15-Prozent-Anteil: Intel kauft sich bei Kartendienst Here ein

Tobias Reuter 9 Kommentare
15-Prozent-Anteil: Intel kauft sich bei Kartendienst Here ein
Bild: HERE

Intel hat einen Anteil von 15 Prozent am Kartenanbieter Here erworben. Der Chiphersteller und Here planen die gemeinsame Entwicklung einer Architektur, die Echtzeit-Updates von hochauflösenden Karten unterstützt und dadurch vollautomatisiertes Fahren optimieren soll.

Wir freuen uns darauf, mit Here zusammenzuarbeiten und ein wichtiges Technologie-Fundament für intelligente und vernetzte Autos der Zukunft zu liefern“, so Intel-CEO Brian Krzanich. Für das von selbstfahrenden Autos benötigte Kartenmaterial seien sehr leistungsstarke Compute-Plattformen innerhalb der Fahrzeuge vonnöten. Intel unterstütze die diesbezüglichen Ambitionen von Here und könne die Entwicklung einer universellen und immer aktuellen digitalen Standort-Plattform, die sich über das Auto, die Cloud und alles damit verbundene erstreckt, beschleunigen.

Genauere Standortbestimmung durch HD-Karten

Eines der Ziele sei, autonomes Fahren so sicher und vorhersehbar wie möglich zu machen. Während die heute gebräuchliche Navigationstechnologie den Standort eines Autos auf Meter genau bestimmen kann, sei mit den geplanten hochauflösenden Karten eine auf Zentimeter genaue Ortung von Fahrzeugen möglich. Das helfe selbstfahrenden Autos dabei, sich im Straßenverkehr sicherer zu bewegen.

Intel möchte Here insbesondere bei der Entwicklung des Cloud-Dienstes HERE HD Live Map zur Hand gehen. Der Dienst zeigt autonomen Fahrzeugen Hindernisse, die außerhalb des direkten Sichtfelds liegen. Auch Echtzeit-Updates über den Straßenverkehr, Straßenverhältnisse und andere Faktoren gehören zum Funktionsumfang.

Intel teste die Architektur auch in direkter Zusammenarbeit mit Audi, BMW und Daimler, den gemeinsamen Besitzern von Here. Die Technologie soll nach der Fertigstellung der gesamten Automobilindustrie zugänglich gemacht werden.

Intel setzt große Hoffnungen auf Einstieg bei Here

Der Chiphersteller äußert große Ambitionen für den Automotive-Markt. Die geplante Plattform soll alle Bereiche vom Fahrzeug selbst bis hin zu den Rechenzentren abdecken. Zusätzlich soll die Kollaboration weitere Früchte tragen. Intel möchte zusammen mit Here auch die Bereiche Cloud-Computing, Internet der Dinge, Machine Learning und Augmented Reality vorantreiben. Konkretes dazu gibt es aber noch nicht.

Der Deal soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden, nachdem das Bundeskartellamt die Zustimmung gegeben hat. Intel wird Doug Davis, Chef der hauseigenen Automated Driving Group, für einen Sitz im Here-Aufsichtsrat nominieren. Über den Preis für den 15-Prozent-Anteil ist zu Stunde nichts bekannt.