Total War: Attila : Grafikkarten-Benchmarks mit Frametimes, CPU-Tests und AA

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Total War: Attila: Grafikkarten-Benchmarks mit Frametimes, CPU-Tests und AA

Total War: Attila will als Rome-2-Nachfolger sich spielerisch und technisch verbessern. Der Hersteller verspricht eine bessere Grafik, die aber auf Kosten der notwendigen Hardware geht. ComputerBase hat Benchmarks zu 12 Grafikkarten, verschiedene CPU-Skalierungen, Frametimes und einen Kantenglättungsvergleich angefertigt.

Total War: Attila setzt wie schon die letzten Vorgänger auf die hauseigene Warscape-Engine, wobei diese laut den Entwicklern in zahlreichen Bereichen verbessert worden sein soll. Herausgekommen ist ein Strategiespiel, das auf der Plus-Seite eine große Weitsicht mit zahlreichen Einheiten sowie bei nahen Zoom-Stufen für das Genre viele Details zu bieten hat, auf Negativ-Seite allerdings mit einem zu aggressiven LOD-System und vor allem mit einem unglaublichen Grafik-Flimmern zu kämpfen hat. Total War: Attila ist in keinem Spieleprogramm von AMD oder Nvidia vertreten.

Die Kantenglättung in Total War: Attila

Ohne Kantenglättung flimmert Total War: Attila wie kaum ein anderes Spiel. Von Gräsern über Bäume bis hin zu Waffen und den gesamten Einheiten flimmert so ziemlich alles im Spiel. Nicht nur in den Zwischensequenzen sondern auch im Spielgeschehen ist dies extrem störend.

Der Titel würde also von einer guten Kantenglättung profitieren – das Spiel bietet sie jedoch nicht. So lässt sich neben MLAA auch 4×MSAA auswählen und separat die Option „Vegetation Alpha“ hinzuschalten, die das Flimmern der Alpha-Test-Texturen beheben soll. MLAA führt zu leichten Verbesserungen. Die Geometriekanten werden bearbeitet, wobei der Effekt je nach Objekt gut oder weniger gut ausfällt. Auch die Vegetation flimmert etwas weniger, feine Detail an Bäumen und Büschen gehen jedoch verloren. Das Bild wird zudem unschärfer – üblich für Post-Processing-Kantenglättung.

Total War: Attila – Kantenglättung

Das hinzuschaltbare Vegetation Alpha soll das Flimmern verbessern, doch ist der Effekt nicht allumfassend. Während manche Bäume sichtbar profitieren, flackern andere ungehemmt weiter. Gut im Griff hat die Option hingegen die Büsche am Boden, die kaum noch stören. Vegetation Alpha hat in der aktuellen Version jedoch den Nachteil, dass die Belichtung bei nahen Zoomstufen erhebliche Fehler ausweist. Viele Bäume wechseln bei Bewegung urplötzlich ihre gesamte Belichtung und wechseln von dunkel zu hell. Auch die Farbgebung des Bodens weist Fehler auf.

4×MSAA mitsamt Vegetation Alpha ist die optisch beste Variante. Das Bild ist deutlich schärfer und auch feine Details lassen sich noch erkennen. Zudem wird die Geometrie deutlich besser geglättet. Die Vegetation bleibt hingegen eine große Baustelle. In den meisten Szenen flimmert diese zwar weniger als mit MLAA, das Flimmern bleibt jedoch enorm. MLAA kann hingegen die bessere Performance verbuchen, was bei Total War: Attila nicht zu unterschätzen ist.

Ein akkurates Mittel, um das Bildflimmern in Total War: Attila anzugehen, gibt es somit derzeit nicht. Lediglich Downsampling über VSR und DSR ist eine Option, allerdings muss die Rechenleistung des PCs dafür sehr hoch sein.

Anti-Aliasing – 1.920 × 1.080
  • GeForce GTX 980:
    • Aus
      59,2
    • MLAA
      56,2
    • MLAA + Vegetation Alpha
      49,8
    • 4×MSAA + Vegetation Alpha
      45,2
  • Radeon R9 290X:
    • Aus
      51,0
    • MLAA
      50,6
    • MLAA + Vegetation Alpha
      43,2
    • 4×MSAA + Vegetation Alpha
      29,3

MLAA verringert die Performance nur gering. Die Radeon R9 290X verliert nur ein Prozent an Leistung, die GeForce GTX 980 mit fünf Prozent ein wenig mehr. Wird zusätzlich Vegetation Alpha aktiviert, verliert die AMD-Karte weitere 15 Prozent und die Nvidia-Hardware elf Prozent. Wird von MLAA auf 4×MSAA gewechselt, gehen auf der GeForce GTX 980 noch einmal neun Prozent verloren – äußerst wenig für Multi-Sampling-Anti-Aliasing. Die Radeon R9 290X reagiert dagegen allergisch auf die Kantenglättung und läuft gleich um 32 Prozent langsamer.

Die Benchmark-Einstellungen

Alle Tests sind auf dem Grafikkarten-Testsystem durchgeführt worden. Als Treiber sind der Catalyst Omega und der GeForce 347.52 installiert. Die Testszene setzt sich aus einer Intro-Sequenz und einer kurzen Schlacht auf dem Spielfeld zusammen.

Normalerweise testet ComputerBase immer mit den maximalen Details – dieses Mal jedoch nicht. Denn bereits der Extreme-Quality-Preset, bei dem noch weitere Details hinzugeschaltet werden können, läuft auf keiner aktuellen Grafikkarte flüssig. Die Entwickler rechtfertigen dies damit, dass die volle Detailstufe erst für zukünftige Grafikkarten gedacht sei.

Total War: Attila – die Qualitätseinstellungen

Deutlich schneller aber immer noch anspruchsvoll ist der Quality-Preset (der dritthöchste), die Standardeinstellung bei den folgenden Benchmark-Tests. Bei diesem wird jedoch noch MLAA als Kantenglättung sowie die 16-fache anisotrope Texturfilterung aktiviert. Zusätzlich kommt auch das Extreme-Quality-Preset als Worst-Case-Szenario zum Einsatz, allerdings ist dort MSAA abgeschaltet und stattdessen MLAA ausgewählt. Zudem wird das noch nicht korrekt funktionierende Vegetation Alpha abgeschaltet, dafür die restlichen Details maximiert.

Optisch unterscheiden sich die Qualitäts-Einstellungen nur in Details. Vor allem die im Quality-Preset fehlende Umgebungsverdeckung fällt ebenso negativ auf wie die automatisch geringere Einheitenanzahl, die der Atmosphäre schadet. Im Extreme-Quality-Preset ist zudem die Sichtweite höher und die Tiefenunschärfe besser.

CPU-Benchmarks

Wie für ein Strategiespiel üblich benötigt Total War: Attila eine starke CPU. Selbst bei vier Kernen mitsamt Hyper-Threading bringt der Wechsel von 3,5 GHz auf 4,4 GHz auf dem Core i7-4770K noch zehn Prozent mehr Leistung auf einer Radeon R9 290X und GeForce GTX 980.

CPU-Benchmarks – Quality-Preset
  • AMD Radeon R9 290X:
    • 4770K @ 4,4 GHz @ 4K+HTT
      50,6
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K
      46,2
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K+HTT
      45,9
    • 4770K @ 2,5 GHz @ 4K
      41,4
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K
      37,8
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K+HTT
      37,0
    • AMD FX-8370
      35,8
  • Nvidia GeForce GTX 980:
    • 4770K @ 4,4 GHz @ 4K+HTT
      56,2
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K
      51,0
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K+HTT
      50,4
    • 4770K @ 2,5 GHz @ 4K
      46,3
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K
      42,6
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K+HTT
      41,4
    • AMD FX-8370
      36,3

Von Hyper-Threading kann das Spiel zwar nicht profitieren, die Anzahl der CPU-Kerne spielt jedoch eine wichtige Rolle. Vier anstatt zwei Kerne resultieren in einer Mehrleistung von 22 Prozent auf der AMD-Grafikkarte und 20 Prozent auf dem Nvidia-Pendant. Die langsamste CPU-Konstellation im Testfeld ist AMDs FX-8370, der sich knapp der Zwei-Kern-CPU von Intel mit 3,5 GHz geschlagen geben muss. Der Rückstand beträgt fünf Prozent auf der Radeon- und 15 Prozent auf der GeForce-Grafikkarte.

Für Total War: Attila ist damit eine Vier-Kern-CPU von Intel empfehlenswert, um die beste Leistung zu erhalten. Prozessoren mit zwei Kernen laufen bei gleichem Takt deutlich langsamer – dies gilt grundsätzlich auch für CPUs von AMD.

Grafikkarten-Benchmarks

Im gut spielbaren Quality-Preset übernimmt Nvidia die Führung. Die GeForce GTX 980 liefert die beste Leistung, wobei die Differenz zur Radeon R9 290X elf Prozent beträgt. Damit arbeitet die R9 290X genauso schnell wie die GeForce GTX 970 und muss sich der GeForce GTX 780 Ti um acht Prozent geschlagen geben. Direkt unterhalb der Radeon-Karte siedelt sich die GeForce GTX 780 an. Die geringe Differenz zwischen der GeForce GTX 980 und der GeForce GTX 780 lässt vermuten, dass sich die Nvidia-Grafikkarten relativ nah an einer CPU-Limitierung befinden.

Auffällig ist das gute Abschneiden der Radeon R9 285, die gleich schnell wie die eigentlich zügigere Radeon R9 280X arbeitet. Offensichtlich kann erstere von dem besseren Front-End profitieren, das die ältere Radeon R9 280X nicht besitzt. Davon abgesehen besiegt die GeForce GTX 770 die Radeon R9 280X und die GeForce GTX 760 knapp die Radeon R9 270X. Die neue GeForce GTX 960 arbeitet zwölf Prozent flotter als der direkte Vorgänger.

Im Extreme-Preset muss Nvidia dann ein wenig Federn lassen. Zwar ist die GeForce GTX 980 immer noch unangefochten an der Spitze, doch holen alle AMD-Grafikkarten etwas auf. Die Radeon R9 290X ist minimal vor der GeForce GTX 970, die Radeon R9 290 rückt an die GeForce GTX 780 heran und die Radeon R9 280X überholt die GeForce GTX 770. Gut spielbar ist Total War: Attila in diesem Preset auf der GeForce GTX 980 und der GeForce GTX 780 Ti, wobei selbst diese Karten keine 40 FPS erreichen. Die Radeon R9 290X liegt durchschnittlich bei knapp 35 FPS – je nach Szene ruckelt es spürbar. Für das Quality-Preset reicht das untere High-End- bis Performance-Segment der letzten Generation.

Grafikkarten-Empfehlungen für Total War: Attila (annehmbar spielbar ab ~35 FPS)
Auflösung AMD Nvidia
1.920 × 1.080, Quality-Preset ab Radeon R9 280X
Radeon R9 285
ab GeForce GTX 770
ab GeForce GTX 960
1.920 × 1.080, Extreme-Preset Radeon R9 290X GeForce GTX 980
GeForce GTX 780 Ti

Höhere Auflösungen als Full HD wie 2.560 × 1.440 sind in Total War: Attila derzeit schwer umzusetzen. In der höheren Auflösungen mitsamt Quality-Preset bewegen sich die Frameraten auf dem Niveau des Extreme-Presets unter Full HD – kaum spielbar. Entsprechend muss die Detailstufe weiter reduziert werden, was größere Einflüsse auf die Grafikqualität hat.

Total War: Attila und die Frametimes

Die Frametime-Messungen in Total War: Attila sind reproduzierbar inkonstant. Je nach veränderter Einstellung schneiden Grafikkarten verschieden gut ab, sodass zum Beispiel mal die GeForce GTX 980 und mal die GeForce GTX 970 die besseren Zeitabständen zwischen den einzelnen Frames hat.

Einzelne Grafikkarten lassen sich durch Klicken auf die Legende für eine bessere Übersicht abschalten.

In 1.920 × 1.080 und dem Quality-Preset zeigt die AMD Radeon R9 290X die besten Frametimes. Es gibt zwar mehr „Spikes“ als bei den 3D-Beschleunigern von Nvidia, dafür sind die Frametimes meistens konstanter. Im Duell GeForce GTX 970 gegen GeForce GTX 980 gibt es nur minimale Unterschiede zu Gunsten der schnellsten Version. In der Praxis sind die Unterschiede zwischen den drei Grafikkarten nicht zu spüren.

Deutlich abwechslungsreicher wird es im Extreme-Preset bei derselben Auflösung. Das aktivierte MSAA kostet die Radeon-Karte zwar mehr Leistung als die GeForce-Pendants, die Frametimes der R9 290X sind jedoch sehr gut. Die beiden Nvidia-Grafikkarten zeigen hingegen ein ständiges Auf und Ab. Die größeren Spikes auf den Nvidia-Beschleunigern lassen sich optisch erkennen und entstehen bei einem Szenenwechsel. Das Spiel ruckelt jedoch auf allen drei Grafikkarten, sodass die unterschiedlichen Frametimes nicht ins Gewicht fallen.

In der höheren Auflösung von 2.560 × 1.600 geht AMD erneut als Sieger vom Platz. Die GeForce GTX 970 schneidet zudem besser ab als der größere Bruder – offensichtlich sind die Treiber noch nicht korrekt optimiert. Spürbar ist auch dies jedoch nicht, da der Titel bei allen drei 3D-Beschleunigern aufgrund der zu geringen Grundleistung ruckelt.

Auch bei den höchsten von ComputerBase gewählten Einstellungen gerät die GeForce GTX 970 nicht in Schwierigkeiten mit dem Speicher. Der Speicherverbrauch liegt auf der Grafikkarte bei 3.430 Megabyte, während sich die GeForce GTX 980 3.434 Megabyte genehmigt. Der „Spitzenreiter“ ist die Radeon R9 290X mit 3.725 Megabyte.