Framework Laptop 13 Pro im Test: Genau so baut man ein tolles modulares Notebook
Der Framework Laptop 13 Pro macht fast alles neu: Chassis, Prozessor, RAM, Display, Eingabegeräte, Linux-Support und mehr. Geblieben ist der modulare Aufbau, der einfache Upgrades und Reparaturen ermöglicht – und der Spaß beim Zusammenbau bereitet. Im Test überzeugte das Notebook rundum und verdient sich damit den Award.
Framework hatte den Laptop 13 Pro im April dieses Jahres angekündigt und zunächst eine Auslieferung Ende Juni anvisiert. Probleme bei Touchpad und Display verzögerten kurz vor dem Launch die Auslieferung, die für erste Käufer jetzt Ende Juli bis Anfang August und somit innerhalb der nächsten Tage nach den ersten Tests erfolgen soll.
Wer jetzt bestellt, muss bis November warten
Wer hingegen erst jetzt Interesse an dem Notebook zeigt oder mit dem Kauf ganz bewusst bis zur Veröffentlichung unabhängiger Tests warten wollte, muss bereits bis November auf den Laptop warten, wie der Blick in den Framework-Konfigurator zeigt. Das gilt sowohl für die DIY-Edition, die der Redaktion zum Testen vorlag, als auch für die Pre-built-Notebooks mit Intel Core Ultra Series 3 alias Panther Lake. Für September erwartet Framework hingegen die DIY- und Pre-built-Varianten mit Ryzen AI 300.
Framework Laptop 13 Pro startet für 1.349 Euro
Das Unternehmen ruft nach aktuellem Stand mindestens 1.349 Euro für den Intel-Barebone des Framework Laptop 13 Pro auf, also ohne DRAM, SSD, Betriebssystem, Erweiterungsmodule und Netzteil. Käufer können Arbeitsspeicher und Storage direkt bei Framework erwerben oder auf eigene Komponenten setzen. Will man diesem Aufwand aus dem Weg gehen, stehen vorkonfigurierte Systeme aktuell ab 1.799 Euro zur Auswahl. Systeme mit AMD-Prozessor sind nicht günstiger: DIY startet bei 1.579 Euro, Pre-built aufgrund derzeit nur einer verfügbaren Maximalkonfiguration erst bei 4.159 Euro.
Das Testsystem im Detail
Die Redaktion hatte bei Framework ein Pre-built-Gerät zum Testen angefragt, letztlich aber doch ein DIY-Modell erhalten, was sich rückwirkend betrachtet als bessere Wahl herausstellte, um das volle „Framework-Erlebnis“ zu erfahren. Der Laptop 13 Pro kam mit Intel Core Ultra X7 358H, 32 GB LPDDR5X auf einem LPCAMM2-Modul und 1 TB WD SN7100 für insgesamt 3.388 Euro in die Redaktion – auch bei Framework schlagen Speicherkrise und andere Preissteigerungen derzeit voll durch. Inkludiert sind dabei auch die Kosten für sechs Expansion Cards (2×USB-C, USB-A, HDMI, Ethernet, SD), das 100-Watt-USB-C-Netzteil, den – in Sonderfarben aufpreispflichtigen – Displayrahmen in „Transparent Black“ und Windows 11 Home.
Technische Daten des Framework Laptop 13 Pro
| Framework Laptop 13 Pro (Intel Core Ultra Series 3) | ||
|---|---|---|
| Display | 13,5", 2.880 × 1.920 (3:2), 30-120 Hz, LCD, 700 nits (600 nits min.), 100% sRGB, DC-Dimming, matt, Touch | |
| CPU | Intel Core Ultra 5 325 Intel Core Ultra X7 358H Intel Core Ultra X9 388H |
|
| GPU | Intel Graphics (4 Xe-Cores), 2,45 GHz Intel Arc B390 (12 Xe-Cores), 2,5 GHz |
|
| RAM | 16 GB LPDDR5X-8533 (LPCAMM2) 32 GB LPDDR5X-8533 (LPCAMM2) 64 GB LPDDR5X-8533 (LPCAMM2) RAM wird mit 7.467 MT/s betrieben |
|
| SSD | 500 GB WD SN7100 PCIe 4.0 1 TB WD SN7100 PCIe 4.0 2 TB WD SN7100 PCIe 4.0 4 TB WD SN7100 PCIe 4.0 1 TB WD 850X PCIe 4.0 2 TB WD 850X PCIe 4.0 4 TB WD 850X PCIe 4.0 8 TB WD 850X PCIe 4.0 1 TB Adata Mars 970 Plus PCIe 5.0 2 TB Adata Mars 970 Plus PCIe 5.0 |
|
| Anschlüsse | links | 2 × Expansion Card Slots , 1 × 3,5-mm-Klinke |
| rechts | 2 × Expansion Card Slot | |
| Akku | 74,45 Wh, 100-Watt-GaN-USB-C-Netzteil | |
| Drahtlose Konnektivität |
Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 (Intel BE211) | |
| Kamera | 9,2 MP, 1080p, Hardware-Deaktivierung | |
| Abmessungen (B × T × H) |
296,63 × 228,98 × 15,58 mm | |
| Gewicht | 1,41 kg (ohne Expansion Cards) 1,44 kg (mit vier Expansion Cards) |
|
| Betriebssystem | Windows 11 Home Windows 11 Pro Ubuntu 26.04 Ubuntu 24.04 LTS CachyOS Bazzite Arch Linux NixOS 26.05 |
|
| Farbe | Schwarz | |
| Preis (Testgerät) | 3.388 Euro | |
| Ausstattung des Testgeräts in fett hervorgehoben | ||
Dieses Notebook ist Ubuntu Certified
Der Framework Laptop 13 Pro ist „Ubuntu Certified“ und wurde somit von Canonical offiziell getestet und für Ubuntu freigegeben. Das Intel-Modell unterstützt offiziell auch Fedora und mit Community-Unterstützung auch CachyOS, Bazzite, Arch Linux und NixOS. Das alles gilt mit Ausnahme von Ubuntu 24.04 LTS nicht nur für die Intel-, sondern auch für die AMD-Modelle. Framework erklärt:
Das Framework Laptop 13 Pro wurde von Grund auf für die Kompatibilität mit Linux entwickelt und getestet. Wir validieren die Hardware-Unterstützung für alle gängigen Distributionen, leisten nach Möglichkeit Upstream-Beiträge und stellen Firmware bereit, die sich nahtlos über LVFS integrieren lässt. Bei der Auswahl der Komponenten, wie etwa Wi-Fi, Fingerabdrucksensor, Audio und Energiemanagement, achten wir gezielt auf die Linux-Kompatibilität. So funktioniert alles direkt nach dem Auspacken zuverlässig für ein erstklassiges Linux-Erlebnis.
Framework zur Linux-Unterstützung
Upgrade auf Ausstattung des neuen Pro
Wer von einem vorherigen Framework Laptop 13 auf die Ausstattung des neuen Pro aufrüsten möchte, kann diesen Schritt ebenfalls gehen. Das Unternehmen erklärt auf der Website, was dabei zu beachten ist, was funktioniert und was unter Umständen nicht. Außerdem wird eine ausführliche Video-Anleitung zur Verfügung gestellt.
Dokumentation macht Zusammenbau zum Kinderspiel
Apropos Anleitungen (und Downloads): Auch für diesen Aspekt des Framework Laptop 13 Pro wird umfangreiche Dokumentation angeboten, die einfach verständlich erläutert, wie unter anderem beim Zusammenbau des DIY-Modells vorzugehen und was dabei zu beachten ist. Exakt diese Anleitung war dann auch für das Testgerät von ComputerBase relevant. Das einzige benötigte Werkzeug, der Framework-Schraubendreher mit doppelseitigem T5/PH0-Bit, lag dem Testgerät bei, einzeln kostet er 5 Euro.
Wer sich ein modulares Notebook wie den Framework Laptop 13 Pro zusammenbauen möchte, muss dafür kein Bastelprofi oder IT-Spezialist sein, sondern lediglich einer Anleitung folgen können und über etwas Fingerspitzengefühl verfügen. Eine Portion gesunder Menschenverstand schadet ebenfalls nicht, um potenziellen Schwierigkeiten wie „nach fest kommt ab“ oder „passt, wackelt und hat Luft“ gleich von Anfang an aus dem Weg zu gehen. Will eine Komponente nicht auf Anhieb richtig im Chassis sitzen, ist ein vorsichtiger zweiter Anlauf besser als Gewalt.
Die DIY-Edition besteht im Grunde genommen aus drei Hauptkomponenten: dem neuen, hochwertigen CNC-gefrästen Aluminiumgehäuse, in das RAM und SSD gesetzt werden, dem Input Cover Kit, das aus Tastatur und neuem haptischen Touchpad besteht, und der Blende des Bildschirms, die zum Abschluss des Zusammenbaus das Gesamtkonstrukt vollendet. Den Bildschirm selbst oder das Mainboard mit CPU und Kühlsystem muss man hingegen nicht montieren, das ist lediglich für Upgrades vom vorherigen Modell kommend notwendig.
Modular bedeutet nicht billige Qualität
Modular und einfach zu reparieren bedeutet beim Framework Laptop 13 Pro aber nicht, dass Käufer eine frickelige „Bastellösung“ erhalten, bei der sich einzelne Bauteile billig anfühlen, zu viel Spielraum haben oder anderweitig gegenüber einer Fertiglösung kompromittiert sind. Framework hat mit dem Laptop 13 Pro ein durchweg hochwertiges Notebook auf die Beine gestellt, das in diesem Punkt seinem Preis gerecht wird.
Das Framework-Team grüßt
Der Hersteller sammelt zudem bereits mit dem Verpackungsdesign, der Beschriftung von Komponenten und davon abgeleitet dem fast schon selbsterklärenden Zusammenbau erste Pluspunkte. Nichts wirkt fehlplatziert oder verwirrend, überall im Inneren grüßen QR-Codes zur Hilfestellung, und das Framework-Team selbst mit einer Verewigung im Chassis ebenfalls.
LPDDR5X auf LPCAMM2-Modul
Falsch machen kann man, wie eingangs erwähnt, eigentlich kaum etwas, es gibt aber Bereiche, wo etwas mehr Vorsicht geboten ist. Während der Einbau der SSD zum Beispiel ein Kinderspiel ist, sollte oder muss man beim LPCAMM2-Modul des LPDDR5X mehr Vorsicht walten lassen. Unter der Abdeckung, die ab Werk den Interposer schützt, liegen nämlich 644 Kontaktpunkte, die möglichst nicht mit den Fingern berührt oder schlimmstenfalls verbogen werden sollten.
Das Modul mit 32 GB LPDDR5X-8533 (betrieben mit 7.467 MT/s) ließ sich letztlich aber ohne Komplikationen an mehreren Haltenasen ausrichten und mit der Abdeckplatte und drei Schrauben fixieren. Das AMD-Modell hat dieses „Problem“ übrigens nicht, da es auf klassische SO-DIMMs setzt. Die integrierte B390-GPU des Core Ultra X7 358H benötigt aber LPDDR5X, sodass für eine modulare Umsetzung LPCAMM2 die passende Lösung ist.
Input Cover mit praktischer Schlaufe
Beim Input Cover, das im nächsten Schritt auf das Chassis gesetzt werden muss, ist das Kabel mit Absicht so ausgelegt, dass es lang genug für etwas Spielraum bei der Montage ist. Eine Fingerschlaufe am Kabel ermöglicht das einfache Festdrücken am Port auf dem Mainboard. Anschließend lässt sich das Input Cover umklappen und magnetisch fixieren, bevor es im letzten Schritt, nachdem die Bildschirmblende angelegt wurde, von unten im Chassis verschraubt wird. Wenn das dann alles passiert ist, können zum Schluss die Erweiterungsmodule eingesteckt werden, deren Endposition im Gehäuse durch hörbares Einrasten bestätigt wird. Ein Verschluss auf jeder Seite hält sie letztlich in Position.
Die kleinen Kompromisse sind Größe und Gewicht
Framework beziffert den Zusammenbau der DIY-Edition mit 15 bis 30 Minuten, was einer realistischen Angabe entspricht. Mit geringem Aufwand haben Käufer auf diese Weise ein fertiges Notebook auf dem Tisch stehen, dem man die Modularität aufgrund des hochwertigen Designs und der geringen Spaltmaße nicht auf Anhieb ansieht.
Wo sind also die Kompromisse, warum ist nicht jeder Laptop so aufgebaut? Der Framework Laptop 13 Pro ist ein 13,5-Zoll-Notebook, das mit Abmessungen von 296,63 × 228,98 × 15,85 mm und einem Gewicht von 1,44 kg (mit vier Expansion Cards) nicht zu den kleinsten und leichtesten Vertretern dieser Größenklasse gehört. Das sind noch am ehesten die Kompromisse, die Käufer eingehen müssen. Klassische Notebooks bauen dünner und leichter, etwa das Asus Zenbook S14 (12,9 mm, 1,2 kg) oder das Samsung Galaxy Book 6 Pro (11,6 mm, 1,23 kg), die mit vergleichbarer Ausstattung auf Intel-Basis angeboten werden.
Das dürfte der Zielgruppe eines Framework Laptop 13 Pro aber gänzlich egal sein, zumal das Notebook weit entfernt von dick und schwer ist. Es muss sich in diesen Punkten nur eben hinter der nicht-modularen Konkurrenz einsortieren.
Die Reader's Choice Awards 2026