Z270 SuperCarrier: ASRocks Flugzeugträger sticht mit 5-Gbit-LAN und TB3 in See

Frank Meyer 51 Kommentare
Z270 SuperCarrier: ASRocks Flugzeugträger sticht mit 5-Gbit-LAN und TB3 in See
Bild: ASRock

Bei ASRock wird im Zuge der Vorstellung von Intels neuer Prozessorgeneration Kaby Lake ebenfalls das Mainboard-Portfolio allumfassend umgewälzt. Die Serien Extreme, Fatal1ty, Pro und Formula sind bereits auf der offiziellen Webseite als Neulinge gelistet. Das Z270 SuperCarrier bietet im High-End-Segment erstmals 5-Gbit-Ethernet.

Bereits vor Wochen sind erste Bilder von der Neufassung eines Fatal1ty-Z270-Mainboard aus der Gaming-Familie in Erscheinung getreten. Weitere „Leaks“ zu anderen Modellen machten die Runde. Doch erst jetzt ergibt sich im Rahmen der offiziellen Vorstellung ein vollständiges Bild, das an dieser Stelle in Form des Z270-Aufgebots von ASRock beleuchtet wird.

Inoffizielle Preisliste
Inoffizielle Preisliste (Bild: mirhelp.com (PDF))

Nicht ganz offiziell, aber augenscheinlich auf offizieller Seite durchgerutscht, ist eine Preisliste für das Neuaufgebot. Da die offizielle Ankündigung die Preise missen lässt, bezieht sich der Überblick unter Vorbehalt auf die durchgesickerten Informationen. Handfestere Hinweise für den deutschen Markt liefert in den kommenden Wochen der Preisvergleich, wo schon erste Modelle gelistet sind.

SuperCarrier als Speerspitze mit 5GbE und zweimal TB3

Noch oberhalb der Spitzenmodelle der Fatal1ty-, Extreme-, und Formula-Reihe wird ASRock mit dem Z270 SuperCarrier eine neue Hauptplatine für Enthusiasten ins Feld führen. Die Ausstattungsliste liest sich dabei umfangreich. Ins Auge sticht die Netzwerkanbindung, denn erstmals bietet ASRock 5-Gigabit-Ethernet (5GbE): Eine der beiden LAN-Buchsen ist über einen neuartigen Zusatzchip von Aquantia (AQtion client controller) angebunden, über den mit einem Cat5e/Cat6-Netzwerkkabel Übertragungsraten von maximal 5 Gigabit pro Sekunde auf bis zu 100 Metern möglich sein sollen. Die zweite Netzwerkschnittstelle ist klassisch über einen von Intel stammenden NIC nach Gigabit-Standard umgesetzt.

Aquantia AQtion client controller für 5Gbit-Ethernet
Aquantia AQtion client controller für 5Gbit-Ethernet (Bild: ASRock)

Der 5GbE-Standard ist ein Novum für Consumer-Mainboards, bei denen 1-Gigabit-Ethernet dominiert, das Intel bereits mit dem Chipsatz liefert. Nur Biostar geht noch einen Schritt weiter und bietet erstmals 10GbE bei seinem Z270-Flaggschiff.

Thunderbolt 3 wird über USB Typ C gleich zweimal geboten. Schnelle M.2-SSDs können in drei über je vier Lanes voll angebundenen Slots (PCIe 3.0 x4) verbaut werden. Zusätzlich wird in einem weiteren M.2-Steckplatz ein WLAN-Modul mit 802.11ac-Funktionalität geboten. Zehn SATA-Buchsen (6 Gbit/s) und neun USB-3.0-Ports (5 Gbit/s), von denen vier am I/O-Panel verbaut sind, unterstreichen die gehobene Anschlussvielfalt.

Für Grafikkarten sind beim Z270 SuperCarrier vier PCI-3.0-x16-Slots vorgesehen, von denen zwei über 16 PCIe-Leitungen verfügen. Zwei weitere Aufnahmen sind nur mit 8 Lanes angebunden. Die Unterstützung für vierfaches CrossFire und SLI ist ebenfalls eine Besonderheit. Natürlich darf auch eine Beleuchtung via LEDs bei einem im ATX-Formfaktor konzipierten Mainboard für Enthusiasten nicht fehlen. Über einen auf der Platine verlöteten Header können darüber hinaus auch weitere Leuchtstreifen angeschlossen werden. Mit einem voraussichtlichen Preis von 399,99 US-Dollar spielt das SuperCarrier auch preislich ganz oben mit.

Eine Stufe tiefer gibt es 5GbE aber kein TB3 mehr

Preislich mit etwas Abstand folgt das Z270 Professional Gaming i7 für 296 US-Dollar, das bei der Ausstattung nur wenig schlechter dasteht. Dessen Vorgänger für die Skylake-Generation kostet mit sofortiger Verfügbarkeit aktuell knapp 205 Euro. Thunderbolt 3 gehört in der Neufassung nicht zum Funktionsumfang. Dafür ist der neue 5GbE-Netzwerkchip von Aquantia ebenfalls auf dem Mainboard verlötet. In den vier vorhandenen PCIe-3.0-x16-Slots können lediglich Grafikkartengespanne im Dreierpack arbeiten. Zwei der vier Slots sind zudem elektrisch nur vierfach angebunden. Ansonsten ist die High-End-Platine im Funktionsumfang identisch zum Z270 SuperCarrier.

ASRock Z270 Taichi
ASRock Z270 Taichi
ASRock Z270 Taichi
ASRock Z270 Taichi (Bild: ASRock)

Ein Neuzugang mit USB 3.1 und dreimal M.2 auch in der Oberklasse

Ebenfalls im ATX-Formfaktor konzipiert, steht das Z270 Taichi für 237 US-Dollar im Preisgefüge bei ASRock. Genau wie beispielsweise Asus mit dem Maximus IX Apex, bläht auch ASRock mit dem Taichi das Mainboard-Segment mit der Vorstellung der Kaby-Lake-Prozessoren für Desktop-PCs weiter auf – Taichi gab es bisher nur für Intels High-End-Plattform mit X99-Chipsatz.

Beim Z270 Taichi fehlen im Vergleich zum teureren Schwestermodell Professional Gaming i7 nur wenige Funktionen. Die beiden LAN-Buchsen sind nur nach dem einfachen Gigabit-Standard spezifiziert und auch in den vier PCIe-3.0-x16-Slots sind nach den veröffentlichten Spezifikationen bei der Unterstützung für mehrere GPUs Abstriche erkennbar. Dreimal M.2 und ein ac-WLAN-Modul sind genauso Gleichstellungsmerkmale zum Z270 Professional Gaming i7 wie auch eine Vielzahl an SATA- und USB-3.0-Ports. USB 3.1 Gen2 (10 Gbit/s) wird über eine Typ-C- und eine klassische Typ-A-Buchse umgesetzt. Die „AURA RGB LED“ genannte Beleuchtung via RGB-LEDs ist ebenfalls Bestandteil aller hochpreisigen High-End-Mainboards bei ASRock.

Extreme4, Fatal1ty und Pro4 mit zweimal M.2 und USB Typ-C

ASRock Fatal1ty Z270 Gaming K4
ASRock Fatal1ty Z270 Gaming K4 (Bild: ASRock)

Die Modellreihen Extreme4, Fatal1ty Z270 Gaming K4 und Pro4 werden von ASRock ebenfalls auf Basis des Z270-Chipsatzes im ATX-Formfaktor einer Frischzellenkur unterzogen. In der Mittelklasse angesiedelt, sollen die Preise zwischen 172 US-Dollar und 137 US-Dollar zum Marktstart liegen. Alle verbindet bei der Ausstattung zweimal M.2 mit voller Anbindung über vier PCIe-Lanes und je ein HDMI-, DVI- und VGA-Anschluss für die Ausgabe der Bildsignale. USB 3.1 nach Gen2-Spezifikation (Steckertyp C und A) ist hingegen nur beim Extreme4 vorhanden. Das Pro4 und das Fatal1ty Z270 Gaming K4 bieten über die identische Anzahl und Ausführung der Buchsen nur USB 3.0 mit bis zu 5 Gbit/s. Die Fatal1ty-Platine mit Z270-Chipsatz kann darüber hinaus noch mit zwei Gigabit-LAN-Ports aufwarten.

Euro-Preise fehlen noch

Wann und zu welchen Preisen ASRock das Z270 SuperCarrier, das Z270 Professional Gaming i7 und das Z270 Taichi in den deutschen Einzelhandel bringen wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Etlichen weiteren Mainboards im Portfolio von ASRock mit H270- und B250-Chipsatz wird sich ComputerBase in einer separaten News eindringlicher zuwenden.