Soziale Medien: Facebook lässt fast 50 Prozent weniger Hassreden zu

Update Sven Bauduin
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Soziale Medien: Facebook lässt fast 50 Prozent weniger Hassreden zu
Bild: Facebook

Facebook hat mitgeteilt, dass das Unternehmen in seinem sozialen Netzwerk zuletzt fast 50 Prozent weniger Hasskommentare und Hassreden, sogenannten Hate Speech, zugelassen hat. Laut den jüngsten eigenen Erhebungen machten solche Beiträge zuletzt nur noch 0,05 Prozent aller Inhalte auf Facebook aus.

Lediglich 0,05 Prozent aller Inhalte sind hasserfüllt

Das Unternehmen gibt an, die „Sichtbarkeit“ von Hassreden durch entsprechende Maßnahmen innerhalb der letzten drei Quartale um fast 50 Prozent gesenkt zu haben. Die aktuellen Zahlen lassen sich dem Community Standards Enforcement Report der Facebook Community entnehmen. Die Richtlinien hierfür stellen die hauseigenen Facebook Community Standards und Instagram Community Guidelines dar.

Hassreden sollen nur noch 0,05 Prozent aller Inhalte auf Facebook ausmachen
Hassreden sollen nur noch 0,05 Prozent aller Inhalte auf Facebook ausmachen (Bild: Facebook)

Zwischen Juli und September 2020 hat der Anteil an hasserfüllten Postings auf Facebook noch 0,10 bis 0,11 Prozent betragen. Mit den entsprechenden Technologien und Monitoring sei es dem Unternehmen jedoch gelungen, Hassreden sowie Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen seines sozialen Netzwerkes proaktiv zu erkennen und schneller zu entfernen, so Facebook auf seinem Blog.

Meldungen von Nutzern sind die Ausnahme

Zudem führte das Unternehmen an, dass man sich nur noch in den seltensten Fällen auf Meldungen von Nutzern verlasse, sondern vielmehr versuche, solche Beiträge schon zu löschen, bevor andere Nutzer diese überhaupt zu Gesicht bekommen.

Nur noch 5 von 10.000 Beiträgen ist laut Facebook hasserfüllt
Nur noch 5 von 10.000 Beiträgen ist laut Facebook hasserfüllt (Bild: Facebook)

Hinsichtlich der automatischen Erkennung von Hassbeiträgen spricht Facebook von einem „Balanceakt“, mittlerweile seien aber rund 97 Prozent der Treffer korrekt und erforderten keine spätere Wiederherstellung. Zudem verwies das Unternehmen auch auf den Report Of The Facebook Data Transparency Advisory Group (PDF), der von externen Experten erstellt worden sei um damit die höchstmögliche Transparenz sicherzustellen, so Facebook.

Update

Experten bewerten interne Studien kritisch

Zumindest interne Studien von Facebook bewerten Experten allerdings grundsätzlich kritisch. Zuletzt erklärte die US-amerikanische Informatikerin und Whistleblowerin Frances Haugen sogar vor dem US-Kongress, dass Facebook die Ergebnisse von internen Studie ignorierte, wenn die zulasten der Geschäftsinteressen gehen würden. Das betreffe auch den Umgang mit Hassrede.

National Public Radio (NPR), eine Kooperation nichtkommerzieller Hörfunksender in den USA hat die vier wichtigsten Punkte der Befragung von Frances Haugen vor dem US-Kongress in einem Beitrag zusammengefasst.