News : Kartellrecht: Intel kassiert Millionenstrafe

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Sowohl in Europa, als auch in den USA und in Asien sieht sich der US-Chipgigant Intel dieser Tage mit kartellrechtlichen Untersuchungen konfrontiert. In allen Fällen wird dem Konzern vorgeworfen, seine erdrückende Marktstellung unlauter genutzt zu haben. In Südkorea gab es nun ein erstes Urteil.

Umgerechnet 16,4 Millionen Euro Strafe muss Intel dort aufgrund von Verstößen gegen die Wettbewerbsbestimmungen zahlen, urteilte die zuständige Kartellbehörde. Dabei sah es die Institution als gegeben an, dass Intel seine Marktstellung über die Gewährung von nennenswerten Rabatten gegenüber PC-Herstellern ausgenutzt hat, um die Konkurrenz von AMD aus dem Markt zu drängen. Bei Intel erklärte man sich „enttäuscht“ über den Ausgang des Verfahrens und prüft nun, ob dagegen rechtliche Schritte ergriffen werden sollten.

Auch hierzulande soll Intel mit ähnlichen Praktiken versucht haben, seine Hegemonialstellung aufrecht zu erhalten. Im hierzu anhängigen Verfahren zeichnete sich in letzter Zeit ab, dass es auch hier zu einer nicht unerheblichen Verurteilung kommen könnte.

75 Kommentare
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Ergänzungen aus der Community

  • Shader 06.06.2008 17:14
    Der Betrag ist wirklich Peanuts für Intel - allerdings kann jetzt AMD zurecht ein Zivilprozess starten und so ein paar Millionen Schadenersatz einsacken.

    Wie bereits erwähnt geht es bei diesen Prozessoren nicht darum wer die bessere Technik hat sondern um gelenkten Wettbewerb, Intel hat bei ihren Netburst-Prozessoren eiskalt ihre Marktmacht missbraucht um AMD auszustacheln - Jahrelang hatte AMD die bessere Architekture, Technik und Preise - was bis heute noch reicht (integrierter Speichercontroller, HT-Link) und dennoch konnte mann nur wenige Prozentpunkte gegenüber Intel gutmachen.
    Dieser unfaire Wettbewerb zeigt sich jetzt auf breiter Front bei den Quartalsberichten von AMD, rote Zahlen für rote Zahlen, weil Intel eine Basis für AMD mit unfairen Wettbewerb außer Reichweite gelassen hat.
  • MacroWelle 06.06.2008 21:50
    Und warum hat Intel so eine Marktmacht weil sie die besseren CPUs ausgebracht haben und schneller als AMD. King1990
    Das ist hierbei vollkommen egal und außerdem ist die Behauptung so nicht richtig. Die Verfahren gegen Intel laufen teilweise seit acht Jahren oder länger. Und in diesem Zeitraum hatte Intel nicht immer die besseren Produkte. Der kritische Zeitraum für Intel lag offensichtlich zwischen der Einführung von Netburst und der Einführung der Core2-Architektur.

    In der News steht nur oberflächlich, was Intel getan hat: Das Unternehmen hat mit seinen Abnehmern Absatzverträge geschlossen, die diesen Abnehmern finanzielle Vorteile brachten, z. B. Rabatte oder Werbekostenzuschüsse.
    Die Kartellbehörden ermitteln, weil es in diesen Verträgen angeblich eine Klausel gab, die bestimmt, dass die genannten finanziellen Vorteile nur gelten, wenn der Abnehmer keine oder fast keine Systeme mit AMD-CPUs verkauft. In Südkorea sahen es die zuständigen Behörden jetzt als bewiesen an, dass solche Klauseln existierten.
    Wenn ich jetzt ein großes Unternehmen wie Dell oder Metro (Mediamarkt und Saturn) leite, bin quasi gezwungen einen solchen Vertrag zu unterschreiben, weil sonst die Konkurrenz billigere CPUs als ich von Intel geliefert bekommt und das für 85% des Marktes. Das wäre für einen großen OEM-Händler eine Katastrophe, nur mit AMD-Systemen ist ein großes Unternehmen (auch heute nicht) überlebensfähig.
    Durch diese Maßnahmen seitens Intel wäre AMD folglich aus 70% des Marktes ausgesperrt und das wäre illegal. Dabei ist es egal, ob Intels Produkte in dem Zeitraum 30% schneller oder langsamer waren (war ja beides der Fall:)).

    Bemerkenswert an dieser Strafe ist nicht nur der finanzielle Aspekt, sondern vor allem die Tatsache, dass gegen Intel wegen dieser Sache das erste mal irgendwo eine Geldbuße ausgesprochen wird, d. h. "schuldig".