Filmverleih: Apple will aktuelle Kinofilme im iTunes Store

Tobias Reuter 61 Kommentare
Filmverleih: Apple will aktuelle Kinofilme im iTunes Store

Apple steht laut eines Bloomberg-Berichts mit Hollywood-Filmstudios über die Ausstrahlung aktueller Kinofilme in Verhandlungen. Auch wenn Filme noch im Kino laufen, sollen sie nach Apples Wunsch bereits über den iTunes Store als Verleihversion verfügbar sein. Filmkonzerne wie 21st Century Fox zeigen sich aufgeschlossen.

Apple verspreche sich durch möglichst exklusive Angebote aktueller Kinotitel im iTunes-Onlinestore einen Wettbewerbsvorteil, so der Bericht. Zudem wolle der iPhone-Konzern seine Marktpräsenz bei Filmangeboten ausweiten.

Filmindustrie sucht nach neuen Einnahmequellen

Angesichts stagnierender Besucherzahlen in Kinos halte die Filmindustrie ohnehin Ausschau nach neuen Einnahmequellen. Sowohl 21st Century Fox, Warner Bros. als auch Universal Pictures haben vor Kurzem bestätigt, ein Verleihangebot aktueller Kinofilme zu prüfen. Gehe es nach den Vorstellungen einzelner, namentlich nicht genannter Führungspersonen aus dem Filmgeschäft, sollen Filme zukünftig bereits zwei Wochen nach dem Kinostart über Onlinedienste wie den iTunes Store verfügbar sein.

Aktuell gewährt Hollywood Kinos meist 90 Tage und länger exklusive Nutzungsrechte, bis die Inhalte auch auf DVD und bei Onlineanbietern erscheinen. Warner-Bros.-Chef Kevin Tsujihara sieht vor allem die Chancen des neuen Verleihmodells: Früher für den Heimmarkt erscheinende Titel könnten gleichzeitig die Bedürfnisse von Konsumenten befriedigen und der Piraterie vorbeugen, so Tsujihara.

Andere Anbieter sehen allerdings noch eine Hürde für die iTunes-Option - den Kopierschutz. Obwohl iTunes-Filme via DRM gegen unbefugtes Vervielfältigen schützt, sei es zu Hause noch leichter als im Kino, die Inhalte einfach abzufilmen.

Auch Kinobetreiber gesprächsbereit

In der Vergangenheit haben sich Kinobetreiber immer wieder gegen eine Aufweichung der mehrmonatigen Exklusivnutzung gewehrt, etwa indem sie Filme, die schon bald nach dem Kinostart auf DVD verfügbar waren, boykottierten. Cinemark, die drittgrößte US-Kinokette, zeigte sich jüngst aber gesprächsbereit. Ein Premiumangebot für den Home-Entertainment-Bereich sei denkbar.

Verleihpreis deutlich höher als für ein Kinoticket

Ersten Informationen zufolge dürfte der Konsum aktueller Kinofilme von zuhause aus für Kunden nicht gerade kostengünstig werden. Einzelne Filmstudios würden momentan mit Preisen zwischen 25 und 50 US-Dollar pro Verleih kalkulieren, so Bloomberg.

Dessen ungeachtet könne der Film mit mehreren Zuschauern daheim angesehen werden. Fraglich wäre indes wie lange die etwaige Leihdauer ausfiele. Bei derzeitigen Leihversionen bereits erhältlicher Filme (die zumeist auf einen Tag begrenzt ist) kann der Nutzer zudem den Film mehrfach innerhalb der Leihdauer anschauen.