Sea Sonic G-Series G-550 im Test: 550 Watt mit 80Plus Gold

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Philip Pfab
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Technische Eckpunkte

  • 80Plus-Gold-Zertifizierung
  • 120-mm-Lüfter mit Kugellager
  • teil-modulares Kabelmanagement mit Flachbandkabeln
  • 160 Millimeter Einbautiefe

Das G-Series G-550 liefert echte 550 Watt Dauerleistung. Bis zu 540 Watt, also gut 98 Prozent der Gesamtleistung, können bei Bedarf auf der heute wichtigen 12-Volt-Schiene erbracht werden, auf den Minor Rails (3,3- und 5 Volt) sind bis zu 100 Watt zulässig.

Sea Sonic selbst macht keine klare Aussage dazu, ob es sich beim G-550 um ein Single- oder Multi-Rail-Netzteil handelt und gibt lediglich die gesamte 12-Volt-Leistung an und weist darauf hin, dass es keine Probleme mit Fehlauslösungen des Überstromschutzes geben wird. Wir haben daher für die Lastberechnung kurzerhand keine Rücksicht auf eine eventuelle Rail-Zuteilung genommen. Auch wenn das in der Praxis gut funktioniert, würden wir uns lieber eine klare Dokumentation wünschen.

Bei der Analyse der Elektronik stellen wir jedoch fest, dass Sea Sonic intern auf zwei 12-Volt-Leitungen setzt. Die CPU-Stromversorgung sowie der rechte der beiden modularen Grafikkartenanschlüsse bilden dabei die zweite 12-Volt-Leitung. Sea Sonic nutzt neben der geschickten Aufteilung höhere OCP-Auslösewerte, um Fehlauslösungen des Überstromschutzes bei ungünstiger Verkabelung durch den Benutzer zu verhindern. Das G-550 verhält sich daher im Alltag problemlos. Im Vergleich zu echten Single-Rail-Netzteilen ist die Sea Sonic Lösung jedoch in gewissen Situationen (z.B. hochohmiger Kurzschluss in Folge eines Versagens der Spannungswandler des Mainboards) sicherer.

In anderen Märkten, z.B. den Single-Rail-freundlichen Vereinigten Staaten, ist die derzeitige Vermarktung anscheinend erfolgreicher, weshalb auf eine klare Dokumentation der Aufteilung verzichtet wird, die wir jedoch für angebracht halten.

Datenblatt
Datenblatt

Sea Sonic stattet das G-550 mit allen notwendigen Schutzschaltungen aus:

  • UVP (Unterspannungsschutz): Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen unter einen gewissen Toleranzwert fallen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.
  • OVP (Überspannungsschutz): Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen über einen gewissen Toleranzwert steigen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.
  • SCP (Kurzschlusssicherung): Im Falle eines Kurzschlusses verhindert diese Sicherung eine Beschädigung der Kernkomponenten des Netzteils und der einzelnen Systemkomponenten.
  • OPP (Überlastschutz): Wenn das System „überdimensioniert“ ist, also mehr Leistung vom Netzteil beansprucht wird als es leisten kann, wird diese Sicherung ausgelöst.
  • OCP (Überstromschutz): Sollte die Last auf den einzelnen Leitungen höher sein als zulässig, schaltet das Netzteil automatisch ab.

Als Ergänzung zum Pflichtprogramm fügt Sea Sonic beim G-550 noch OTP, d.h. einen Überhitzungsschutz, hinzu. Überhitzt das Netzteil, schaltet es sich ab, um eine Beschädigung des Netzteils und der Umgebung zu vermeiden. Das Schutzschaltungspaket ist daher vollständig.

Garantie

Sea Sonic gewährt Käufern der G-Series fünf Jahre Garantie. Im Falle eines vorzeitigen Ausfalls erfolgt die Garantieabwicklung wahlweise über den Handel oder direkt über die deutsche Servicezentrale. Auch wenn bei der Direktabwicklung Versandkosten für den Versand zu tragen sind, ist diese Lösung aufgrund des zügigen Austauschs meist die bessere Wahl. Zudem verweigern einige Händler nach Ablauf der gesetzlichen Beweislastumkehr im Rahmen der Sachmängelhaftung nach sechs Monaten die Mithilfe bei Garantieabwicklungen oder berechnen hohe Gebühren. Der Austauschservice von Sea Sonic mit der Servicezentrale im Inland ist daher eine gute Lösung.