6/10 Datenrettung mit „TestDisk“ : Rettung für verlorene Partitionen, Daten und Co.

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Reparieren von Flash-Speichermedien

Bei Wechselmedien wie USB-Sticks oder digitalen Speicherkarten für Kameras ist eine Diagnose mit TestDisk über das Menü Analyse (um die Partition in die Partitionstabelle zu schreiben) zumeist nicht erforderlich. Es sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn die Partition im Menü „Advanced“ nicht gelistet wird oder falsch ist. Fehler weisen zumeist auf den Bootsektor oder das Dateisystem hin. Durch eine Reparatur des Bootsektors in TestDisk kann der Datenträger wieder komplett mit Daten funktionsfähig gemacht werden. Wenn der Bootsektor nicht beschädigt ist, weist es auf ein beschädigtes Dateisystem hin. Solange TestDisk die Daten noch anzeigt, können diese auf ein intaktes Laufwerk kopiert werden.

Ausgangssituation in diesem Fall ist eine 1-GB-Micro-SD-Karte mit Verdacht auf einen korrupten Bootsektor oder Dateisystem.

Die Schritte 1 – 8

Schritt 1: Nach dem Start von TestDisk und Bestätigen mit der Eingabetaste wurde die Speicherkarte in der Laufwerksliste ausgewählt.
Schritt 2: Ab der Laufwerksliste kann in TestDisk regulär mit der Eingabetaste – bis die Menüliste und das Menü „Advanced“ erscheint – durchbestätigt werden. Nach Auswählen und Bestätigen beim Menü „Advanced“ zeigt TestDisk den Partitionstyp als FAT16 >32M an. Speichermedien bis 2 GB sind oftmals als FAT16 vorformatiert. Wenn das Menü „Boot“ nicht automatisch voreingestellt ist, kann es ausgewählt und mit der Eingabetaste bestätigt werden.
Schritt 3: Der Bootsektor wird als schlecht (Bad) angezeigt. Bei FAT12 oder FAT16 gibt es kein Backup vom Bootsektor. Dieses wurde erst in FAT32 integriert. Bei einem korrupten oder nicht vorhandenen Bootsektor ist es nicht möglich, die Daten vorher anzeigen zu lassen. Für den Wiederaufbau des Bootsektors wird bei „Rebuild BS“ bestätigt.
Schritt 4: TestDisk untersucht das Dateisystem und zeigt hinterher das Ergebnis an. Für eine Kontrolle ist das Menü „List“ voreingestellt. Um die Daten zu überprüfen, kann bei „List“ mit der Eingabetaste bestätigt werden.
Schritt 5: TestDisk listet alle Verzeichnisse und Dateien auf. Zusätzlich werden gelöschte Ordner und Dateien bei FAT in Rot markiert und mit Namen angezeigt. Mit „h“ für hide (verstecken) können gelöschte Dateien ausgeblendet werden. Diese Option wurde in TestDisk integriert, um gelöschte Dateien bei FAT schnell über die Kopierfunktion wiederherzustellen.
Schritt 6: Da die Daten bei „List“ komplett angezeigt wurden, kann der Bootsektor durch Bestätigen bei „Write“ geschrieben werden.
Schritt 7: TestDisk fragt, ob der FAT-Bootsektor geschrieben werden soll, und es muss explizit nochmals mit „y“ für ja bestätigt werden.
Schritt 8: TestDisk zeigt den Bootsektor jetzt als Ok (gültig) an und kann mit Quit beendet werden.

Nach erneutem Einbinden des Laufwerks über einen USB-Port oder Neustart des Computers sind alle Daten wieder vorhanden und das Speichermedium kann wieder verwendet werden.

Oftmals sind Partitionen von Flash-Medien nicht zum Intel-Standard konform. Wenn unter dem Partitionstabellentyp Intel keine Partition gefunden wurde, kann es hilfreich sein, den Partitionstabellentyp „None“ auszuwählen. Wenn die Partition dann im Menü „Advanced“ als Unknown (Unbekannt) angezeigt wird, kann bei dem Menü „Type“ das vorige Dateisystem zugewiesen werden. Erst dann ist eine Diagnose über das Menü „Boot“ wie beschrieben möglich. Für jemanden der sein Dateisystem nicht weiß, kann in der Regel bei Speichermedien bis zu 2 GB das Dateisystem FAT16 und darüber hinaus FAT32 getestet werden. Flash-Medien mit NTFS sind in der Regel selber formatiert.

Auch ist es mit TestDisk oftmals noch möglich, Daten von einem beschädigten Dateisystem zu kopieren. Wann die Daten kopiert werden sollten und wie es dann funktioniert, zeigt die nächste Seite.

Auf der nächsten Seite: Daten von einen beschädigten Datenträger kopieren

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  • Fiona Meg Riessler E-Mail
    … hat von Juli 2004 bis Dezember 2008 Artikel für ComputerBase verfasst.