich in der Smartphone-Welt vieles im Besonderen um das unlängst erschienene Samsung Galaxy S III (SGS III). Dabei können die an das Gerät gerichteten Erwartungen problemlos mit „immens“ beschrieben werden, denn immerhin handelt es sich hier um den Nachfolger des lange vorherrschenden Plattform-Primus', der seinerzeit mit einem sehr überzeugenden Gesamtpaket punkten konnte (vgl. ComputerBase-Test zum SGS II [1]).

Doch auch ohne die großen Fußstapfen darf von Samsungs jüngstem Spross einiges erwartet werden, schließlich ließ sich die Konkurrenz – beispielsweise das ebenfalls sehr überzeugende HTC One X [2] – zuletzt nicht lumpen, sodass eine spielend leichte Wiederholung des SGS-II-Erfolgs nicht als ausgemacht gelten kann.

Umso gespannter durfte man sein, wie sich Samsungs neues Android-Flaggschiff schlagen würde. Ob es am Ende dazu reicht, den gegenwärtigen Plattform-König, das besagte One X, vom Thron zu stürzen? Aufbauend auf unseren Ersteindruck [3] soll im Folgenden unter anderem dieser Frage nachgegangen werden.

Das Testgerät [4] wurde uns freundlicherweise vom Online-Händler getgoods.de [5] zur Verfügung gestellt.

Spezifikationen & Lieferumfang

Samsung Galaxy S III
Typ: Bartype
OS: Android 4.0 / TouchWiz
Display:
(Auflösung)
4,8", HD S-AMOLED
720 × 1280 Pixel
Display-Art: Touchscreen, kapazitiv
Bedienung: Touch, Knopfreihe
CPU / Chip: Quad-Core, 1,4 GHz (Exynos 4412)
Arbeitsspeicher: 1 GByte
Speicher: ab 16 GByte, per microSD-Karte erweiterbar
Verbindungen: GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth
Standards / Besonderheiten: HSPA+ (bis zu 5,76 Mbit/s Up-, bis zu 21 Mbit/s Download), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, DLNA, NFC
Kamera: 8 Megapixel, LED-Blitz, 1,9-MP-Frontkamera, Videoaufnahme in 1080p
Akku (mAh): 2.100
Abmessung: 136,6 × 70,6 × 8,6 mm
Gewicht: 133 Gramm
Audio: MP3, AMR-NB/WB, AAC/AAC+/eAAC+, WMA, OGG, FLAC, AC-3, apt-X
Video: MPEG4, H.264, H.263, DivX, DivX3.11, VC-1, VP8, WMV7/8
SAR-Wert: 0,34 W/kg
Lieferumfang: Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Dokumentationen

SGS III im Überblick

Design & Verarbeitung

Im Fahrwasser der ersten Vorstellung des SGS III gehörte interessanterweise vor allem die Diskussion des Designs zu den Hauptthemen: Stark abgerundete Ecken in Kombination mit einem Metallic-Rahmen – das sah auf den veröffentlichten Produktfotos vor allem für die blaue Variante nach einem durchaus eigenwilligen, ungewöhnlichen Konzept aus, das nicht wenige Zeitgenossen mit „hässlich“ betitelten.

Nachdem sich der Staub einigermaßen gelegt und man nun Gelegenheit hat, sich ein eigenes Bild zu machen, zeigt sich, dass der vermittelte Eindruck nicht der Realität entspricht. „Hässlich“ ist das SGS III nämlich auf keinen Fall, was auch daher rührt, dass die besagte Eigenwilligkeit in natura längst nicht so stark wirkt wie auf den überzeichneten Produktfotos.

Dies bedeutet aber auch, dass das Äußere des Testkandidaten wesentlich braver und konventioneller ausfällt als man zunächst hätte denken können. Auch wenn die besagten Merkmale gerade im Vergleich zum wesentlich kantigeren Vorgänger durchaus ins Auge stechen, merkt man dem Gerät dennoch in mancherlei Hinsicht – sowohl optisch, als auch bei der Schnittstellenverteilung – die direkte Verwandtschaft zum SGS II und dem Galaxy Nexus [6] an, weswegen hier kein radikaler Paradigmenwechsel, sondern eine vergleichsweise schonende Umentwicklung stattfindet.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Diese kann man je nach persönlichen Vorlieben unterschiedlich einordnen. Uns gefiel das „alte“, auf prägnantere Kanten setzende Design des Galaxy S II besser. Gleiches gilt beim Vergleich mit dem direkten Konkurrenten, dem One X von HTC: Während letzteres in einem übersichtlichen Rahmen mit klaren, fast schon harten Formen aus der Masse hervorzustechen sucht, wirkt das SGS III mit seinen abgerundeten und eingerahmten Ecken deutlicher auf Mainstream getrimmt.

Eine ähnlichen Einschätzung ist auch für die Materialwahl möglich. Wo HTC mit Spielereien zuletzt nach einem langen Ausflug im Alu-Unibody-Segment nach einem Alleinstellungsmerkmal suchte, bleibt Samsung weiterhin seiner bisherigen Linie treu und konzipiert den Testkandidaten durch und durch aus Kunststoff. In dieser Hinsicht hat man es beim Vergleich also wieder einmal mit einer der ältesten Diskussionen im Smartphone-Segment zu tun, die sich um die Frage dreht, welche Vor- und Nachteile die Materialwahl mit sich bringt.

Auch wenn es in diesem Kontext durchaus zu begrüßen ist, wenn Hersteller wie HTC vom Standard-Repertoire absehen, muss man Samsung doch zugute halten, dass es sein Paradigma nach wie vor exzellent beherrscht. Denn trotz des unauffälligen Materials fühlt sich das SGS III bei Maßen von 136,6 × 70,6 × 8,6 mm und einem Gewicht von moderaten 133 Gramm robust und angenehm an, auch wenn vorsichtige Zeitgenossen aufgrund der etwas glatten Schale anfänglich immer mal wieder die Sorge haben werden, dass das Gerät aus der Hand rutschen könnte.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Wirklich über jeden Zweifel erhaben ist in diesem Zusammenhang die Verarbeitung: Auch nach längerem Umgang haben wir am SGS III in dieser Hinsicht fast nichts zu beanstanden, da selbst kritische Aspekte wie der Verschlussmechanismus der Schale absolut einwandfrei gelöst wurden.

Der einzige Kritikpunkt bezieht sich auf die Knopfreihe. Abgesehen davon, dass der zentrale Homebutton einen knackigeren Druckpunkt vertragen könnte, ist die Konzeption als solche zumindest gewöhnungsbedürftig. Dies liegt vor allem an der Mischung von Softtouch- und physischen Knöpfen: Während der besagte Homebutton tatsächlich gedrückt werden kann, werden – in Anlehnung an Android „Gingerbread“ – „Menü“und „Zurück“ per Berührung bedient.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Diese Inkonsistenz im Bedienkonzept ist wohl dem Design geschuldet, da das SGS III so in deaktiviertem Zustand dank (anpassbarem) Timeout für die Beleuchtung der Softtouch-Knöpfe wie ein Ein-Knopf-Handy wirkt – in der alltäglichen Nutzung fiel sie aber immer wieder negativ auf, wobei anfänglich auch der besagte Timeout für die Beleuchtung irritieren kann, sodass wir uns schnell versucht fühlten, diesen zu deaktivieren.

Hierbei handelt es sich aber tatsächlich um den einzigen handfesten und zugleich um einen eher unwichtigen Kritikpunkt, sodass man dem Testkandidaten in puncto „Design & Verarbeitung“ ein sehr gutes Zeugnis ausstellen kann.

Display

Einen weiteren Anstoß zur Diskussion stellte neben dem Design nach der ersten Vorstellung des SGS III auch das Display dar. Bei diesem handelt es sich um ein 4,8 Zoll großes, so genanntes „Super-HD-AMOLED“-Display, das eine Auflösung von 720 × 1.280 Pixeln bietet.

Die Ursache für die besagte Diskussion ist darin zu finden, dass Samsung hier – anders als beim Vorgänger – auf eine PenTile-Matrix setzt, sodass die tatsächlich Auflösung um ein gutes Viertel verringert wird.

Die Entscheidung für eine PenTile-Matrix begründete Samsung bereits im Vorfeld des Verkaufsstarts damit, dass man sicherstellen müsse, dass das Display über den gesamten Nutzungszeitraum hinweg eine gleichbleibende Qualität bietet. Dafür sei es aber notwendig, auf die PenTile-Matrix mit ihrer ungleichmäßigen Subpixel-Verteilung zu setzen. Denn ein Nachteil der OLED-Technik sei das deutlich unterschiedliche Alterungsverhalten – insbesondere die blauen Subpixel würden schnell an Qualität verlieren. Bei der klassischen RGB-Anordnung, wie sie beispielsweise bei Super-AMOLED-Plus-Displays des SGS II verwendet wird, komme es so zu einer sichtbaren Verschlechterung, teilweise bereits nach wenigen Monaten.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Tatsächlich ist die weitere Argumentation, wonach die Nachteile wie die auflösungsbedingte Unschärfe der PenTile-Matrix im Vergleich im Vergleich zur RGB-Matrix bei zunehmend hohen Auflösungen mit bloßem Auge nicht mehr wahrnehmbar wären, zutreffend: Auch bedingt durch die Display-Größe, die dazu beiträgt, dass man das Gerät verhältnismäßig weit von den Augen weg hält, lassen sich die besagten Unschärfen faktisch nicht erkennen. Dies gilt allerdings nur solange, wie man es nicht drauf anlegt: Zoomt man maximal ein und sieht genau hin, sind beispielsweise noch immer leichte Ausfransungen bei schwarzer Schrift auf weißen Grund zu erkennen, auch wenn dies unserem Eindruck nach beim Testkandidaten nicht so eindeutig ausfällt wie bei manch anderem AMOLED-PenTile-Vertreter.

Auch wenn man der Argumentation von Samsung durchaus etwas abgewinnen kann, handelt es sich hierbei wohl nur um einen Teil der Wahrheit. Hinzu kommt neben der chronischen Knappheit der entsprechenden Displays auch die technische und ökonomische Herausforderungen, die mit dem Versuch verbunden gewesen wären, dem SGS-III-Display den entscheidenden „Plus“-Zusatz zu verpassen. Gut möglich, dass auch vor diesem Hintergrund die Entscheidung für die Verwendung einer PenTile-Matrix fiel.

In Summe wiegen die Nachteile der Technologie jedenfalls wie erwähnt nicht so schwer wie vielerorts befürchtet. Dies gilt im Übrigen auch für einen anderen Aspekt, der AMOLED-Displays gerne zugeschrieben wird: Eine übermäßige, unrealistische Farbdarstellung ist dem Testkandidaten nicht zu unterstellen. Im Gegenteil: Selten hat man einen entsprechenden Bildschirm gesehen, der ein derart angenehmes Farbklima aufweist. Hier hat Samsung offenbar noch mal einige Zeit investiert, um zur S-LCD-Konkurrenz aufzuschließen, auch wenn uns das Display des HTC One X in dieser Hinsicht dennoch ein gutes Stück besser gefällt.

Display-Werte
  • Helligkeit max.:
    • RIM BlackBerry PlayBook
      550
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Apple iPhone 4S
      488
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
    • Sony Xperia S
      449
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
    • HTC Titan
      439
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
    • HTC Sensation XL
      437
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Motorola Xoom 2
      429
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
    • LG Optimus 3D
      425
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.800
    • HTC One X
      411
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.800
    • Sony Xperia U
      411
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
    • Sony Xperia Sola
      403
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.600
    • HTC Radar
      402
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
    • Sony Ericsson Xperia Arc
      394
    • Sony Tablet P
      390
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
    • HTC Evo 3D
      375
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.300
    • Samsung Galaxy S II
      371
    • LG Optimus Pad (V900)
      363
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.100
    • Apple iPad 2
      363
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • HTC One V
      360
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
    • Sharp Aquos SH80F
      355
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
    • HTC Sensation
      350
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
    • Samsung Galaxy Ace
      334
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.600
    • HTC Flyer
      331
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
    • iPad 3
      325
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.200
    • Acer Iconia Tab A500
      312
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
    • Motorola Xoom
      304
    • Samsung Galaxy Note
      302
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
    • Motorola Droid Razr
      297
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Huawei Ascend G300
      283
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
    • Nokia Lumia 800
      278
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
    • HTC One S
      269
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
    • HP TouchPad
      263
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Sony Ericsson Xperia Play
      256
    • Samsung Galaxy S III
      235
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.000
    • Samsung Galaxy Nexus
      213
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
    • Nokia E6
      181
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 8.000
    • Sony Ericsson Xperia Neo
      143
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.700
  • Helligkeit min.:
    • iPad 3
      3
    • Apple iPhone 4S
      4
    • LG Optimus 3D
      5
    • Sony Xperia S
      5
    • Nokia E6
      7
    • Sony Ericsson Xperia Neo
      7
    • Samsung Galaxy Nexus
      7
    • Sony Ericsson Xperia Arc
      8
    • Sharp Aquos SH80F
      9
    • Apple iPad 2
      10
    • HTC Titan
      12
    • Sony Tablet P
      13
    • HP TouchPad
      13
    • HTC Evo 3D
      14
    • HTC Sensation
      15
    • HTC One X
      16
    • HTC One V
      16
    • HTC Radar
      18
    • Samsung Galaxy S III
      19
    • HTC One S
      20
    • Sony Ericsson Xperia Play
      23
    • HTC Sensation XL
      24
    • Nokia Lumia 800
      28
    • Motorola Xoom
      30
    • Acer Iconia Tab A500
      33
    • HTC Flyer
      43
    • Huawei Ascend G300
      44
    • LG Optimus Pad (V900)
      46
    • Sony Xperia Sola
      46
    • Samsung Galaxy S II
      48
    • Motorola Xoom 2
      50
    • Sony Xperia U
      53
    • RIM BlackBerry PlayBook
      58
    • Motorola Droid Razr
      65
    • Samsung Galaxy Ace
      66
    • Samsung Galaxy Note
      90
  • Kontrast:
    • Samsung Galaxy S II
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Samsung Galaxy Note
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Motorola Droid Razr
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Samsung Galaxy Nexus
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Nokia Lumia 800
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • HTC One S
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Samsung Galaxy S III
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Sony Ericsson Xperia Neo
      1.588:1
    • HTC One V
      1.384:1
    • Sony Ericsson Xperia Play
      1.280:1
    • HTC One X
      1.245:1
    • Acer Iconia Tab A500
      1.100:1
    • LG Optimus 3D
      1.089:1
    • Motorola Xoom
      1.050:1
    • HTC Sensation XL
      1.025:1
    • HTC Titan
      1.020:1
    • RIM BlackBerry PlayBook
      928:1
    • Apple iPhone 4S
      887:1
    • Sony Xperia U
      874:1
    • HTC Radar
      873:1
    • Sony Xperia Sola
      857:1
    • Sony Tablet P
      847:1
    • iPad 3
      805:1
    • Huawei Ascend G300
      786:1
    • HTC Flyer
      780:1
    • LG Optimus Pad (V900)
      772:1
    • Apple iPad 2
      772:1
    • Motorola Xoom 2
      727:1
    • HP TouchPad
      710:1
    • Sony Ericsson Xperia Arc
      596:1
    • Nokia E6
      548:1
    • HTC Sensation
      538:1
    • HTC Evo 3D
      518:1
    • Sharp Aquos SH80F
      444:1
    • Sony Xperia S
      415:1
    • Samsung Galaxy Ace
      265:1
    Angaben in Kontrast
Anmerkungen zur Display-Betrachtung

Doch wie sieht es abseits von Eindrücken und Erwägungen rund um Technologie-Vor- und Nachteile aus? Beim Blick auf die ermittelten Display-Werte wird deutlich, dass sich der Testkandidat in puncto maximaler Display-Helligkeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil: Bei einer Leuchtdichte von unter 300 cd/m² reicht es nur für einen Platz im unteren Teil des Testfelds.

Auch wenn sich die Lesbarkeit bei einigermaßen direkter Sonneneinstrahlung dennoch in akzeptablen Gefilden bewegt, ist die Helligkeit für ein prestigeträchtiges und entsprechend kostspieliges Oberklasse-Smartphone durchaus enttäuschend, zumal die besagte Lesbarkeit nur für die maximale Helligkeit gilt. Die automatische Regulierung der Beleuchtung dürfte dagegen von vielen Nutzern abgewählt werden, da sie in helleren Umgebungen häufig eine nicht ausreichende Ausleuchtung liefert. Als kleine Einschränkung muss dazu vermerkt werden, dass die Maximalhelligkeit wie schon beim Galaxy Nexus bei maximal eingezoomtem weißen Hintergrund durchaus bei Werten von bis zu 340 cd/m² liegen kann – hierbei handelt es sich aber nicht nur um eine eher praxisferne Messung, sondern auch um einen weiterhin nicht sehr berauschenden Wert.

Dafür spielt das SGS III immerhin bei den Kontrastwerten die Stärken der AMOLED-Technologie aus: Schwarz ist hier tatsächlich rabenschwarz. Dennoch fällt die Betrachtung des Displays unterm Strich zweigeteilt aus. Auch wenn die Nachteile der PenTile-Matrix nennenswert weniger wiegen, als zu befürchten stand und die Darstellung obendrein mit einem angenehmen Farbklima punkten kann: Ein absoluter Überflieger ist das Display des Samsung Galaxy S III nicht.

Performance & Oberfläche

Bei Smartphones geht es längst nicht mehr nur um Laufzeiten, Speichermöglichkeiten oder das Display. Stattdessen steht zunehmend auch die Leistung im Vordergrund, auch wenn diese dem effektiven Nutzen bei der alltäglichen Anwendung meilenweit voraus ist. Auch wenn man die Fähigkeiten eines Oberklasse-Gerätes aus der ersten Jahreshälfte 2012 wohl in diesem Jahr nie ganz ausnutzen wird, ist dennoch naheliegend, dass ein regelrechter Krieg der SoC-Lösungen tobt, schließlich möchte der ambitionierte potentielle Käufer bei einer Investition von 400 bis 600 Euro auch ein ordentliches Stück Technik erhalten.

Vor diesem Hintergrund ist zu erklären, dass auch Samsung sich zuletzt intensiv in den besagten Krieg um den schnellsten SoC eingemischt hat. Die Grundlage dessen stellt der erstmals im SGS III zum Einsatz kommende, in 32 nm gefertigte Exynos 4412 SoC dar, der über eine Quad-Core-CPU mit 1,4 GHz (ARM Cortex A9) und eine nicht mehr taufrische Mali-400-Quad-Core-Grafiklösung verfügt. Damit ist Samsung nach Nvidia mit dessen in 40 nm gefertigtem Tegra 3 der zweite Hersteller, der eine Vier-Kern-CPU-Lösung auf dem Markt hat. Dem zur Seite stehen 1 Gigabyte Arbeitsspeicher, sodass sich die dahingehende Ausstattung schon auf dem Papier problemlos zur Speerspitze des aktuellen Angebots zählen lässt.

Smartbench 2011 (Produktiv)
Angaben in Punkten
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      6.458
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      4.860
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      4.697
    • Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
      4.124
    • Samsung Galaxy S II (2.3.3)
      3.862
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      3.683
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      3.667
    • Motorola Xoom (Android 3.0)
      3.615
    • Sony Tablet P
      3.240
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      3.208
    • LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
      2.929
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      2.753
    • LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
      2.716
    • Sony Tablet S
      2.609
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      2.446
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      2.442
    • LG Optimus Speed (Android 2.2)
      2.348
    • HTC Sensation (2.3.3)
      1.986
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      1.953
    • Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
      1.861
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      1.734
    • HTC Flyer (2.3.3)
      1.461
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      1.445
    • Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
      1.427
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      1.395
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      1.275
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      1.224
    • HTC Desire (Android 2.2)
      1.112
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      1.077
    • Google Nexus One (Android 2.2)
      1.044
    • Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
      1.015
    • Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
      1.006
    • HTC Desire S (Android 2.3)
      1.002
    • Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
      875
    • HTC Desire HD (Android 2.2)
      744
    • HTC Wildfire S (Android 2.3)
      332
Smartbench 2011 (Games)
Angaben in Punkten
    • LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
      2.882
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      2.868
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      2.849
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      2.819
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      2.753
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      2.743
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      2.718
    • Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
      2.505
    • LG Optimus Speed (Android 2.2)
      2.494
    • LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
      2.477
    • Motorola Xoom (Android 3.0)
      2.476
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      2.418
    • Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
      2.342
    • HTC Flyer (2.3.3)
      2.311
    • Samsung Galaxy S II (2.3.3)
      2.297
    • Sony Tablet S
      2.289
    • Sony Tablet P
      2.281
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      2.275
    • Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
      2.247
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      2.239
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      2.176
    • Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
      2.170
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      2.084
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      1.787
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      1.759
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      1.707
    • HTC Sensation (2.3.3)
      1.679
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      1.659
    • Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
      1.428
    • Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
      1.403
    • HTC Desire S (Android 2.3)
      1.313
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      1.251
    • HTC Desire HD (Android 2.2)
      797
    • Google Nexus One (Android 2.2)
      634
    • HTC Desire (Android 2.2)
      487
    • HTC Wildfire S (Android 2.3)
      428
Linpack for Android (Single)
Angaben in MFLOPS
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      102,000
    • Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
      62,900
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      57,600
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      56,500
    • HTC Flyer (2.3.3)
      55,400
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      54,820
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      52,520
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      52,150
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      52,100
    • Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
      49,100
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      45,960
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      45,880
    • LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
      44,500
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      44,500
    • HTC Sensation (2.3.3)
      44,100
    • Samsung Galaxy S II (2.3.3)
      43,400
    • Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
      42,700
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      42,106
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      41,812
    • HTC Desire S (Android 2.3)
      41,300
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      37,900
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      37,500
    • LG Optimus Speed (Android 2.2)
      37,200
    • Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
      36,100
    • Motorola Xoom (Android 3.0)
      35,700
    • HTC Desire HD (Android 2.2)
      35,300
    • Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
      34,800
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      33,580
    • Google Nexus One (Android 2.2)
      31,200
    • LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
      30,300
    • Sony Tablet P
      28,370
    • Sony Tablet S
      27,700
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      23,520
    • HTC Desire (Android 2.2)
      23,100
    • Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
      13,700
    • HTC Wildfire S (Android 2.3)
      7,400
Linpack for Android (Multi)
Angaben in MFLOPS
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      186,000
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      132,500
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      108,600
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      89,810
    • Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
      88,300
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      76,230
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      74,200
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      72,817
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      70,219
    • LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
      69,500
    • LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
      67,200
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      64,800
    • Sony Tablet P
      56,200
    • Sony Tablet S
      54,000
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      50,300
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      45,600
    • Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
      44,600
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      38,860
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      33,900
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      30,100
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      29,070
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      21,800
    • HTC Wildfire S (Android 2.3)
      4,000
CF-Benchmark
Angaben in Punkten
  • CF-Benchmark:
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      13.940
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      13.694
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      9.517
    • Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
      7.306
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      6.961
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      6.609
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      6.591
    • Samsung Galaxy S II (2.3.3)
      6.498
      Hinweis: Referenzwert
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      5.772
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      5.393
    • LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
      5.350
    • HTC Sensation (2.3.3)
      5.174
      Hinweis: Referenzwert
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      5.147
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4.927
    • LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
      4.781
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      4.183
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      3.820
    • Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
      3.767
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      3.202
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      2.885
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      2.585
    • Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
      2.205
      Hinweis: Referenzwert
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      1.958
    • HTC Wildfire S (Android 2.3)
      736
GLBenchmark
  • GLBenchmark 2.1 Egypt (offscreen):
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      99
    • iPhone 4S (iOS 5.0)
      70
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      64
    • Samsung Galaxy S II (2.3.3)
      62
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      56
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      30
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      20
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      20
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      19
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      7
BrowserMark
Angaben in Punkten
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      165.202
    • Apple iPad 3 (iOS 5.1)
      101.656
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      100.882
    • Sony Tablet P
      91.686
    • Sony Tablet S
      90.436
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      88.304
    • iPhone 4S (iOS 5.0)
      88.195
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      87.223
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      86.844
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      76.843
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      72.946
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      71.198
    • Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
      68.989
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      67.328
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      57.263
    • Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
      54.490
    • Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
      52.234
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      52.033
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      50.932
    • Samsung Galaxy S II (2.3.3)
      50.898
    • iPhone 4 (iOS 5.0)
      50.873
    • LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
      47.639
    • RIM BlackBerry PlayBook
      47.577
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      42.141
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      39.760
    • HP TouchPad (webOS 3.0.2)
      36.765
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      35.822
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      33.060
    • Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
      31.768
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      30.757
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      24.839
    • Nokia E6 (Symbian Anna)
      20.581
SunSpider 0.9
Angaben in Millisekunden
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      1.409,0
    • Apple iPad 3 (iOS 5.1)
      1.807,0
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      1.849,0
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      1.884,0
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      1.955,2
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      1.973,2
    • Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
      2.106,2
    • iPhone 4S (iOS 5.0)
      2.243,0
    • Sony Tablet P
      2.245,6
    • Sony Tablet S
      2.351,6
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      2.713,2
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      2.720,0
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      3.034,4
    • Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
      3.227,8
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      3.247,0
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      3.285,0
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      3.307,0
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      3.637,0
    • iPhone 4 (iOS 5.0)
      3.661,0
    • RIM BlackBerry PlayBook
      3.681,4
    • HP TouchPad (webOS 3.0.2)
      3.854,7
    • Samsung Galaxy S II (2.3.3)
      3.987,0
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      4.043,6
    • Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
      4.748,4
    • LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
      5.187,4
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      5.270,9
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      6.391,4
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      6.407,4
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      6.492,0
    • Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
      6.837,0
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      9.160,2
    • Nokia E6 (Symbian Anna)
      9.432,2
Anmerkungen zur Leistungsbetrachtung

Mit Blick auf das eben Beschriebene ist klar, dass es sich bei der Bewertung der Leistung des SGS III um eine eher theoretische Einordnung in unser breites Benchmark-Testfeld und auch um einen Vergleich mit der Nvidia-Konkurrenz handelt (dazu wurden die Werte des One X separat eingefärbt), da völlig offensichtlich ist, dass die alltägliche Bedienung mit dem Samsung-Spross zu jeder Zeit ultra-flüssig von der Hand geht.

Bei der Betrachtung der ermittelten Werte wird deutlich, dass das SGS III in puncto Leistung nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität zur Oberklasse zu zählen ist. Während es sich in manchen Tests von der direkten Konkurrenz, dem auf Nvidias Tegra 3 basierenden One X geschlagen geben muss, dominiert es in anderen – vor allem im grafiklastigen GLBenchmark und in den auf das Webbrowsing abzielenden Tests – überraschend eindeutig.

Unterm Strich kann deshalb – Einschränkungen wie die Optimierung der Benchmarks auf bestimmte SoCs bzw. Kernzahlen stets im Hinterkopf – festgehalten werden, dass der neue Exynos die Nvidia-Konkurrenz entgegen mancher Prophezeiungen nicht hinter sich lässt, sondern sich vielmehr ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert und dabei stets einen sehr guten Platz im Testfeld belegt.

Softwareseitig kommt auf dem Testkandidaten standesgemäß die neueste Android Version (4.0.4) in Kombination mit der ebenfalls neuesten Ausgabe von Samsungs eigener Benutzeroberfläche TouchWiz zum Einsatz. Diese geht in puncto Eingriff in das „Look-and-Feel“ von Android ähnlich weit wie HTCs Sense-UI, sodass nicht nur optische, sondern auch einige strukturelle Eingriffe stattfinden (siehe nächster Abschnitt für die Betrachtung der neuen S-Anwendungen und Features).

TouchWiz auf dem SGS III
TouchWiz auf dem SGS III

Alles in allem reicht die Güte von TouchWiz – um abermals den Vergleich zum direkten Konkurrenten, dem One X, zu bemühen – auch mit Version 4.0 nicht ganz an jene von Sense heran. Dafür wirkt Samsungs Werk weiterhin zu knallig und aufdringlich, auch wenn für die neue Version eine dahingehende Abschwächung und vor allem eine angenehme Verschlankung erkennbar ist. Hinzu kommt aber, dass sich auch hier – genauso wie bei den Knöpfen – bemerkbar macht, dass Samsung die schonende Evolution der Android-Bedienung abfedern und vereinheitlichen möchte, weswegen TouchWiz in mancherlei Hinsicht an Android „Gingerbread“ angelehnt ist.

TouchWiz auf dem SGS III
TouchWiz auf dem SGS III
TouchWiz auf dem SGS III
TouchWiz auf dem SGS III

So löblich diese Idee ist: So richtig auf geht sie nicht, sodass TouchWiz trotz der starken Farben in Kombination mit den „alten“ Knöpfen ein wenig altbacken wirkt. Auch wenn es sich hierbei wirklich um Kritik auf hohem Niveau handelt und mit Version 4 bereits einige Schritte in die richtige Richtung unternommen wurden, bleibt für die zukünftige Entwicklung deswegen vor allem zu hoffen, dass sich Samsung sich in puncto UI auf eine zurückhaltendere, die neuen Entwicklungen aufnehmende und nicht verschleiernde Konzeption konzentrieren wird.

Multimedia

Wie für ein heutiges Smartphone üblich, verfügt auch das Galaxy S III über zwei Kameras. Während das Pendant auf der Front gerade für Video-Chats oder Selbstporträts interessant ist, dürfte für anspruchsvollere Aufnahmen vor allem die rückwärtig verbaute 8-Megapixel-Kamera mitsamt LED-Leuchte interessant sein. Gerüchten zu Folge handelt es sich hierbei um den gleichen Sensor wie in Apples iPhone 4S. Mit dieser Auflösung statte Samsung bereits den Vorgänger aus. Doch dass die reine Anzahl an Megapixeln nichts über die Bildqualität aussagt, ist nichts unbekanntes. Wie schlägt sich also Samsungs Flaggschiff in Puncto Bildqualität?

Unser Ergebnis: Zufriedenstellend. Vor allem in Anbetracht von Samsungs Marketing, das den Fokus nicht in erster Linie auf die Kamera legt, überzeugt das Gerät. Denn während andere Hersteller häufig mit scheinbar besonderen Technologien oder Ideen werben, dem Nutzer allerdings enttäuschende Ergebnisse liefern, verheddert sich der koreanische Hersteller bei der Kamera nicht in leeren Versprechungen.

Makroaufnahme, Samsung Galaxy S III
Makroaufnahme, Samsung Galaxy S III (Original-Download)

Dabei ist die Kamera-App mit allerlei Funktionen gefüllt: Unter anderem lassen sich per Serienbildaufnahmen 8 Bilder in wenigen Sekunden hintereinander schießen – aus diesen kann man anschließend die besten Bilder auswählen und abspeichern, die anderen werden auf Wunsch verworfen. Dabei kann man selbst aussuchen, ob das Gerät die bestmöglichen Einstellung übernimmt oder nicht. Schaltet man die bestmöglichen Einstellung, kann man den Auslöser gedrückt halten und bis zu 20 Fotos hintereinander aufnehmen. Auch HDR-Funktion ist mit an Bord: Bei solchen Aufnahmen nimmt das Gerät mehrere Fotos hintereinander auf und gleicht die Farben anschließend für ein möglichst optimales Ergebnis automatisch an.

Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III (Original-Download)
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III (Original-Download)
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III (Original-Download)

Die Farben der Aufnahmen wirken sehr nüchtern, allerdings nicht blass. Die Wiedergabe ist natürlich. Zudem überzeugte uns auch der Detailgrad, der zwar vor allem in der Tiefe nicht an die Qualitäten eines Nokia N8 [7] heran kommt, für gelegentliche Aufnahmen und Abzüge allerdings vollkommen ausreicht. Auch bei Nahaufnahmen im Makro-Modus macht das S III eine ansprechende Figur: Das Objekt wird ausreichend scharf gestellt – wenn auch hier etwas Luft nach oben ist – und das Umliegende verfällt nicht in Rauschen. Zudem überzeugte das Flaggschiff auch bei schlechterem Licht. Hier neigen viele Konkurrenten zu sehr starkem Rauschen, dieses ist beim Galaxy S III nicht so stark ausgeprägt. Je nach Aufnahme fallen unterschiedliche Lichtverhältnisse, zumindest im Freien, nicht mal auf. Als einzige „Schwachstelle“ erwies sich das LED-Licht, das Aufnahmen teils überstrahlte, wenn die Objekte nicht weit genug entfernt waren. Alles in allem sind die Fotos über dem Durchschnitt, wenn auch der Feinschliff etwas fehlt. Die beste Kamera ist allerdings bekanntlich die, die man immer dabei hat. Und dafür ist das S III sehr geeignet.

Auch die Videos können überzeugen. Die maximale Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln stellt keine Rekorde auf, ist jedoch aktuell bei keinem Konkurrenzprodukt höher. Wie auch schon bei den Fotos wirken die Farben sehr natürlich und werden nicht überstrahlt. Mit Hilfe des kontinuierlichen Autofokus' werden auch während Videoaufnahmen Objekte scharf gestellt, dieser lässt sich per Fingertipp auf dem Bildschirm beliebig verändern. Sehr gut gefallen hat uns die Möglichkeit, während der Videoaufnahme Fotos aufzunehmen. Dies gelang sehr schnell und ohne das Video zu unterbrechen oder zu behindern. Zudem ist uns auch der vergleichsweise gute Sound aufgefallen: Viele Smartphones neigen dazu bei Videoaufnahmen ein sehr hohes Rauschen aufzuweisen, dieses wird beim S III allerdings erst bei höheren Lautstärken der Ausgabequellen deutlich. Lediglich an Wind oder beispielsweise vorbeifahrenden Autos scheitert das Smartphone.

Samsung Galaxy SIII Testvideo

Über den eingebauten MHL(Mobile High Definition Link)-Port lässt sich bei Nutzung eines Adapters eine Verbindung an einen HDMI-fähigen Bildschirm, Beamer oder Fernseher herstellen. Doch dem Status als Flaggschiff und auch dem Preis zum Trotz liefert Samsung unverständlicherweise keinen solchen Adapter mit. Sobald der Nutzer sein Smartphone mit dem Fernseher verbindet, lassen sich die aufgenommen Full HD-Videos oder Bilder zum Beispiel auf dem heimischen Fernseher betrachten. Wer das Geld nicht für einen Adapter ausgeben möchte, kann seine Inhalte auch per DLNA innerhalb eines Netzwerks zwischen Geräten im gleichen Drahtlosnetzwerk übertragen.

Aufgrund des starken Prozessor laufen selbst Full HD-Videos sehr flüssig. Dabei macht es keinen Unterschied ob die Videos auf dem internen Speicher oder einen Speicherkarte liegen, oder beispielsweise über die YouTube-App aufgerufen werden. Das S III bietet genug Leistungsreserven, um unterwegs ohne Probleme einen Film anzuschauen.

Ausgelagert können die Dateien auf den angesprochenen internen Speicher oder den microSD-Slot: Letzter stellt gegenüber der Konkurrenz in weiten Teilen einen großen Vorteil dar. In den Weiten des Internets (so zum Beispiel in unseren Forum) als auch innerhalb der Medienberichte zeigte sich oft Unverständnis für das Weglassen des microSD-Slots bei heutigen Geräten. HTCs One-Serie zum Beispiel setzt sowohl beim One S als auch dem Flaggschiff One X auf nicht erweiterbaren Speicher. Auch das Sony Xperia S [8] lässt sich nicht erweitern. Zwar bieten die Geräte bis zu 32 Gigabyte Speicher, allerdings unterstützt das Galaxy S III Speicherkarten von bis zu 64 Gigabyte Größe und schlägt damit die Konkurrenz um Längen. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass die günstige Variante des hochpreisigen Aushängeschilds mit lediglich 16 Gigabyte Speicher auskommen muss - so viel bieten schon deutlich günstigere Geräte ab Werk.

Wie vom Hersteller gewohnt, finden sich einige zusätzliche Apps auf dem Smartphone. Dazu zählen unter anderem der Video Hub, über den sich Filme ausleihen oder kaufen und anschließend auf dem Gerät anschauen lassen. Ebenfalls vorinstalliert ist der Game Hub, über den sich Spiele installieren lassen. Wählt man die Spiele allerdings aus, wird man zu Samsungs eigener App-Plattform „Samsung Apps“ weitergeleitet. Voraussetzung für die Nutzung ist ein Benutzerkonto beim Hersteller. Beim letzten Hub handelt es sich um den Music Hub. Dieser bietet Zugriff auf über 17 Millionen Songs, die sich kaufen und danach auf das Gerät streamen lassen. Über die Applikation „S Suggest“ lassen sich Empfehlungen seitens Samsung für verschiedenen Kategorien an Programmen anschauen. Anschließend kann man sich zum Herunterladen direkt zum Play Store weiterleiten.

Der Browser des SGS III
Der Browser des SGS III

Nach Installation des Flash Player lassen sich auch entsprechende Inhalte anzeigen. Videos werden in der Regel flüssig wiedergegeben. Auch das Scrollen auf der Website gelingt noch flüssig. Doch sobald man die Videos in den Fullscreen-Modus versetzt und anschließend wieder minimiert und weiter arbeiten, muss man teils mit Rucklern und Hängern sowie Wartezeiten rechnen. Auch Flash-Spiele lassen sich spielen, diese ruckeln aber je nach Aufwand mehr oder minder stark und sind so nur eine begrenzte Vergnügung. Zudem zieht der Flash Player sehr stark an der Laufzeit des Akkus, wodurch ein Langzeiteinsatz nicht empfohlen wird.

Die Ortung und Navigation über GPS funktioniert gut und genau. Schaltet man zusätzlich zur Hilfe WLAN oder UMTS an, lässt diese sich zusätzlich beschleunigen. Zu Abbrüchen kommt es, außer beispielsweise in Tunneln, nicht.

Kommunikation

In puncto Kommunikation stattet Samsung den neuesten Sprößling der Galaxy S-Reihe mit einem Paket aus, das ein High-end-Smartphone bieten sollte. Dabei sind, beinahe selbstverständlich, WLAN, GPS, HSPA, aber auch NFC und Bluetooth 4. vorhanden. Ebenfalls bietet das Gerät die Möglichkeit, als WLAN-Hotspot zu fungieren. Damit kann sich das Gerät über alle heutzutage gängigen Arten mit der Außenwelt verbinden.

Nicht zu vernachlässigen, jeder Ausstattung zum Trotz, sind bei einem Smartphone die Telefonqualitäten. Denn kommt es bei wichtigen Telefonaten oder Datenübertragungen zu Problemen aufgrund von schlechtem Empfang oder schlechten Telefoneigenschaften, macht das auch ein starker Prozessor nicht wieder wett. Glücklicherweise trifft dies nicht auf das Galaxy S III zu: Der Empfang war stets gut und auch der Wechsel zwischen GSM und UMTS gelang flüssig und ohne das Gerät zu beeinträchtigen. Auch die Sprachqualitäten war gut, der Nutzer gegenüber war stets laut und deutlich zu hören.

Laufzeiten

Ein geshrinkter 32-nm-SoC und ein sparsames, über eine mäßige Helligkeit verfügendes Display – schon im Vorfeld der konkreten Auseinandersetzung mit dem SGS III lag die berechtigte Hoffnung nahe, dass der neueste Samsung-Spross auf Basis eines entnehmbaren Akkus mit satter Kapazität von 2.100 mAh mit ordentliche Laufzeiten würde punkten können.

Diese Hoffnung bestätigt sich bereits abseits von Testläufen: Bei konventioneller Nutzung hält der Testkandidat locker anderthalb bis zwei Werktage durch, ohne nach einer Steckdose zu lechzen.

Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
  • 720p Dauertest, max. Helligkeit:
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      8:20
    • Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
      7:30
    • Apple iPhone 4 (iOS 5.0.1)
      7:20
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      7:00
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      6:55
    • iPad 3 (iOS 5.1)
      6:55
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.1)
      6:40
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      6:28
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      6:18
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      6:08
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      5:47
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.0)
      5:40
    • RIM BlackBerry Playbook
      5:33
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      5:30
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      5:03
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      4:33
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      4:31
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      4:29
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      4:27
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:12
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      3:56
    • HP TouchPad (webOS 3.0.2)
      3:30
    • Sony Tablet P
      3:28
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      3:20
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      3:20
    • Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
      3:00
      Hinweis: Firmware 1600.2479.7740.11451
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      2:50
  • 720p Dauertest, 200 cd/m²:
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      7:45
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      6:53
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      5:23
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:50
Anmerkungen zu den Laufzeiten

Bei der Betrachtung der ermittelten Werte aus dem 720p-Dauer-Test wird diese Feststellung noch einmal untermauert. Das SGS III belegt hier einen guten Platz im oberen Mittelfeld, wobei es den direkten Konkurrenten, das One X, deutlich hinter sich lässt und mit dem ebenfalls auf einen modern gefertigten SoC und ein AMOLED-Display setzendes One S gleich auf liegt. Dazu muss angemerkt werden, dass die Laufzeit technologiebedingt je nach Aufkommen von weißen Flächen variiert, was für die Wiedergabe von Filmen aufgrund des dahingehend in aller Regel geringen Aufkommens allerdings keine große Relevanz besitzen dürfte.

Alles in allem lässt sich vor diesem Hintergrund festhalten, dass das SGS III kein klassischer Langläufer ist – für eine gute Laufzeit reicht es aber allemal.

Im Alltag

Vollgepacktes Datenblatt, neueste Software, hochauflösende Kamera, starke Hardware – auf den ersten Blick fehlt dem Samsung Galaxy S III nichts. Doch besonders wichtig ist das Gesamtpaket für den Nutzer und wie es sich im Alltag schlägt. Glücklicherweise erlaubt sich Samsung keine großen Schnitzer. Das Smartphone läuft allzeit flüssig, Animationen werden ohne Widerworte dargestellt und auch Ladezeiten von Apps und Spielen sind auf höchstem Niveau.

Der Hersteller spendiert seinem Flaggschiff einiges an zusätzlichen Features. Da wären unter anderem die Möglichkeit über den „Intelligenten Schlafmodus“ den Bildschirm-Timeout zu unterbrechen, wenn die Frontkamera erkennt, dass die Augen des Nutzers auf das Display gerichtet sind. So wird die Displayhelligkeit nicht verringert um einen ungestörten Lesefluss zu gewährleiste. Dies gelang im Laufe unseres Tests in vielen Fällen auch problemlos, hin und wieder dunkelte sich der Bildschirm allerdings ab.

Vor allem aber das Kapitel „Bewegung“ ist beim südkoreanischen Hersteller von großer Bedeutung: Per Schwenk lassen sich beispielsweise Widgets von einem Homescreen auf den nächsten bewegen. Ebenfalls lässt sich einstellen, dass man beim Scan nach Geräten – auf der Suche nach einem WLAN Netzwerk oder Bluetooth-fähigen Produkten – die Liste mit Hilfe von Schütteln aktualisieren kann. Auch Handbewegungen integriert der Hersteller: Wischt man mit der Handkante von links nach rechts über den Bildschirm, nimmt man einen Screenshot auf. Dies ist allerdings zeitaufwendiger als eine Tastenkombination, im Gegenzug etwas eleganter. Bedeckt man bei der Wiedergabe von Medien, zum Beispiel ein Musikstück im MP3-Player, mit der Hand den Bildschirm, wird die Wiedergabe pausiert. Mit mehreren solcher Funktionen erleichtert Samsung die Nutzung. Alle Bewegungen und Features lassen sich testen und aktivieren bzw. deaktivieren.

Durch den Einbau von NFC zusammen mit „Android Beam“, einem Feature von Android 4.0, lassen sich unter anderem Kontakte oder Links mit anderen NFC-fähigen Geräten bei simplem Kontakt der beiden austauschen. Dies gelang in unserem Test bei aktiviertem NFC und „Android Beam“ im Zusammenspiel mit dem Galaxy Nexus prompt und ohne jegliche Störung. Schade finden wir allerdings, dass der Hersteller keine weitergehenden Funktionen wie beispielsweise die Kontrahenten LG oder Sony einbaut – sie bieten dem Nutzer die Möglichkeit mit Hilfe von „NFC Tags“ vordefinierte Profile für Aktivität von Verbindungen, Wecker oder dem Öffnen von Apps auf das Gerät zu laden, in dem man den Kontakt mit den entsprechenden mitgelieferten Tags (beispielsweise in Form von Schlüsselanhängern (Sony) oder Stickern (LG)) herstellt.

Eher misslungen ist dem Hersteller der Sprachassistent „S Voice“, allen voran wohl geplant als Gegenstück zu „Siri, dem Pendant auf Apples iPhone 4S. So funktioniert die Spracherkennung bei stiller Umgebung zwar noch passabel, sobald es allerdings etwas lauter wird, ist das Ergebnis vollkommen anders als geplant. In diesem Punkt ist auch Siri bei weitem nicht perfekt, allerdings noch wesentlich genauer als „S Voice“. Ein zusätzlicher Störfaktor: Sobald dem Gerät etwas gesagt wird, was nicht direkt ein Befehl ist, startet es automatisch und ohne vorher zu fragen eine Internetsuche über den Browser. Dies ist vor allem dann nervig, wenn man etwas sagt, die Spracherkennung es aber nicht so aufnimmt und anschließend unnötigerweise das Internet durchsucht wird. Dabei ist das Konzept nicht schlecht: über „S Voice“ lässt sich die Kamera starten, ein Foto schießen oder auch der Status in sozialen Netzwerken aktualisieren. Mit dem Befehl „Hallo Galaxy“, oder einem selbst erstellten Befehl, lässt sich die Sprachsteuerung aus dem Standby „aufwecken“, so spart man sich das Drücken der Taste auf dem Bildschirm. Allerdings gelingt dies nicht immer zuverlässig, dafür muss man den Befehl wesentlich lauter als normal gesprochenen von sich geben und/oder das Gerät nach Möglichkeit nah seinem Mund halten. Die Idee das Gerät beispielsweise auf den Tisch zu legen und rein mit der Sprache zu steuern ist gut, allerdings sehr mäßig umgesetzt. Der Sprachassistent benötigt noch einiges an Feinschliff.

Sehr gut gefallen hat uns der Einsatz der neuesten Android-Version 4.0.4 wie im Abschnitt „Performance und Oberfläche“ bereits angemerkt. Aufgrund der großen Oberflächen verzögern sich Updates, da sie erst an die neuen Android-Versionen angepasst und getestet werden muss. Ein lange bekanntes Problem des Android-Betriebssystems. Umso erfreulicher ist der Einsatz der derzeit aktuellen Version bei dem neuen Gerät. Einige Hersteller setzen sogar noch auf die Vorgänger-Version für Smartphones, 2.3.× „Gingerbread“.

Fazit

Eins steht am Ende dieses Tests angelangt ohne Zweifel fest: Samsung liefert mit dem Galaxy S III ein erstklassiges Smartphone, das große Teile der Konkurrenz in vielerlei Hinsicht in den Schatten stellt. Der erste, definitiv wichtigste Teil der „Mission SGS III“ ist also fulminant geglückt.

Der zweite Teil rangiert eher in der Rubrik „nice to have“ und bezieht sich auf die Frage, ob das Gebotene auch für den Android-Thron reicht. Erklimmt der Testkandidat diesen genauso wie sein Vorgänger aus dem Stand?

Die Antwort auf diese Frage ist uneindeutig. Möglichst objektiv betrachtet lautet das Fazit in dieser Hinsicht nämlich, dass sich SGS III und One X in Summe ziemlich exakt auf Augenhöhe bewegen. Während ersteres mit einer etwas modernen Ausstattung und der besseren Laufzeit punktet, bietet letzteres die bessere Benutzeroberfläche und das bessere Display, sodass – wenn überhaupt – erst unser geplanter Langzeittest zum SGS III in dieser Frage weitere Klarheit bringen wird.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Für den Moment ist die Entscheidung in dieser Patt-Situation deswegen zunächst von subjektiven Einschätzungen abhängig. Zu diesen zählt vor allem die Bewertung des Designs, aber auch die individuelle Einordnung der Stärken und Schwächen: Ist die Qualität des Displays entscheidend (Vorteil One X)? Oder kommt es vor allem auf die Laufzeit an (Vorteil Galaxy S III)? Durch die Beantwortung solcher Fragen kann individuell ermittelt werden, welches Gerät für die eigenen Anforderungen der richtige Begleiter wäre.

Zusammengefasst bedeutet all dies nach aktuellem Stand der Dinge: Für all jene, die nach einem potenten Android-Vertreter im Hochpreissegment fahnden, ist das Samsung Galaxy S III eine hervorragende Wahl, wobei stets individuell abgeklärt werden sollte, ob ggf. der zweite König auf dem Thron, das One X, die bessere wäre.

Persönliches Fazit von Mahir Kulalic

Eines der am meisten erwarteten Smartphones dieses Jahres ist nun da – und der Test zeigt, warum es so sehnlich erwartet wurde. In so gut wie jeder Hinsicht weist es die Konkurrenz in die Schranken oder liegt zumindest gleich auf – trotz allem blieb der „Wow-Effekt“ aus. Womöglich, weil HTC bereits gut zwei Monate vorher mit dem One X ein ähnlich ausgestattetes Gerät präsentierte, welches zudem mit durchdachter Sense-Oberfläche und Unibody-Gehäuse aufwartet. Andererseits legte bereits der Vorgänger, gehandelt als (Android-)Klassenprimus seiner Zeit, die Latte bereits sehr hoch, als dass Samsung nichts anderes übrig blieb, außer das Gerät auf den neuesten Stand zu bringen.

Doch die gezügelte Begeisterung hat auch Samsung teils selbst zu tragen: So ist „S Voice“ weit weg von einem Endprodukt, den oft gelobten AMOLED-Displays zeigt das Super-LCD2 im One X die Grenzen auf, das Design ist, nun ja, mutig. TouchWiz bessert sich zwar mit jeder Version ein wenig, eine Erfahrung wie HTCs Sense ist es allerdings noch immer nicht. Die gebotene Geschwindigkeit ist auf aktuellem Höchstniveau und doch nur in seltenen Fällen ein wirklich spürbarer Unterschied zu einem Dual-Core.

Insgesamt wird das S III den Ansprüchen an ein rund 600 Euro wertvolles Smartphones dennoch gerecht, auch wenn es nicht an die Durchschlagskraft des Vorgängers heranreicht. Wer sich allerdings aufgrund der erstklassigen Ergebnisse für das Gerät entscheidet, macht keinen Fehler. Wer sich für ein anderes Smartphone entscheidet, das in so gut wie jedem Fall zugleich weniger kostet, auch nicht. Das S III ist für Fans, Enthusiasten und diejenigen, die gerne das Neueste und teils auch Beste wollen. Dies ist nicht verwerflich. Ein Muss ist es aber nicht.

Verfügbarkeit & Preise

Das Samsung Galaxy S III ist in Deutschland seit Ende Mai erhältlich und kann bei verschiedenen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Verträgen zu entsprechend variierenden Preisen erstanden werden. In der freien Variante muss aktuell mit Preisen ab ca. 570 Euro gerechnet werden (weiße 16-GB-Variante, aktueller Preisvergleich [9]).

URL-Liste

  1. http://www.computerbase.de/2011-05/test-samsung-galaxy-s-ii-gt-i9100/
  2. http://www.computerbase.de/2012-04/test-htc-one-x/
  3. http://www.computerbase.de/2012-06/ersteindruck-das-samsung-galaxy-s-iii-ausgepackt/
  4. http://www.getgoods.de/smartphones-handys-und-festnetz/handys-und-smartphones/hersteller/samsung/570291/samsung-galaxy-s3-i9300-16gb-marble-white
  5. http://www.getgoods.de
  6. http://www.computerbase.de/2011-12/test-samsung-galaxy-nexus/
  7. http://www.computerbase.de/2010-12/test-nokia-c7-00-und-n8-00/
  8. http://www.computerbase.de/2012-04/test-sony-xperia-s/
  9. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a772300.html