IMAX Laser angeschaut : Jetzt fehlt nur noch Star Wars

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IMAX Laser angeschaut: Jetzt fehlt nur noch Star Wars

Im Berliner CineStar Original hat das erste „IMAX with Laser“ des europäischen Festlands seine Pforten geöffnet. IMAX verspricht nie dagewesene Schwarzwerte, eine hohe Helligkeit, tolle Farben und eine überragende Klangkulisse. ComputerBase hat sich IMAX with Laser angeschaut und einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Das IMAX in Berlin hat bereits zahlreiche Wandel hinter sich. Ursprünglich 1997 nicht weit entfernt vom Potsdamer Platz als Discovery Channel IMAX Berlin eröffnet, folgte 2006 die Schließung und der Umbau zum Bluemax-Theater für die Shows der Blue Man Group. Ein neues IMAX 3D entstand daraufhin im Sony Center am Potsdamer Platz, das bis zum Frühjar 2011 IMAX-3D-Filme und normale Spielfilme zeigte.

Nach einer Umbauphase von rund zwei Monaten eröffnete der Saal im Juni 2013 als CineStar Event Cinema neu und war mit einem 4K-Projektor von Barco ausgestattet. Bereits zwei Monate später war das IMAX-Label aber zurück und das CineStar IMAX mit zwei digitalen DLP-Projektoren in 2K-Auflösung ermöglichte wieder Vorführungen im IMAX-Seitenverhältnis von 1,43:1 auf der 26,05 × 19,02 Meter großen Leinwand mit fast 500 Quadratmetern Fläche.

IMAX with Laser

Der zukünftige Betrieb mit zwei neuen 4K-Laser-Projektoren war schon zur Neueröffnung im Juni 2013 geplant, die entsprechenden Projektoren aber noch nicht einsatzbereit. Nach einer weiteren Umbauphase über den Frühherbst dieses Jahres hat das Kino nun als IMAX with Laser wiedereröffnet. Damit ist das IMAX in Berlin das erste IMAX with Laser auf dem europäischen Festland. Europas erstes IMAX with Laser ist das Empire am Leicester Square in London, das seit Anfang Oktober in Betrieb ist. Das erste IMAX with Laser weltweit steht in Toronto, Kanada.

IMAX with Laser

IMAX with Laser nutzt Laserlicht statt der bisher üblichen 15 Kilowatt starken Xenon-Lampe als Lichtquelle für die Projektion. Als Projektionstechnik kommt nach wie vor DLP (Digital Light Processing) von Texas Instruments zum Einsatz. Vor dem Umbau auf die Lasertechnik kam ein Drei-Chip-System zum Einsatz, bei dem nach der Xenon-Lichtquelle ein Prisma das Licht in die drei Primärfarben Rot, Grün und Blau aufteilte und auf die DLP-Chips leitete. Von dort aus wurden die Signale wieder zu einer Lichtquelle vereint und durch die Optik des Projektors auf die Leinwand projiziert.

Diese Methode der Projektion lieferte bisher eine als durchaus sehr gut geltende Bildqualität. Allerdings kann durch das Umlenken der Lichtquelle und das Prisma nicht die Qualität erreicht werden, die IMAX jetzt mit der Lasertechnik verspricht. Prisma, DLP-Chips und die Befestigungspunkte der Technik erhitzen sich durch die Xenon-Lampe trotz aktiver Kühlung sehr stark, was zu einer Ausdehnung der Komponenten führte.

Bisher war die Wärmeentwicklung ein Problem

Vor allem das Prisma und das geschlossene System, an dem die Komponenten befestigt waren, nennt IMAX als Schwachpunkte der bisherigen Projektion. Unter der Ausdehnung und beim Abkühlen wieder Zusammenziehen der Bauteile leidet die Schärfe der Projektion, außerdem wird Schwarz eher als sehr dunkles Grau dargestellt und die Farbwiedergabe ist nicht so brillant wie es jetzt mit Laser möglich ist. Das Laserlicht strahl zudem viel heller als eine Xenon-Lampe.

Bei der Laserprojektion kann auf das Prisma verzichtet werden und IMAX einen nach eigener Angabe offenen Aufbau für die DLP-Chips nutzen, die an einem Gestell aus Invar befestigt sind, das einen sehr geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten hat. Das soll für eine insgesamt qualitativ deutlich gesteigerte Bildqualität sorgen.

50 Prozent mehr Helligkeit als mit Xenon

IMAX verspricht echtes Schwarz statt dunkles Grau, ein schärferes und helleres Bild sowie eine bessere Farbdarstellung. Mit handfesten Zahlen argumentiert IMAX allerdings nicht. Das Unternehmen nennt eine 50 Prozent höhere Helligkeit als die DCI-Spezifikationen vorsehen. Damit müsste die für den Zuschauer von der Leinwand reflektiere Helligkeit bei rund 72 statt 48 cd/m² liegen, was zunächst nach wenig klingt, aber in einem komplett abgedunkelten Kinosaal sehr hell ist. Werte von 500 cd/m² und mehr, wie sie zum Beispiel Smartphone-Displays bieten, sind damit nicht vergleichbar.

Der Kontrast soll zweimal so hoch wie noch bei der analogen Projektionstechnik mit 70-mm-Film aus den Anfangsjahren ausfallen. Auch der Kontrastwert von 2.500:1, der mit der auf Xenon-Lampen basierenden Digitalprojektion vor dem aktuellen Umbau erreicht wurde, soll übertroffen werden. Eine genaue Zahl nennt IMAX allerdings nicht. Beim Farbraum deckt IMAX with Laser vollständig die ITU-R-Empfehlung BT.2020 ab. Diese wiederum deckt zu 75,8 Prozent das CIE-Normfarbsystem ab. Zum Vergleich: Der Adobe-RGB-Farbraum deckt 52,1 Prozent des CIE-Normfarbsystems ab.

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