2/3 11 Energiemessgeräte im Test : Gut muss nicht viel kosten

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Messgenauigkeit

Zur Bestimmung der Messgenauigkeit nutzen wir als Referenz ein kalibriertes Powermeter sowie vier verschiedene, reproduzierbare Lastszenarien. Details zum Testaufbau sind im Anhang einsehbar.

Messergebnisse

Die Glühlampe ist als klassisches Beispiel für einfache ohmsche Last keine Herausforderung für die Messgeräte. Lediglich das Hama Energiemessgerät Premium weicht mit 43,2 Watt vom Testfeld nach oben ab.

Leistungsaufnahme Glühlampe 40 Watt
Angaben in Watt (W)
    • Voltcraft Energy Check 3000
      39,2
    • X4-Life Inspector II
      39,5
    • Voltcraft Energy Logger 4000
      39,6
    • ChiliTec Energiekosten-Messgerät 20614
      39,6
    • Basetech Cost Control
      40,0
    • Referenzwert (Glühlampe)
      40,0
    • Brennenstuhl Primera-Line PM231E
      40,1
    • Profitec Energiekosten-Messgerät KD-202
      40,2
    • ELRO Steckdosen-Verbrauchszähler M12
      40,2
    • ELV Energy Master Basic
      40,6
    • Techno Line Cost Control
      41,0
    • Hama Energiekosten-Messgerät Premium
      43,2

Dasselbe Modell übertreibt auch beim Rechner im Betrieb um immerhin fünf Prozent. Interessanterweise weichen alle anderen Testmuster vom Referenzwert nach unten ab. Abgesehen vom Hama-Ausreißer sind die Verbrauchswerte des simulierten Rechners durchwegs vertretbar, auch wenn manche Probanden präziser als andere arbeiten.

Leistungsaufnahme Rechner unter Last
Angaben in Watt (W)
    • X4-Life Inspector II
      514,8
    • Basetech Cost Control
      517,0
    • Profitec Energiekosten-Messgerät KD-202
      520,2
    • ELRO Steckdosen-Verbrauchszähler M12
      521,1
    • Techno Line Cost Control
      522,0
    • ChiliTec Energiekosten-Messgerät 20614
      523,3
    • Brennenstuhl Primera-Line PM231E
      523,4
    • ELV Energy Master Basic
      523,9
    • Voltcraft Energy Check 3000
      524,6
    • Voltcraft Energy Logger 4000
      525,3
    • Referenzwert (Chroma 6602 Digital Powermeter)
      526,0
    • Hama Energiekosten-Messgerät Premium
      552,5

Das Szenario mit ausgeschaltetem Rechner trennt die Spreu vom Weizen: Viele Energiekostenmessgeräte bestimmen den Leistungsfaktor falsch und liefern völlig falsche Werte. Entweder werden fälschlicherweise 0,0 Watt angegeben, oder deutlich überhöhte Resultate vermeldet. Nur Brennenstuhl Primera-Line PM231E und Voltcraft Energy Logger 4000 zeigen also immer korrekte Ergebnisse. Das Voltcraft ist auch das einzige Messgerät, das sogar die Leistungsaufnahme eines eingeschalteten, aber nicht mit Hardware verbundenen ATX-Netzteils hinreichend genau bestimmen kann.

Abweichung

Die folgende Tabelle enthält die prozentuale Abweichungen der Messergebnisse von den Referenzwerten für die Messung des PCs im Last- und Standby-Betrieb.

Modell Rechner (Last) Rechner (Standby)
Conrad Basetech Cost Control 1,7 % 100,0 %
Profitec Energiekosten-Messgerät KD-202 1,1 % 99,0 %
Voltcraft Energy Logger 4000 0,1 % 0,3 %
Voltcraft Energy Check 3000 0,3 % 100,0 %
X4-Life Inspector II 2,1 % 0,3 %
Techno Line Cost Control 0,8 % 1300 %
EVL Energy Master Basic 0,4 % 0,3 %
Hama Energiekosten-Messgerät Premium 5,0 % 0,3 %
Brennenstuhl Primera-Line PM231E 0,5 % 0,3 %
ELRO Steckdosen-Verbrauchszähler M12 0,9 % 100,0 %
ChiliTec Energiekosten-Messgerät 20614 0,5 % 33,0 %

Die Abweichung von 0,3 Prozent im Standby-Test ist zum Teil dadurch zu erklären, dass unser Chroma-Powermeter das Ergebnis mit mehr Nachkommastellen angibt. Werden die Ergebnisse gerundet, entfällt diese Abweichung.

Die Testresultate repräsentieren Einzelmessungen. Wie sieht es mit Messungen über die Zeit, also der Ermittlung eines Durchschnittsverbrauches aus?

Die Ermittlung des Durchschnittsverbrauchs ist ähnlich genau wie die Messung der Momentaufnahme, die Momentaufnahmen werden schließlich aufaddiert und gemittelt. Die Tatsache, dass die tatsächliche Leistungsaufnahme von Elektrogeräten oftmals nicht statisch ist, stellt keine unüberwindbare Hürde dar. Ohmsche Verbraucher reagieren grundsätzlich langsam, elektronische Verbraucher wie TV, Rechner, Radio oder Akku-Ladegerät verfügen über Stützkondensatoren und gleichen die Schwankung so zum Teil aus. Von der Schwankung einer Grafikkarte von über 100 Watt innerhalb weniger Millisekunden kommt nach dem Netzteil nicht mehr viel an.

In der Praxis ist damit in erster Linie von Bedeutung, einen ganzen Zyklus mit realistischem Nutzungsprofil zu messen, also wirklich das Gerät so verwenden, wie es im Alltag genutzt wird. Je länger der Zyklus, desto genauer werden die vom Messgerät angezeigten Durchschnittsverbräuche den tatsächlichen Wert wiedergeben – sofern auch die Ermittlung der Momentaufnahmen hinreichend genau ist.

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