5/6 Galaxy S7 im Test : Samsung macht sie alle nass

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Konnektivität

Das Galaxy S7 bietet noch keinen USB-Typ-C-Anschluss, was Samsung gegenüber ComputerBase damit begründet, dass mit diesem Anschluss nicht die IP68-Zertifizierung möglich gewesen wäre. Deshalb kommt wie beim Galaxy S6 Micro-USB 2.0 zum Einsatz. Für Besitzer des Galaxy S6 edge+ nicht neu, aber für manchen S6-Besitzer eventuell von Relevanz, ist der Wegfall des Infrarotsenders im oberen Rahmen.

Integriertes LTE-Modem für bis zu 600/150 Mbit/s

Davon abgesehen deckt das S7 jeden aktuell wichtigen Standard ab. Das diesmal energiesparend direkt in das SoC integrierte LTE-Modem ist nach Cat. 12 (Downlink) und Cat. 13 (Uplink) spezifiziert. Das ermöglicht Geschwindigkeiten von theoretisch bis zu 600 Mbit/s down und 150 Mbit/s up. In Deutschland sind über die Deutsche Telekom jedoch „nur“ bis zu 300 Mbit/s möglich. In diesem Netz in den Berliner Stadtgebieten Prenzlauer Berg, Mitte und Steglitz wurde das S7 auch verwendet. Dabei kam es zu keinen negativen Auffälligkeiten der Empfangsqualität. In der Redaktion wurde über LTE eine Download-Rate von rund 125 Mbit/s erreicht, im Upload waren es etwa 50 Mbit/s. Im nordöstlichen Prenzlauer Berg waren hingegen nur 65 und 15 Mbit/s möglich.

Integriertes LTE-Modem für Cat. 12/13
Integriertes LTE-Modem für Cat. 12/13 (Bild: Samsung)

Darüber hinaus bietet das Galaxy S7 Unterstützung für die Ortungsdienste A-GPS (USA), GLONASS (Russland) und BeiDou (China), WLAN-ac, Bluetooth 4.2 und NFC. Unter freiem Himmel findet das Galaxy S7 im nordöstlichen Prenzlauer Berg laut GPS Test 22 Satelliten und erreicht in unter einer Sekunde einen GPS-Fix. Die Navigation durch das Berliner Stadtgebiet funktionierte durchweg zuverlässig.

USB-OTG-Adapter liegt bei

Neu ist, dass im Lieferumfang jetzt auch ein USB-OTG-Adapter beiliegt. Über die Smart-Switch-App lassen sich so unkompliziert Daten von einem anderen Smartphone auf das Galaxy S7 übertragen. Das funktioniert nicht nur mit Android-Smartphones, sondern auch mit iOS-Geräten. Welche Voraussetzungen im Detail erfüllt werden müssen und welche Daten sich übertragen lassen, erklärt Samsung auf einer Webseite.

Der Adapter ist aber auch praktisch, um USB-Sticks, Tastaturen oder Mäuse an das Galaxy S7 anzuschließen. Im Test hatte das Gerät keine Probleme damit, verschiedene USB-Speicher von SanDisk und Lexar zu erkennen. Auch eine Tastatur von Logitech (K120) und sogar die kabellose Maus Performance MX funktionierten einwandfrei.

Apps und Medien lassen sich auf microSD verschieben

Ab Werk sind knapp unter 8 GByte des internen Speichers von Samsung mit dem Betriebssystem belegt. Sollte dieser Speicher einmal ausgehen, kann dieser um bis zu 200 GByte große microSD-Karten erweitert werden. Den Adoptable Storage aus Android 6.0 unterstützt Samsung zwar nicht, Apps und Medien lassen sich aber dennoch wie von Android 5.0 gewohnt auf die Speicherkarte verschieben. Das funktioniert allerdings nicht mit System-Apps und auch nicht mit allen nachträglich installierten Apps. Möglich war es zum Beispiel bei den Spielen Asphalt 8 und Plants vs. Zombies 2 sowie der App Wikipedia Beta. Bei Apps wie Chrome Beta, Slack, AirDroid, IMDb oder auch CPU-Z fehlte die Option hingegen.

Apps lassen sich teilweise auf microSD verschieben
Apps lassen sich teilweise auf microSD verschieben

Je nach Geschwindigkeit der Speicherkarte dauert das Verschieben selbst von großen Apps nur wenige Sekunden. Wird die Speicherkarte mit den verschobenen Apps aus dem Galaxy S7 entfernt, bleiben die Symbole auf den Homescreens sichtbar, sind dann aber ausgegraut. Die Meldung „Anwendung nicht installiert“ erscheint beim Startversuch.

Lange Laufzeiten

Bis zum Galaxy S5 waren die Akkus der Galaxy-S-Geräte mit jeder Generation größer geworden. Beim Galaxy S6 gab es dann allerdings einen Rückschritt: Statt 2.800 mAh bot dieses nur noch 2.550 mAh. Trotz des effizienteren SoCs war das Resultat eine 16 Prozent oder zweieinhalb Stunden kürzere Laufzeit im YouTube-Akkutest bei 200 cd/m². Für ein solch dünnes Smartphone mit einem derart kleinen Akku war das Ergebnis zwar noch gut, aber Samsung konnte es in der Vergangenheit eigentlich besser.

Genau das will Samsung jetzt mit dem Galaxy S7 auch wieder zeigen. Mit 3.000 mAh macht das S7 nicht nur bei der Nennladung einen deutlichen Sprung nach vorne, sondern der größere Akku resultiert auch in viel besseren Laufzeiten. Im YouTube-Akkutest, der über WLAN mit 200 cd/m² abgewickelt wird, sind rund elf Stunden Spielzeit möglich, das sind etwa 50 Prozent mehr als beim Galaxy S6. Das Galaxy S5 wird immerhin noch um fast 30 Prozent geschlagen. Unter den aktuellen Geräten hält nur das Xiaomi Redmi 3 noch länger durch.

Das gute Abschneiden setzt sich im PCMark fort. Dieser Benchmark testet in Dauerschleife das Surfen im Web, die lokale Videowiedergabe sowie das Editieren von Texten und Fotos. Dadurch wird eine intensivere Nutzung als beim reinen Betrachten von Videos simuliert, entsprechend kürzer sind die Laufzeiten aller Testgeräte. Gegenüber dem Galaxy S6 gibt es einen Zuwachs von 15 Prozent, zum Galaxy S6 edge+ fehlen hingegen 6 Prozent, obwohl die Akkus gleich groß und das Display des Galaxy S7 kleiner ist. Angeführt wird das Feld von den drei chinesischen Geräten Xiaomi Redmi 3, Huawei Mate 8 und ZUK Z1.

Das Galaxy S7 punktet aber nicht nur mit guten Benchmark-Laufzeiten, sondern ist auch im Alltag ein zuverlässiger Begleiter, selbst bei intensiver Nutzung. Im Test war das Galaxy S7 mit einem Gmail-Konto, drei IMAP-Konten, Facebook, Facebook Messenger, Twitter, WhatsApp und Slack konfiguriert. Zusätzlich zur Nutzung dieser Dienste wurde der Browser rund drei Stunden verwendet, eine Stunde YouTube am Abend genutzt und immer wieder zwischendurch die Kamera getestet. Selbst wenn noch Casual-Spiele wie Plants vs. Zombies 2 dazukommen, reicht die Restlaufzeit locker bis zur Nacht.

Wird das Smartphone nicht genutzt, profitiert es von der seit Android 6.0 Marshmallow integrierten Doze-Funktion, die den Stand-by-Verbrauch auf ein Minimum reduziert. Auf den Tisch gelegt und zwölf Stunden nicht benutzt, verbraucht das Galaxy S7 nur 6 Prozent seiner Ladung – allerdings nur, wenn das Always-on-Display nicht aktiviert ist.

Always-on-Display erhöht Stand-by-Verbrauch deutlich

Mit Always-on-Display fällt der Stand-by-Verbrauch in Relation zur Nutzung ohne Always-on-Display schlechter aus. Nach zwölf Stunden Nichtnutzung fehlen der Ladung plötzlich 14 Prozent, das entspricht dem Faktor 2,3. Für sich alleine betrachtet geht ein Stand-by-Verbrauch von 14 Prozent innerhalb von zwölf Stunden noch in Ordnung, gerade in Bezug auf den Verbrauch ohne Always-on-Display ist das aber ein klarer Rückschritt.

Ladezeit über beigelegtes Netzteil
Akkuladung nach Minuten Delta (Minuten)
20 % 14 14
40 % 29 15
60 % 44 15
80 % 60 16
100 % 89 29

Immerhin kann das Galaxy S7 dank der Schnellladefunktion und des beigelegten Netzteils mit 9,0 V/1,67 A oder 5,0 V/2,0 A mit bis zu 15 Watt relativ zügig wieder aufgeladen werden. Ausgehend von einer Ladung von 1 Prozent, ist das Galaxy S7 im eingeschalteten Zustand nach ziemlich genau 90 Minuten wieder bei 100 Prozent. Optional kann das Galaxy S7 auch kabellos über Ladestationen mit Qi-Standard geladen werden. Mit Samsungs Ladeschale gibt es auch hier eine Schnellladefunktion.

Kein Warnhinweis bei nasser USB-Buchse

Wie ein Nutzer des XDA-Forums berichtet, soll sich das Galaxy S7 nicht laden lassen, wenn es Feuchtigkeit im USB-Anschluss erkennt. Im Test konnte diese Warnmeldung hingegen nicht provoziert werden. Selbst bei mit Absicht mit Wasser gefüllter USB-Buchse ließ sich das Galaxy S7 jedes Mal ohne Warnhinweis laden. Laut Samsungs Kurzanleitung sollen Nutzer verhindern, dass „die Multifunktionsbuchse und die Akkukontakte mit leitenden Materialien wie Metall oder Flüssigkeit in Kontakt kommen.

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