MSI WindBox DC100 im Test: Piepsmaus mit lauter Stimme

Max Doll
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MSI WindBox DC100 im Test: Piepsmaus mit lauter Stimme

Einleitung

Mit Intels Atom-Prozessoren trat der Chipgigant einen eigenen Trend los: Kleine, sparsame Rechner für den Einsatz als Office-Workstation oder Mediazentrale. HD-Filme waren ohne separaten Grafikchip allerdings tabu, weshalb Konkurrent AMD mit der Fusion-Serie eine einigermaßen potente HD-6320-GPU mit in die Schale warf. Auf diese Plattform setzt MSI mit der eigenen Nettop-Serie, die sich durch kompakte Low-End-Rechner auszeichnet und wie die WindBox DC100 speziell auf den Einsatz in Office-Umgebungen und als Mediacenter zielt.

Diese will vor allem durch die Beschränkung auf das Nötigste überzeugen, wozu MSI moderne USB-3.0-Ports ebenso wenig wie ein optisches Laufwerk zählt. Lediglich der Kartenleser verleiht der kompakten, weiß-grauen Arbeitsmaschine einen Hauch von Luxus. Ob das Konzept eines auffällig-unauffälligen Kleinrechners für recht schlanke 290 Euro mit Windows 7 Home Premium beziehungsweise in der von uns getesteten Variante für 380 Euro samt Windows 7 Professional tatsächlich funktioniert und weniger hier mehr ist, klären wir im Test – aufbauen und loslegen?

Das Testgerät wurde uns freundlicherweise vom Online-Händler getgoods.de zur Verfügung gestellt.

Technische Spezifikationen

Kern der DC100 ist AMDs Brazos-Plattform mit E-450-APU, die über zwei Rechenkerne mit jeweils 1,65 GHz Taktfrequenz sowie eine integrierte Grafikeinheit mit HD-6320-GPU verfügt. Dank 80 Stream-Prozessoren und 508 MHz Kerntakt, der bei Bedarf per Turbo auf 600 MHz angehoben wird, verspricht der Pixelbeschleuniger für diese Leistungsklasse annehmbare Leistung. Wie üblich in dieser Geräteklasse sitzt die Schaltzentrale auf einem OEM-Mainboard im Spezialdesign. Dessen BIOS lässt – auch das nicht ungewöhnlich – fast jegliche Optionen vermissen. Gewählt werden kann kaum mehr als der AHCI-Modus für die HDD und die Bootreihenfolge, zudem können Nutzer Netzwerk- und Audiochip deaktivieren.

Der APU stehen in der von uns getesteten Konfiguration zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, DDR3 mit 1333 MHz Geschwindigkeit im SO-DIMM-Format zur Seite. Da die WindBox nur über eine einzelne Speicherbank verfügt, muss das Modul beim Aufrüsten jedoch ausgetauscht werden. Maximal können laut MSI immerhin vier Gigabyte Speicher verbaut werden. Daten legt der Nettop auf einer 320 Gigabyte großen Festplatte von Western Digital ab, die wie üblich bei Kleinrechnern im 2,5"-Format daher kommt. Voreingestellt sind bereits zwei Partitionen mit 170 und 113 Gigabyte Größe, die übrige Kapazität wird durch die Recovery-Option zur Systemwiederherstellung belegt. Stimmig sind die Angaben von MSI allerdings nicht. Sowohl bei Speicher als auch Festplatte unterscheiden sich die Spezifikationen zwischen Handbuch und Webseite hinsichtlich Größe und Geschwindigkeit.

Produktbezeichnung MSI WindBox DC100
Abmessungen 18,6 x 7,6 × 22,2 Zentimeter (L × B × H)
CPU AMD E-450 (Brazos), 2 × 1,65 GHz, 1 MB L2-Cache, 18 Watt
Chipsatz AMD Hudson M1
GPU AMD Mobility Radeon HD 6320, 80 Stream Prozessoren, 508 MHz Kerntakt (Turbo: 600 MHz)
Speicher 2 GB DDR3 1333
Festplatte Western Digital Scorpio Blue 320 GB SATA-II-HDD, 2,5"
(WD3200BPVT-22JJ5T0)
Optisches Laufwerk
Display-Anschluss VGA, HDMI
Kartenleser 6-in-1
SATA
Ethernet 10/100/1000Mbps (Realtek RTL8111E)
WiFi 802.11n USB-WiFi-Adapter (Realtek TRL8191SU)
USB 6 × USB 2.0 (davon Front: 4 × USB 2.0)
Audio HDMI Audio, Analog Audio (5.1), S/PDIF -Anschluss, Mic-In (ALC662)
Betriebssystem Windows 7 Professional / Home Premium
Extra

Die restliche Ausstattung der schlanken Box fällt eher schwäbisch aus. Insgesamt sechsmal USB 2.0, Gigabit-LAN und WLAN nebst 5.1-Audio und einem 6-in-1-Cardreader müssten MSI-Kunden genügen. Der Lieferumfang sieht dagegen direkt üppig aus: Neben den benötigten Kabeln, Quick-Start-Guide und einem übergroßen Garantieheft liegt auch eine ausführliche, deutsche Betriebsanleitung bei, die Aufbau, Anschluss und Inbetriebnahme des Nettops auch Laien verständlich erklärt. Auf der beiliegenden DVD finden Nutzer noch einmal alle Treiber sowie die bereits vorinstallierte Software nebst mehrsprachigen Handbüchern. Ein externes DVD-Laufwerk oder ein zweiter Rechner ist dafür allerdings Voraussetzung.

MSI WindBox DC100

Wie üblich bei Komplettsystemen konnte sich auch MSI nicht mit Software-Beigaben zurückhalten. Neben Microsoft Windows 7 Professional (64 Bit) samt dem üblichen Hintergrundbild mit Hersteller-Logo erwartet Käufer der WindBox eine vorinstallierte Version des Acrobat Readers von Adobe, Skype, Windows Live, Office Starter sowie der Packsoftware WinRAR. Zudem wurde eine 60-Tage-Demoversion von Norton Antivirus samt dem Online-Backup des gleichen Herstellers installiert. Diese machen per Popup leider zu häufig deutlich, dass sie dringend gekauft oder aktiviert werden müssen – für unerfahrene Nutzer hart an der Grenze zur „Scareware“. Ansonsten spendiert MSI mit „SmartMediaLink“ Software zum Streamen von Musik- und Filmdaten über den Windows-Mediaplayer sowie „SmartSync“ zum synchronisieren von Daten und Programmeinstellungen zwischen mehreren PCs, die sich mit Hilfe des guten Tutorials wiederum auch von (englischsprachigen) Laien einrichten lassen.

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