Auktionshaus vorerst offline

Diablo 3 droht nach Patch 1.08 die Inflation

Das selbst unter Entwicklern des Spiels mittlerweile kritisch beäugte Auktionshaus des Action-RPGs „Diablo 3“ schreibt weiter Schlagzeilen. Mit dem Patch 1.08 ermöglichte das Handelssystem findigen Spielern die Vermehrung ihrer Goldbestände – binnen kürzester Zeit wurden unzählige Milliarden Münzen generiert.

Auslöser des Fehlers auf den amerikanischen Servern des Spiels war die Entscheidung Blizzards, die Abnahmegröße für Gold im Echtgeld-Auktionshaus von einer Million auf zehn Millionen Einheiten anzuheben, ohne die Auswirkungen vorher zu testen. Das System zeigt sich anschließend nicht mehr in der Lage, mit absurd hohen Summen umzugehen, sofern die Verkaufssumme insgesamt unterhalb von 250 US-Dollar blieb. Eine Auktion, in der beispielsweise sechs Milliarden Goldstücke angeboten wurden, tauchte für lediglich 1,7 Milliarden im Auktionshaus auf, die auch in dieser Höhe verkauft werden konnte. Die Differenz ließ sich nach Abschluss wieder in die eigene Geldbörse transferieren – ergänzt um 50 Prozent der untergetauchten Summe, weshalb nach dem Verkauf oder dem Beenden der Auktion abhängig vom Verkauf zwischen 6,45 und 8,15 Milliarden Gold erstattet wurden.

Sorgt weiter für Unmut: Auktionshaus in Diablo 3
Sorgt weiter für Unmut: Auktionshaus in Diablo 3

Mit den so generierten Summen konnten Nutzer besonders wertvolle Gegenstände des herkömmlichen Auktionshauses aufkaufen und gegen Echtgeld umgehend versilbern. Gleichzeitig wurde die im Umlauf befindliche Geldmenge massiv aufgebläht. Entsprechend nahm Blizzard das Auktionshaus kurzfristig vom Netz. Ein Zurücksetzen der Server und Accounts auf einen früheren Stand wird es jedoch nicht geben; vielmehr prüft Blizzard derzeit sämtliche abgewickelten Transaktionen. Erste Spieler wurden bereits gemäß der Nutzungsbedingungen vom Spielgeschehen ausgeschlossen. Bis zum Abschluss der Untersuchungen wird das Auktionshaus vorerst vom Netz bleiben, wobei der Prozess in den nächsten Tagen abgeschlossen sein soll. Betroffen sind jedoch lediglich amerikanische Server des Spiels, in anderen Regionen wurde der Patch zwischenzeitlich ohne Änderung der Abnahmegröße veröffentlicht. Enthalten sind laut den Patchnotes unter anderem zahlreiche Komfortoptionen wie die automatische Identifikation aller Gegenstände im Inventar, das gleichzeitige Anfertigen gleichwertiger Gegenstände bei Handwerkern sowie eine Aufwertung von selten genutzten Fähigkeiten sowie des kooperativen Spiels.

Unklar ist derzeit noch, wie genau Blizzard abseits der anstehenden Bannwelle reagieren wird. Ob Verkäufer mit „Exploit-Gold“ gekaufte Gegenstände zurückerhalten und ob durch überhöhte Itempreise bevorteilte Verkäufer ebenfalls „zurückgesetzt“ werden um jeglichen Ansatz einer verstärkten Inflation zu unterdrücken, bleibt daher abzuwarten. Dem Anschein nach hat sich Blizzard allerdings für die gründliche Lösung entschieden und arbeitet daran, den vorherigen Zustand des Marktes ohne Änderungen wiederherzustellen. Klar ist lediglich, dass der Fehler eindringlich die Notwendigkeit zum sensiblen Umgang mit Wirtschafssystemen auf Basis digital generierter Wertgegenstände aufzeigt – und allen Kritikern des Auktionshauses neue Nahrung gibt.

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