ComputerBase

Test: Samsung Galaxy S III (S3)

von Sasan Abdi, Mahir Kulalic

Vorwort

Dieser Tage dreht sich in der Smartphone-Welt vieles im Besonderen um das unlängst erschienene Samsung Galaxy S III (SGS III). Dabei können die an das Gerät gerichteten Erwartungen problemlos mit „immens“ beschrieben werden, denn immerhin handelt es sich hier um den Nachfolger des lange vorherrschenden Plattform-Primus', der seinerzeit mit einem sehr überzeugenden Gesamtpaket punkten konnte (vgl. ComputerBase-Test zum SGS II [1]).

Doch auch ohne die großen Fußstapfen darf von Samsungs jüngstem Spross einiges erwartet werden, schließlich ließ sich die Konkurrenz – beispielsweise das ebenfalls sehr überzeugende HTC One X [2] – zuletzt nicht lumpen, sodass eine spielend leichte Wiederholung des SGS-II-Erfolgs nicht als ausgemacht gelten kann.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Umso gespannter durfte man sein, wie sich Samsungs neues Android-Flaggschiff schlagen würde. Ob es am Ende dazu reicht, den gegenwärtigen Plattform-König, das besagte One X, vom Thron zu stürzen? Aufbauend auf unseren Ersteindruck [3] soll im Folgenden unter anderem dieser Frage nachgegangen werden.

Das Testgerät [4] wurde uns freundlicherweise vom Online-Händler getgoods.de [5] zur Verfügung gestellt.

Spezifikationen & Lieferumfang

Samsung Galaxy S III
Typ: Bartype
OS: Android 4.0 / TouchWiz
Display:
(Auflösung)
4,8", HD S-AMOLED
720 × 1280 Pixel
Display-Art: Touchscreen, kapazitiv
Bedienung: Touch, Knopfreihe
CPU / Chip: Quad-Core, 1,4 GHz (Exynos 4412)
Arbeitsspeicher: 1 GByte
Speicher: ab 16 GByte, per microSD-Karte erweiterbar
Verbindungen: GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth
Standards / Besonderheiten: HSPA+ (bis zu 5,76 Mbit/s Up-, bis zu 21 Mbit/s Download), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, DLNA, NFC
Kamera: 8 Megapixel, LED-Blitz, 1,9-MP-Frontkamera, Videoaufnahme in 1080p
Akku (mAh): 2.100
Abmessung: 136,6 × 70,6 × 8,6 mm
Gewicht: 133 Gramm
Audio: MP3, AMR-NB/WB, AAC/AAC+/eAAC+, WMA, OGG, FLAC, AC-3, apt-X
Video: MPEG4, H.264, H.263, DivX, DivX3.11, VC-1, VP8, WMV7/8
SAR-Wert: 0,34 W/kg
Lieferumfang: Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Dokumentationen

SGS III im Überblick

Design & Verarbeitung

Im Fahrwasser der ersten Vorstellung des SGS III gehörte interessanterweise vor allem die Diskussion des Designs zu den Hauptthemen: Stark abgerundete Ecken in Kombination mit einem Metallic-Rahmen – das sah auf den veröffentlichten Produktfotos vor allem für die blaue Variante nach einem durchaus eigenwilligen, ungewöhnlichen Konzept aus, das nicht wenige Zeitgenossen mit „hässlich“ betitelten.

Nachdem sich der Staub einigermaßen gelegt und man nun Gelegenheit hat, sich ein eigenes Bild zu machen, zeigt sich, dass der vermittelte Eindruck nicht der Realität entspricht. „Hässlich“ ist das SGS III nämlich auf keinen Fall, was auch daher rührt, dass die besagte Eigenwilligkeit in natura längst nicht so stark wirkt wie auf den überzeichneten Produktfotos.

Dies bedeutet aber auch, dass das Äußere des Testkandidaten wesentlich braver und konventioneller ausfällt als man zunächst hätte denken können. Auch wenn die besagten Merkmale gerade im Vergleich zum wesentlich kantigeren Vorgänger durchaus ins Auge stechen, merkt man dem Gerät dennoch in mancherlei Hinsicht – sowohl optisch, als auch bei der Schnittstellenverteilung – die direkte Verwandtschaft zum SGS II und dem Galaxy Nexus [6] an, weswegen hier kein radikaler Paradigmenwechsel, sondern eine vergleichsweise schonende Umentwicklung stattfindet.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Diese kann man je nach persönlichen Vorlieben unterschiedlich einordnen. Uns gefiel das „alte“, auf prägnantere Kanten setzende Design des Galaxy S II besser. Gleiches gilt beim Vergleich mit dem direkten Konkurrenten, dem One X von HTC: Während letzteres in einem übersichtlichen Rahmen mit klaren, fast schon harten Formen aus der Masse hervorzustechen sucht, wirkt das SGS III mit seinen abgerundeten und eingerahmten Ecken deutlicher auf Mainstream getrimmt.

Eine ähnlichen Einschätzung ist auch für die Materialwahl möglich. Wo HTC mit Spielereien zuletzt nach einem langen Ausflug im Alu-Unibody-Segment nach einem Alleinstellungsmerkmal suchte, bleibt Samsung weiterhin seiner bisherigen Linie treu und konzipiert den Testkandidaten durch und durch aus Kunststoff. In dieser Hinsicht hat man es beim Vergleich also wieder einmal mit einer der ältesten Diskussionen im Smartphone-Segment zu tun, die sich um die Frage dreht, welche Vor- und Nachteile die Materialwahl mit sich bringt.

Auch wenn es in diesem Kontext durchaus zu begrüßen ist, wenn Hersteller wie HTC vom Standard-Repertoire absehen, muss man Samsung doch zugute halten, dass es sein Paradigma nach wie vor exzellent beherrscht. Denn trotz des unauffälligen Materials fühlt sich das SGS III bei Maßen von 136,6 × 70,6 × 8,6 mm und einem Gewicht von moderaten 133 Gramm robust und angenehm an, auch wenn vorsichtige Zeitgenossen aufgrund der etwas glatten Schale anfänglich immer mal wieder die Sorge haben werden, dass das Gerät aus der Hand rutschen könnte.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Wirklich über jeden Zweifel erhaben ist in diesem Zusammenhang die Verarbeitung: Auch nach längerem Umgang haben wir am SGS III in dieser Hinsicht fast nichts zu beanstanden, da selbst kritische Aspekte wie der Verschlussmechanismus der Schale absolut einwandfrei gelöst wurden.

Der einzige Kritikpunkt bezieht sich auf die Knopfreihe. Abgesehen davon, dass der zentrale Homebutton einen knackigeren Druckpunkt vertragen könnte, ist die Konzeption als solche zumindest gewöhnungsbedürftig. Dies liegt vor allem an der Mischung von Softtouch- und physischen Knöpfen: Während der besagte Homebutton tatsächlich gedrückt werden kann, werden – in Anlehnung an Android „Gingerbread“ – „Menü“und „Zurück“ per Berührung bedient.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Diese Inkonsistenz im Bedienkonzept ist wohl dem Design geschuldet, da das SGS III so in deaktiviertem Zustand dank (anpassbarem) Timeout für die Beleuchtung der Softtouch-Knöpfe wie ein Ein-Knopf-Handy wirkt – in der alltäglichen Nutzung fiel sie aber immer wieder negativ auf, wobei anfänglich auch der besagte Timeout für die Beleuchtung irritieren kann, sodass wir uns schnell versucht fühlten, diesen zu deaktivieren.

Hierbei handelt es sich aber tatsächlich um den einzigen handfesten und zugleich um einen eher unwichtigen Kritikpunkt, sodass man dem Testkandidaten in puncto „Design & Verarbeitung“ ein sehr gutes Zeugnis ausstellen kann.

Display

Einen weiteren Anstoß zur Diskussion stellte neben dem Design nach der ersten Vorstellung des SGS III auch das Display dar. Bei diesem handelt es sich um ein 4,8 Zoll großes, so genanntes „Super-HD-AMOLED“-Display, das eine Auflösung von 720 × 1.280 Pixeln bietet.

Die Ursache für die besagte Diskussion ist darin zu finden, dass Samsung hier – anders als beim Vorgänger – auf eine PenTile-Matrix setzt, sodass die tatsächlich Auflösung um ein gutes Viertel verringert wird.

Die Entscheidung für eine PenTile-Matrix begründete Samsung bereits im Vorfeld des Verkaufsstarts damit, dass man sicherstellen müsse, dass das Display über den gesamten Nutzungszeitraum hinweg eine gleichbleibende Qualität bietet. Dafür sei es aber notwendig, auf die PenTile-Matrix mit ihrer ungleichmäßigen Subpixel-Verteilung zu setzen. Denn ein Nachteil der OLED-Technik sei das deutlich unterschiedliche Alterungsverhalten – insbesondere die blauen Subpixel würden schnell an Qualität verlieren. Bei der klassischen RGB-Anordnung, wie sie beispielsweise bei Super-AMOLED-Plus-Displays des SGS II verwendet wird, komme es so zu einer sichtbaren Verschlechterung, teilweise bereits nach wenigen Monaten.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Tatsächlich ist die weitere Argumentation, wonach die Nachteile wie die auflösungsbedingte Unschärfe der PenTile-Matrix im Vergleich im Vergleich zur RGB-Matrix bei zunehmend hohen Auflösungen mit bloßem Auge nicht mehr wahrnehmbar wären, zutreffend: Auch bedingt durch die Display-Größe, die dazu beiträgt, dass man das Gerät verhältnismäßig weit von den Augen weg hält, lassen sich die besagten Unschärfen faktisch nicht erkennen. Dies gilt allerdings nur solange, wie man es nicht drauf anlegt: Zoomt man maximal ein und sieht genau hin, sind beispielsweise noch immer leichte Ausfransungen bei schwarzer Schrift auf weißen Grund zu erkennen, auch wenn dies unserem Eindruck nach beim Testkandidaten nicht so eindeutig ausfällt wie bei manch anderem AMOLED-PenTile-Vertreter.

Auch wenn man der Argumentation von Samsung durchaus etwas abgewinnen kann, handelt es sich hierbei wohl nur um einen Teil der Wahrheit. Hinzu kommt neben der chronischen Knappheit der entsprechenden Displays auch die technische und ökonomische Herausforderungen, die mit dem Versuch verbunden gewesen wären, dem SGS-III-Display den entscheidenden „Plus“-Zusatz zu verpassen. Gut möglich, dass auch vor diesem Hintergrund die Entscheidung für die Verwendung einer PenTile-Matrix fiel.

In Summe wiegen die Nachteile der Technologie jedenfalls wie erwähnt nicht so schwer wie vielerorts befürchtet. Dies gilt im Übrigen auch für einen anderen Aspekt, der AMOLED-Displays gerne zugeschrieben wird: Eine übermäßige, unrealistische Farbdarstellung ist dem Testkandidaten nicht zu unterstellen. Im Gegenteil: Selten hat man einen entsprechenden Bildschirm gesehen, der ein derart angenehmes Farbklima aufweist. Hier hat Samsung offenbar noch mal einige Zeit investiert, um zur S-LCD-Konkurrenz aufzuschließen, auch wenn uns das Display des HTC One X in dieser Hinsicht dennoch ein gutes Stück besser gefällt.

Display-Werte
 Helligkeit max.:
RIM BlackBerry PlayBook
550
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Apple iPhone 4S
488
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
Sony Xperia S
449
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
HTC Titan
439
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
HTC Sensation XL
437
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Motorola Xoom 2
429
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
LG Optimus 3D
425
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.800
HTC One X
411
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.800
Sony Xperia U
411
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
Sony Xperia Sola
403
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.600
HTC Radar
402
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
Sony Ericsson Xperia Arc
394
Sony Tablet P
390
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
HTC Evo 3D
375
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.300
Samsung Galaxy S II
371
LG Optimus Pad (V900)
363
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.100
Apple iPad 2
363
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
HTC One V
360
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
Sharp Aquos SH80F
355
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
HTC Sensation
350
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
Samsung Galaxy Ace
334
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.600
HTC Flyer
331
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
iPad 3
325
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.200
Acer Iconia Tab A500
312
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
Motorola Xoom
304
Samsung Galaxy Note
302
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
Motorola Droid Razr
297
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Huawei Ascend G300
283
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
Nokia Lumia 800
278
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
HTC One S
269
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
HP TouchPad
263
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Sony Ericsson Xperia Play
256
Samsung Galaxy S III
235
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.000
Samsung Galaxy Nexus
213
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
Nokia E6
181
Hinweis: Weißpunkt: ca. 8.000
Sony Ericsson Xperia Neo
143
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.700
Angaben in Leuchtdichte (cd/m²)
 Helligkeit min.:
iPad 3
3
Apple iPhone 4S
4
LG Optimus 3D
5
Sony Xperia S
5
Nokia E6
7
Sony Ericsson Xperia Neo
7
Samsung Galaxy Nexus
7
Sony Ericsson Xperia Arc
8
Sharp Aquos SH80F
9
Apple iPad 2
10
HTC Titan
12
Sony Tablet P
13
HP TouchPad
13
HTC Evo 3D
14
HTC Sensation
15
HTC One X
16
HTC One V
16
HTC Radar
18
Samsung Galaxy S III
19
HTC One S
20
Sony Ericsson Xperia Play
23
HTC Sensation XL
24
Nokia Lumia 800
28
Motorola Xoom
30
Acer Iconia Tab A500
33
HTC Flyer
43
Huawei Ascend G300
44
LG Optimus Pad (V900)
46
Sony Xperia Sola
46
Samsung Galaxy S II
48
Motorola Xoom 2
50
Sony Xperia U
53
RIM BlackBerry PlayBook
58
Motorola Droid Razr
65
Samsung Galaxy Ace
66
Samsung Galaxy Note
90
Angaben in Leuchtdichte (cd/m²)
 Kontrast:
Samsung Galaxy S II
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Samsung Galaxy Note
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Motorola Droid Razr
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Samsung Galaxy Nexus
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Nokia Lumia 800
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
HTC One S
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Samsung Galaxy S III
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Sony Ericsson Xperia Neo
1.588:1
HTC One V
1.384:1
Sony Ericsson Xperia Play
1.280:1
HTC One X
1.245:1
Acer Iconia Tab A500
1.100:1
LG Optimus 3D
1.089:1
Motorola Xoom
1.050:1
HTC Sensation XL
1.025:1
HTC Titan
1.020:1
RIM BlackBerry PlayBook
928:1
Apple iPhone 4S
887:1
Sony Xperia U
874:1
HTC Radar
873:1
Sony Xperia Sola
857:1
Sony Tablet P
847:1
iPad 3
805:1
Huawei Ascend G300
786:1
HTC Flyer
780:1
LG Optimus Pad (V900)
772:1
Apple iPad 2
772:1
Motorola Xoom 2
727:1
HP TouchPad
710:1
Sony Ericsson Xperia Arc
596:1
Nokia E6
548:1
HTC Sensation
538:1
HTC Evo 3D
518:1
Sharp Aquos SH80F
444:1
Sony Xperia S
415:1
Samsung Galaxy Ace
265:1
Angaben in Kontrast
+ Anmerkungen zur Display-Betrachtung

Als optimalen Weißpunkt sehen wir D65 an, also eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin (K). Dies entspricht nach gängiger Definition einem mittlerem Tageslicht und ist der Weißpunkt der gängigen Farbräume sRGB und AdobeRGB. Eine Abweichung von einigen hundert bis etwa 1000 K ist bei Mobiltelefonen als noch akzeptabel anzusehen, einige Displays – bauartbedingt vor allem OLED-Modelle – liegen allerdings beim Weiß und noch mehr bei Grautönen oft im Bereich um 10.000 K, was bereits als deutlicher Blaustich wahrnehmbar ist. Sehr viele Displays von Smartphones und Notebooks treffen zwar den Weißpunkt von 6.500 K relativ genau, weichen aber bei Grautönen und anderen mittleren Farbtönen deutlich mit einem Blaustich ab. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten von Grau und Weiß ist diese ungleichmäßige Graubalance wahrnehmbar.

Gegenüber der LCD-Technik weisen OLED-Bildschirme einige Besonderheiten auf, die sich teilweise in unseren Messungen niederschlagen und erklärungsbedürftig sind. Zum einen ist das der bekanntermaßen hohe Kontrast, der bei OLED durch die selbstleuchtenden Pixel möglich ist – es gibt hier kein Backlight, welches durch das Panel mehr oder weniger stark abgedunkelt wird, sondern ein schwarz angesteuerter Pixel ist tatsächlich komplett schwarz und leuchtet nicht. Da das Kontrastverhältnis den Quotienten zwischen der Helligkeit von Weiß und Schwarz angibt, ergibt die Kontrastmessung bei OLED-Displays theoretisch eine Division durch Null und damit ein nicht definiertes Ergebnis – in der Praxis gibt es bei der Schwarzmessung immer eine gewisse Resthelligkeit durch Streulicht und ein Signalrauschen beim Messgerät, sodass Kontrastergebnisse im fünfstelligen Bereich entstehen. Da die Darstellung dieser Kontrastwerte im Balkendiagramm den irreführenden Eindruck erzeugen, der Kontrast wäre bei OLED sichtbar um viele Größenordnungen besser, haben wir uns entschieden als Kontrast maximal 5000:1 darzustellen und auf diese Erklärung zu verweisen. Im Alltag ist der Unterschied allenfalls in sehr dunklen Umgebungen deutlich wahrnehmbar, bei Tageslicht sind Faktoren wie die Reflexionen der Displayoberfläche wesentlich wichtiger.

Die zweite Besonderheit ist die beim derzeitigen Stand der Technik verhältnismäßig geringe Lebensdauer der blauen Leuchtelemente bei OLED-Displays. Dies veranlasst die Hersteller dazu, zur Steigerung der Lebensdauer bei einigen Displays die klassische RGB-Subpixelmatrix durch alternative Anordnungen abzulösen. Bekannt ist dabei beispielsweise Samsungs „PenTile“-Matrix, deren Hauptmerkmal die Vergrößerung der blauen und roten Subpixel ist – allerdings bei gleichzeitiger Halbierung ihrer Anzahl. Das bedeutet, dass bei gleicher Nennauflösung diese Displays eine geringere Anzahl von Subpixeln aufweisen als Displays mit der bewährten RGB-Matrix. Jeder Pixel verfügt weiterhin über seinen eigenen grünen Subpixel, teilt sich aber den jeweiligen roten und blauen Subpixel mit seinem Nachbarpixel. Das ganze führt bei gleicher Nennauflösung zu einer geringeren tatsächlichen Auflösung und an Kontrastkanten zu Farbsäumen, die vor allem die Lesbarkeit von Text deutlich verringern können.

Doch wie sieht es abseits von Eindrücken und Erwägungen rund um Technologie-Vor- und Nachteile aus? Beim Blick auf die ermittelten Display-Werte wird deutlich, dass sich der Testkandidat in puncto maximaler Display-Helligkeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil: Bei einer Leuchtdichte von unter 300 cd/m² reicht es nur für einen Platz im unteren Teil des Testfelds.

Auch wenn sich die Lesbarkeit bei einigermaßen direkter Sonneneinstrahlung dennoch in akzeptablen Gefilden bewegt, ist die Helligkeit für ein prestigeträchtiges und entsprechend kostspieliges Oberklasse-Smartphone durchaus enttäuschend, zumal die besagte Lesbarkeit nur für die maximale Helligkeit gilt. Die automatische Regulierung der Beleuchtung dürfte dagegen von vielen Nutzern abgewählt werden, da sie in helleren Umgebungen häufig eine nicht ausreichende Ausleuchtung liefert. Als kleine Einschränkung muss dazu vermerkt werden, dass die Maximalhelligkeit wie schon beim Galaxy Nexus bei maximal eingezoomtem weißen Hintergrund durchaus bei Werten von bis zu 340 cd/m² liegen kann – hierbei handelt es sich aber nicht nur um eine eher praxisferne Messung, sondern auch um einen weiterhin nicht sehr berauschenden Wert.

Dafür spielt das SGS III immerhin bei den Kontrastwerten die Stärken der AMOLED-Technologie aus: Schwarz ist hier tatsächlich rabenschwarz. Dennoch fällt die Betrachtung des Displays unterm Strich zweigeteilt aus. Auch wenn die Nachteile der PenTile-Matrix nennenswert weniger wiegen, als zu befürchten stand und die Darstellung obendrein mit einem angenehmen Farbklima punkten kann: Ein absoluter Überflieger ist das Display des Samsung Galaxy S III nicht.

Performance & Oberfläche

Bei Smartphones geht es längst nicht mehr nur um Laufzeiten, Speichermöglichkeiten oder das Display. Stattdessen steht zunehmend auch die Leistung im Vordergrund, auch wenn diese dem effektiven Nutzen bei der alltäglichen Anwendung meilenweit voraus ist. Auch wenn man die Fähigkeiten eines Oberklasse-Gerätes aus der ersten Jahreshälfte 2012 wohl in diesem Jahr nie ganz ausnutzen wird, ist dennoch naheliegend, dass ein regelrechter Krieg der SoC-Lösungen tobt, schließlich möchte der ambitionierte potentielle Käufer bei einer Investition von 400 bis 600 Euro auch ein ordentliches Stück Technik erhalten.

Vor diesem Hintergrund ist zu erklären, dass auch Samsung sich zuletzt intensiv in den besagten Krieg um den schnellsten SoC eingemischt hat. Die Grundlage dessen stellt der erstmals im SGS III zum Einsatz kommende, in 32 nm gefertigte Exynos 4412 SoC dar, der über eine Quad-Core-CPU mit 1,4 GHz (ARM Cortex A9) und eine nicht mehr taufrische Mali-400-Quad-Core-Grafiklösung verfügt. Damit ist Samsung nach Nvidia mit dessen in 40 nm gefertigtem Tegra 3 der zweite Hersteller, der eine Vier-Kern-CPU-Lösung auf dem Markt hat. Dem zur Seite stehen 1 Gigabyte Arbeitsspeicher, sodass sich die dahingehende Ausstattung schon auf dem Papier problemlos zur Speerspitze des aktuellen Angebots zählen lässt.

Smartbench 2011 (Produktiv)
HTC One X (Android 4.0.3)
6.458
HTC One S (Android 4.0.3)
4.860
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
4.697
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
4.124
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
3.862
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
3.683
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
3.667
Motorola Xoom (Android 3.0)
3.615
Sony Tablet P
3.240
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
3.208
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
2.929
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
2.753
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
2.716
Sony Tablet S
2.609
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
2.446
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
2.442
LG Optimus Speed (Android 2.2)
2.348
HTC Sensation (2.3.3)
1.986
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
1.953
Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
1.861
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
1.734
HTC Flyer (2.3.3)
1.461
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
1.445
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
1.427
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
1.395
HTC One V (Android 4.0.3)
1.275
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
1.224
HTC Desire (Android 2.2)
1.112
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
1.077
Google Nexus One (Android 2.2)
1.044
Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
1.015
Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
1.006
HTC Desire S (Android 2.3)
1.002
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
875
HTC Desire HD (Android 2.2)
744
HTC Wildfire S (Android 2.3)
332
Angaben in Punkten
Smartbench 2011 (Games)
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
2.882
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
2.868
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
2.849
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
2.819
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
2.753
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
2.743
HTC One X (Android 4.0.3)
2.718
Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
2.505
LG Optimus Speed (Android 2.2)
2.494
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
2.477
Motorola Xoom (Android 3.0)
2.476
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
2.418
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
2.342
HTC Flyer (2.3.3)
2.311
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
2.297
Sony Tablet S
2.289
Sony Tablet P
2.281
HTC One S (Android 4.0.3)
2.275
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
2.247
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
2.239
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
2.176
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
2.170
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
2.084
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
1.787
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
1.759
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
1.707
HTC Sensation (2.3.3)
1.679
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
1.659
Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
1.428
Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
1.403
HTC Desire S (Android 2.3)
1.313
HTC One V (Android 4.0.3)
1.251
HTC Desire HD (Android 2.2)
797
Google Nexus One (Android 2.2)
634
HTC Desire (Android 2.2)
487
HTC Wildfire S (Android 2.3)
428
Angaben in Punkten
Linpack for Android (Single)
HTC One S (Android 4.0.3)
102,000
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
62,900
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
57,600
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
56,500
HTC Flyer (2.3.3)
55,400
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
54,820
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
52,520
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
52,150
HTC One X (Android 4.0.3)
52,100
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
49,100
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
45,960
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
45,880
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
44,500
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
44,500
HTC Sensation (2.3.3)
44,100
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
43,400
Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
42,700
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
42,106
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
41,812
HTC Desire S (Android 2.3)
41,300
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
37,900
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
37,500
LG Optimus Speed (Android 2.2)
37,200
Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
36,100
Motorola Xoom (Android 3.0)
35,700
HTC Desire HD (Android 2.2)
35,300
Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
34,800
HTC One V (Android 4.0.3)
33,580
Google Nexus One (Android 2.2)
31,200
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
30,300
Sony Tablet P
28,370
Sony Tablet S
27,700
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
23,520
HTC Desire (Android 2.2)
23,100
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
13,700
HTC Wildfire S (Android 2.3)
7,400
Angaben in MFLOPS
Linpack for Android (Multi)
HTC One S (Android 4.0.3)
186,000
HTC One X (Android 4.0.3)
132,500
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
108,600
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
89,810
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
88,300
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
76,230
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
74,200
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
72,817
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
70,219
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
69,500
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
67,200
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
64,800
Sony Tablet P
56,200
Sony Tablet S
54,000
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
50,300
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
45,600
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
44,600
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
38,860
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
33,900
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
30,100
HTC One V (Android 4.0.3)
29,070
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
21,800
HTC Wildfire S (Android 2.3)
4,000
Angaben in MFLOPS
CF-Benchmark
 CF-Benchmark:
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
13.940
HTC One X (Android 4.0.3)
13.694
HTC One S (Android 4.0.3)
9.517
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
7.306
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
6.961
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
6.609
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
6.591
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
6.498
Hinweis: Referenzwert
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
5.772
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
5.393
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
5.350
HTC Sensation (2.3.3)
5.174
Hinweis: Referenzwert
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
5.147
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
4.927
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
4.781
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
4.183
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
3.820
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
3.767
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
3.202
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
2.885
HTC One V (Android 4.0.3)
2.585
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
2.205
Hinweis: Referenzwert
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
1.958
HTC Wildfire S (Android 2.3)
736
Angaben in Punkten
GLBenchmark
 GLBenchmark 2.1 Egypt (offscreen):
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
99
iPhone 4S (iOS 5.0)
70
HTC One X (Android 4.0.3)
64
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
62
HTC One S (Android 4.0.3)
56
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
30
HTC One V (Android 4.0.3)
20
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
20
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
19
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
7
BrowserMark
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
165.202
Apple iPad 3 (iOS 5.1)
101.656
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
100.882
Sony Tablet P
91.686
Sony Tablet S
90.436
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
88.304
iPhone 4S (iOS 5.0)
88.195
HTC One S (Android 4.0.3)
87.223
HTC One X (Android 4.0.3)
86.844
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
76.843
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
72.946
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
71.198
Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
68.989
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
67.328
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
57.263
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
54.490
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
52.234
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
52.033
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
50.932
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
50.898
iPhone 4 (iOS 5.0)
50.873
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
47.639
RIM BlackBerry PlayBook
47.577
HTC One V (Android 4.0.3)
42.141
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
39.760
HP TouchPad (webOS 3.0.2)
36.765
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
35.822
HTC Titan (Windows Phone 7.5)
33.060
Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
31.768
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
30.757
HTC Radar (Windows Phone 7.5)
24.839
Nokia E6 (Symbian Anna)
20.581
Angaben in Punkten
SunSpider 0.9
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
1.409,0
Apple iPad 3 (iOS 5.1)
1.807,0
HTC One S (Android 4.0.3)
1.849,0
HTC One X (Android 4.0.3)
1.884,0
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
1.955,2
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
1.973,2
Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
2.106,2
iPhone 4S (iOS 5.0)
2.243,0
Sony Tablet P
2.245,6
Sony Tablet S
2.351,6
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
2.713,2
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
2.720,0
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
3.034,4
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
3.227,8
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
3.247,0
HTC One V (Android 4.0.3)
3.285,0
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
3.307,0
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
3.637,0
iPhone 4 (iOS 5.0)
3.661,0
RIM BlackBerry PlayBook
3.681,4
HP TouchPad (webOS 3.0.2)
3.854,7
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
3.987,0
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
4.043,6
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
4.748,4
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
5.187,4
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
5.270,9
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
6.391,4
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
6.407,4
HTC Titan (Windows Phone 7.5)
6.492,0
Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
6.837,0
HTC Radar (Windows Phone 7.5)
9.160,2
Nokia E6 (Symbian Anna)
9.432,2
Angaben in Millisekunden
+ Anmerkungen zur Leistungsbetrachtung

Grundsätzlich sei dazu auch in diesem Fall zunächst vermerkt, dass wir dem Thema „Benchmarks“ im Bereich der Smartphones mit Skepsis gegenüberstehen und das nicht nur, weil die Aussagekraft von (synthetischen) Benchmarks selbst in einer homogenen Geräte-Gruppe mit gleichem Betriebssystem zumindest diskussionswürdig ist. Hinzu kommt, dass eine effektive Messung über die unterschiedlichen Plattformen methodisch schwierig ist – ein weiterer Faktor, der verstärkend zu der Feststellung beiträgt, dass die hier wie anderswo präsentierten Ergebnisse nur als Richtwert, nicht aber als ultimativ-objektive Darstellung der Realität angesehen werden müssen.

Die Auswahl der Benchmarks leitet sich wie gewohnt nicht nur von der Beliebtheit, sondern auch von den Schwerpunkten ab: Während Smartbench und CF-Bench auf die Gesamt- und GLBenchmark auf die GPU-Performance abzielen, ermittelt Linpack die pure Rechenpower und SunSpider und BrowserMark zielen auf die Performance des Browsers ab, sodass alle relevanten Aspekte abgedeckt werden. Gelistet werden fast ausschließlich Geräte, die einem Test unterzogen wurden.

Gemessen wurde gleich nach der ersten Geräte-Einrichtung, wobei aus jeweils drei Messungen je Benchmark der schnellste Wert in die Wertung einfließt. Nach der Installation der Benchmarks wurde das Gerät neugestartet und für einige Minuten im Idle belassen; zwischen den Durchläufen je Benchmark wurde das Gerät ebenfalls jeweils neugestartet.

Mit Blick auf das eben Beschriebene ist klar, dass es sich bei der Bewertung der Leistung des SGS III um eine eher theoretische Einordnung in unser breites Benchmark-Testfeld und auch um einen Vergleich mit der Nvidia-Konkurrenz handelt (dazu wurden die Werte des One X separat eingefärbt), da völlig offensichtlich ist, dass die alltägliche Bedienung mit dem Samsung-Spross zu jeder Zeit ultra-flüssig von der Hand geht.

Bei der Betrachtung der ermittelten Werte wird deutlich, dass das SGS III in puncto Leistung nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität zur Oberklasse zu zählen ist. Während es sich in manchen Tests von der direkten Konkurrenz, dem auf Nvidias Tegra 3 basierenden One X geschlagen geben muss, dominiert es in anderen – vor allem im grafiklastigen GLBenchmark und in den auf das Webbrowsing abzielenden Tests – überraschend eindeutig.

Unterm Strich kann deshalb – Einschränkungen wie die Optimierung der Benchmarks auf bestimmte SoCs bzw. Kernzahlen stets im Hinterkopf – festgehalten werden, dass der neue Exynos die Nvidia-Konkurrenz entgegen mancher Prophezeiungen nicht hinter sich lässt, sondern sich vielmehr ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert und dabei stets einen sehr guten Platz im Testfeld belegt.

Softwareseitig kommt auf dem Testkandidaten standesgemäß die neueste Android Version (4.0.4) in Kombination mit der ebenfalls neuesten Ausgabe von Samsungs eigener Benutzeroberfläche TouchWiz zum Einsatz. Diese geht in puncto Eingriff in das „Look-and-Feel“ von Android ähnlich weit wie HTCs Sense-UI, sodass nicht nur optische, sondern auch einige strukturelle Eingriffe stattfinden (siehe nächster Abschnitt für die Betrachtung der neuen S-Anwendungen und Features).

TouchWiz auf dem SGS III
TouchWiz auf dem SGS III

Alles in allem reicht die Güte von TouchWiz – um abermals den Vergleich zum direkten Konkurrenten, dem One X, zu bemühen – auch mit Version 4.0 nicht ganz an jene von Sense heran. Dafür wirkt Samsungs Werk weiterhin zu knallig und aufdringlich, auch wenn für die neue Version eine dahingehende Abschwächung und vor allem eine angenehme Verschlankung erkennbar ist. Hinzu kommt aber, dass sich auch hier – genauso wie bei den Knöpfen – bemerkbar macht, dass Samsung die schonende Evolution der Android-Bedienung abfedern und vereinheitlichen möchte, weswegen TouchWiz in mancherlei Hinsicht an Android „Gingerbread“ angelehnt ist.

TouchWiz auf dem SGS III
TouchWiz auf dem SGS III
TouchWiz auf dem SGS III

So löblich diese Idee ist: So richtig auf geht sie nicht, sodass TouchWiz trotz der starken Farben in Kombination mit den „alten“ Knöpfen ein wenig altbacken wirkt. Auch wenn es sich hierbei wirklich um Kritik auf hohem Niveau handelt und mit Version 4 bereits einige Schritte in die richtige Richtung unternommen wurden, bleibt für die zukünftige Entwicklung deswegen vor allem zu hoffen, dass sich Samsung sich in puncto UI auf eine zurückhaltendere, die neuen Entwicklungen aufnehmende und nicht verschleiernde Konzeption konzentrieren wird.

Multimedia

Wie für ein heutiges Smartphone üblich, verfügt auch das Galaxy S III über zwei Kameras. Während das Pendant auf der Front gerade für Video-Chats oder Selbstporträts interessant ist, dürfte für anspruchsvollere Aufnahmen vor allem die rückwärtig verbaute 8-Megapixel-Kamera mitsamt LED-Leuchte interessant sein. Gerüchten zu Folge handelt es sich hierbei um den gleichen Sensor wie in Apples iPhone 4S. Mit dieser Auflösung statte Samsung bereits den Vorgänger aus. Doch dass die reine Anzahl an Megapixeln nichts über die Bildqualität aussagt, ist nichts unbekanntes. Wie schlägt sich also Samsungs Flaggschiff in Puncto Bildqualität?

Unser Ergebnis: Zufriedenstellend. Vor allem in Anbetracht von Samsungs Marketing, das den Fokus nicht in erster Linie auf die Kamera legt, überzeugt das Gerät. Denn während andere Hersteller häufig mit scheinbar besonderen Technologien oder Ideen werben, dem Nutzer allerdings enttäuschende Ergebnisse liefern, verheddert sich der koreanische Hersteller bei der Kamera nicht in leeren Versprechungen.

Makroaufnahme, Samsung Galaxy S III
Makroaufnahme, Samsung Galaxy S III (Original-Download)

Dabei ist die Kamera-App mit allerlei Funktionen gefüllt: Unter anderem lassen sich per Serienbildaufnahmen 8 Bilder in wenigen Sekunden hintereinander schießen – aus diesen kann man anschließend die besten Bilder auswählen und abspeichern, die anderen werden auf Wunsch verworfen. Dabei kann man selbst aussuchen, ob das Gerät die bestmöglichen Einstellung übernimmt oder nicht. Schaltet man die bestmöglichen Einstellung, kann man den Auslöser gedrückt halten und bis zu 20 Fotos hintereinander aufnehmen. Auch HDR-Funktion ist mit an Bord: Bei solchen Aufnahmen nimmt das Gerät mehrere Fotos hintereinander auf und gleicht die Farben anschließend für ein möglichst optimales Ergebnis automatisch an.

Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III (Original-Download)
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III (Original-Download)
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III
Foto-Beispiel, Samsung Galaxy S III (Original-Download)

Die Farben der Aufnahmen wirken sehr nüchtern, allerdings nicht blass. Die Wiedergabe ist natürlich. Zudem überzeugte uns auch der Detailgrad, der zwar vor allem in der Tiefe nicht an die Qualitäten eines Nokia N8 [7] heran kommt, für gelegentliche Aufnahmen und Abzüge allerdings vollkommen ausreicht. Auch bei Nahaufnahmen im Makro-Modus macht das S III eine ansprechende Figur: Das Objekt wird ausreichend scharf gestellt – wenn auch hier etwas Luft nach oben ist – und das Umliegende verfällt nicht in Rauschen. Zudem überzeugte das Flaggschiff auch bei schlechterem Licht. Hier neigen viele Konkurrenten zu sehr starkem Rauschen, dieses ist beim Galaxy S III nicht so stark ausgeprägt. Je nach Aufnahme fallen unterschiedliche Lichtverhältnisse, zumindest im Freien, nicht mal auf. Als einzige „Schwachstelle“ erwies sich das LED-Licht, das Aufnahmen teils überstrahlte, wenn die Objekte nicht weit genug entfernt waren. Alles in allem sind die Fotos über dem Durchschnitt, wenn auch der Feinschliff etwas fehlt. Die beste Kamera ist allerdings bekanntlich die, die man immer dabei hat. Und dafür ist das S III sehr geeignet.

Auch die Videos können überzeugen. Die maximale Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln stellt keine Rekorde auf, ist jedoch aktuell bei keinem Konkurrenzprodukt höher. Wie auch schon bei den Fotos wirken die Farben sehr natürlich und werden nicht überstrahlt. Mit Hilfe des kontinuierlichen Autofokus' werden auch während Videoaufnahmen Objekte scharf gestellt, dieser lässt sich per Fingertipp auf dem Bildschirm beliebig verändern. Sehr gut gefallen hat uns die Möglichkeit, während der Videoaufnahme Fotos aufzunehmen. Dies gelang sehr schnell und ohne das Video zu unterbrechen oder zu behindern. Zudem ist uns auch der vergleichsweise gute Sound aufgefallen: Viele Smartphones neigen dazu bei Videoaufnahmen ein sehr hohes Rauschen aufzuweisen, dieses wird beim S III allerdings erst bei höheren Lautstärken der Ausgabequellen deutlich. Lediglich an Wind oder beispielsweise vorbeifahrenden Autos scheitert das Smartphone.

Video „Samsung Galaxy SIII Testvideo

Über den eingebauten MHL(Mobile High Definition Link)-Port lässt sich bei Nutzung eines Adapters eine Verbindung an einen HDMI-fähigen Bildschirm, Beamer oder Fernseher herstellen. Doch dem Status als Flaggschiff und auch dem Preis zum Trotz liefert Samsung unverständlicherweise keinen solchen Adapter mit. Sobald der Nutzer sein Smartphone mit dem Fernseher verbindet, lassen sich die aufgenommen Full HD-Videos oder Bilder zum Beispiel auf dem heimischen Fernseher betrachten. Wer das Geld nicht für einen Adapter ausgeben möchte, kann seine Inhalte auch per DLNA innerhalb eines Netzwerks zwischen Geräten im gleichen Drahtlosnetzwerk übertragen.

Aufgrund des starken Prozessor laufen selbst Full HD-Videos sehr flüssig. Dabei macht es keinen Unterschied ob die Videos auf dem internen Speicher oder einen Speicherkarte liegen, oder beispielsweise über die YouTube-App aufgerufen werden. Das S III bietet genug Leistungsreserven, um unterwegs ohne Probleme einen Film anzuschauen.

Ausgelagert können die Dateien auf den angesprochenen internen Speicher oder den microSD-Slot: Letzter stellt gegenüber der Konkurrenz in weiten Teilen einen großen Vorteil dar. In den Weiten des Internets (so zum Beispiel in unseren Forum) als auch innerhalb der Medienberichte zeigte sich oft Unverständnis für das Weglassen des microSD-Slots bei heutigen Geräten. HTCs One-Serie zum Beispiel setzt sowohl beim One S als auch dem Flaggschiff One X auf nicht erweiterbaren Speicher. Auch das Sony Xperia S [8] lässt sich nicht erweitern. Zwar bieten die Geräte bis zu 32 Gigabyte Speicher, allerdings unterstützt das Galaxy S III Speicherkarten von bis zu 64 Gigabyte Größe und schlägt damit die Konkurrenz um Längen. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass die günstige Variante des hochpreisigen Aushängeschilds mit lediglich 16 Gigabyte Speicher auskommen muss - so viel bieten schon deutlich günstigere Geräte ab Werk.

Wie vom Hersteller gewohnt, finden sich einige zusätzliche Apps auf dem Smartphone. Dazu zählen unter anderem der Video Hub, über den sich Filme ausleihen oder kaufen und anschließend auf dem Gerät anschauen lassen. Ebenfalls vorinstalliert ist der Game Hub, über den sich Spiele installieren lassen. Wählt man die Spiele allerdings aus, wird man zu Samsungs eigener App-Plattform „Samsung Apps“ weitergeleitet. Voraussetzung für die Nutzung ist ein Benutzerkonto beim Hersteller. Beim letzten Hub handelt es sich um den Music Hub. Dieser bietet Zugriff auf über 17 Millionen Songs, die sich kaufen und danach auf das Gerät streamen lassen. Über die Applikation „S Suggest“ lassen sich Empfehlungen seitens Samsung für verschiedenen Kategorien an Programmen anschauen. Anschließend kann man sich zum Herunterladen direkt zum Play Store weiterleiten.

Der Browser des SGS III
Der Browser des SGS III

Nach Installation des Flash Player lassen sich auch entsprechende Inhalte anzeigen. Videos werden in der Regel flüssig wiedergegeben. Auch das Scrollen auf der Website gelingt noch flüssig. Doch sobald man die Videos in den Fullscreen-Modus versetzt und anschließend wieder minimiert und weiter arbeiten, muss man teils mit Rucklern und Hängern sowie Wartezeiten rechnen. Auch Flash-Spiele lassen sich spielen, diese ruckeln aber je nach Aufwand mehr oder minder stark und sind so nur eine begrenzte Vergnügung. Zudem zieht der Flash Player sehr stark an der Laufzeit des Akkus, wodurch ein Langzeiteinsatz nicht empfohlen wird.

Die Ortung und Navigation über GPS funktioniert gut und genau. Schaltet man zusätzlich zur Hilfe WLAN oder UMTS an, lässt diese sich zusätzlich beschleunigen. Zu Abbrüchen kommt es, außer beispielsweise in Tunneln, nicht.

Kommunikation

In puncto Kommunikation stattet Samsung den neuesten Sprößling der Galaxy S-Reihe mit einem Paket aus, das ein High-end-Smartphone bieten sollte. Dabei sind, beinahe selbstverständlich, WLAN, GPS, HSPA, aber auch NFC und Bluetooth 4. vorhanden. Ebenfalls bietet das Gerät die Möglichkeit, als WLAN-Hotspot zu fungieren. Damit kann sich das Gerät über alle heutzutage gängigen Arten mit der Außenwelt verbinden.

Nicht zu vernachlässigen, jeder Ausstattung zum Trotz, sind bei einem Smartphone die Telefonqualitäten. Denn kommt es bei wichtigen Telefonaten oder Datenübertragungen zu Problemen aufgrund von schlechtem Empfang oder schlechten Telefoneigenschaften, macht das auch ein starker Prozessor nicht wieder wett. Glücklicherweise trifft dies nicht auf das Galaxy S III zu: Der Empfang war stets gut und auch der Wechsel zwischen GSM und UMTS gelang flüssig und ohne das Gerät zu beeinträchtigen. Auch die Sprachqualitäten war gut, der Nutzer gegenüber war stets laut und deutlich zu hören.

Laufzeiten

Ein geshrinkter 32-nm-SoC und ein sparsames, über eine mäßige Helligkeit verfügendes Display – schon im Vorfeld der konkreten Auseinandersetzung mit dem SGS III lag die berechtigte Hoffnung nahe, dass der neueste Samsung-Spross auf Basis eines entnehmbaren Akkus mit satter Kapazität von 2.100 mAh mit ordentliche Laufzeiten würde punkten können.

Diese Hoffnung bestätigt sich bereits abseits von Testläufen: Bei konventioneller Nutzung hält der Testkandidat locker anderthalb bis zwei Werktage durch, ohne nach einer Steckdose zu lechzen.

Video-Dauertest
 720p Dauertest, max. Helligkeit:
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
8:20
Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
7:30
Apple iPhone 4 (iOS 5.0.1)
7:20
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
7:00
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
6:55
iPad 3 (iOS 5.1)
6:55
Apple iPhone 4S (iOS 5.0.1)
6:40
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
6:28
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
6:18
HTC One S (Android 4.0.3)
6:08
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
5:47
Apple iPhone 4S (iOS 5.0.0)
5:40
RIM BlackBerry Playbook
5:33
HTC One V (Android 4.0.3)
5:30
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
5:03
HTC Radar (Windows Phone 7.5)
4:33
HTC One X (Android 4.0.3)
4:31
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
4:29
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
4:27
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
4:12
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
3:56
HP TouchPad (webOS 3.0.2)
3:30
Sony Tablet P
3:28
HTC Titan (Windows Phone 7.5)
3:20
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
3:20
Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
3:00
Hinweis: Firmware 1600.2479.7740.11451
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
2:50
 720p Dauertest, 200 cd/m²:
Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
7:45
Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
6:53
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
5:23
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
4:50
Angaben in Stunden, Minuten
+ Anmerkungen zu den Laufzeiten

Auch bei den von uns ermittelten Akku-Laufzeiten gilt, dass diese nur als Richtwert angesehen werden sollten. Zudem darf nicht vergessen werden, dass sich die hier präsentierten Geräte teils deutlich unterscheiden. Ob bei der Größe und Helligkeit des Displays oder bei der Größe des Akkus: Es handelt sich um heterogenes Testfeld, sodass eine direkte Vergleichbarkeit nur selten möglich ist.

Zur Methode: Die Werte wurden bei maximaler Display-Helligkeit und aktiviertem WLAN ermittelt. Bluetooth und GPS waren deaktiviert. Sofern das Gerät über 3G verfügte (Smartphones, Tablets in der 3G-Version), war die entsprechende Verbindung aktiviert.

Bei der Betrachtung der ermittelten Werte aus dem 720p-Dauer-Test wird diese Feststellung noch einmal untermauert. Das SGS III belegt hier einen guten Platz im oberen Mittelfeld, wobei es den direkten Konkurrenten, das One X, deutlich hinter sich lässt und mit dem ebenfalls auf einen modern gefertigten SoC und ein AMOLED-Display setzendes One S gleich auf liegt. Dazu muss angemerkt werden, dass die Laufzeit technologiebedingt je nach Aufkommen von weißen Flächen variiert, was für die Wiedergabe von Filmen aufgrund des dahingehend in aller Regel geringen Aufkommens allerdings keine große Relevanz besitzen dürfte.

Alles in allem lässt sich vor diesem Hintergrund festhalten, dass das SGS III kein klassischer Langläufer ist – für eine gute Laufzeit reicht es aber allemal.

Im Alltag

Vollgepacktes Datenblatt, neueste Software, hochauflösende Kamera, starke Hardware – auf den ersten Blick fehlt dem Samsung Galaxy S III nichts. Doch besonders wichtig ist das Gesamtpaket für den Nutzer und wie es sich im Alltag schlägt. Glücklicherweise erlaubt sich Samsung keine großen Schnitzer. Das Smartphone läuft allzeit flüssig, Animationen werden ohne Widerworte dargestellt und auch Ladezeiten von Apps und Spielen sind auf höchstem Niveau.

Der Hersteller spendiert seinem Flaggschiff einiges an zusätzlichen Features. Da wären unter anderem die Möglichkeit über den „Intelligenten Schlafmodus“ den Bildschirm-Timeout zu unterbrechen, wenn die Frontkamera erkennt, dass die Augen des Nutzers auf das Display gerichtet sind. So wird die Displayhelligkeit nicht verringert um einen ungestörten Lesefluss zu gewährleiste. Dies gelang im Laufe unseres Tests in vielen Fällen auch problemlos, hin und wieder dunkelte sich der Bildschirm allerdings ab.

Vor allem aber das Kapitel „Bewegung“ ist beim südkoreanischen Hersteller von großer Bedeutung: Per Schwenk lassen sich beispielsweise Widgets von einem Homescreen auf den nächsten bewegen. Ebenfalls lässt sich einstellen, dass man beim Scan nach Geräten – auf der Suche nach einem WLAN Netzwerk oder Bluetooth-fähigen Produkten – die Liste mit Hilfe von Schütteln aktualisieren kann. Auch Handbewegungen integriert der Hersteller: Wischt man mit der Handkante von links nach rechts über den Bildschirm, nimmt man einen Screenshot auf. Dies ist allerdings zeitaufwendiger als eine Tastenkombination, im Gegenzug etwas eleganter. Bedeckt man bei der Wiedergabe von Medien, zum Beispiel ein Musikstück im MP3-Player, mit der Hand den Bildschirm, wird die Wiedergabe pausiert. Mit mehreren solcher Funktionen erleichtert Samsung die Nutzung. Alle Bewegungen und Features lassen sich testen und aktivieren bzw. deaktivieren.

Durch den Einbau von NFC zusammen mit „Android Beam“, einem Feature von Android 4.0, lassen sich unter anderem Kontakte oder Links mit anderen NFC-fähigen Geräten bei simplem Kontakt der beiden austauschen. Dies gelang in unserem Test bei aktiviertem NFC und „Android Beam“ im Zusammenspiel mit dem Galaxy Nexus prompt und ohne jegliche Störung. Schade finden wir allerdings, dass der Hersteller keine weitergehenden Funktionen wie beispielsweise die Kontrahenten LG oder Sony einbaut – sie bieten dem Nutzer die Möglichkeit mit Hilfe von „NFC Tags“ vordefinierte Profile für Aktivität von Verbindungen, Wecker oder dem Öffnen von Apps auf das Gerät zu laden, in dem man den Kontakt mit den entsprechenden mitgelieferten Tags (beispielsweise in Form von Schlüsselanhängern (Sony) oder Stickern (LG)) herstellt.

Eher misslungen ist dem Hersteller der Sprachassistent „S Voice“, allen voran wohl geplant als Gegenstück zu „Siri, dem Pendant auf Apples iPhone 4S. So funktioniert die Spracherkennung bei stiller Umgebung zwar noch passabel, sobald es allerdings etwas lauter wird, ist das Ergebnis vollkommen anders als geplant. In diesem Punkt ist auch Siri bei weitem nicht perfekt, allerdings noch wesentlich genauer als „S Voice“. Ein zusätzlicher Störfaktor: Sobald dem Gerät etwas gesagt wird, was nicht direkt ein Befehl ist, startet es automatisch und ohne vorher zu fragen eine Internetsuche über den Browser. Dies ist vor allem dann nervig, wenn man etwas sagt, die Spracherkennung es aber nicht so aufnimmt und anschließend unnötigerweise das Internet durchsucht wird. Dabei ist das Konzept nicht schlecht: über „S Voice“ lässt sich die Kamera starten, ein Foto schießen oder auch der Status in sozialen Netzwerken aktualisieren. Mit dem Befehl „Hallo Galaxy“, oder einem selbst erstellten Befehl, lässt sich die Sprachsteuerung aus dem Standby „aufwecken“, so spart man sich das Drücken der Taste auf dem Bildschirm. Allerdings gelingt dies nicht immer zuverlässig, dafür muss man den Befehl wesentlich lauter als normal gesprochenen von sich geben und/oder das Gerät nach Möglichkeit nah seinem Mund halten. Die Idee das Gerät beispielsweise auf den Tisch zu legen und rein mit der Sprache zu steuern ist gut, allerdings sehr mäßig umgesetzt. Der Sprachassistent benötigt noch einiges an Feinschliff.

Sehr gut gefallen hat uns der Einsatz der neuesten Android-Version 4.0.4 wie im Abschnitt „Performance und Oberfläche“ bereits angemerkt. Aufgrund der großen Oberflächen verzögern sich Updates, da sie erst an die neuen Android-Versionen angepasst und getestet werden muss. Ein lange bekanntes Problem des Android-Betriebssystems. Umso erfreulicher ist der Einsatz der derzeit aktuellen Version bei dem neuen Gerät. Einige Hersteller setzen sogar noch auf die Vorgänger-Version für Smartphones, 2.3.× „Gingerbread“.

Fazit

Eins steht am Ende dieses Tests angelangt ohne Zweifel fest: Samsung liefert mit dem Galaxy S III ein erstklassiges Smartphone, das große Teile der Konkurrenz in vielerlei Hinsicht in den Schatten stellt. Der erste, definitiv wichtigste Teil der „Mission SGS III“ ist also fulminant geglückt.

Der zweite Teil rangiert eher in der Rubrik „nice to have“ und bezieht sich auf die Frage, ob das Gebotene auch für den Android-Thron reicht. Erklimmt der Testkandidat diesen genauso wie sein Vorgänger aus dem Stand?

Die Antwort auf diese Frage ist uneindeutig. Möglichst objektiv betrachtet lautet das Fazit in dieser Hinsicht nämlich, dass sich SGS III und One X in Summe ziemlich exakt auf Augenhöhe bewegen. Während ersteres mit einer etwas modernen Ausstattung und der besseren Laufzeit punktet, bietet letzteres die bessere Benutzeroberfläche und das bessere Display, sodass – wenn überhaupt – erst unser geplanter Langzeittest zum SGS III in dieser Frage weitere Klarheit bringen wird.

Samsung Galaxy S III
Samsung Galaxy S III

Für den Moment ist die Entscheidung in dieser Patt-Situation deswegen zunächst von subjektiven Einschätzungen abhängig. Zu diesen zählt vor allem die Bewertung des Designs, aber auch die individuelle Einordnung der Stärken und Schwächen: Ist die Qualität des Displays entscheidend (Vorteil One X)? Oder kommt es vor allem auf die Laufzeit an (Vorteil Galaxy S III)? Durch die Beantwortung solcher Fragen kann individuell ermittelt werden, welches Gerät für die eigenen Anforderungen der richtige Begleiter wäre.

Zusammengefasst bedeutet all dies nach aktuellem Stand der Dinge: Für all jene, die nach einem potenten Android-Vertreter im Hochpreissegment fahnden, ist das Samsung Galaxy S III eine hervorragende Wahl, wobei stets individuell abgeklärt werden sollte, ob ggf. der zweite König auf dem Thron, das One X, die bessere wäre.

Persönliches Fazit von Mahir Kulalic

Eines der am meisten erwarteten Smartphones dieses Jahres ist nun da – und der Test zeigt, warum es so sehnlich erwartet wurde. In so gut wie jeder Hinsicht weist es die Konkurrenz in die Schranken oder liegt zumindest gleich auf – trotz allem blieb der „Wow-Effekt“ aus. Womöglich, weil HTC bereits gut zwei Monate vorher mit dem One X ein ähnlich ausgestattetes Gerät präsentierte, welches zudem mit durchdachter Sense-Oberfläche und Unibody-Gehäuse aufwartet. Andererseits legte bereits der Vorgänger, gehandelt als (Android-)Klassenprimus seiner Zeit, die Latte bereits sehr hoch, als dass Samsung nichts anderes übrig blieb, außer das Gerät auf den neuesten Stand zu bringen.

Doch die gezügelte Begeisterung hat auch Samsung teils selbst zu tragen: So ist „S Voice“ weit weg von einem Endprodukt, den oft gelobten AMOLED-Displays zeigt das Super-LCD2 im One X die Grenzen auf, das Design ist, nun ja, mutig. TouchWiz bessert sich zwar mit jeder Version ein wenig, eine Erfahrung wie HTCs Sense ist es allerdings noch immer nicht. Die gebotene Geschwindigkeit ist auf aktuellem Höchstniveau und doch nur in seltenen Fällen ein wirklich spürbarer Unterschied zu einem Dual-Core.

Insgesamt wird das S III den Ansprüchen an ein rund 600 Euro wertvolles Smartphones dennoch gerecht, auch wenn es nicht an die Durchschlagskraft des Vorgängers heranreicht. Wer sich allerdings aufgrund der erstklassigen Ergebnisse für das Gerät entscheidet, macht keinen Fehler. Wer sich für ein anderes Smartphone entscheidet, das in so gut wie jedem Fall zugleich weniger kostet, auch nicht. Das S III ist für Fans, Enthusiasten und diejenigen, die gerne das Neueste und teils auch Beste wollen. Dies ist nicht verwerflich. Ein Muss ist es aber nicht.

Verfügbarkeit & Preise

Das Samsung Galaxy S III ist in Deutschland seit Ende Mai erhältlich und kann bei verschiedenen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Verträgen zu entsprechend variierenden Preisen erstanden werden. In der freien Variante muss aktuell mit Preisen ab ca. 570 Euro gerechnet werden (weiße 16-GB-Variante, aktueller Preisvergleich [9]).

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/2011-05/test-samsung-galaxy-s-ii-gt-i9100/
  2. http://www.computerbase.de/2012-04/test-htc-one-x/
  3. http://www.computerbase.de/2012-06/ersteindruck-das-samsung-galaxy-s-iii-ausgepackt/
  4. http://www.getgoods.de/smartphones-handys-und-festnetz/handys-und-smartphones/hersteller/samsung/570291/samsung-galaxy-s3-i9300-16gb-marble-white
  5. http://www.getgoods.de
  6. http://www.computerbase.de/2011-12/test-samsung-galaxy-nexus/
  7. http://www.computerbase.de/2010-12/test-nokia-c7-00-und-n8-00/
  8. http://www.computerbase.de/2012-04/test-sony-xperia-s/
  9. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a772300.html
Copyright © 1999–2014 ComputerBase GmbH