Spider-Man Remastered im Test: CPU-Benchmarks in 720p mit und ohne Raytracing (Update)

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Update 4 Wolfgang Andermahr (+1)
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Das Testsystem und die Benchmark-Szene

Die Grafikkarten-Benchmarks (folgen am Freitag, den 12. August 2022) wurden auf einem Intel Core i9-12900K (Test) durchgeführt, der mit den Standardeinstellungen betrieben wurde. Als Mainboard war das ROG Asus Maximus Z690 Apex (BIOS 0702) mit dem Z690-Chipsatz verbaut, Grafikkarten konnten also mit PCIe 4.0 angesteuert werden.

Das Asus ROG Maximus Z690 Apex ist eines der wenigen Mainboards, das mit nur zwei DIMM-Slots offiziell DDR5-4800 unterstützt
Das Asus ROG Maximus Z690 Apex ist eines der wenigen Mainboards, das mit nur zwei DIMM-Slots offiziell DDR5-4800 unterstützt

Die CPU wurde von einem Noctua NH-D15S mit zentral installiertem 140-mm-Lüfter gekühlt. 32 GB Speicher (Corsair Vengeance, 2 × 16 GB, DDR5-5400, 40-40-40-84-2T) standen dem Prozessor zur Verfügung. Windows 11 21H2 mit sämtlichen Updates war auf einer NVMe-M.2-SSD mit PCIe 4.0 installiert. Dasselbe galt für das Spiel. Resizable BAR wurde auf unterstützten Grafikkarten sowohl von AMD als auch von Nvidia genutzt.

Als Treiber kamen der Adrenalin 22.7.1 bzw. der GeForce 516.94 zum Einsatz. Der GeForce-Treiber ist offiziell für Spider-Man Remastered optimiert, der AMD-Treiber noch nicht.

Sämtliche Tests wurden mit einer laut Publisher (fast) finalen Version des Spiels durchgeführt (1.809.1.0), also nicht dem frühen Review Build. Wenn AMD einen an das Spiel angepassten Radeon-Treiber zum Download bereit gestellt hat, wird die Redaktion diesen nachtesten.

Zwei Testsequenzen für die Benchmarks

Die Redaktion hat zwei verschiedene Testsequenzen genutzt. GPU-Benchmarks wurden im F.E.A.S.T.-Gebäude durchgeführt. Die Sequenz zeigt zwar nur eine geringe Sichtweite, dafür aber viele Details, Reflexionen und einige NPCs. Das fordert die Grafikkarte deutlich, sowohl bei klassischer Rasterizer- als auch bei Raytracing-Grafik. Die Szene stellt allerdings nur moderate Anforderungen an den Prozessor, sodass dieser keinen großen Einfluss auf die GPU-Benchmarks hat. In der Open World ist das vor allem bei schnellen Grafikkarten in niedrigen Auflösungen durchweg der Fall, weswegen sich die Redaktion gegen die Open World bei der Betrachtung der GPU-Leistung entschieden hat.

CPUs wurden dagegen in der Open World im Abschnitt „Greenwich“ bei Sonnenuntergang getestet. Die Szenerie bietet eine große Sichtweite, zahlreiche NPCs und Gebäude, die bei dem 25 Sekunden langen Lauf durch die Straße zu sehen sind. Die Sequenz stellt hohe Anforderungen an den Prozessor, während vor allem schnelle Grafikkarten erst in hohen Auflösungen gefordert werden. Anzumerken ist, dass die Testsequenz aufgrund der vielen NPCs sehr dynamisch ist, die Ergebnisse aber dennoch erstaunlich gut reproduzierbar waren.

Für die Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 wurden die maximalen Grafikdetails genutzt. Für 3.840 × 2.160 wurde aus Leistungsgründen auf das Sehr-Hoch-Preset zurückgeschaltet. Die Raytracing-Benchmarks wurden, wenn nicht anders gekennzeichnet, mit hoher Auflösung sowie Detailstufe und maximierter Sichtweite (10) durchgeführt.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Maximale Grafikdetails
2.560 × 1.440 Maximale Grafikdetails
3.840 × 2.160 Sehr-Hoch-Preset
Bei Raytracing RT Reflexionen, Auflösung und Details Hoch, Sichtweite 10

Prozessor-Benchmarks in 720p mit und ohne RT

Die Prozessor-Benchmarks von Spider-Man Remastered halten einige interessante Ergebnisse bereit.

Ohne Raytracing bei ansonsten maximierten Details erweist sich beispielsweise auf einer Asus GeForce RTX 3090 Ti TUF OC in 1.280 × 720 inklusive DLSS Performance der Ryzen 7 5800X3D als die schnellste CPU, gegen die der Core i9-12900K das Nachsehen hat. Gleich 11 Prozent bessere Durchschnitts-FPS bietet die 3D-L3-Cache-CPU, bei den Perzentil-FPS beträgt der Vorsprung wiederum nur noch 1 Prozent. Gegenüber dem Ryzen 7 5800X ohne 3D-Cache beträgt die Mehrleistung der Sonderedition satte 30 respektive 19 Prozent.

Alle anderen CPUs im Test hat der Core i9-12900K dagegen klar im Griff. AMDs 16-Kern-CPU Ryzen 9 5950X muss sich deutlich geschlagen gebe, die Intel-CPU ist je 14 Prozent schneller. Auch der Core i5-12500 mit nur noch 6 Performance-Kernen ist drei beziehungsweise sechs Prozent schneller unterwegs als AMDs 16-Kern-Modell. Daran erkennt man schon, dass die Anzahl der CPU-Kerne keine große Rolle in Spider-Man Remastered haben. Ob sechs, acht oder gar sechzehn auf auf die Spiele-Leistung so gut wie keinen Einfluss. Der Core i9-12900K liegt in erster Linie aufgrund seines viel höheren Taktes vor dem Core i5-12500, nicht weil er mehr P-Cores bietet.

CPU-Tests auf einer Asus RTX 3090 Ti Strix OC – 1.280 × 720
  • FPS, Durchschnitt:
    • AMD Ryzen 7 5800X3D (8K/16T)
      163,9
    • Intel Core i9-12900K (16K/24T)
      148,1
    • Intel Core i5-12500 (6K/12T)
      133,1
    • AMD Ryzen 9 5950X (16K/32T)
      129,5
    • AMD Ryzen 7 5800X (8K/16T)
      125,6
    • AMD Ryzen 5 5600X (6K/12T)
      119,7
    • Intel Core i3-12100F (4K/8T)
      113,3
    • Intel Core i5-11600K (6K/12T)
      111,2
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      99,4
    • Intel Core i5-10600K (6K/12T)
      84,0
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      68,2
  • FPS, 1% Perzentil:
    • AMD Ryzen 7 5800X3D (8K/16T)
      106,3
    • Intel Core i9-12900K (16K/24T)
      104,9
    • Intel Core i5-12500 (6K/12T)
      97,0
    • AMD Ryzen 9 5950X (16K/32T)
      91,9
    • AMD Ryzen 7 5800X (8K/16T)
      89,0
    • Intel Core i3-12100F (4K/8T)
      85,8
    • AMD Ryzen 5 5600X (6K/12T)
      83,5
    • Intel Core i5-11600K (6K/12T)
      81,5
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      67,3
    • Intel Core i5-10600K (6K/12T)
      58,1
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      47,2
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Für die meisten AMD-CPUs ist das ein Problem: Ryzen 5 5600X, Ryzen 7 5800X und Ryzen 9 5950X unterscheiden sich abseits der Kernanzahl nur wenig, der Abstand in Spider-Man Remastered beträgt deshalb auch maximal 10 Prozent.

Auch mit lediglich vier Kernen sinkt die Framerate nicht massiv ab, der Core i5-12100 kommt immer noch auf eine dreistellige Framerate und auch bei den Frametimes gibt es keinerlei Probleme. Das alles gilt für den Fall, dass Raytracing nicht aktiv ist.

Selbst mit alten CPUs wie dem Ryzen 5 2600X bleibt Spider-Man Remastered noch spielbar. Allerdings deuten bereits die Perzentil-FPS von nicht ganz 50 FPS darauf hin, dass die Frameausgabe nicht mehr optimal ist und das lässt sich auch spüren. Es schwingt sich einfach nicht mehr so gut über die Hochhäuser. Der Core i5-10600K hat das Problem dagegen nicht.

Mit Raytracing gibt es eine Überraschung

Mit Raytracing (Qualitätsstufe Hoch, maximale Sichtweite) scheint das Spiel dann ein Problem mit den AMD-Prozessoren zu haben, anders lassen sich die Unterschiede kaum erklären. Denn plötzlich übernimmt der Core i9-12900K klar die Führung und schneidet bei den AVG-FPS um 2 Prozent besser als der Ryzen 7 5800X3D ab, bei den Perzentil-FPS sind es 13 Prozent. Dass das nicht an einer urplötzlichen Stärke der Core-CPU liegt, zeigt der Blick auf die anderen CPUs von AMD.

Abgesehen vom Ryzen 7 5800X3D, der weiterhin voraus ist, gibt es zwischen den Ryzen-CPUs plötzlich kaum noch Unterschiede. Bei den Durchschnitts-FPS ist der Ryzen 9 5950X nur noch 3 Prozent schneller als der Ryzen 5 5600X, ohne Raytracing waren es noch 8 Prozent. Und bei den Perzentil-FPS sind es gar nur noch 2 Prozent anstatt 10 Prozent, selbst der Ryzen 7 5800X3D ist nur 6 Prozent schneller als der Ryzen 5 5600X. Die Benchmarks erwecken einfach nicht den Eindruck, als würde das ein normales Verhalten sein. Dass sich die Intel-CPUs vergleichbar zu den anderen Ergebnissen verhalten, bestätigt die Theorie, dass irgendwas bei AMD klemmt, dann noch einmal.

CPU-Tests auf einer Asus RTX 3090 Ti Strix OC – 1.280 × 720 + Raytracing
  • FPS, Durchschnitt:
    • Intel Core i9-12900K (16K/24T)
      97,2
    • AMD Ryzen 7 5800X3D (8K/16T)
      94,9
    • Intel Core i5-12500 (6K/12T)
      86,7
    • AMD Ryzen 9 5950X (16K/32T)
      81,0
    • AMD Ryzen 7 5800X (8K/16T)
      79,1
    • AMD Ryzen 5 5600X (6K/12T)
      78,4
    • Intel Core i3-12100F (4K/8T)
      75,7
    • Intel Core i5-11600K (6K/12T)
      66,6
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      65,2
    • Intel Core i5-10600K (6K/12T)
      54,3
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      48,1
  • FPS, 1% Perzentil:
    • Intel Core i9-12900K (16K/24T)
      68,3
    • Intel Core i5-12500 (6K/12T)
      63,9
    • AMD Ryzen 7 5800X3D (8K/16T)
      60,4
    • AMD Ryzen 9 5950X (16K/32T)
      58,3
    • AMD Ryzen 7 5800X (8K/16T)
      57,9
    • AMD Ryzen 5 5600X (6K/12T)
      57,2
    • Intel Core i3-12100F (4K/8T)
      54,7
    • Intel Core i5-11600K (6K/12T)
      49,8
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      47,0
    • Intel Core i5-10600K (6K/12T)
      39,9
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      35,6
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Generell gilt: Mit Raytracing sind die Anforderungen des Spiels an den Prozessor höher. Dennoch kommt auch der Core i3-12100F immer noch auf deutlich mehr als 60 FPS. Der Core i5-12500 mit zwei zusätzlichen Kernen ist dann 15 und 17 Prozent schneller und hat damit abseits der 3D-Cache-Variante sämtliche Ryzen-Prozessoren im Griff.

Ryzen 5 2600X und Core i5-10600K haben Probleme

Für den Ryzen 5 2600X ist Raytracing bei ansonsten maximierten Details dann zu viel, das Spiel hakt in einem durch und ist so nicht mehr angenehm spielbar. Hier ist es ratsam, die Raytracing-Sichtweite zu reduzieren und wohlmöglich auch an der generellen Detailstufe Hand anzulegen. Auch der Core i5-10600K gerät in die Bredouille, wenn auch weniger stark. Dennoch fühlt sich auch mit der CPU Spider-Man Remastered nicht mehr angenehm an. Der Core i5-11600K und der Ryzen 5 3600 haben das Problem dagegen nicht, auch wenn die Framerate mit schnelleren Prozessoren nochmal spürbar höher ist.