Kurztest: Software-CrossFire auf X1950 XTX

Wolfgang Andermahr
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Bei nVidias SLI-Technologie ist es schon längere Zeit möglich, bei ATis Gegenstück CrossFire geht es mittlerweile – genauer gesagt seit dem Catalyst 6.11 – ebenfalls: Die Rede ist von der Nutzung zweier Grafikkarten unter Verzicht einer direkten Kommunikation der Karten untereinander.

So war es bei CrossFire auf den meisten Grafikkarten, Radeon X1300 sowie Radeon X1600 und Radeon X1650 Pro ausgenommen, entscheidend, dass die beiden Grafikkarten direkt miteinander verbunden werden, damit die zweite Karte vom Treiber überhaupt unterstützt wird. Bei der Radeon X1650 XT sowie Radeon X1950 Pro ist dies auch kein Problem, da es ausreicht, zwei identische Exemplare mit zwei „CrossFire-Brücken“ zu verbinden und schon kann der Spaß beginnen. Anders sieht es jedoch bei der CrossFire-Konstellation zweier Radeon-X1900- oder Radeon-X1950-XTX-Karten aus.

Dort war es bis vor kurzem nötig, eine herkömmliche Radeon X1900/X1950 XTX mit einer so genannten „Master-Karte“ des gleichen Typs zu verbinden, die gesondert, und meist teurer, gekauft werden musste. Ab dem Catalyst 6.11 ist es nun ebenso möglich, zwei handelsübliche „Radeon X1950 XTX“-Modelle (und natürlich die kleineren Derivate) ohne irgendwelche Brücken oder Master-Karten über den PCIe-Bus kommunizieren zu lassen. Doch inwieweit beeinflusst dies die Performance – immerhin brachen nVidia-Grafikkarten ohne eine SLI-Bridge teilweise massiv ein? Wir wollen versuchen dies in einem Kurztest herauszufinden. Als Qualitätseinstellung verwenden wir auf der Radeon X1950 XTX jeweils die Auflösung 1600x1200 sowie vier-faches Anti-Aliasing und 16-fache anisotrope Filterung.

1600x1200 4xAA/16xAF
  • 3DMark05:
    • X1950 XTX Hardware CF
      11.127,0
    • X1950 XTX Software CF
      11.015,0
  • Prey:
    • X1950 XTX Hardware CF
      80,3
    • X1950 XTX Software CF
      70,4
  • Company of Heroes:
    • X1950 XTX Hardware CF
      32,5
    • X1950 XTX Software CF
      21,9
  • F.E.A.R.:
    • X1950 XTX Hardware CF
      82,0
    • X1950 XTX Software CF
      71,0
  • Oblivion:
    • X1950 XTX Hardware CF
      19,9
    • X1950 XTX Software CF
      17,6
  • Riddick:
    • X1950 XTX Hardware CF
      71,5
    • X1950 XTX Software CF
      63,5
  • Call of Duty 2:
    • X1950 XTX Hardware CF
      57,0
    • X1950 XTX Software CF
      54,5
  • Splinter Cell 3:
    • X1950 XTX Hardware CF
      131,0
    • X1950 XTX Software CF
      129,7
  • Battlefield 2:
    • X1950 XTX Hardware CF
      99,0
    • X1950 XTX Software CF
      98,0
  • Serious Sam 2:
    • X1950 XTX Hardware CF
      18,2
    • X1950 XTX Software CF
      17,1
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)
Rating CrossFire
    • X1950 XTX Hardware CF
      111,6
    • X1950 XTX Software CF
      100,0
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Wie man anhand der Diagramme gut erkennen kann, ist es nicht möglich, eine allgemeine und immer passende Aussage zu treffen. So gibt es Spiele wie Call of Duty 2, Battlefield 2 und Serious Sam 2, die gar nicht oder nur minimal einbrechen. Auf der anderen Seite steht vor allem Company of Heroes, aber auch F.E.A.R., Oblivion, Riddick und Prey weisen einen Performanceverlust von mehr als 20 Prozent auf. Der durchschnittliche Einbruch bei zwei herkömmlichen Radeon-X1950-XTX-Modellen beträgt dabei elf Prozent.

Somit wird deutlich, dass der Verzicht auf eine CrossFire-Karte durchaus möglich ist, ohne auf die Geschwindigkeitsvorteile vollends zu verzichten. Bei einigen Applikationen fällt die Differenz während des Spieles gar nicht erst auf – hier spielt zudem das verwendete Mainboard (2x logische PCIe-x16-Lanes sind wichtig) eine große Rolle, was mit einer Master-Karte nicht der Fall ist. Nichtsdestotrotz ist eine CrossFire-Karte von Nöten, falls die maximale Performance in jedem Spiel herausgeholt werden soll. Zwei herkömmliche Radeon-X1950-XTX-Karten oder kleinere Modelle der Radeon-X1900-Serie sollten dagegen nur eine Notlösung sein.